Lamy Patronen-Rollerball

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doubleyoukay
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Re: Lamy Patronen-Rollerball

Beitrag von doubleyoukay »

Auch ich habe in der Vergangenheit mit einigen Patronen-Tintenrollern experimentiert:

- diverse ONLINE-Patronenroller (z.B. Switch & Air)
- Super 5 Patronentintenroller
- Expertiz Patronenroller (ALDI Eigenmarke)
- Pelikan Pina Colada

Relativ gute Erfahrungen habe ich eigentlich mit allen o.g. Patronen-Rollern gemacht, meine persönlichen Favoriten sind der Super 5 und Pelikan Pina Colada. Alle o.g. funktionieren bei mir mit Standard-Konvertern. Ich habe allerdings überwiegend Notizen, Anmerkungen in Texten, etc. damit geschrieben -also keine endlos langen Texte - und wenn, dann nur mit wasserlöslichen Tinten ohne problematische Partikel (Pigment, Shimmer, etc.). Wenn ich den Patronenroller für längere Zeit weglegen wollte, habe ich die Schreibspitze über Nacht einfach in lauwarmes Leitungswasser eingelegt und am nächsten Morgen nochmal mit der Ball-/Ohrenspritze durchgespült. Danach wurde er dann mit offener Spitze in ein Glas mit saugfähigem Papier (Zewa, Tempo, etc.) gestellt, bis er komplett trocken war. Bislang musste ich bei keinem der o.g. die Schreibspitze ersetzen - obwohl ich mir vorsichtshalber immer gleich mindestens eine Ersatzspitze mitgekauft hatte - außer bei den Expertiz/Aldi Patronenrollern, wo es diese Option gar nicht gab. Nichtsdestotrotz fand ich deren Schreibkomfort höherwertigeren Rollerball-Minen (z.B. Pentel Energel LR7, Pilot BLS-G2-7, OHTO/Kyocera Ceramic C-30X) - und guten Füllfederhaltern sowieso - deutlich unterlegen, sobald ich ein paar Seiten damit beschrieben hatte. Auch eingetrocknete Schreibspitzen (mit wasserbasierter, löschbarer Tinte) ließen sich durch etwas längeres Wässern und anschließendes Durchspülen bislang problemlos wiederbeleben. Einen der Online-Patronenroller (ich glaube, das Modell hieß "Switch" und hatte am Ende des Korpus eine Stylusspitze) habe ich mal "verlegt" und erst Monate später unter meinem Kühlschrank wiedergefunden. Er war natürlich eingetrocknet (Online Kombipatrone Königsblau), aber nach 48 Stunden Wässern und anschließendem druckvollen Durchspülen mit der Ballspritze schrieb auch er wieder wie zuvor. Die ONLINE Stifte hatten allerdings auch diese widerliche gummiartige Beschichtung der Griffstücke, die bedauerlicherweise irgendwann (IMHO zu schnell!) klebrig werden. Dadurch reduziert sich zumindest deren Nachhaltigkeitseffekt durch Verwendung von Tinte aus dem Glas leider wieder deutlich. Die Haptik - und damit auch der Schreibkomfort - gewinnen auch nicht wirklich hinzu. Ich persönlich finde diese klebrigen austretenden Weichmacher geradezu ekelhaft, sobald der Effekt auftritt, wandert der Stift in die (Recycling)-Tonne.

Selbstverständlich werde ich auch den neuen LAMY Patronenroller ausprobieren, aber ich hab's damit nicht so eilig. Mein Interesse daran ist mittlerweile überwiegend technischer/akademischer Natur. Außerdem schrecken mich die Beschränkung auf "Lamy T10 Blau" und die fehlende Konvertertauglichkeit etwas ab. Zumindest der mechanischen "Patronenpflicht" kann man mit der Befüllung mit Spritzen "ein Schnippchen schlagen", bei der Wahl der Tinte leuchtet mir allerdings eine gewisse Einschränkung der chemischen Eigenschaften ein. Ich muss aber auch dazu sagen, dass ich nur wenig Vertrauen in den Wahrheitsgehalt solcher Aussagen seitens LAMY habe - dazu ist deren Historie in Sachen "Brechstangen-Marketing" mit proprietärer Technik zu belastet. Immerhin sind die Ersatzspitzen mit 2.90€ UVP für übliche Lamy-Verhältnisse erfreulich günstig - es sei denn, sie müßte zu häufig ausgetauscht werden. Time will tell! Die Schreibgeräte-Community ist ja auch nicht auf den Kopf gefallen und hat schon zahlreiche Alternativlösungen konzipiert, welche die Hersteller nicht auf dem Schirm hatten. Insofern bin ich guter Dinge, was die Zukunft des "Roll-Ink" angeht.

Aber seit ich die Pentel Energel Refills für mich entdeckt habe, hat mein Einsatz von Patronenrollern merklich nachgelassen. Der Schreibkomfort der Energel-Refills - die sehr schnell wischfest sind - ist für mich persönlich optimal (im Rollerball-Segment). Der Preis am großen Fluß und in der Bucht ist auch meistens akzeptabel und viele Farbvarianten gibt es auch. Was will man mehr? Bei der Stiftkompatibilität gibt es überdies erfreuliche Überschneidungen mit den Pilot-Frixion-Refills, so dass das Anwendungsspektrum der Stifte auch Bereiche umfasst, wo "Korrigierbarkeit" wichtig ist.

Zudem passen die Energel-, wie auch andere Japan-Refills, in viele günstige Metall-Tintenroller (z.B. Jinhao X450, X159 und X750 Rollerballs, Pilot Frixion LX, Kyocera Noble Liner, etc.). Die haben zwar keinen hohen Wert als Statussymbole (was mir ohnehin sehr wenig bedeutet), damit ist aber auch der "Klaufaktor" recht niedrig und wenn es doch vorkommt, ist es kein finanzielles Desaster. Was das Gewicht und die Ergonomie angeht, kann ich mit meinen Händen (L-XL) wirklich nicht meckern, ich kann mit den leichteren Modellen (X450, X750, Frixion LX) recht lange schreiben. Die X159 Rollerballs sind aber schon relativ schwere "Brummer", da ermüden die Hände merklich schneller. Die Verarbeitungsqualität chinesischer Schreibgeräte nimmt ebenfalls seit Jahren kontinuierlich zu. Auch andere Japan-Refills wie die Pilot-G2-Gelminen, die Uni-Ball Jetstreams & Signo Refills oder die Ceramic Minen von OHTO und Kyocera gefallen mir besser als die typischen deutschen Rollerball-Refills von Schmidt, Schneider & Co., u.a..

Ich möchte betonen, dass ich nicht die Absicht habe, irgendwelche Produkte oder Hersteller im Allgemeinen abzuwerten. Hier drücke ich meine ganz persönlichen, individuellen Präferenzen im Tintenroller-Segment aus. Wie bei Füllern und insbesondere deren Federn gibt es auch bei Tintenrollern eine große Bandbreite persönlicher Vorlieben und das ist auch gut so.

Ich wünsche dem "Roll-Ink" von Lamy jedenfalls Erfolg.
Gruß aus dem Emsland

Wilhelm
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"My candle burns at both ends; It will not last the night;
But ah, my foes, and oh, my friends -- It gives a lovely light!"
(Edna St. Vincent Millay)
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