Bei mir war ein Vorläufer der später weit verbreiteten Füllhaltermarke „Markant“ zur Runderneuerung, was ich zum Anlass nahm, deren Firmengeschichte ein wenig nachzuschlagen.
Ausweislich der Homepage des Historischen Stammtischs Obergurig stellt sich die Geschichte der Füllhaltermarke „Markant“ wie folgt dar:
1912 Gerhard Johannes Quaas gründete in Berlin eine Firma, die Taschenfeuerzeuge und andere Metallwaren herstellte. Im Jahre 1919 verlegte er seinen Sitz nach Dresden.
1922 zog er in Gebäude der ehemaligen Pulverfabrik im Spreetal ein. Später wurde die Firma in „Gerhard Joh. Quaas Füllhalter-Fabrik“ umbenannt.
1945 wurde die Firma kommissarisch verwaltet und am 30.06.1946 per Volksentscheid enteignet.
1948 wurde die Firma als „VEB Sächsisches Füllhalterwerk Singwitz“ verstaatlicht und produzierte vor allem Füllhalter, Drehbleistifte, Fallstifte, Schreibgarnituren und Lineatorfedern.
1956 wurde die Firma „Makeba“ (Max Kern Bautzen) übernommen.
1957 wurde der Betrieb in „VEB Schreibgerätewerk Markant Singwitz“
Der hier gezeigte „Singwitz Fortschritt“ müsste demnach zwischen 1948 und 1957 gefertigt worden sein. Es handelt sich um einen nicht unaufwändig aufgebauten, klassischen Kolbenfüller mit Korkdichtung und Kunststoff-Tintenleiter. Kappe, Korpus und Blindkappe sind aus attraktiv marmoriertem Celluloid, ergänzt durch ein farblos-transparentes Sichtfenster, schwarze Kunststoffbauteile und einen kräftig dimensionierten, vergoldeten Messingclip einfacher Machart. Die Kappenringe bestehen ebenfalls aus schwarzem Kunststoff.
Kappe und Blindkappe tragen ein konisch geformtes Finial, jeweils dezent strukturiert durch zwei konzentrische Kreisrillen. Die Kappe trägt eine Prägestempelung „Singwitz FORTSCHRITT“. Der Füller ist ausgestattet mit einer vierzehnkarätigen Bock-Feder in Steckmontage. Ob die Feder original ist, kann ich nicht sagen.
Singwitz „Fortschritt“
Moderatoren: MarkIV, Zollinger, desas, Linceo, Lamynator
Re: Singwitz „Fortschritt“
Hallo Pradella
Vielen Dank für den Beitrag. Leider kann ich thematisch nichts dazu beitragen da der Füller außerhalb von meinem Sammel- und Forschungsgebiet liegt. Aber der Beitrag hat doch mindestens eine Antwort verdient!
Es wäre interessant zu wissen, woher, also aus welchem Besitz, der Füller stammte. Schreibgeräte, die keine "großen Namen" haben, defilieren nämlich erheblich weniger durch die Sammlergemeinde der heutigen Republik, als Füller von hohem finanziellem Wert. Na ja, es sind eben keine Spekulations- oder Anlageobjekte. Ein Ost- Füller mit West Goldfeder ist schon diskussionswürdig.
In der DDR gab es wohl kaum Füller mit Goldfedern im freien Verkauf. Nur für Leute mit besonderem Zugang. Aber es gab hervorragende Goldfedern mit richtig tollem Flex aus dem damaligen Ost Berlin. Die wurden aber für "konvertierbare Währungen verkauft.
Es ist auch möglich, dass Füllerschäfte ohne Feder in den Westen verkauft wurden und da befedert wurden. Es gab Zeiten, zu denen die Goldfeder nur wenige Mark mehr als die Stahlfeder kostete. Eine Großaufnahme der Feder könnte eine Möglichkeit zulassen, die Punze zeitlich einzugrenzen.
Die farbliche Gestaltung der Oberfläche erinnert nicht so sehr an Celluloid, es ist eher wie eine Airbrush- Bemalung. Es gab auch dünne Celluloidschichten, mit denen der Schaft beklebt wurde. Dies erkennt man an einer Längsnaht im Schaft. Man sollte diese Füller zur Säuberung nicht komplett einweichen, da sich die Schicht ablösen kann.
Vielen Dank auch für die historische Recherche Beim Stammtisch Obergurig. Es ist auch hier bemerkenswert, dass es scheinbar keine Geschichtsschreibung zwischen den Jahren 1922 und 1945 gegeben hat.
Gruss, Frodo
Vielen Dank für den Beitrag. Leider kann ich thematisch nichts dazu beitragen da der Füller außerhalb von meinem Sammel- und Forschungsgebiet liegt. Aber der Beitrag hat doch mindestens eine Antwort verdient!
Es wäre interessant zu wissen, woher, also aus welchem Besitz, der Füller stammte. Schreibgeräte, die keine "großen Namen" haben, defilieren nämlich erheblich weniger durch die Sammlergemeinde der heutigen Republik, als Füller von hohem finanziellem Wert. Na ja, es sind eben keine Spekulations- oder Anlageobjekte. Ein Ost- Füller mit West Goldfeder ist schon diskussionswürdig.
In der DDR gab es wohl kaum Füller mit Goldfedern im freien Verkauf. Nur für Leute mit besonderem Zugang. Aber es gab hervorragende Goldfedern mit richtig tollem Flex aus dem damaligen Ost Berlin. Die wurden aber für "konvertierbare Währungen verkauft.
Es ist auch möglich, dass Füllerschäfte ohne Feder in den Westen verkauft wurden und da befedert wurden. Es gab Zeiten, zu denen die Goldfeder nur wenige Mark mehr als die Stahlfeder kostete. Eine Großaufnahme der Feder könnte eine Möglichkeit zulassen, die Punze zeitlich einzugrenzen.
Die farbliche Gestaltung der Oberfläche erinnert nicht so sehr an Celluloid, es ist eher wie eine Airbrush- Bemalung. Es gab auch dünne Celluloidschichten, mit denen der Schaft beklebt wurde. Dies erkennt man an einer Längsnaht im Schaft. Man sollte diese Füller zur Säuberung nicht komplett einweichen, da sich die Schicht ablösen kann.
Vielen Dank auch für die historische Recherche Beim Stammtisch Obergurig. Es ist auch hier bemerkenswert, dass es scheinbar keine Geschichtsschreibung zwischen den Jahren 1922 und 1945 gegeben hat.
Gruss, Frodo
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Juergen_HB_71
- Beiträge: 33
- Registriert: 27.10.2026 11:21
Re: Singwitz „Fortschritt“
Frodo, "defilieren" heißt eigentlich vorbeiziehen, und Celluloid ist hier laut Beitrag nur Behauptung.
Re: Singwitz „Fortschritt“
Vielen Dank für den Kommentar, Juergen. Er erleichtert mir den Abschied vom Forum.
F
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