Näheres zu 100 year pen + Ideal No. 55

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Zollinger
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Re: Näheres zu 100 year pen + Ideal No. 55

Beitrag von Zollinger » 15.05.2018 8:00

Ich dachte immer dass die "Ripple" Muster erst ab ca. 1927 eingeführt wurden?
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pelikanjog
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Re: Näheres zu 100 year pen + Ideal No. 55

Beitrag von pelikanjog » 15.05.2018 8:42

@ Zollinger und Harald,

ich hatte den No. 55 erst nach 1942 angesetzt.
Aber wenn ihr 1925/1927 sagt, ist das schon wahrscheinlicher bei einem hard rubber. Ich werde das noch einmal überprüfen - nur wo?
Die Informationen über No. 52 oder 52 1/2 usw. sind viel umfangreicher. Über den No. 55 habe ich bisher gar nichts gefunden, ausser einer Nebenbemerkung von R. Binder.


@ Krazy Kat
Ja der Korpus ist wirklich schwarz, auch gegen starkes Licht.
Aber ich habe da den Verdacht, dass das vielleicht ein "Lucite" sein könnte!
a) keinerlei Risse, Verfärbungen o.ä.
b) nach R. Binder: Unklarheiten wg. Übergangsmodellen
c) Made in Canada - die hatten vielleicht die Materialverknappung nicht so wie in USA

Spannend !

Hansjürgen

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ddss
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Re: Näheres zu 100 year pen + Ideal No. 55

Beitrag von ddss » 15.05.2018 11:47

Hallo Hansjürgen,

weitere Informationen zum 55er findest Du auf Seite 19 des Waterman-Katalogs von 1925:

https://archive.org/details/WatermanFountainPenCatalogs

Wenn ich mich richtig erinnere, schreibt Binder, der Füller sei 1926 auf den Markt gekommen: Das würde passen: 1925 im Katalog, 1926 im Handel.

Viele Grüße

Michael

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pelikanjog
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Re: Näheres zu 100 year pen + Ideal No. 55

Beitrag von pelikanjog » 15.05.2018 12:21

Der link ist toll, vielen Dank dafür, Michael!

Ich komme vor all den verschiedenen Michaels ganz durcheinander ;) .

Hansjürgen

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Re: Näheres zu 100 year pen + Ideal No. 55

Beitrag von Krazy Kat » 15.05.2018 18:56

... und ich dachte, die WM "ripple"-Serie existiert seit Gott die Welt erschaffen hat!

Aber im Ernst: Stimmt die vorgepostete Aussage, hätte WM die "ripple"-Serie zu dem Zeitpunkt auf den Markt geworfen als alle Anderen längst auf Zelluloid, angefangen mit LeBoef Anfang der 20er, umgestiegen sind.
Nun gehen schwarz-rote Ebonitfüller aber mindestens zurück auf Mitte der 10er Jahre, was hiesse dass "ripple" nicht gleichzusetzen ist mit "mottled" und auch nicht mit "RBHR" sondern mit einer für WM speziellen RBHR-Marmorierung.

Dem WM "ripple" aüsserst ähnliche RBHB Füller gehen auch bei WM bis mindestens ins Jahr 1915 zurück.
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Re: Näheres zu 100 year pen + Ideal No. 55

Beitrag von Zollinger » 15.05.2018 19:23

Nein, das echte Ripple Muster wurde nur von WM's verwendet. Angeblich hat es den RMHR, auch Woodgrain genannt gegen Ende der 20'er Jahre abgelöst. So genau weiss man das aber nie, ich war jedenfalls nicht dabei...
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Re: Näheres zu 100 year pen + Ideal No. 55

Beitrag von pelikanjog » 15.05.2018 20:38

Also bleibt es richtig: No. 55 red ripple 1925 Katalog, 1926 auf dem Markt ?

Der Nummer 7 red ripple kam ja dann 1927 und löste den woodgrain - "gefleckter" / gemaserten Hartgummi - vier Jahre früher (also 1923) ab (nach R. Binder).

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Re: Näheres zu 100 year pen + Ideal No. 55

Beitrag von rorro » 16.05.2018 6:40

Das Fachwissen in diesem Forum ist immer wieder beeindruckend. Sagt einer, der nur schreibt.
Viele Grüße, Ralf

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Re: Näheres zu 100 year pen + Ideal No. 55

Beitrag von ddss » 16.05.2018 18:11

Krazy Kat hat geschrieben:
15.05.2018 18:56
Aber im Ernst: Stimmt die vorgepostete Aussage, hätte WM die "ripple"-Serie zu dem Zeitpunkt auf den Markt geworfen als alle Anderen längst auf Zelluloid, angefangen mit LeBoef Anfang der 20er, umgestiegen sind.
Genau das merkt Andreas Lambrou (Fountain Pens of the World, S. 40) ja auch kritisch an und sieht hierin offenbar den Anfang des Endes der Fa. Waterman USA:

Waterman hat ab 1913 für zwei Jahrzehnte den Markt mit den Lever-Fillern dominiert, aber aufgrund einer konservativen Grundeinstellung die "Plastic"-Füller erst 1929 eingeführt, und damit mehrere Jahre nach Sheaffer und Parker. Zur Zeit der Jahrhundertwende lag der Marktanteil von Waterman bei 70 %, in den 20ern nur noch bei 30 %.

Den Rückstand hat Waterman nie wieder aufgeholt. Selbst der wunderschöne und heute sehr geschätzte Patrician war (so jedenfalls Lambrou) ein kommerzieller Misserfolg (aus heutiger Sicht fasst man es nicht).

Viele Grüße

Michael

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Re: Näheres zu 100 year pen + Ideal No. 55

Beitrag von Krazy Kat » 16.05.2018 18:54

ddss hat geschrieben:
16.05.2018 18:11
Den Rückstand hat Waterman nie wieder aufgeholt. Selbst der wunderschöne und heute sehr geschätzte Patrician war (so jedenfalls Lambrou) ein kommerzieller Misserfolg (aus heutiger Sicht fasst man es nicht).
Doch, kann ich schon verstehen. So schön die Patricians sind, hinken sie aber dem Wahl-Eversharp Doric, dem Sheaffer Balance oder dem Parker Vacumatic hinterher, was zeitgemässes Design anbelangt. Ausserdem war der Patrician viel teurer als die Zuletztgenannten.
1939 wollte es WM noch mal wissen und produzierte den 100 Year Pen im futuristischen Robbie the Robot Design und aus dem relativ neuartigen Material Plexiglas (oder Lucite or whatever). Da war WM ein letztes Mal am Puls der Zeit, bevor dann nach ´45 der eigentliche Abstieg begann.

Ach und wo Du das Lambroubuch erwähnst: Beim Durchblättern bekommt man schon ein Gefühl dafür, was zur jeweiligen Zeit aufregendes Design war (und was eher nicht). Ich finde dass die amerikanischen Designs am überzeugendsten sind und dass die britischen Füller im Vergleich altmodisch wirken, insb. Conway Stewart. Völlig veraltet wirken die Niederländer in dem Kapitel, auf das ich gerne verzichtet hätte.
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Re: Näheres zu 100 year pen + Ideal No. 55

Beitrag von pelikanjog » 16.05.2018 21:19

Hallo Krazy Kat,

was das Design angeht, magst du recht haben.

Ich habe den Patrician in BHR und Zelluloid und auch den 100-year-pen in zwei verschiedenen Materialien (Lucite (?) / Zelluloid) - und auf der anderen Seite die Eversharp Dorics (z.T. mit Zersetzungsschäden), Sheaffer Balance u.a. Die Patricians sind schon recht blockig.

Was den späten / zu späten Wechsel bei WM von HR zu Zelluloid angeht, könnte man durchaus deren Zögern verstehen - wenn sie gewusst haben, was bei Zelluloid die Spätfolgen sind.
Ob der späte Wechsel die Ursache des Niedergangs waren oder ob andere Faktoren (mit)bestimmend waren, steht dahin.

Es ist eine Binsenweisheit: Irgendwann kommen / kamen gerade auch große Hersteller (Montblanc, Pelikan, Kaweco u.a.) an Grenzen in den Bereichen und im Verhältnis von Aufwand, Wachstum, Inovation, Preis und Gewinn und kleinere Einheiten spielen ihre Vorteile aus.
Nicht zu vergessen das 'Marketing'. Wer da nicht offensiv bleibt, wird "vergessen".
Im Falle WM kommen die Verwerfungen durch Krieg, Materialknappheit und Unsicherheiten auf den Märkten sicher hinzu.

Das jedenfalls meint

Hansjürgen

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Re: Näheres zu 100 year pen + Ideal No. 55

Beitrag von Krazy Kat » 17.05.2018 19:36

pelikanjog hat geschrieben:
16.05.2018 21:19
Was den späten / zu späten Wechsel bei WM von HR zu Zelluloid angeht, könnte man durchaus deren Zögern verstehen - wenn sie gewusst haben, was bei Zelluloid die Spätfolgen sind.
Ob der späte Wechsel die Ursache des Niedergangs waren oder ob andere Faktoren (mit)bestimmend waren, steht dahin.
Ich plädiere für Multikausalität im Fall Waterman. Mit dem 100 Year Pen hatten sie halt das Pech, dass das Material kriegsbedingt restriktiert wurde. Hätten sie die Enden nicht so dick gemacht, wären sie auch nicht zerbröselt. Auch nehme ich an dass man damals noch nicht von der Instabilität des Zelluloids wusste. Eigentlich schade dass sie das Modell nicht nach dem Krieg herausbrachten - es wäre immer noch modern gewesen und man hätte den Füller in vielen schönen transparenten Farben produzieren können.
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Re: Näheres zu 100 year pen + Ideal No. 55

Beitrag von pelikanjog » 18.05.2018 8:12

Ok - einverstanden!

Hansjürgen

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Re: Näheres zu 100 year pen + Ideal No. 55

Beitrag von blackandwhite » 20.05.2018 23:04

Hallo Hansjürgen,

Sehr schöne Füller hast du da in Nürnberg gefunden. Da das Meiste ja gesagt wurde, nur dies : Hartgummi/Ebonit erkennst du leicht daran, dass du mit einem Tuch ( Stoff oder Papier ) leicht dran reibst. Nase dran und du riechst das Gummi. Riecht wie Reifen.

Jean-Marie

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