Schildpatt

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Berserker
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Schildpatt

Beitrag von Berserker » 30.10.2003 20:04

Hallo allerseits,
ich interessiere mich schon schon länger für schöne Kolbenfüller und habe jetzt Ernst gemacht (s. "Identifikationsforum"). Beim Umschauen hatte ich bei einem Händler einen M400 in Schildpatt in der Hand, bei eBay werden auch noch ein paar angeboten, aber offiziell gibt es sie nicht mehr. Die M600/800/1000 gibt es scheinbar gar nicht in dieser Farbe, aber warum?

Wie ich hier im Forum schon gelesen habe, geht es wohl nicht nur mir so, dass ich Schildpatt und ähnliche Brauntöne viel schöner finde als andere Farben, vermutlich weil sie so natürlich wirken. So gefällt z.B. auch von den M620ern der "San Francisco" am besten.

Gibt es einen besonderen Grund, warum Pelikan Brauntöne so stiefmütterlich behandelt und insbesondere Schildpatt nicht als Standardfarbe führt?

Fragende Grüße,
Berserker :twisted:

Thomas Baier
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Beitrag von Thomas Baier » 30.10.2003 20:22

Hallo,
meiner Kenntnis nach waren die Schildpatt-Modelle mit ihrem recht kräftigen (Reh-) braun und den unglücklicherweise schwarzen Bauteilen (Kappe, Griffstück, Aufziehknopf) nicht sehr gefragt.
Wenn man diese mit den Klassikern aus den 50ern und 60ern vergleicht, muß man ehrlicherweise feststellen, daß die alten sehr viel schöner und eleganter waren. Die "Anbauteile" waren dunkelbraun, was viel besser paßte und das Schildpatt war heller und gestromter.

Man kann auch bei den Grüngestreiften das gräulich-grüne Celluloid elegantger finden als das - Verzeihung - etwas grasgrün geratene Celluloiseacetat der heutigen Binden.

Viele Grüße
Euer Thomas Baier

eckhard
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Beitrag von eckhard » 01.11.2003 11:50

Ich stimme dem zu.

Waren die 400NN Modelle die letzten, die Celluloid benutzten, oder hörte das schon vorher auf?

Thomas Baier
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Beitrag von Thomas Baier » 01.11.2003 19:00

Hallo Eckhard,
soweit ich weiß waren die 140er und die 400er in der NN-Ausführung die letzten Pelikane mit Celluloid, die bis 1965 hergestellt wurden. Ausnahmen sind die Sondermodelle der letzten Jahre.
Man muß verstehen, daß sich damals für einen Füllhalter kaum noch jemand interessierte und Pelikan in der hochwertigen Fertigung "zu den letzten Goten" gehörte. Diese Serien waren einfach nicht mehr rentabel, vielleicht auch im Ansehen der Kunden veraltet.
Die Nachfolger haben jedoch nie die Reputation erlangt wie die alten. Der Pelikano-Stil wirkt heute trotz der guten Goldfedern ernüchternd. Dementsprechend werden diese Modelle nicht so gerne gesammelt.
Der teure P1, der nie Nachfolge der 400er einleiten sollte, und bereits die modernen Fertigungselemente der Nachfolger hatte (selbstverständlich mit Spritzkunststoff-Coprus) , war in seiner skurrilen Ausführung (Mischelemente aus Parker "51", Bullaugen und Pelikan-typischem Schnabel-Clip), auch wegen seiner Federqualität (schreibt wie ein Nagel) trotz der überzeugenden Auslaufsicherheit eine Enttäuschung. Er wurde daher auch nach wenigen Jahren eingestellt. Die P1-Modelle sind aufgrund ihrer Seltenheit und im Vergleich zur Konkurrenz der damaligen Zeit routinierten Fertigung jedoch heute sehr beliebt.

Viele Grüße
Euer Thomas Baier

eckhard
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Beitrag von eckhard » 01.11.2003 20:33

Danke für die Info, Thomas!

Als ganz neuer - und nochdazu "low-budget" - Pelikan-Sammler, sauge ich alle möglichen Details auf. Das "Pelikan Schreibgeräte" Buch hat mich eigentlich sehr enttäuscht, denn obwohl es eine generelle Entwicklungslinie anzeigt fehlen doch etloche Daten, die für einen noch nicht versierten von Interesse sind, so zB eine Größentabelle oder eben mehr Detail über Materiale, usw.

Ich bin noch in der Phase, wo ich 2-3 Stücke jedes Hauptmodells habe, und zwar in der bestmöglichen und dennoch erwschwinglichen Verfassung: je 2-3 von 100, 100N, 400, 400NN, M400, brown und grün, sowie einen neuwertigen 120 und 140. Also nur die eigentliche Modellpalette.

Jetzt heißt es selektiver werden, und dafür hatte ich mir das Dittmer/Lehmann Buch gekauft. Gibt es weitere Schriften, die ich finden kann, die etwas tiefer gehen?

Alfred J.-Anton
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Beitrag von Alfred J.-Anton » 02.11.2003 12:11

Versuch die "Bibel" zu bekommen:
"Fountain Pens of the World" von Andreas Lambrou (Auf Deutsch heist das Buch `FÜLLFEDERHALTER´ und ist im Heyne Verlag erschienen).
Von dem Buch "Schreibgeräte Sammeln" von Dietmar Geyer würde ich dir eher abraten, da es weniger Informationen bietet als A.Lambrou´s Buch und extram viel Schwachsinn darin enthalten ist.

reini
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Beitrag von reini » 15.01.2004 19:11

hallo allerseits!

ich wollte noch eine bemerkung zu alfreds beitrag machen. ich selbst habe mehrere m 400. darunter auch einen in braun, den ich sehr günstig bei einem restpostenverkauf wegen der modell-umstellung damals bekommen hab. dieser füller hat aber keine schwarze kappe. alle teile sind braun, das fällt einem besser auf, wenn man sie gegen das licht hält oder direkt mit den andersfarbigen vergleicht.ich erwischte anfangs den braunen füller mit schwarzer kappe, da jemand versehentlich die kappen vertauschte und mir viel das erst ein paar tage später auf, konnte zum glück aber noch umtauschen.

viele grüße

eckhard
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Beitrag von eckhard » 15.01.2004 19:45

jo, reini!

Diese ganz sanfte Braunfärbung ist echt dezent und daher höchst effektiv.
Damit verglichen, sind die heutigen Souverän Modelle geradezu "garish" (weiß nicht wie man das auf deutsch sagt, aber das englishe spricht phonetisch für sich selber)

Aber ich denke dieses etwas verspielte Element findet sich in heutigen massenproduzierten und technisch oft viel besseren Geräten generell.
Ein Mercedes 220 Coupe aus den 50-ern war auch eine andere Art von Schönheit als ein modernes Modell.

Deshalb macht es auch Spaß, ein paar gediegene und nicht unbeding exotische Beispiele einer vergangenen Epoche zu sammeln und nutzen.

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Pelikan-Kolbenfüllhalter M 600 in Schildpatt

Beitrag von missing-pen.de » 27.01.2004 7:27

Hallo,


nach dem Weihnachtsgeschäft (und -nachgeschäft) und Umzugsstress (neue Telefonnummer siehe unten) bin ich jetzt auch mal wieder im Forum unterwegs !

Vor ein paar Tagen wurde ich nach o.g. Füllhalter gefragt !

Da ich ihn selbst nicht kannte, fragte ich bei Pelikan an. Dort wurde mir gesagt, dass es ihn so nie gegeben hat.
Weil es mich interessierte hörte ich mich noch ein bißchen um und kam zu folgendem Ergebis:

Den Pelikan-Kolbenfüllhalter M 600 in Schildpatt hat es gegeben und er wurde für den asiatischen Markt vertrieben.
Wie folgt soll er hergestellt worden sein:
Von Pelikan wurde ein schwarzer M 600 (altes Modell !!, gleiche Größe wie der M 400, aber noch mit 18 K Goldfeder) mit einem Tintenbehälter von einem M 400 in Schildpatt umfunktioniert.
Im Gegensatz zum M 400 Schildpatt-Braun wäre bei diesem M 600er die Kappe dann auch schwarz.

Soviel zur "Entstehung" des M 600 Schildpatt.

Wer sich dafür interessiert, kann dieses besondere Modell bei mir für 229,00 € (portofrei in D) bestellen !


Würde mich freuen, von Euch zu hören
Viele Grüße...


Rolf

www.missing-pen.de

Hochwertige Schreibgeräte, Tinten + Zubehör

E-Mail: info@missing-pen.de
67435 Neustadt / Weinstraße (Pfalz)
Tel.: 06327 / 97 67 35

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esp
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Beitrag von esp » 27.01.2004 18:39

eckhard hat geschrieben: Jetzt heißt es selektiver werden, und dafür hatte ich mir das Dittmer/Lehmann Buch gekauft.
Hallo Eckhard,

warst Du es, der mir das Buch bei eBay weggeschnappt hat?

Oder hast Du eine andere Quelle? Ich interessiere mich nämlich sehr dafür ...
Auf Wiederlesen ...
Edi

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