Parker Sonnet oder nicht?

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SpurAufPapier
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Parker Sonnet oder nicht?

Beitrag von SpurAufPapier » 23.06.2019 22:48

Liebe Forumsmitglieder,

den unten abgebildeten Füller habe ich vor zwei Jahren geschenkt bekommen und ihn mit großer Freude entgegengenommen. Dazu gehörten ein passender Konverter und ein Glas Parker Quink Blau.
Der Füller liegt super in der Hand, die Kappe schließt satt und dicht (der Füller trocknet wochenlang nicht aus), der Tintenfluss ist sehr gut, die Feder nicht kratzig (wenn auch nicht aalglatt) und weich mit ziemlich kugeliger Spitze. Aus Interesse suchte ich nach der Modellbezeichnung – und fand nichts.

Die Frage:
Ist das überhaupt ein echter Parker Sonnet oder eine (chinesische?) Kopie?
Auf dem Kappenrand steht „PARKER Sonnet France“. Auf der Feder steht „Parker 18K 750“. Auf dem Konverter steht „Parker“. Zum Modell konnte ich weder auf den einschlägigen Sammler- und Verkaufsseiten noch über die Bildersuche etwas finden.

Für die Kopie spricht:
- Der Füller wurde in einem Geschäft in Kasachstan gekauft, das Geschäft ist mir unbekannt, da es eine Überraschung war, kann also von Gemischtwarensupermarkt bis Edelboutique alles sein
- In Kasachstan werden viele Waren aus China angeboten, sowohl online als auch lokal, immerhin ist es direkt an der Grenze
- Mein Schwiegervater hat ein recht geringes Einkommen, und der Preis eines echten Parker Sonnets übersteigt bei weitem alles, was ich seinem Budget würde zumuten wollen
- Der Füller ist absolut dicht, es wurde im Forum aber über Austrocknungsprobleme berichtet, die mit der Kappenkonstruktion zusammenhängen.

Für das Original spricht:
- Das gesamte Erscheinungsbild des Füllers mit Ausnahme des unauffindbaren Gehäusemusters (wobei ich keinen einzigen Sonnet-Füller zum Vergleich habe, nur einen Sonnet-Roller und einen IM-Füller)
- Die Firma Parker war in den letzten Jahrzehnten (vielleicht auch davor schon) zumindest in Russland ein bekannter Hersteller hochwertiger Schreibgeräte, quasi der Hersteller schlechthin, ähnlich wie Pelikan oder Montblanc hier in Deutschland – „wenn Füller/Kugelschreiber, dann Parker!“. Das wird in Kasachstan auch der Fall sein. In den kasachstanischen* Internetshops für Schreibgeräte sind auch (sehr) hochwertige Schreibgeräte zu finden, es ist also vorstellbar, dass größere (Fach-)Geschäfte in der Stadt Parker Sonnets führen (und z. B. dieses Modell lange dort lag, älter ist und deshalb im Netz nicht auffindbar). Genauso ist es vorstellbar, dass bestimmte Modelle nur für den (fernen) Osten hergestellt wurden, wie z. B. von Lamy praktiziert, immerhin ist das Modell recht auffallend und fast schon kitschig.
- Meinem Schwiegervater, der meine Leidenschaft kennt (und mich gern hat), würde ich es zutrauen, monatelang zu sparen, um mir eine Freude zu machen.

Wie wertvoll ist nun mein Füller, mit anderen Worten: Wie groß muss mein schlechtes Gewissen ob der Großzügigkeit meines Schwiegervaters sein? (Meiner Dankbarkeit und der Freude über den Füller tut es keinen Abbruch.)
Kennt jemand dieses Modell? Wie sinnvoll sind meine Überlegungen dazu?

*P.S. Ich weiß, dass die meisten von Euch „kasachische“ schreiben würden; ich verwende jedoch meine Version, da die beiden Bezeichnungen für die Kasachen bzw. Bürger von Kasachstan selbst zwei völlig unterschiedliche Bedeutungen haben. Fragen dazu gern per PN.


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Grüße
Vikka

Das Leben ist zu kurz für schlechte Schreibgeräte

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tinte&feder
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Re: Parker Sonnet oder nicht?

Beitrag von tinte&feder » 24.06.2019 0:41

Hier gibt es eine ganz gute Gegenüberstellung PenHero: Parker Sonnet Clones

Speziell das Detail der Raute auf der Feder scheint eine gute Unterscheidungsmöglichkeit zu sein: Echt = 2 P und ein Pfeil - nur ein Kreuz = Kopie. Neben der Frage ob die Feder Gold ist oder nur vergoldet.

Viele Grüße
Kristof

SpurAufPapier
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Re: Parker Sonnet oder nicht?

Beitrag von SpurAufPapier » 24.06.2019 1:05

Herzlichen Dank, Kristof!
Diese Seite war genau die richtige. Die Raute auf meiner Feder hat nur ein Kreuz, kein "P", es ist somit ein Nachbau.
Nun ist mein Gewissen beruhigt und ich kann besser schlafen (und wenn ich wach bin, den Füller umso mehr genießen :) ).
Es bleibt natürlich ein Restrisiko, dass die Kopie als Original zum Originalpreis verkauft wurde, aber ich treibe es mal nicht auf die Spitze mit dem Grübeln. Der Füller wird demnächst wieder Tinte sehen!
Grüße
Vikka

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Tenryu
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Re: Parker Sonnet oder nicht?

Beitrag von Tenryu » 24.09.2019 21:45

Wenn die Kopie besser ist als das Original... :P

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