Traurig...

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Frischling
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Re: Traurig...

Beitrag von Frischling » 23.04.2019 13:55

NicolausPiscator hat geschrieben:
23.04.2019 13:04
Traurig finde ich den Verlauf dieses threads...
K.A. wie du es meinst, aber ich habe den Eindruck es geht mittlerweile um "schneller, besser, gescheiter" und das finde ich schade.
Liegt aber vielleicht daran, dass ich einsprachig aufgewachsen bin und es mir schwer fällt Fremdsprachen zu erlernen (ev. bin ich nur neidisch?). Ich bin aber auch überzeugt, dass es viel mit Talent zu tun hat, mein ebenfalls einsprachig aufgewachsener Sohn, lernt Sprachen "im Vorbeigehen".
LG
Christa

agathon
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Re: Traurig...

Beitrag von agathon » 23.04.2019 14:14

NicolausPiscator hat geschrieben:
23.04.2019 13:04
Traurig finde ich den Verlauf dieses threads...
Warum denn? Hier hat sich doch eine ungemein interessante und vielschichtige Diskussion ergeben.

Grüße

agathon

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fismoll
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Re: Traurig...

Beitrag von fismoll » 23.04.2019 14:41

Bildung im weitesten Sinne (und dazu gehört auch das Lernen von Fremdsprachen, zB, damit man gewisse Autoren im Original lesen kann; vom praktischen Nutzen mal ganz zu schweigen) ist gut und wichtig, und dass man sich als Gesellschaft nicht darüber einig ist, diese Bildung ALLEN Kindern gleichmäßig zukommen zu lassen, ist das wirklich Traurige. Mit "schneller, besser, gescheiter" hat das glaube ich nicht viel zu tun. Mit Talent lernt es sich leichter, ohne ist es mühevoller. Wie überall, ob beim Integrale ziehen oder der Riesenfelge.
Ich hätte zweisprachig aufwachsen können, nur haben meine Eltern seinerzeit beschlossen, die Sprache des Landes, aus dem ein Teil von ihnen unter lebensgefährlichen Umständen geflüchtet war, zu tabuisieren. Sie zu lernen war mir als Heranwachsender eine Zeit lang tatsächlich verboten; darüber, dass ich mich daran gehalten habe, ärgere ich mich noch heute.
Andererseits beobachte ich gerade mit Wonne, wie meine Enkelin zweisprachig aufwächst; da ihre Eltern häufig untereinander Englisch sprechen, sind wir sehr gespannt, ob sie das "mal eben so" auch noch mitnehmen wird. Schaden wird ihr das auf lange Sicht vermutlich nicht.
Beste Grüße - André

Hedwig hustet, Berta niest, Rita röchelt, Effie briest ...

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desas
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Re: Traurig...

Beitrag von desas » 23.04.2019 14:46

NicolausPiscator hat geschrieben:
23.04.2019 13:04
Traurig finde ich den Verlauf dieses threads...
Mit "traurig" kann ich mich nicht identifizieren, aber ausgehend vom ursprünglichen „Kinder bekommen Handkrämpfe bei längeren Aufsätzen“ hat sich die Diskussion schon ziemlich weit entfernt.
Beitrag in schwarz: desas als Füllerfreund - Beitrag in grün: desas als Moderator

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agathon
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Re: Traurig...

Beitrag von agathon » 23.04.2019 14:56

desas hat geschrieben:
23.04.2019 14:46
NicolausPiscator hat geschrieben:
23.04.2019 13:04
Traurig finde ich den Verlauf dieses threads...
Mit "traurig" kann ich mich nicht identifizieren, aber ausgehend vom ursprünglichen „Kinder bekommen Handkrämpfe bei längeren Aufsätzen“ hat sich die Diskussion schon ziemlich weit entfernt.
Insgesamt geht es in allen Beiträgen thematisch schon um die Frage „Was ist und was macht Bildung aus?“

Grüße

agathon

SpurAufPapier
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Re: Traurig...

Beitrag von SpurAufPapier » 23.04.2019 15:42

desas hat geschrieben:
23.04.2019 14:46

Mit "traurig" kann ich mich nicht identifizieren, aber ausgehend vom ursprünglichen „Kinder bekommen Handkrämpfe bei längeren Aufsätzen“ hat sich die Diskussion schon ziemlich weit entfernt.
Wir können noch die Kurve kriegen, indem wir behaupten, dass handschriftliches Schreiben den Erwerb von Sprachen (und Bildung allgemein) sehr unterstützt. Auch, wenn manche sagen, Zuhören allein reiche aus (mag sein, aber nur für einige Wenige).
Ich halte meine Kinder dauernd an, möglichst viel zu schreiben. Natürlich in Schreibschrift; mit wechselndem Erfolg.
Grüße
Vikka

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Thom
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Re: Traurig...

Beitrag von Thom » 23.04.2019 17:32

Na ja, nun wollen wir den Geist mal nicht wieder in die Flasche packen und uns dann wundern, wenn wir nur Geist in Flaschen haben.
Ich spreche ja fast fließend Deutsch (aber sonst nix anderes) und es ist tatsächlich so, dass die Sprachentwicklung an bestimmte Phasen der Hirnentwicklung gekoppelt ist. Soll nicht heißen, es ginge danach nicht mehr, aber nur mit größerer Anstrengung und ich habe es (ich war ja längere Zeit in Spanien) nicht in der Qualität beobachtet, wie bei kleinen Kindern mit spanisch/deutschen Eltern.
Wer aber aufmerksam folgte, hat sicher bemerkt, dass der Kindergarten schon vor den Gastarbeiterkindern und der Mehrsprachigkeit kam. Ich finde die Einsichten in diesen Bereich aber auch hochinteressant.

V.G.
Thomas

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Re: Traurig...

Beitrag von ai19 » 23.04.2019 21:48

desas hat geschrieben:
23.04.2019 14:46
NicolausPiscator hat geschrieben:
23.04.2019 13:04
Traurig finde ich den Verlauf dieses threads...
Mit "traurig" kann ich mich nicht identifizieren, aber ausgehend vom ursprünglichen „Kinder bekommen Handkrämpfe bei längeren Aufsätzen“ hat sich die Diskussion schon ziemlich weit entfernt.
Es hat Dich ja niemand gewaltsam gezwungen, diesen Thread zu lesen. Hoffe ich zumindest.

Und zum Thema Handkrämpfe: Als ich für das Diplom lernte, habe ich etwa 2 Packungen Druckerpapier mit Bleistift dreckig gemacht. Natürlich mit 0,3mm-Minen, die ständig abbrachen.

Dann kam ich einmal zur Arbeit und wollte mit dem Kuli etwas notieren.

Meine Hand krampfte spontan, und der Kuli zitterte nur. Ich konnte nicht schreiben. Ähnlich wie manche Musiker krampfen, wenn sie zuviel üben.

Ich hatte echt Angst gekriegt, dass das nicht weg geht. Ein paar Tage Sport und Klosettspülung des Hirns mit reichlich Bier zusammen mit Studienfreunden haben die Dinge aber wieder ins Lot gerückt.

@NicolausPiscator Hoffentlich macht Dich die Geschichte wieder fröhlich, und Du kannst nach all der Trauer wieder lachen.

Beste Grüße,
Arda

Thom
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Re: Traurig...

Beitrag von Thom » 23.04.2019 22:15

ai19 hat geschrieben:
23.04.2019 21:48
Es hat Dich ja niemand gewaltsam gezwungen, diesen Thread zu lesen. Hoffe ich zumindest.
desas ist Moderator, ein Posten, um den ich ihn nicht beneide. :) Handschrift mit 08/15 Kulis wird bei mir aber auch nichts, damit schreibe ich höchstens mal ein Fax an R&K. Wenn gerade alle Füller leer sind, greife ich tatsächlich schnell mal zu Federhalter und Spitzfeder, was am Schreibtisch wesentlich besser funktioniert, als vielleicht vermutet. Immerhin hat nahezu das ganze Abendland ca. 100 Jahre so geschrieben und das waren keine Kalligraphen.

V.G.
Thomas

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Re: Traurig...

Beitrag von ai19 » 24.04.2019 11:20

Thomas, das mit der zittrigen Hand hatte aber nichts mit dem Kuli zu tun. :)

Es ist beängstigend, wenn deine Hand auf einmal nicht mehr motorisch reagiert, wie du es seit Jahrzehnten kennst.

Beste Grüße,
Arda

Thom
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Re: Traurig...

Beitrag von Thom » 24.04.2019 16:40

Arda, kenne ich schon seit Jahrzehnten. Wer mit Kuli nicht zurechtkommt und mit Feder nicht will, ist mit Tintenroller und, je nach Papier, Gelschreiber aber gut im Rennen. Handschrift geht durchaus auch ohne Füller (und Bleistift).
Thom hat geschrieben:
15.09.2018 18:36
Aber wie der Morrison schon sagte: "But nothing at Office Max can make a line like my pink-nib Waterman Number Seven ripple.
It's like a Stradivarius."
V.G.
Thomas

SpurAufPapier
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Re: Traurig...

Beitrag von SpurAufPapier » 24.04.2019 18:55

Thom hat geschrieben:
24.04.2019 16:40
Arda, kenne ich schon seit Jahrzehnten. Wer mit Kuli nicht zurechtkommt und mit Feder nicht will, ist mit Tintenroller und, je nach Papier, Gelschreiber aber gut im Rennen. Handschrift geht durchaus auch ohne Füller (und Bleistift).

V.G.
Thomas
Könnte es sein, dass ihr zwei aneinander vorbeiredet? Eine Überanstrengung (und Verkrampfung) der Muskeln, die durch starke Beanspruchung vorher entstanden ist, hat ja nun nichts mit der Wahl des Schreibgerätes danach zu tun.
Und zwei Packungen Papier mit 0,3-Bleistift ist schon sehr viel Geschriebenes. Das hört sich fast nach Luft- und Raumfahrt an, wenn es nichts Geisteswissenschaftliches ist.
Grüße
Vikka

Das Leben ist zu kurz für schlechte Schreibgeräte

Thom
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Re: Traurig...

Beitrag von Thom » 24.04.2019 19:22

SpurAufPapier hat geschrieben:
24.04.2019 18:55
Thom hat geschrieben:
24.04.2019 16:40
Arda, kenne ich schon seit Jahrzehnten. Wer mit Kuli nicht zurechtkommt und mit Feder nicht will, ist mit Tintenroller und, je nach Papier, Gelschreiber aber gut im Rennen. Handschrift geht durchaus auch ohne Füller (und Bleistift).

V.G.
Thomas
Könnte es sein, dass ihr zwei aneinander vorbeiredet?
Ausgeschlossen ist sowas nicht, aber wenn ich's nur für Arda schreiben wollte, würde ich's ja per PN machen. ;)

V.G.
Thomas

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Re: Traurig...

Beitrag von agathon » 24.04.2019 20:10

SpurAufPapier hat geschrieben:
24.04.2019 18:55

Das hört sich fast nach Luft- und Raumfahrt an, wenn es nichts Geisteswissenschaftliches ist.
Der Kalauer muss jetzt aber sein: Sind die Geisteswissenschaftler nicht die herausragendensten Luft- und Raumfahrtexperten, die wir kennen?

Grüße

agathon

SpurAufPapier
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Re: Traurig...

Beitrag von SpurAufPapier » 24.04.2019 20:35

agathon hat geschrieben:
24.04.2019 20:10
SpurAufPapier hat geschrieben:
24.04.2019 18:55

Das hört sich fast nach Luft- und Raumfahrt an, wenn es nichts Geisteswissenschaftliches ist.
Der Kalauer muss jetzt aber sein: Sind die Geisteswissenschaftler nicht die herausragendensten Luft- und Raumfahrtexperten, die wir kennen?

Grüße

agathon
Für Luft vielleicht schon (insbesondere heiße), aber für Raumfahrt? Oder meinst Du Höhenflüge? ;)
Grüße
Vikka

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