Lamy Studio mit falscher Feder

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Philipp R.
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Lamy Studio mit falscher Feder

Beitrag von Philipp R. » 28.04.2019 17:33

Moin,

Vor ein paar Tagen sah ich den Lamy Studio in olivgrün bei einem Onlinehändler für 30,-€ im Angebot. Ich dachte das Angebot ist nicht schlecht und bestellte ein Exemplar mit Federstärke F. Da ich in meinen anderen beiden Lamy-Füllern (Safari und Al-star) jeweils eine LH-Feder habe, welche ja etwas breiter schreibt, wollte ich einfach mal die F-Feder als Vergleich haben.

Ich war letzten Donnerstag und Freitag unterwegs, so dass ich den Stift erst gestern auspacken, testen und begutachten konnte. Da ich keinen seperaten Konverter frei hatte, habe ich einfach die mitgelieferte Patrone verwendet.

Bei der Schreibprobe ist mir dann doch der etwas ungleichmäßige Tintenfluss und das leicht kratzige Gefühl aufgefallen. Nun muss ich dazu sagen, dass ich als Linkshänder als Overwriter schreibe, also die Feder zeigt nach rechts unten und schiebt somit mehr über das Papier. Die Strichbreite kam mir auch sehr dünn vor. Bei genauerer Begutachtung der Feder sehe ich, dass man mir eine EF-Feder geschickt hat, obwohl die Bestellung und auch das Verpackungsmaterial definitiv von F spricht.

Ein Federtausch gegen die LH-Feder meines Al-star bestätigt mir, dass die EF-Feder für mich als Linkshänder scheinbar ungeeignet ist.

Ich bin jetzt nur etwas unschlüssig, wie ich weiter vorgehen soll. Meine Rechte in diesem Fall sind mir durchaus bekannt, nur ich hätte auch andere Möglichkeiten.

Da mein blauer Al-star etwas alterschwach wird (Kappe schließt nicht mehr richtig) und ich vorhin sowieso (fragt nicht warum) ein paar Al-Star bestellt habe, könnte ich auch die LH-Feder meinen blauen Al-Star auf den Studio stecken und den blauen Al-Star in Rente schicken.

Ich mag in der Hinsicht etwas außergewöhnlich ticken, aber bei so geringen Gegenstandswerten bin ich immer der Meinung, dass neu kaufen und vergessen für mich meist stressfreier ist.

Mit der für mich geeigneten Feder drauf finde ich den Studio nämlich ehrlich gesagt nicht schlecht.

Gruß
phil

lion
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Re: Lamy Studio mit falscher Feder

Beitrag von lion » 28.04.2019 19:04

Philipp R. hat geschrieben:
28.04.2019 17:33
... könnte ich auch die LH-Feder meinen blauen Al-Star auf den Studio stecken und den blauen Al-Star in Rente schicken.
...
Ein sehr pragmatischer Ansatz! Machen und den neuen, d.h. umgebauten Füller benutzen. Damit hast du ein für dich perfekt passendes Schreibgerät.
Schönen Abend dir.
Gruß,
Sebastian
Kann man in einer Welt leben, in der die Fahnenmasten leer stehen? A. Andersch

Matthias MUC
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Re: Lamy Studio mit falscher Feder

Beitrag von Matthias MUC » 28.04.2019 20:51

Andere Option wäre, hier im Forum ein (Tausch-)gesuch zu platzieren. Eventuell hat jemand die passende Feder in F übrig und würde sie gegen die EF tauschen oder verkaufen wollen?

Fibi
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Re: Lamy Studio mit falscher Feder

Beitrag von Fibi » 28.04.2019 21:36

Ich muss sagen, dass ich EF-Federn für den Studio ohnehin untauglich finde, unabhängig davon, ob man mit rechts oder links schreibt. Ich denke mal, dass es am schwereren Gewicht (verglichen mit dem AL-Star) liegt. Jedenfalls bevorzuge ich (Rechtshänder) in meinen AL-Stars F- und EF-Federn. In den Studios finde ich aber nur M und B angenehm. Alles andere finde ich unangenehm (wahrscheinlich weil das Mehrgewicht auch mehr aufs Papier drückt).

Ist jedenfalls meine persönliche Erfahrung, kann bei anderen anders sein. Beim Preis einer Lamy Stahlfeder würde ich mir den Ärger mit zurückschicken aber sparen. Dann lieber 7-10€ für eine echte F ausgeben. Bei dem günstigen Preis hast du dann insgesamt immer noch nicht mehr als anderswo bezahlt.

Philipp R.
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Re: Lamy Studio mit falscher Feder

Beitrag von Philipp R. » 28.04.2019 23:12

Die EF-Feder verhält sich im Al-star genauso schlecht wie im Studio. In manchen Federbewegrichtungrn schreibt sie fast gar nicht und in anderen ist der Tinten Auftrag satt und deutlich.

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Pruppi
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Re: Lamy Studio mit falscher Feder

Beitrag von Pruppi » 29.04.2019 10:04

Fibi hat geschrieben:
28.04.2019 21:36
Ich muss sagen, dass ich EF-Federn für den Studio ohnehin untauglich finde, unabhängig davon, ob man mit rechts oder links schreibt. Ich denke mal, dass es am schwereren Gewicht (verglichen mit dem AL-Star) liegt. Jedenfalls bevorzuge ich (Rechtshänder) in meinen AL-Stars F- und EF-Federn. In den Studios finde ich aber nur M und B angenehm. Alles andere finde ich unangenehm (wahrscheinlich weil das Mehrgewicht auch mehr aufs Papier drückt).

Ist jedenfalls meine persönliche Erfahrung, kann bei anderen anders sein. Beim Preis einer Lamy Stahlfeder würde ich mir den Ärger mit zurückschicken aber sparen. Dann lieber 7-10€ für eine echte F ausgeben. Bei dem günstigen Preis hast du dann insgesamt immer noch nicht mehr als anderswo bezahlt.
Grüß dich, Fibi :)
Die Erfahrung habe ich nicht gemacht. Ich habe einen Studio mit EF- Feder die wunderbar weich und nass schreibt. Da gibbet nichts zu beanstanden. Allerdings habe ich eine Goldfeder drin. Aber ob das daran liegt?
Liebe Grüße
Nicole

Pumukeline
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Re: Lamy Studio mit falscher Feder

Beitrag von Pumukeline » 29.04.2019 10:24

Pruppi hat geschrieben:
29.04.2019 10:04
Die Erfahrung habe ich nicht gemacht. Ich habe einen Studio mit EF- Feder die wunderbar weich und nass schreibt. Da gibbet nichts zu beanstanden. Allerdings habe ich eine Goldfeder drin. Aber ob das daran liegt?
Danke, Nicole, für den Input. Daran dachte ich, als ich den Beitrag las. Ich empfinde die EF-Federn von Lamy bzw. für die Safaris und Al-Stars schon sehr trocken. Mich stört das weniger, da ich ausgleichend eine besser fließende Tinte verwende und ich mit trockeneren Federn ein feineres Schriftbild hinkriege.
Aber die EF als Goldfeder verhält sich da völlig anders. Sie schreibt wirklich wunderbar weich und überhaupt nicht trocken.
Liebe Grüße
Manuela

Fibi
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Re: Lamy Studio mit falscher Feder

Beitrag von Fibi » 29.04.2019 11:49

Kann schon sein, dass es beiden Goldfedern anders ist. Ich hatte mir eben Studios mit F- und EF-Federn gekauft und das Schreibgefühl war grauenhaft. Dann habe Ich die Federn mit M-Federn meiner Al-Stars (von denen habe ich eh massig Federn, weil das Jahresmodell im normalen Handel vor Ort nur in Stärke M erhältlich ist) getauscht. Ergebnis: der Studio schreibt prime mit der M, der Al-Star prima mit den feineren Federn.

Aber eine Goldfeder könnte ich mir mal kaufen. Fallen die in der Stärke anders aus als Stahlfedern (z.B. breiter) oder sind sie von der Stärke her gleich?

SpurAufPapier
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Re: Lamy Studio mit falscher Feder

Beitrag von SpurAufPapier » 29.04.2019 14:28

Ich habe je eine EF-Feder im Studio und eine im Al-Star. Beide schreiben sehr gut, nichts kratzt (allerdings habe ich sie beim Kauf vor Ort ausprobiert und mich jeweils für eine von mehreren entschieden). Ich bin Rechtshänderin.
Bei der im Al-Star ist der Fluss auffällig. Das habe letztens beim gleichzeitigen Reinigen von zwei Al-Stars festgestellt: über dem Waschbecken das Griffstück mit Wasser gefüllt und durch den Tintenleiter laufen bzw. tropfen lassen. Beim Al-Star mit der M-Feder kamen die Tropfen in größeren Abständen, bei dem mit der EF-Feder in deutlich kürzeren. Der Fluss ist also stärker. Den Studio habe ich so nicht getestet.
Es wird also eventuell an der Feder-Tintenleiter-Kombi liegen, wie so oft, und nicht nur an der EF-Feder selbst?
Grüße
Vikka

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ai19
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Re: Lamy Studio mit falscher Feder

Beitrag von ai19 » 29.04.2019 22:02

Ich habe ebenfalls eine EF auf einem Lamy Studio und kann eigentlich überhaupt nicht bestätigen, dass er zu trocken läuft, im Gegenteil.

Aber tatsächlich sind die EF-Federn von Lamy eher auf der kratzigen Seite, und schreiben in etwa so breit wie eine japanische M oder eine F von Faber-Castell (die wohl die Federn von JoWo beziehen, wie ich vor kurzem gelernt habe).

Öfters habe ich gelesen, dass man den Lamy Tintenleiter mit einem Hauch Spüli in Wasser ausspülen soll, weil wohl in der Produktion etwas Öl im Tintenleiter hängen bleiben soll, das den Tintenfluss behindert.

Beste Grüße,
Arda

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doubleyoukay
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Re: Lamy Studio mit falscher Feder

Beitrag von doubleyoukay » 30.04.2019 22:22

Ich war viele Jahre lang ein eingefleischter Lamy-Fan, auch weil man dort gute Füller (im Sinne der Schreibqualität) für kleines Geld bekam. Ich habe mittlerweile auch eine recht umfangreiche Sammlung von Lamy Füllern aus den "einfacheren" Serien (Safari, Al Star, CP1, etc.), welche alle die Z5x Federn verwenden, aus der auch die von Dir beschriebene Feder stammen dürfte. Anfänglich hatten meine Füller alle entweder M (oder gelegentlich auch B Federn), weil sie meistens damit verkauft werden. Das entsprach aber ohnehin eher meinen Präferenzen. Aber nachdem ich (auch durch dieses Forum) herausgefunden hatte, wie leicht sich diese Federn selbst auswechseln lassen, wollte ich natürlich experimentieren. Und so habe ich mit der Zeit auch etliche Federn in feineren Stärken nachbestellt/-gekauft. Ich habe sage und schreibe 14 EF Federn (schwarz und silberfarben) bestellen/kaufen und zurückschicken/-geben müssen, bis ich eine erwischt habe, die zumindest soweit in Ordnung war, dass ich sie mit etwas Polieren auf ein brauchbares Schreibverhalten trimmen konnte - wobei sie dann aber auch schon fast zu breit für eine EF war. Der Rest war einfach furchtbar kratzig - für meinen Geschmack jenseits von Gut und Böse. :x

Bei den F-Federn waren immerhin noch 6 Anläufe nötig, bis ich ein brauchbares Exemplar erwischt habe. Es waren dort allerdings zumindest 3 dabei, die gut schrieben, dafür waren sie aber auch fast so breit wie eine M-Feder.

Meiner Erfahrung/Ansicht nach hat Lamy ein großes Problem mit der Qualitätsstreuung bei EF- und F-Federn der Z5x-Serien. Entweder sie kriegen die Fertigung nicht in den Griff oder - was ich angesichts von Lamys Fokus auf den asiatischen Markt für wahrscheinlicher halte - die guten F- und EF-Federn werden in der Qualitätskontrolle überwiegend für den Export nach Asien aussortiert. Den Schrott kriegen wir dann vor die Füße geworfen. :(

Innerhalb von Deutschland ist das mehrmalige Umtauschen ja auch weniger problematisch und deutlich kostengünstiger. Da der Lamy-Service zudem sehr freundlich, effizient und kulant ist, hat man das Problem damit erfolgreich verlagert. Vermutlich ist das unterm Strich wirtschaftlicher als die Standards in der Fertigung entsprechend hochzuschrauben. Letztendlich kann man auch nicht behaupten, dass Lamy grundlegende Qualitätsprobleme im gesamten Produktspektrum hätte.

Aber seit ich - reichlich spät - meinen ersten Platinum Preppy mit F-Feder habe, weiß ich auch, dass es viel besser (und feiner) geht, ohne unbedingt teurer sein zu müssen. Das finde ich schon etwas enttäuschend. Warum kriegt Lamy nicht gebacken, was für Platinum scheinbar massenweise problemlos machbar ist? :?

Alle zuvor von mir getroffenen Aussagen beziehen sich allerdings ausnahmslos auf Lamy-Stahlfedern aus den Z5x-Serien, zu Lamy Goldfedern dieser Serien kann ich wenig sagen, ich habe erst 2 davon in der Hand gehabt (B und M) und fand den Unterschied zu den i.d.R. sehr guten M- und B- Stahlfedern von Lamy nicht gravierend genug, um den happigen Preisunterschied zu rechtfertigen. Abgesehen davon gefällt mir persönlich das Design mit dem schmalen goldenen Streifen in der Mitte auch nicht. :(

Ich bin zum größten Teil immer noch ein Lamy-Fan, aber diese Sympathie hat in den letzten Jahren ein paar Federn lassen müssen, vor allem durch die für deutsche Kunden oft nachteilige Produkt- und Vertriebspolitik. Zudem habe ich festgestellt, dass ich bei feineren Federn mit japanischen Produkten besser fahre. Die M-Stahlfedern in meinen einfachen Pilot MR Füllern sind feiner und besser als jede F-Stahlfeder, die ich je von Lamy in den Fingern hatte. Glücklicherweise brauche ich feine Federn nur für kleinere Notizanwendungen, für lange Texte benutze ich große Blöcke/Notizbücher und "fette" Federn.

Unter meinen Lamy-Federn haben sich 8 "Lieblinge" herauskristallisiert, die einfach immer in die Lamy-Füller eingesetzt werden, die ich gerade benutzen möchte, manchmal sogar in einen Wing Sung 3008. Dieser unproblematische, werkzeuglose Wechsel ist in meinen Augen der herausragende Vorteil dieses Federstandards von Lamy - womit Dir für Deinen Lamy Studio ausgesprochen vielseitige Möglichkeiten offenstehen. Genieß es und spiel einfach ein Weilchen "Feder wechsel Dich". Selbst den alten Al-Star würde ich nicht wegwerfen, Du kannst ihn für Ersatzteile aufbewahren, zum Tintentesten/Dippen nehmen oder einfach eine Kappe einzeln nachkaufen, auch in anderen Farben. Wäre nicht der erste quietschbunte Lamy-"Frankenpen". :)

Noch ein Tip zur Linkshänderfeder: Falls Du mal eine ältere Lamy "MK"-Feder (hieß m.W. soviel wie "mittlere kugelige Feder") in die Finger kriegst, probier die mal aus. Erst damit habe ich mein linkshändiges "Füllerpatenkind" wirklich glücklich machen können. Seitdem lässt sie die "Lefty-Feder" im wahrsten Sinne des Wortes links liegen. :lol:
Gruß aus dem Münsterland

Wilhelm
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"My candle burns at both ends; It will not last the night;
But ah, my foes, and oh, my friends -- It gives a lovely light!"
(Edna St. Vincent Millay)

Philipp R.
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Re: Lamy Studio mit falscher Feder

Beitrag von Philipp R. » 30.04.2019 23:03

Heute sind meine zusätzlich bestellten Al-Star angekommen und ich habe dadurch neben der EF- und LH-Feder jetzt auch noch M-Federn. Was jetzt der Unterschied zwischen M und LH sein soll, ist mir jedoch nicht so ganz aufgefallen.

Ich denke ich werde meinen alten blauen Al-Star jetzt noch leer schreiben und seine Feder dann auf dem Studio weiter verwenden.

ai19
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Re: Lamy Studio mit falscher Feder

Beitrag von ai19 » 01.05.2019 12:28

doubleyoukay hat geschrieben:
30.04.2019 22:22
... bis ich eine erwischt habe, die zumindest soweit in Ordnung war, dass ich sie mit etwas Polieren auf ein brauchbares Schreibverhalten trimmen konnte - wobei sie dann aber auch schon fast zu breit für eine EF war. Der Rest war einfach furchtbar kratzig - für meinen Geschmack jenseits von Gut und Böse. :x

...

Aber seit ich - reichlich spät - meinen ersten Platinum Preppy mit F-Feder habe, weiß ich auch, dass es viel besser (und feiner) geht, ohne unbedingt teurer sein zu müssen. Das finde ich schon etwas enttäuschend. Warum kriegt Lamy nicht gebacken, was für Platinum scheinbar massenweise problemlos machbar ist? :?
Jetzt hast Du mir sämtliche Illusionen genommen, es doch weiter mit LAMY probieren zu wollen.

Ich finde es auch unglaublich, dass man aus Japan für 3 Euro Preppys zugeschickt bekommt, die viel feiner, glatter und weicher schreiben als die LAMY EF-Federn.

Erst einmal kratzen die nicht nur wie Sau, sondern schreiben so breit wie ein Tapetenroller.

Manche meiner Kollegen sind ziemlich neugierig auf meine japanische Füller, die ich immer in der Brusttasche habe. Ich ertappe mich dabei, dass ich oft ziemlich verächtlich über die Qualität deutscher Schreibgeräte rede.

Nur bei Faber-Castell muss ich eine Ausnahme machen. Die haben in der Regel wirklich gute Federn und nasse Tintenleiter in ihren Schreibgeräten stecken.

Dafür haben die eine Design-Philosophie, die mir sowas von überhaupt nicht zusagt, mit ihren blöden Symmetriebrüchen und komischen Übergängen und unproportionierten Kappen und Minenbetätigungsknaufen.

Der Essentio ist ein super Füller mit hervorragendem Preis-Leistungsverhältnis, aber wer hat diese Kappe und die Verjüngung am Tintensichtfenster entworfen? Da läuft man doch schreiend aus dem Laden, wenn man das sieht. Aber Geschmäcker sind gottseidank ja sehr verschieden, und genügend Menschen gefällt's, und das will ich auch niemandem madig machen. Nur mir gefällt es gar nicht.

Dagegen finde ich das Design mancher LAMY-Füller, wie z.B, den 2000 oder auch Studio 65, überragend gut. Schlicht, aber trotzdem elegant.

Aber das Schreibverhalten... nee. Das ist nichts. Und das hin- und hertauschen mit dem Kundendienst... das ist nichts für meine Nerven. Ich glaube, LAMY hat mich ziemlich endgültig als Kunden verloren. Da warte ich lieber 2 Wochen, bis meine Platinums aus Japan ankommen.

Eben gerade habe ich einen PTL-5000A mit ESSRI angeschrieben, der ca. 3 Wochen in der Schublade lag. Hat ohne zu mucken sofort angeschrieben, satt und nass.

Mein LAMY Studio 65, den ich eigentlich echt gerne mag, obwohl er wirklich besch*.. schreibt, trocknet nach 1 Stunde schon aus.

Ich weiß nicht. Im Augenblick ist mein höchst subjektiver Eindruck, dass sich deutsche Hersteller qualitativ nicht ansatzweise mit japanischen Herstellern messen können.

Beste Grüße,
Arda

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Füchschen
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Re: Lamy Studio mit falscher Feder

Beitrag von Füchschen » 01.05.2019 12:37

Zur MK-Feder:
Lamy schrieb mir auf Anfrage, dass die neuen M-Federn wie die MK sind und schreiben.
Das kann ich bestätigen. Ich habe beide und merke beim Schreiben keinen Unterschied.
Tintige Grüße Vanessa

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sommer
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Re: Lamy Studio mit falscher Feder

Beitrag von sommer » 01.05.2019 13:08

ai19 hat geschrieben:
01.05.2019 12:28
Aber seit ich - reichlich spät - meinen ersten Platinum Preppy mit F-Feder habe, weiß ich auch, dass es viel besser (und feiner) geht
Ja, die Dinger sind wirklich frustrierend gut.

Bzgl. Stahlfedern deutscher Hersteller kommt Lamy bei mir aber gut weg. Acht Federn unterschiedlicher Breite und davon war nur eine (in F) unbrauchbar. Auch die EF-Feder schreibt gut, die habe ich in meinem Logo immer in der Jackentasche dabei. Unter'm Strich also eine positive Erfahrung, mit nur einem Ausrutscher, den ich als "einmal ist keinmal" akzeptiere.

Bei Faber-Castell habe ich bisher immer sehr gute Federn bekommen, allerdings nur in den Breiten F bis B. Vier EF Federn habe ich, davon brauchten drei Nachjustage, weil sie leicht verbogen und folglich kratzig waren, mit EF scheint sich FC also schwer zu tun. Eine GvFC Stahlfeder in EF schreibt sehr gut.

Bei Pelikan waren zwei von zwei Federn unbrauchbar, die eine (M) wurde mit verklemmten Federschenkeln ausgeliefert, die andere (F) war zum Schreiben nicht zu gebrauchen, man hatte das Gefühl mit einem Nagel und nicht mit einer Feder zu schreiben. Und dies bei einem Füller mit UVP ca. 100 € und einer Ersatzfeder für 35 €.

Und dann kauft man sich vier Preppies und alle vier schreiben traumhaft und haben auch keine sichtbare Serienstreuung bzgl. der Schriftbreite.
Axel

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