Füller im Film?

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Tenryu
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Re: Füller im Film?

Beitrag von Tenryu » 27.08.2010 20:07

Ich habe vor ein paar Wochen einen schönen alten Film von Fritz Lang aus dem Jahr 1928 gesehen. Da gab es zwei Szenen, wo jemand mit einem großen Hebelfüller geschrieben hat. Die Kappe wurde hinten nicht aufgesteckt, sondern aufgeschraubt.
Ein Experte für alte Füller hätte ihn sicher identifizieren können.

tangentialkraft
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Re: Füller im Film?

Beitrag von tangentialkraft » 25.09.2010 19:35

Gattaca:
Leider nur kurz und von der Hand verdeckt.

Bild Bild

Sieht mir aus wie ein Pelikan mit einer goldenen Kappe.

Musikdrama
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Re: Füller im Film?

Beitrag von Musikdrama » 24.07.2011 23:46

Hallo,

im Film "A Beautiful Mind" wird in zwei Szenen eine "Pen Ceremony" gezeigt: Dozenten einer Universität legen als Zeichen ihrer Achtung ihre Füller vor einem älteren, erfahrenen Professor auf den Tisch, um ihn und sein Werk zu ehren:

http://www.youtube.com/watch?v=86CKsczBdu0

An der betreffenden Universität gibt es diesen Brauch allerdings gar nicht, sondern er wurde von Hollywood für den Film erfunden.

http://www.princeton.edu/mudd/news/faq/ ... nash.shtml
http://wiki.answers.com/Q/What_is_the_P ... n_ceremony

Gruß Alex

Barbara HH
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Re: Füller im Film?

Beitrag von Barbara HH » 26.07.2011 1:16

In der West Wing Folge "The Stormy Present" sieht man zu Beginn, wie ein ehemaliger Präsident der Vereinigten Staaten einen Brief an den derzeitigen Präsidenten schreibt. Nach dem Titel wird in Großaufnahme aus seitlicher Perspektive der Füllfederhalter auf dem Papier gezeigt, dann ebenfalls in Großaufnahme von oben, dann wird zwischenzeitlich Präsident Bartlett eingeblendet, dann sieht man wieder in Großaufnahme den Füllfederhalter auf dem Papier, schließlich sieht man, wie der Brief in die Schreibtisch-Schublade gelegt wird, neben einen weiteren Füllfederhalter.

Man kann natürlich die ganze Zeit sehr genau erkennen, um welche Marke es sich handelt. Das wird Montblanc wohl schon einiges wert gewesen sein :)
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Barbara HH
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Re: Füller im Film?

Beitrag von Barbara HH » 26.07.2011 1:20

Sehr schön finde ich auch, wie ein amerikanischer Blogger diese Szene beschreibt:
"The Stormy Present," title-cards the title card, as a stern rumble of lower-register stringed instruments greets us ominously. We fade in on a hand carefully scratching out a letter, not only in longhand, but with a fountain pen. Therefore, you know it is a letter in which very wise things are said. Idiots only write in ball-point. "AMERICA," the hand writes. Call it a crazy guess, but based on that hint, I am going out on a limb to predict that this letter is wise and patriotic.
(Quelle)
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Barbara HH
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Re: Füller im Film?

Beitrag von Barbara HH » 26.07.2011 1:26

Forts.
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Tenryu
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Re: Füller im Film?

Beitrag von Tenryu » 26.07.2011 3:17

Schreibtechnisch scheint dieser "Präsident" doch wohl eher auf dem Niveau eines Grundschülers stehen geblieben zu sein... :roll:

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Re: Füller im Film?

Beitrag von Barbara HH » 26.07.2011 13:36

Du meinst wegen der "Adresse"? - Hab die Folge schon etwas länger nicht mehr gesehen... sie gehört meiner Meinung nach auch zu den schwächeren Folgen der Serie. Der gute Owen Lassiter ist wohl schon etwas senil und geht Bartlett auf den Keks, indem er ständig bei ihm anruft und versucht, ihm gute Ratschläge zu erteilen. Weshalb Bartlett seine Telefonanrufe auch nicht mehr annimmt - deshalb auch der Brief. In einer Einstellung kann man auch den Inhalt des Briefes sehen, es ist ziemlich nertötendes nationalistisches Geschwurbel. Kein Wunder, dass Bartlett von den Anrufen genervt ist. Nix da von wegen "wise" ;) Aber der Füller ist schön in Szene gesetzt...
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Ex Libris
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Re: Füller im Film?

Beitrag von Ex Libris » 21.09.2011 20:04

Hallo,

mir ist noch eben ein Fernsehfilm eingefallen: der Tatort vom vergangenen Sonntag. In "Zwischen den Ohren" bekommt Jan Josef Liefers alias Prof. Börne einen Preis für Rechtsmedizinier überreicht. In einer frühen Szene des Films feilt er an seiner Dankrede und benutzt für Notizen, soweit man das in der kurzen Einstellung sehen kann, einen schlanken, silbernen Füllfederhalter (man erkennt die Feder) mit Guillochen, so dass ich auf einen Caran d'Ache tippen würde.

Viele Grüße,
Florian

P.S.: Ich muss mich mal sortieren, ich meine nämlich, noch weitere Filme gesehen zu haben, in denen Füller vorkommen. Aber im Moment fällt mir keiner ein.

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Re: Füller im Film?

Beitrag von Barbara HH » 24.12.2011 1:32

Hallo,

bin ich die einzige hier, die gerne britische Fernsehserien schaut? In der BBC-Serie "The Apprentice (UK)" fällt mir immer wieder auf, dass Nick Hewer ausschließlich mit Füllfederhalter schreibt. Sieht nach einem türkisen Rotring Artpen aus, allerdings mit weisser Kappe - gibts das?

Weil ich mal recherchieren wollte, ob schon andere Füllfederhalter-Fans rausbekommen haben, welcher Stift bzw. welches Modell das ist, habe ich mal "Nick Hewer Fountain Pen" gegoogelt und bin dabei auf einen netten Beitrag von Nick Hewer mit dem Titel Five things I can't live without gestossen. Nr. 1 auf der Liste: Italic Fountain Pen - tadaaaa!
Nick Hewer: Five things I can't live without hat geschrieben:1 Italic fountain Pen

I was educated at a rather exclusive Jesuit boarding school in County Kildare, Ireland, called Clongowes Wood College. It was a wonderful place that left me with a strong sense of discipline and justice.

Strangely one of its other lasting legacies is that I can’t write with anything other than an italic fountain pen.

I’m not one for ostentatious treaty-signing type pens but I do think in business making an effort with the little things sends out a signal that you are serious about what you are doing.
Ich finde, der Mann hat Stil und Charakter und der Füllfederhalter passt einfach nahtlos in das Bild des britischen Gentleman - genausogut und gerne hätte ich diesen Beitrag im Stil-Faden posten können. ;) Die verbalen und mimischen Kommentare von Nick Hewer gehören (neben den Rants von Alan Sugar) zu den Höhepunkten der Serie. Weil die Serie hier in Deutschland fast völlig unbekannt ist, hier mal ein Link auf ein Youtube-Video mit einem kleinen Best-Of Zusammenschnitt von Nick Hewer (leider miserable Qualität, lohnt sich aber trotzdem).

Liebe nachmitternächtliche Grüße,

Barbara
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„Ich denke tatsächlich mit der Feder, denn mein Kopf weiß oft nichts von dem, was meine Hand schreibt.“ Wittgenstein, Vermischte Bemerkungen

Barbara HH
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Re: Füller im Film?

Beitrag von Barbara HH » 24.12.2011 13:58

Kleiner Nachtrag: ich hab mal eine Google-Bildsuche gemacht und gesehen, dass es wahrscheinlich ein Pelikan Script ist.

Herzliche Grüße,

Barbara
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Back to the Future

Beitrag von Murmi » 13.02.2012 10:00

Hallo zusammen!

Gestern spät mal wieder den Kultfilm "Zurück in die Zukunft" angeschaut. Und welche Szene fällt mir plötzlich auf, wohlgemerkt, nachdem ich diesen Film schon gefühlte Dutzende Male gesehen habe? Marty McFly sitzt im Café und schreibt Doc einen Brief, darin teilt er ihm mit, dass Doc im Jahre 1985 von Terroristen erschossen wird. Und womit schreibt er? Genau, mit einem Kolben-Füllfederhalter, denn vor ihm steht ein Tintenfass.

Ich hab vorhin rasch im Netz ein wenig gegoogelt, niemand scheint den Füllfederhalter identifizieren zu können, bei der Tinte wird auf Sheaffer getippt, das Tintenfass sei aber erst nach 1966 auf den Markt gekommen und sogar näher am Jahr 1985. Von daher also nicht ganz stilecht, spielt diese Szene im Jahre 1955. Und auch der Füllfederhalter wäre zu dieser Zeit eher kleiner gewesen.

Ich finds spannend, wie man Filme anders anguckt, wenn man sich für etwas interessiert. Wäre mir bis vor kurzem nie aufgefallen, ob er dort mit Kugelschreiber oder Bleistift oder was auch immer schreibt. Witzig!

Die obigen Infos von wegen Tinte und Füller habe ich auf The Fountain Pen Network gefunden, entsprechende Screenshots zur Filmszene gibts auch dort. Einfach mal "Back to the future" und "fountainpen" eingeben.

Einen schönen Tag wünsch ich euch allen!

Grüessli
Sonja
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Re: Füller im Film?

Beitrag von HeiJa » 13.02.2012 19:48

Moin!
@Tenryu: Wann hast Du denn das letzte mal die Handschrift eines Grundschülers gesehen? Das hat mit Grundschulschrift nicht viel zu tun. Oder meinst Du, weil es doch noch Erwachsene gibt die leserlich schreiben können? Das ist gar nicht so selbstverständlich. Weiterhin schreiben die Amis immer in "Druckschrift."
Munter bleiben!
Heiko

Barbara HH
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Re: Füller im Film?

Beitrag von Barbara HH » 14.02.2012 0:46

Hallo nochmal,

seit Anfang Januar ist der oben bereits erwähnte Nick Hewer auch der Moderator der britischen Fernsehserie "Countdown". Dort verwendet er soweit ich sehen kann hauptsächlich einen Lamy Joy.
Ich finde diese Serie sehr angenehm, obwohl Quiz-Shows sonst überhaupt nicht mein Ding sind. Hewers staubtrockener britischer Humor macht die Serie mMn sehr sehenswert, und nebenbei kann man noch seinen englischen Wortschatz ganz beträchtlich aufpolieren. Eine gelungenere Ausrede um regelmäßig fernzusehen kann's ja eigentlich nicht geben :)

Viele Grüße,

Barbara
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Münsterländer
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Re: Füller im Film?

Beitrag von Münsterländer » 15.02.2012 18:17

Hallo, liebe Freunde,
Sonntag abend war ich mal wieder im Kino.
Unser Sohn hatte einen Must See Film ausgesucht; mal wieder.

Kinostart in Deutschland war der 09.02.2012,
Regie: Martin Scorsese,
spielt in Paris 1931 ....

na ?? Was haben wir gesehen ??
Richtig; Hugo Cabret hieß der Film; international einfach Hugo.

Ich sage Euch: GANZ GROSSES KINO !!! In 3D, man bekommt also die berühmte Brille.

Hugo ist nominiert für 11 (in Worten: elf) Oscars; ist bald soweit, wie ihr wißt.

Neben dem fast fünfzehnjährigen Asa Butterfield in der Titelrolle, dazu Chloe Grace Moretz als Isabelle, seine ebenfalls 15-jährige Partnerin; dann Altmeister wie Ben Kingsley und Christopher Lee (fast 90 Jahre alt !!!) geht es um mechanische Uhren, riesengroß; einiges an Technik in den Hohlräumen des Pariser Bahnhofes, unglaublich stimmungsvoll, es geht grundlegend um die allerersten Filme aus dem Ende des 19. Jahrhunderts, die verschollen geglaubt, aber dann doch wiederentdeckt und deren Macher von damals, eben jener George Melies, gespielt von Ben Kingsley.

Ein ganz wichtige Rolle spielt ein künstlicher Mensch, ein Automat also, Uhrwerke und Mechaniken enthaltend, der in der Lage ist, zu schreiben. Zu schreiben (da Entstehungszeit Ende des 19. Jhrds.) mit einem Federhalter mit Stahlfeder. Dieser Automat wird von Hugo (mit vorangegangener Unterstützung seines verstorbenen Vaters) repariert und tatsächlich zum Schreiben / Zeichnen gebracht. Genial gemacht.
Zum Schluß des Films sieht man noch Isabelle mit einem schönen rot marmorierten Füllfederhalter der 1920er/1930er-Jahre. Ich konnte ihn nicht identifizieren; sah mir aber stilecht nach einem Amerikaner jener Zeit aus.

Zusammenfassend: wer einen wunderschönen Filmabend erleben will, dem empfehle ich in diesen Wochen: HUGO Cabret

Liebe Grüße in die Runde

Grüßlis
Ewald, alias Münsterländer

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