Steck- oder Schraubkappe?

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DanielH
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Steck- oder Schraubkappe?

Beitrag von DanielH » 19.09.2008 21:48

Hallo in die Runde!

Heute bekam ich meinen Diplomat Classic, den ich in der Bucht bestellt hatte. Ein schönes Stück - zweifellos. Und fast ein Unicum in meiner zugegeben recht übersichtlichen Füllersammlung. er hat nämlich eine Steckkappe während bei fast allen anderen Fülllern, die ich habe (Ausnahme ist ein Füller von Tchibo) die Kappe aufgeschraubt wird. Und ich muss sagen, dass die Schraubkappe für mich auch irgendwie einen edlen Füller ausmacht. Das tut meinem Gefallen am Diplomat jetzt keinen Abbruch aber ich bin halt eher ein Freund der Schraubkappe. Wo die für mich definitiv zugehört ist zu einem Kolbenfüller.

Wie haltet Ihr es bei der Frage nach schrauben oder stecken?

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Tenryu
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Beitrag von Tenryu » 20.09.2008 1:33

Das hat beides seine Vorteile.
Üblicherweise haben Patronenhalter meist Steckkappen, während bei Kolbenhaltern die Schraubfassung verbreiteter ist.

Ich mag Modelle mit Steckkappen, weil man diese mit einer Hand leicht abziehen kann. Das ist praktisch, wenn man nur eine Hand frei hat (z.B. am Telephon). Außerdem haben sie am Schaft kein Gewinde, das u.U. zu Druckstellen führen kann.
Der Nachteil von Steckkappen ist, daß sie mit der Zeit ausleiern können und nicht mehr so fest und zuverlässig sitzen.

werner
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Beitrag von werner » 20.09.2008 9:13

Hallo zusammen,

ich mag Füllfederhalter mit Schraubkappen. Da ich nun hauptsächlich mit älteren Kolbenfüllern schreibe ist das für mich überhaupt kein Problem. Das ist aber nur ein subjektives Gefühl und hat keinen weiteren Hintergrund. So hat ein jeder seine Vorlieben und seinen eigenen Geschmack. Gott sei Dank gibt es für alle Interessen das richtige Schreibgerät.

Viele Grüße
Werner

Geschichtenschreiber
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Beitrag von Geschichtenschreiber » 20.09.2008 14:17

schraubkappen sind's!

das aufschrauben ist für mich teil des rituals beim schreibgenuss. erhöht auch die vorfreude...

(habe aber auch steckkappen, die mir gut gefallen. liegt ganz am modell...)
herzlicher gruß
stefan

frodel
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Beitrag von frodel » 20.09.2008 21:40

ich bin auch eher freund des schraubens, mit etwas übung geht das auch mit einer hand :)

DanielH
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Beitrag von DanielH » 21.09.2008 22:08

Zumal es auch nicht einfach ich, eine richtig gut sitzende Steckkappe mit einer Hand zu öffnen.

Mir geht es was das angeht übrigens ähnlich wie werner. Es ist irgendwie eine emotionale Geschichte, warum ich die Schraubkappe bevorzuge.

Christian Mücke
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Beitrag von Christian Mücke » 24.09.2008 0:14

Hallo zusammen,

mir liegen die Schraubkappen auch eher. Leiern weniger aus als die Steckkappen und das Aufschrauben hat etwas Beruhigendes. Da wird das Schreiben zu einem viel bewußteren Akt, finde ich.

Viele Grüße,
Christian

Jürgen K
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Wie haltet Ihr es bei der Frage nach schrauben oder stecken?

Beitrag von Jürgen K » 24.09.2008 10:31

Hallo,

ich besitze zwar mehr Steckkappenfüller, mag aber die zum Schrauben lieber.
Einerseits empfinde ich da auch eher das meditative Gefühl der Entschleunigung und die Haltbarkeit spricht auch für sich. Bei der Steckerei ist es zwangsläufig, dass es früher oder später wackelt, bei sehr guten Systemen zugegebenermaßen später. Aber irgendwie macht Schrauben mehr Spaß.

Grüße,
Jürgen

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Steck- oder Schraubkappe

Beitrag von G-H-L » 16.10.2008 22:42

Ich bevorzuge eindeutig Schraubkappen. Die Steckkappen leiern im Laufe der Zeit aus und wackeln.

Allerdings hat mir eine Schreibwarenverkäuferin auch schon einen Pelikan M400 so fest zugedreht, daß der Schaft einen Riß bekam. Wurde aber von Pelikan schnell und kostenlos behoben.

Gerhard
Gruß
Gerhard

Nein, das ist keine unleserliche Handschrift!
Der Text ist nur analog verschlüsselt! :)

St1
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Beitrag von St1 » 18.10.2008 22:46

Hallo,

Steck- oder Schraubkappen sind zwar prinzipiell mittlerweile eine Geschmacksfrage geworden, aber wo liegen denn nun die Vorteile und Nachteile des einen oder anderen Systems ?

Ich kann es nicht genau sagen, aber ich denke, daß zum einen die Kompetenz zur Herstellung von Steckkappen vor den 50er Jahren kaum vorhanden war, so daß die Klassiker (d.h. Kolbenfüller Klassiker aus den 30er Jahren und ihre Nachbauten) das Schraubsystem besitzen.

Meiner Ansicht nach sind die einzigen rein objektiven Gründe für die zwei genannten Kappenverschlusssysteme, die Geschwindigkeit mit der der Füllfederhalter geöffnet werden soll und die Zuverlässigkeit mit der der Verschluß sichergestellt sein soll.

Aus diesem Grund haben Schulfüller, die schnell geöffnet und geschlossen werden können müssen, zwingend eine Steckkappe. Hier geht es um Mitschriften, bei denen auch längere Schreibpausen erfolgen, dann aber wieder unmittelbares Weiterschreiben erforderlich ist (...das heißt schnelles Aufstecken und Abziehen der Kappe ist vorteilhaft); obwohl es nur um Sekunden geht, wäre Schrauben zu lästig.

Aber auch dieser Unterschied "schnelles Öffnen" ist mittlerweile nicht mehr schlüssig, da es bereits fließende Übergänge gibt:
Lamy Persona/Accent mit Schraubverschluß (¼ Drehung) und Rotring New Newton/(bzw. die Parker Adaption des Rotring) mit Steckkappe Drehung !).

Das Optimum der "schnellen Schreibbereitschaft" des Füllfederhalters ist dabei wohl aber der Pilot Capless , der ja eben keine Kappe hat, sondern per Klick direkt schreibbereit ist. (Zudem rollt er auf angeschrägten Tischplatten wegen des Clips nicht selbsttätig fort.)
Abseits objektiver Gründe überzeugen mich aber weniger Dogmen, sondern die jeweilige Einzellösung der Kappenverschlußmechanik; ist diese gut gemacht, hat man mich gleich begeistert :roll: .

Es gibt aber neben dem Schrauben oder Stecken noch kleine weitere Unterschiede des Kappenverschlusses.

Ich habe folgende verschiedenen Kappenverschluss-Arten/Varianten gefunden. Ich versuche eine Unterscheidung zu beschreiben:

Bei Schraubkappen:
*¾ bis ganze Verschlußkappen-Drehung: z.B. Pelikan Souverän, Modern, Kaweco Sport Kunststoff
*1/3 Verschlußkappen-Drehung: z.B. Lamy Persona, Accent
*3 ¾ Verschlußkappen-Drehung: z.B. Kaweco-Sport Alu (-> Zeremonien Meister ?)
Bei Steckkappen:
mit Klick:
*durch Einrasten des Mundstück in Raster des Kunstoff-Einsatzes in der Kappe (?): z.B. Lamy Safari (Ziehen), Rotring New Newton (Drehen);
*durch Einrasten von gefederten Metallerhöhungen am Vorderteil auf Metallring in Kappe: z.B. Lamy 2000, Rotring Newton, Waterman Edson
*durch Einrasten von gefederten Metallerhöhungen am Vorderteil auf Kunstoffring in Kappe: z.B. Montblanc Classic
*durch feststehende Metallerhöhungen am Ende des Vorderteils in engere Metallkappe: z.B. Cross Verve
ohne Klick:
*durch feststehende Metallerhöhungen am Ende des Vorderteils in engere Metallkappe: z.B. Cross ATX, Parker 45
*durch Aufschieben der passgenauen Verschlusskappe (mit gewellten langen Metallplättchen in der Kappe, die eine Ändrückfunktion haben) : z.B. Pilot Birdie

Der Schraubverschluß scheint mir die ältere bzw. konservativere Art des Verschlusses zu sein. Der Schraubverschluß ist nicht so leicht zu öffnen, verschließt somit sicherer. Es gibt aber wenige Schraubverschlußvarianten. Es gibt Varianten die sich durch die Anzahl der zum Verschluß nötigen Umdrehungen der Kappe unterscheiden.

Der Steckverschluß ist der leichter zu öffnende Verschluß. Es gibt meiner Ansicht nach eine größere und zudem steigende Anzahl an Varianten. Der Rotring New Newton hat sogar so etwas wie einen kombinierten Steck- und Dreh-Verschluß (na ja kein wirklicher Schraubverschluß), was zeigt daß es hier noch ein Spielraum für Schreibgeräteinovationen gibt.

Das Stecksystem ist zwar häufig in günstigen Schreibgeräten anzutreffen, aber auch der Kaweco Sport Kunststoff hat einen Schraubverschluß und ist sehr günstig, widerum ist der Waterman Edson wohl einer der teuereren Serienmodelle mit Steckkappensystem .

Einige wirklich neugestalteten modernen Füllfederhalter wie der Waterman Edson oder der Cross Verve haben ein Steckkappensystem, klassische Modelle neigen dazu Schraubsysteme zu haben.


Eine weitere interessante Frage ist, wie man den Füllfederhalter öffnen kann.

Die Füllfederhalter mit Schraubkappenverschluß kann man meiner Erfahrung nur beidhändig öffnen.
Selbst die Modelle, die nur eine 1/3 Verschlußkappen-Drehung zum Öffnen benötigen, lässen sich nicht einhändig öffnen.

Anders als die Schraubkappen-Füllfederhalter erlauben es die meisten mit Steckkappen per einhändiger Bedienung geöffnet zu werden.
Der Lamy Safari (z.B) wird von mir am liebsten mit einer Hand "gepackt" und die Kappe per "Daumen-Schnipp" am Clip nach oben weggedrückt. Der Zeigefinger hält die Kappe dabei zurück, dann wird durch eine weitere leichte Bewegung mit dem Daumen die Kappe auf dem Tisch abgelegt.

Ich muß zugeben, daß ich die Steckkappe des Lamy 2000 (auch von der Verarbeitungsqualität des "Innenlebens"), sowie das sehr einfache Steckkappensystem des Pilot Birdie sehr gut finde. Ebenso anerkenne ich die Innovation des Rotring New Newton.
Das Schraubsystem ist (und bleibt?) ein weitgehend unangetasteter Klassiker.

Viele Grüße,
Stefan

Dieter N
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Beitrag von Dieter N » 19.10.2008 0:37

Hallo, allerseits,

bei dieser Frage mag ich mich nicht entscheiden. Natürlich genieße ich ein zeremonielles Aufschrauben, wenn der Füller und die Situation dazu passt. Aber ich mag auch ein schönes und sattes Klicken einer Steckkappe. Was ich nicht mag und was mir Schauder über den Rücken treibt, ist eine Steckkappe, die sich einfach durch eine konisches Form auf dem Füllerkörper verklemmt - ich sehe die Kratzer und Risse förmlich entstehen - aber mir fehlt im Moment ein Beispiel.

Ich habe es aber auch schon gehabt, dass ich eine Schrecksekunde hatte, weil ich ohne Denken versuchte, eine Schraubkappe abzuziehen. Da ich auch recht feste Steckkappen habe, kann da auch schon mal etwas mehr Kraft ins Spiel kommen. Aber bisher ist nie etwas passiert...

Fazit: Es hängt vom Füller und der Situation ab und ist kein kaufrelevantes Argument.

Viele Grüße
Dieter

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Tenryu
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Beitrag von Tenryu » 19.10.2008 21:01

Ich denke, Schulfüller haben auch deshalb keine Schraubkappe, weil man durch zu festes Zudrehen, leicht das Gewinde beschädigen oder die Kappe sprengen kann.

Bei den Schraubkappen bevorzuge ich jende, mit mind. 1 Umdrehung. Das fühlt sich einfach besser und sicherer an.
Bei Steckkappen wäre mir eine, die ohne Klick einrastet unsympathisch, weil ich dann nie sicher bin, ob sie wirklich zu ist.

Und das Pilot capless-System sieht irgendwie komisch aus. Der Clip an der Vorderseite irritiert mich irgendwie. Außerdem habe ich so meine Bedenken, was die Dichtigkeit anbetrifft. Wenn der Füller mal geschüttelt wird, oder herunterfällt, ist mir eine geschlossene Kappe schon lieber.
Aber damit habe ich keine Erfahrung. Ich habe diesen Füller nur einmal im Geschäft in der Hand gehalten.

Dieter N
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Beitrag von Dieter N » 19.10.2008 22:16

Tenryu hat geschrieben:...
Und das Pilot capless-System sieht irgendwie komisch aus. Der Clip an der Vorderseite irritiert mich irgendwie. Außerdem habe ich so meine Bedenken, was die Dichtigkeit anbetrifft. Wenn der Füller mal geschüttelt wird, oder herunterfällt, ist mir eine geschlossene Kappe schon lieber.
Aber damit habe ich keine Erfahrung. Ich habe diesen Füller nur einmal im Geschäft in der Hand gehalten.
Ob man den Füller an sich mag, Tenryu, ist natürlich Geschmackssache. Aber Probleme, wie du sie befürchtest, kenne ich nicht mit ihm. Er hat sicherlich auch seine Schattenseiten wie den kaum einsehbaren und kleinen Konverter, aber er machte bei mir keine Sauereien. Und da Peter ihn sogar im Jacket trägt, wird er ihn wohl für leidlich sicher halten...

Viele Grüße
Dieter

FFF
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Steckkappe oder Schraubkappe – das ist die Frage!

Beitrag von FFF » 26.03.2010 19:03

Hallo Kolleginnen und Kollegen,

vielleicht ist meine Frage nicht ganz so existentiell wie Geha oder Pelikan, trotzdem interessiert mich Eure Meinung hinsichtlich der Entscheidung Steckkappe oder Schraubkappe für Füller?

Einige Antworten und Vorlieben sind in verschiedenen Berichten des Archivs gegeben dennoch wäre es schön, wenn wir uns hier darüber unterhalten.

Ich ziehe die Schraubkappen vor. Als einer mit technischer Ausbildung bilde ich mir ein, dass die Mechanik bei Steckkappen sich irgendwann abnutzt.
Natürlich finde ich auch die Kolbenmechanik gut, schon alleine wegen des Rituals. Genauso kann man auch die Drehung der Kappe als Kult ansehen! :?

Das kann wahrscheinlich nur ein Enthusiast verstehen.

Viele Grüße
günter

yoda
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Re: Steckkappe oder Schraubkappe – das ist die Frage!

Beitrag von yoda » 26.03.2010 19:52

Hallo
Auch ich ziehe die Schraubkappe vor. Warum, das kann ich nicht so genau sagen. Das unbestimmte Gefühl, dass eine Steckkappe irgendwann locker wird habe ich auch. Aber es wurde noch nie bestätigt.
Ich habe auch Schraubkappen, die sich von alleine lösen. Also rein sachlich gibt es keinen Grund. Dennoch -- Schraubkappe :-)
Aber ein KO-Kriterium ist das natürlich nicht.

Gruß
Hugo

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