Tintensack ersetzen

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Knockando
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Tintensack ersetzen

Beitrag von Knockando »

Hallo liebe Foristen (m/w),

als "reaktivierter" suche ich derzeit, nach dem ein oder anderen, " pre war filler".
Dabei wurde ich des öfteren mit dem Wort "Tintensack" konfrontiert.
Scheint eine Philosophie für sich zu sein.............

Dazu habe ich, wie ich vermute, einen recht interessanten link aufgetan.
Könnte auch Kenner der Materie interessieren.

https://www.pensink.org/de/wie-ersetzt- ... tintensack

Gruß

Knockando
Crovax
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Re: Tintensack ersetzen

Beitrag von Crovax »

Danke für den Link!

Das nenne ich mal eine vorbildliche Anleitung. Alles wird gut erklärt und bebildert.

Nebenbei kann ich festellen, dass ich anscheinend in all den Jahren alles richtig gemacht habe :)
Aber ich musste mir damals die Anleitung aus verschiedenen Webseiten zusammensuchen, weil immer irgendein Schritt unzureichend beschrieben wurde. Hier passt alles zusammen.
gruß
stephan

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ostfüller
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Re: Tintensack ersetzen

Beitrag von ostfüller »

Danke für den Link!

Das ist sehr schön beschrieben.
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Zollinger
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Re: Tintensack ersetzen

Beitrag von Zollinger »

Das ist in der Tat eine gut beschriebene und illustrierte Anleitung.

Einen Punkt möchte ich jedoch zu bedenken geben:
b) Erneutes Versiegeln
Wenn sich die Verbindung im späteren Verlauf als etwas zu locker erweisen sollte, kann diese fixiert werden, indem man auf Gewinde bzw. Zapfen der Griffsektion eine moderate Menge Schellack aufträgt:
der Autor relativiert die Notwendigkeit dieses Schrittes zwar selber und spricht das Problem sogar an:
...Zwingend notwendig ist dies nach überwie­gender Ansicht allerdings nicht, insbesondere dann nicht, wenn der Füllfederhalter ohnehin in den Händen eines Kenners bleibt. Zudem muss berücksichtigt werden, dass eine zu starke Versiegelung immer mit der Gefahr ein­hergeht, dass sich die Teile später womöglich nicht mehr beschädigungsfrei voneinander trennen lassen.
Umso weniger verstehe ich, dass er diesen Schritt überhaupt aufführt. Schellack lässt sich zwar unter Wärme wieder lösen, aber es braucht viel Kraft. Und genau das mögen Teile aus alten Materialien an ihren schwächsten Stellen gar nicht. Einige dieser "versiegelten" Füller sind mir unter den Händen zerbrochen. Es gab auch welche, die sich gar nicht mehr öffnen liessen.

Ich rate auf jeden Fall dringend davon ab, das Griffstück mit Schellack im Schaft zu fixieren/verkleben.
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Crovax
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Re: Tintensack ersetzen

Beitrag von Crovax »

Zollinger hat geschrieben:
28.01.2026 8:27
Einen Punkt möchte ich jedoch zu bedenken geben:
Ich rate auf jeden Fall dringend davon ab, das Griffstück mit Schellack im Schaft zu fixieren/verkleben.
In den allermeisten Fällen ist das Griffstück nach einfachem Einstecken in den Schaft stabil dringeblieben, ohne zu wackeln oder sich zu drehen. Da sollte man auch nicht "zur Sicherheit" Schellack draufgeben.
In einem Fall sass das Griffstück aber so locker im Schaft, dass es immer wieder herausgerutscht ist. Da habe ich dann zwei Tröpfchen Schellack verwendet, was völlig ausgreicht hat.

Schellack ist immer die bessere Alternative zu einem Klebstoff, denn solche Verbindungen bekommt man nie wieder zerstörungsfrei gelöst. Aber wenn es nicht nötig ist, sollte man es vermeiden.

Beim Zerlegen hat bei mir bisher immer ein Föhn und Geduld gereicht. Wirkliche Kraft musste ich nie einsetzen. Es dauert manchmal ein paar Minuten, bis das Griffstück wirklich überall auf die 70+ Grad aufgeheizt wird und der Schellack weich wird, aber dann lässt sich so eine Verbindung durch vorsichtiges Ziehen/Drehen leicht lösen. Ich habe mir letztens einen Heißluftföhn mit regelbarer Temperatur gekauft. Damit kann man etwas besser arbeiten als mit einem normalen Föhn, vor allem schaltet der nicht nach ein paar Minuten wegen Überhitzung ab.
Leider gibt es keine kleinen Heatguns, bei denen man die Temperatur tief genug einstellen kann, da liegt die Untergrenze irgendwo oberhalb 100 Grad. Daher musste ich einen normalen großen Heißluftföhn nehmen. Der kann dann zwar bis über 300 Grad, aber eben auch runter auf 70 Grad. Das Gerät hat einen Bügel, so dass man es sicher aufstellen kann, auch ein Vorteil gegenüber einem Haartrockner.
gruß
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Zollinger
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Re: Tintensack ersetzen

Beitrag von Zollinger »

Da scheinst Du die besseren Erfahrungen gemacht zu haben als ich.
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Crovax
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Re: Tintensack ersetzen

Beitrag von Crovax »

Könnte auch an den Füllermodellen liegen. Bei mir waren es bisher hauptsächlich Füller von Conway-Stewart und Waterman. Bei anderen Marken war es jeweils nur ein Exemplar, da kann ich keine allgemeine Erkenntnisse zur Marke ableiten.
gruß
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ostfüller
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Re: Tintensack ersetzen

Beitrag von ostfüller »

Wenn durch Schrumpfen die Griffsektion zu locker sitzt, dann trage ich ein- oder beidseitig eine dünne Schicht Schellack auf und lasse es an der Luft trocknen. Meistens reicht das aus. Damit die Verbindung lösbar bleibt mache ich etwas Talkum auf das abgetrockneten Schellack.
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pradella2
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Re: Tintensack ersetzen

Beitrag von pradella2 »

Super hierfür ist auch Teflonband, des Wasserinstallateurs Surrogat für Werg. Damit kann man
- Gewinde abdichten
- ausgeleierte Gewinde auffüttern
- labberige Stopfverbindungen wie die obengenannte auffüttern (analog zum beidseitigen Materialauftrag durch Schellackauftrag) bzw. abdichten.
Das Band ist üblicherweise einen Zehntelmillimeter dick. Man bringt anderthalb bis x Lagen unter Spannung auf das zu dichtende oder aufzufütternde Gewinde / Rohrende und reißt das Tape dann ab. Es legt sich dabei vollflächig an die Oberfläche an. Dann kann man das Gewinde zuschrauben / die Muffen aneinanderstecken. Das Band schmiegt sich in die Gewindegänge und dichtet sie dabei ab. Die Verbindung wird "straffer", bleibt aber gleitend und trennbar, auch nach Jahren. Der Vorteil: Das Band lässt sich, ganz im Sinne des Denkmalschutzes, auch wieder restlos entfernen. Es klebt nicht, es geht keine Verbindung mit anderen Materialien ein (wie der Begriff "Teflon" zu recht vermuten lässt), haftet nur anstatt zu kleben und haftet vor allem gerne auf sich selbst.

Statt eines Links: Einfach im Netz nach ptfe-gewindedichtband suchen. Oder einfach mal aufs Rad schwingen und dem Baumarkt einen Besuch abstatten.
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