Kugelschreiber - allgemeine Gedanken.

Kugelschreiber, Tintenroller, Bleistifte etc.

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Abarta
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Re: Kugelschreiber - allgemeine Gedanken.

Beitrag von Abarta » 16.11.2018 21:57

Ein paar weitere Gedanken zum Kugelschreiber ...
Das was folgt ist sicherlich etwas provokativ in einem Füllerforum - aber die Sparte "andere Schreibgeräte" ...
Ich sehe den Kugelschreiber als einen der universellsten Schreibgeräte an - allenfalls wird er noch durch Mehrfarbenschreiber übertroffen.

Der Kugelschreiber

- schreib auf jedem Papier ohne durchzuschlagen,

- er ist in jeder Situation einsatzfähig und besitzt ein riesiges Tintenreservoir,

- seine äußere Erscheinung lässt sich wie die der Füllhalter beliebig - auch aufwendig - gestalten,

- die hochwertige Mechanik garantiert ein langes Leben,

- Federbreiten spielen keine Rolle, er akzeptiert Minen mit unterschiedlicher
Breite,

- im Gegensatz zum Füller benötigt er kein Tintenfass zum Nachfüllen, keine
Ersatzpatronen, er kann nicht auslaufen, ...

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Füchschen
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Re: Kugelschreiber - allgemeine Gedanken.

Beitrag von Füchschen » 17.11.2018 10:15

Wobei das mit dem immer schreiben nicht immer der Fall ist. Ich bin bei meiner Arbeit leider auf den Kugelschreiber angewiesen und hatte es jetzt schon öfter dass er nicht schrieb.

Allerdings habe ich ihn mittlerweile lieben gelernt.
Tintige Grüße von Vanny

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Eliza Winterborn
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Re: Kugelschreiber - allgemeine Gedanken.

Beitrag von Eliza Winterborn » 17.11.2018 12:58

Wer ein Zweier-Etui mit Lamy Logo-Patronenfüller und Twinpen in der Handtasche hat, muss sich um Vorteile oder Nachteile wenig Sorgen machen, weil immer das passende Schreibgerät dabei ist. Ich brauche keinen Rotstift, aber für den Fall gäbe es noch den Tripen. ;)

Den Kuli benutze ich dabei nur zum Unterschreiben von Fahrkarten und zum Ausfüllen von Zeitungsrätseln.

Der Bleistift wird nie gebraucht. Wäre er aber nicht dabei, wäre das anders. Das ist wie mit einem Regenschirm, Murphys Regeln und so …
Viele Grüße
Eliza

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fismoll
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Re: Kugelschreiber - allgemeine Gedanken.

Beitrag von fismoll » 19.11.2018 22:53

Die Tesa-Krepp-Fetzen, mit denen ich TK-Behältnisse beschrifte (Himbeermark 2018, etc.), werden mit Kuli beschrieben - in jedem Raum liegt bei uns mindestens ein Parker Jotter herum (aber nur die!), für solche und ähnliche Fälle. Ich mag das Design, und wie hier schon häufig bemerkt wurde gibt es immer wieder gute Gründe, einen Kuli zu benutzen. Mir gibt ein Kuli nichts, aber wenn ich wirklich einen brauche, bin ich froh, dass er zur Hand ist (Ersatzminen inklusive). Und diese Jotter schreiben immer und überall ...
Beste Grüße - André

Hedwig hustet, Nora niest, Rita röchelt, Effie briest.

Handschreiber
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Re: Kugelschreiber - allgemeine Gedanken.

Beitrag von Handschreiber » 19.11.2018 23:22

Ich habe nur einen einzigen hochwertigen Kugelschreiber (Faber-Castell Intuition), da ich das massenhaft überall herumliegende Plastikzeug nicht mag. Diesen Kuli hatte ich mir gekauft, weil im Unterschied zum Bleistift und zum Füllfederhalter, meinen bevorzugten Schreibgeräten, ein Kugelschreiber dann nützlich und vergleichsweise "unschlagbar" ist, wenn man in sehr, sehr kurzer Zeit sehr, sehr viele Unterschriften dokumentenecht zeichnen muss und sich auf eine rasche Eintrocknung (kein Verschmieren!) verlassen möchte.

Beruflich musste ich für einige Jahre zweimal wöchentlich hunderte von Arbeitsverträgen, Zeugnissen etc. unterschreiben. Um diese - für mich ungeliebte - Pflichtübung leichter zu absolvieren, wollte ich das mit einem schönen Kuli machen. Ganz ehrlich, ich trauere diesen Zeiten nicht hinterher und fand auch nur wenig Trost in dem Intuition. Bei langem Einsatz war der dann doch etwas schwer in der Hand. In den letzten Jahren hatte ich dann einen leichteren, schnelleren und billigeren Kuli, den mir mein Arbeitgeber gestellt hat. Mit auswechselbarer Mine.

Aber eigentlich benutze ich Kugelschreiber in den letzten Jahren überhaupt nicht mehr. Ich habe noch ganz viele in Folie eingeschweißte Minen, die ich wohl niemals auspacken werde. Der Intuition ist einfach ein schöner Stift, den lasse ich bei mir einfach zum Anschauen herumliegen :-)

Interessanter Thread. Ich hätte nie drüber nachgedacht, alternativ einen Fineliner zu verwenden. Das wäre wahrscheinlich viel sinnvoller geweseb. Man lernt einfach nicht aus! Toll, dass es dieses Forum gibt!
Herzlichst,
Stefan


"What I love most about the pencil is how little it has changed over the last 400 years." (Sebastian Bergne)

Abarta
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Re: Kugelschreiber - allgemeine Gedanken.

Beitrag von Abarta » 19.11.2018 23:40

Die Ablehnung eines "Kulis" im Füllerforum war vorauszusehen ...
Dennoch gelten einige Fakten:
- Die Mechanik eines Kugelschreibers - eines hochwertigen Kugelschreibers - ist wesentlich anspruchsvoller als der eines "normale" Kolbenfüllers ... und überhaupt nicht vergleichbar mit der "Technik" eines Patronenfüller.

- im alltäglichen Gebrauch sind Füller wenig brauchbar, das Papier ist ungeeignet, die Tinte muss vor dem Schließen der Urkundenmappe trocknen ...
...und gelegentlich sieht der Gebrauch in Alltagssituationen dann auch umständlich und überflüssig aus.

Sicherlich macht der Umgang mit einem Füller, mit unterschiedlichen Federn, mit unterschiedlichen Tinten, Laune.
Das gilt sicherlich uneingeschränkt für den Hobby- und Sammlerbereich.
Aber alltagstauglich, da habe ich meine Zweifel ...

Abarta

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duckrider
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Re: Kugelschreiber - allgemeine Gedanken.

Beitrag von duckrider » 20.11.2018 10:11

Abarta hat geschrieben:
19.11.2018 23:40
Fakten:
- Die Mechanik eines Kugelschreibers - eines hochwertigen Kugelschreibers - ist wesentlich anspruchsvoller als der eines "normale" Kolbenfüllers ... und überhaupt nicht vergleichbar mit der "Technik" eines Patronenfüller.
Das stelle ich mal in Frage:
Die mechanischen Bauteile eine Kugelschreibers bestehen im Wesentlichen aus der Klinkenmechanik, die das wechselweise Aussen- und Innenverbleiben der Minenspitze bewirkt. Eine gute Idee, aber "anspruchsvolle Wissenschaft"?
Da sehe ich die Differentialkolbenbewegung eines Kolbenfüller spannender.
Einem Tintenleiter sind nicht umsonst im Laufe der Jahrzehnte so viele Änderungen und Patente wierfahren, das hat wohl seinen Grund; da steckt Hirnschamlz drin.

Anders als die Mechanik des Kugelschreibers sehe ich seine Mine:
Eine hochviskose Farbpaste in ein Röhrchen pressen, dass diese über lange Schreibdauer hinweg gleichmässig und korrekt dosiert aus der Kugelspize herauskommt, das ist beeindruckend und hat auch erst nach langen Jahren der Kulifrustration zuverlässig funktioniert. Ich erinnere mich noch an Kinderzeiten (60er Jahre), wo vorne eine Sauereimasse zunächst weggewischt werden musste, bevor man einigermassen sauber schreiben konnte.

Sicher ist heute der Kugelschreiber ein billiges, überall verfügbares und einfach zu bedienendes Schreibgerät. Gerade seine Verwendung als billiges Massengut nimmt einem jedoch etwas von der Freude mit ihm zu schreiben.
Viele Mitforent(inn)en schätzen den Füllfederhalter wegen seiner Ästhetik und Haptik, das bieten Kugelschreiber nur schwerlich.

Aber Ihr habt Recht: Wenn schon Kuli, dann Jotter ;)
Thomas
Scribere qui nescit, nullum putat esse laborem.

Tintenklex

Re: Kugelschreiber - allgemeine Gedanken.

Beitrag von Tintenklex » 20.11.2018 15:28

Handschreiber hat geschrieben:
19.11.2018 23:22
IIn den letzten Jahren hatte ich dann einen leichteren, schnelleren und billigeren Kuli, den mir mein Arbeitgeber gestellt hat. Mit auswechselbarer Mine.
Die Kugelschreiber/Minen, die mir mein früherer Arbeitgeber zur Verfügung gestellt hatte, haben mir unzählige Male die Klamotten und die Hände eingesaut, weil sie geschmiert haben wie die Sau. Die Schriftstücke sahen oft auch extrem unschön aus. Daher haben die meissten Kollegen wie auch ich grundsätzlich irgendwann nur noch eigene Schreibgeräte verwendet - könnte mir vorstellen, dass die Anschaffung der Sch***-Minen durch die Beschaffungsstelle sogar Absicht war, um letztendlich Geld zu sparen.

V-Li
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Re: Kugelschreiber - allgemeine Gedanken.

Beitrag von V-Li » 20.11.2018 15:30

Tintenklex hat geschrieben:
20.11.2018 15:28
Handschreiber hat geschrieben:
19.11.2018 23:22
IIn den letzten Jahren hatte ich dann einen leichteren, schnelleren und billigeren Kuli, den mir mein Arbeitgeber gestellt hat. Mit auswechselbarer Mine.
Die Kugelschreiber/Minen, die mir mein früherer Arbeitgeber zur Verfügung gestellt hatte, haben mir unzählige Male die Klamotten und die Hände eingesaut, weil sie geschmiert haben wie die Sau. Die Schriftstücke sahen oft auch extrem unschön aus. Daher haben die meissten Kollegen wie auch ich grundsätzlich irgendwann nur noch eigene Schreibgeräte verwendet - könnte mir vorstellen, dass die Anschaffung der Sch***-Minen durch die Beschaffungsstelle sogar Absicht war, um letztendlich Geld zu sparen.
Wir dürfen das Schreibgerät bestellen, das wir wollen (Preise müssen akzeptabel sein) und zumindest ab und an Tinte darf ich auch beim Einkauf ordern.

Abarta
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Re: Kugelschreiber - allgemeine Gedanken.

Beitrag von Abarta » 23.11.2018 12:13

duckrider hat geschrieben:
20.11.2018 10:11
Abarta hat geschrieben:
19.11.2018 23:40
Fakten:
- Die Mechanik eines Kugelschreibers - eines hochwertigen Kugelschreibers - ist wesentlich anspruchsvoller als der eines "normale" Kolbenfüllers ... und überhaupt nicht vergleichbar mit der "Technik" eines Patronenfüller.
[...]

Sicher ist heute der Kugelschreiber ein billiges, überall verfügbares und einfach zu bedienendes Schreibgerät. Gerade seine Verwendung als billiges Massengut nimmt einem jedoch etwas von der Freude mit ihm zu schreiben.
Viele Mitforent(inn)en schätzen den Füllfederhalter wegen seiner Ästhetik und Haptik, das bieten Kugelschreiber nur schwerlich.

Aber Ihr habt Recht: Wenn schon Kuli, dann Jotter ;)
Thomas
Das mit den billigen aber nützlichen Werbekulis sehe ich genauso. Irgendwie ist das so wie mit dem Mosel-Riesling vor 30 Jahren. Danach war der Ruf dieser Traube für lange Zeit ruiniert.
Aber zurück zu den "Kulis" ...
Hier wird die Ästhetik und Haptik von Füllern und das Fehlen der beiden Eigenschaften bei Kugelschreibern genannt.
Vermutlich hast Du noch keinen Kugelschreiber von Montblanc, Pelikan oder Caran d'Ache (nur die kenne ich aus eigener Anschauung) in den Händen gehalten und mit ihnen geschrieben.
Hier bewegen wir uns dann natürlich auch in einer Preisklasse die den höherwertigen Füllern gleich ist.
Ich vergaß den Lamy 2000 Kugelschreiber, wesentlich preiswerter als die oben genannten, aber auch hier stimmt - jedenfalls meiner Einschätzung nach - das Anfassgefühl, das Schreibgefühl und das zeitlose Aussehen.

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stefan-w-
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Re: Kugelschreiber - allgemeine Gedanken.

Beitrag von stefan-w- » 23.11.2018 12:28

servus zusammen,

die haptik eines kugelschreibers kann man meiner meinung nach aber auch nur schwer mit der haptik eines füllhalters vergleichen; zu unterschiedlich sind die beiden schreibgeräte.

auch ich benutze kugelschreiber (für einweg-notizen reicht das völlig) und füllhalter gemeinsam. welchen ich lieber nutze, hängt vom gerade aktuellen verwendungszweck ab.

jedoch muss ich auch sagen, dass es sehr lange gedauert hat, eine kugelschreibermine zu finden, die nicht (kaum) patzt. denn die patzigen punkte innerhalb der schrift gehen für mich garnicht. sogar montblanc hat es in meinen tests nicht geschafft, das patzen wegzubekommen.

für mich haben alle schreibgeräte ihre berechtigung und ihren aufgabenbereich und ergänzen sich gut. aus diesem grund hab ich immer auch einen kugelschreiber dabei wie auch einen rollerball (den montblanc heritage capless; meiner meinung nach einer der schönsten rollerballs die es gibt (gab)) aber auch einen bleistift.
liebe grüße,

stefan.

sollten die hier abwesenden versalien zu unwohlsein führen, empfehle ich, diesen beitrag zu überlesen.

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Re: Kugelschreiber - allgemeine Gedanken.

Beitrag von Calile » 24.11.2018 9:36

Stefan, welche Mine hat sich bei Deine Such als die geeignete herausgestellt? Ich bin bei Cross und Diplomat easyFlow hängen geblieben.

Viele Grüße,
Norbert

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Re: Kugelschreiber - allgemeine Gedanken.

Beitrag von stefan-w- » 24.11.2018 22:07

servus norbert,

die cross minen sind in der tat nicht schlecht, allerdings hab ich nur minen die schon ein paar jahre auf dem buckel haben; die aktuellen kenne ich nicht.

ich bin bei der goliath mine von caran d'ache hängengeblieben. die bisher von mir getesteten in den 849ern, die mir heuer zugingen, haben sich alle bewährt (rot und schwarz).

generell - und damit zurück zum thema - mag ich die 849er als edc-kugelschreiber sehr gerne.
liebe grüße,

stefan.

sollten die hier abwesenden versalien zu unwohlsein führen, empfehle ich, diesen beitrag zu überlesen.

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reduziert
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Re: Kugelschreiber - allgemeine Gedanken.

Beitrag von reduziert » 24.11.2018 22:16

stefan-w- hat geschrieben:
24.11.2018 22:07
generell - und damit zurück zum thema - mag ich die 849er als edc-kugelschreiber sehr gerne.
Ja, davon ist ein Exemplar auch bei mir meist in Reichweite. Wobei ich auch den Lamy Pico hier mit ins Rennen schicken möchte.

karlk
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Re: Kugelschreiber - allgemeine Gedanken.

Beitrag von karlk » 24.11.2018 22:34

Liebe Freunde und Kolleginnen,

insgesamt spricht, wenn man von Romantik absieht, wenig für eine Füllfeder und viel für Kugelschreiber.
So ehrlich sollte man zu sich selbst schon sein.
Es spricht noch weniger für weiche, wunderbar sanft über das Papier gleitende Bleistifte (wie meine schwarzen nostalgischen Derwent Grafics 8 oder 9 B).
Es ist wohl insgesamt besehen eine Art persönlicher Stilfrage (Selbstidentität und dazu eventuellen Eindruck-Schindens), mit was man schreibt. Machen wir uns dabei nichts vor, der Kugelschreiber hat längst schon gesiegt. Neue (eher alte) Technik und Entwicklung eben.
Trotzdem darf man, sollte man nostalgisch sein und seine Notizen mit der Füllfeder, diesem letztlich atavistischen Gerät, schreiben.

Liebe Grüße,
Karl

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