Pelikan Souverän M1000 - Federprobleme

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drwhox
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Pelikan Souverän M1000 - Federprobleme

Beitrag von drwhox » 04.03.2013 18:49

Hallo liebes Forum!

Hier denn - trotz doch schon längerem passivem Konsum und schon länger anhaltendem "Füllervirus" - mein erstes posting...

Ich probierte voreiniger Zeit einen neuen Souverän M1000 und war von der Feder (einer "F" mit sehr gutem Flex) begeistert.
Ich besitze (neben anderen Füllfederhaltern) schon einige Pelikan aus verschiedenen Zeitperioden (M250, M400, M600, einige M800...)

So überlegte ich mir den Kauf (zumal der M1000 recht groß ist und meine Größe zumeist eher ein Doufold, Waterman, Man 100, Pelikan M800 oder auch ein Sheaffer G. Connaisseur ist...) ...
Aber wie es so ist, es nagte doch etwas am mir - und - so erwarb ich zu einem sehr, sehr günstigen Preis einen neuen M1000.
Diesen wollte ich als Unterschriftenfüller...

Leider bin ich nun schwer enttäuscht - die erste Feder war sehr kratzig und hatte ungleiche Federschenkel.
Der sehr gute Pelikanservice tauschte die Feder umgehend.
Leider hatte diese zweite Feder starke Anschreibprobleme (blaue Auroratinte), hatte keinen "sweet point", war kratzig und erzeugte Aussetzer und "Eisenbahnschienen". Dies habe ich auch von einem renomierten Händler (langjährige Pelikanerfahrung) vor Ort testen lassen. Dieser bestätigte meine Beobachtung.

Nun habe ich noch eine neue (dritte) Feder bekommen.
Diese zeigt fast noch größere Anschreibprobleme (Unterschriften sind mit dieser Feder völlig unmöglich), es kommt zu auch zu Aussetzern...
Die Feder kratzt noch immer, hat nun aber einen "sweet point", der "Flex" ist deutlich geringer (erfordert mehr Druck) - dafür sind die Eisenbahnschienen verschwunden...

Gibt es eine Serie derartig schlechter Federn???
Alle meine anderen Pelikane kennen diese Probleme überhaupt nicht! Die älteren haben etwas Flex, die neueren keinen - alle schreiben aber vorzüglich...

Bin schwerstens enttäuscht -was ratet Ihr mir?

Übrigens:
Bezüglich des "Flex" habe ich einmal mit einem Böhler-Gold (Modell 56) mit sehr guter flexibler Feder, einem Klio GII (ebenfalls sehr guter "Flex") und einem sehr flexiblen Aristokrat verglichen...
Alle diese Füller sind von der Feder her Perfekt ("F/M"), flexen, gleiten wunderbar, keine Anschreibprobleme oder Aussetzer....

Ich kann mir hier keinen "Reim" drauf machen - was nun?
Gibt es Empfehlungen?

Schon einmal vielen Dank,
Manuel

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Tombstone
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Re: Pelikan Souverän M1000 - Federprobleme

Beitrag von Tombstone » 04.03.2013 19:07

Moin Manuel,

erlaube mir die Frage:
drwhox hat geschrieben: Ich probierte voreiniger Zeit einen neuen Souverän M1000 und war von der Feder (einer "F" mit sehr gutem Flex) begeistert.
Warum hast Du den nicht behalten?
drwhox hat geschrieben: so erwarb ich zu einem sehr, sehr günstigen Preis einen neuen M1000
Ok, das kenne ich - ist furchtbar verlockend ;)

Nicht falsch verstehen, soll keine Anmache sein - aber ich habe für mich selbst die Erfahrung gemacht, dass ich bei kritischen Federn (und die vom 1000er gehört dazu) stets teste und direkt kaufe.

Beim M800 habe ich das Problem nicht - die Dinger sind relativ unflexibel und daher pflegeleicht. Aber schon beim Homo Sapiens habe ich darauf geachtet, das Teil vorher anzutesten, genauso wie beim Delta und beim Omas.

Ansonsten sehe ich aber aus Deiner Position keine andere Möglichkeit, als das Teil wieder einzuschicken und explizit auf Deine Probleme hinzuweisen.

Viel Glück!

Ciao - Peter
Ciao - Peter

Handle stets so, dass die anderen sich wundern, warum sie Dir noch keine reingehauen haben...

Thomas Baier
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Re: Pelikan Souverän M1000 - Federprobleme

Beitrag von Thomas Baier » 04.03.2013 19:29

Ja, die M1000-Bock-Federn sind sehr unterschiedlich. Ich frage mich auch, warum man keine einwandfreien Federn out of the box anbieten kann. Das kann bei den Pelikan-Feder-Modellen aber durchaus auch so sein. Die Federn sind, so denke ich, auch sehr abhängig von der Montage. Es gibt ja kaum noch solche Federn, die nicht wie ein Dolch sind. Bitte auch darauf achten, daß die Feder wirklich korrekt geführt wird und nicht verkantet. Bitte nicht falsch verstehen. Das ist eine empfindliche Feder. Ich würde Pelikan weiter nerven oder sie zu einen Nibmeister schicken. Auch ich habe mehrere EF-Federn gebraucht, bis ich eine behalten habe. Alle anderen waren nicht OK. Auch diese hat kratzige Stellen, wenn man nicht weit genug nach rechts dreht. Das könnte besser sein. Dennoch ist er eine besondere Erfahrung und vielleicht schreibt er sich ein. Die Federn fallen durch die Elastizität und den Tintenfluß recht breit aus.

Mehr kann ich leider auch nicht sagen.

VG Thomas

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drwhox
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Re: Pelikan Souverän M1000 - Federprobleme

Beitrag von drwhox » 05.03.2013 9:28

Moin Peter, moin Thomas!

Danke für die schnellen Antworten.

„Warum hast Du den nicht behalten?“

Ja, warum habe ich den Füllfederhalter nicht gleich gekauft?
Nun – ich scheute den schnellen Kauf, denn wie ich ja schon schrieb, liegt die Größe doch schon etwas über meiner bevorzugten Größe eines für mich perfekt passenden Füllfederhalters... Auf der anderen Seite ist der Füller gut balanciert und liegt trotz der Größe gut in der Hand...

Auch habe ich ja doch schon so einige Füller – hier schreibe ich bevorzugt mit meinen hervorragenden alten bis älteren Füllern...
Diese sind diese mir für den täglichen Gebrauch im Büro aber eigentlich zu schade – zumal man im Falle eines Defektes im „Regen“ steht (es sei denn, die eigene Reparatur gelingt doch noch einmal...)...
Aus diesem Grunde, wollte ich - einen modernen Füller - mit einer, meinen geliebten flexiblen entsprechenden Federn, entsprechenden Feder...

Habe hier schon einige moderne Füller probiert – bis auf einige sehr, sehr teure „Italiener“ (wo mir das Design überhaupt nicht zusagt), ließ sich nicht recht etwas finden... Der getestete M 1000 war da plötzlich ein „Lichtblick“. Nur konnte ich mich halt nicht unmittelbar entscheiden – eben doch noch ein Füller – aber der Virus ist ja hartnäckig :-)

Als ich dann den M1000 kaufen wollte, war er schon verkauft...
Ich suchte also etwas und fand einen Anbieter, der einen Fabrikneuen M1000 zu einem doch viel, viel besserem Kurs anbot.

Ich rechnete – ob meiner bisherigen Pelikan- Erfahrung (Ok, bei den neueren Exemplaren muße ich etwas schauen, aber der Händler oder der gute Pelikanservice schaffte hier immer mit einem „Anlauf“ Abhilfe...) rechnete ich nicht mit einer dermaßen schwierigen Situation bei den Federn...

Natürlich kenne durchaus die Qualitätsschwankungen der Federn – daher kaufe ich auch zumeist (bis auf die „Alten“, wenn nicht zufällig auf einer penshow...) auch bei meinen bevorzugten Händlern vor Ort... Aber gerade beim M1000 rechnete ich nicht mit derartigen großen Problemen der Federn...

Ja, ich stimme auch zu, die unflexiblen harten M800 sind pflegeleichter – bei anderen Herstellen, auch unseren italienischen Freunden muß man schon schauen...

Ich habe übrigens beim jeweiligen einsenden zu Pelikan, immer explizit auf die bestehenden Probleme mit einem ausführlichen Anschreiben hingewiesen...

Was ich mir hier halt bei einem doch sehr hochwertigen Füller gewünscht hätte, ist eben so wie Thomas es schreibt... Auch gegen ein einmaliges einsenden mit einer entsprechenden Verifikation des Füllers bzw. der Feder habe ich nichts. Aber, daß es nun die dritte Reparatur wird – dies „Wurmt“ gewaltig...

Was Thomas weiter schreibt kann ich auch bestätigen, der Tintenleiter ist bei der gerade erhaltenen Feder etwas anders montiert...
Ich denke auch, es liegt nicht an meiner Füllerführung, denn sonst hätte ich bei meinen anderen Füllern diese Probleme ebenfalls...
Daher habe ich ja auch explizit gegen andere meiner Füller gegen getestet...

Ich habe den Eindruck, daß bisher bei Pelikan immer nur per „Dip“ getestet wurde, nicht aber in gefülltem, und zur Benutzung vorbereitetem Zustand...

Bisher wurden scheinbar einfach nur die Federn getauscht...

Ich hatte auch explizit auf die meiner Meinung (und der Meinung des Händlers vor Ort) nach nicht perfekte Politur / Schliff des Schreibkornes hingewiesen...
Die neue Feder ist besser, wenn diese denn schreibt (aber auch nicht perfekt), dann auch mit recht viel Tinte...
Aber halt : Wenn die Feder denn schreibt...
Teilweise braucht es viele Versuche mit recht viel (für mich: Zu viel...) Druck auf der Feder – bis diese anschreibt...
Insbesondere gibt es auch starke Aussetzer beim Aufwärtsstrich...

Unterschriften oder auch schnelles Schreiben sind nicht möglich...

Langsam „Malen“ geht – ist aber nicht mein Fall...

So stelle ich mir jedenfalls keine Füllhalter-Feder vor...

Ich habe auch schon persönlich mit dem netten Pelikan Service gesprochen und dort meine Enttäuschung mitgeteilt (Mit dem Hinweis, daß ich gerne auf eine dritte Reparatur verzichten würde...)...
Ich werde denn um einen dritten Versuch nicht herum kommen...
Finde ich aber doch sehr schade....


Viele Grüße aus Berlin,
Manuel

Rene
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Re: Pelikan Souverän M1000 - Federprobleme

Beitrag von Rene » 05.03.2013 19:05

Hallo.

Ich finde die heutigen Federn bei Pelikan sind kein gutes Aushängeschild für diese Traditionsmarke.
Neulich kam ein Freund vorbei und legte mir seinen neu erworbenen M400 auf den Tisch. Die neue M-Feder war eine Katastrophe: Kratzig, Aussetzer und mit einem Tintenfluss der sich nicht als solches bezeichnen darf, der Begriff "Rinnsal" wäre da treffender. Ich habe mich dann der Feder angenommen, die Schenkel etwas weiter gespreizt und das Schreibkorn nachbearbeitet. 20 min später schrieb er wie gewünscht. Ich dachte da noch "naja, beim M200...400 kann das ja vorkommen" und nun lese ich, dass auch beim M1000....... :shock:

Ich drücke Dir die Daumen das Du bald einen sehr gut schreibenden M1000 in den Händen halten wirst.

Viele Grüße

René

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Re: Pelikan Souverän M1000 - Federprobleme

Beitrag von drwhox » 06.03.2013 2:57

Hallo René!

Danke für die guten Wünsche!
Heute habe ich mit Pelikan telefoniert...
Es wurde mir geraten, auf die schon mehrmalige Einsendung und Probleme explizit hinzuweisen...
Der Service bei Pelikan ist trotz aller Qualitätsprobleme der Federn halt immer noch super...

Der Füller soll nicht mehr zur Schreibgerätereparatur - sondern - direkt zu einem Endkundenbetreuer verschickt werden. Der Reparaturservice tauschte wohl einfach nur die Federn...
Nun hatte ich bisher 3 (Bock-) Federn mit 3 jeweils problembehafteten Federn - keine allzugute Quote wie ich finde...
Der Endkundenservice ist sich des Problems aber durchaus bewußt und möchte nun eine Lösung bieten...

Ich werde berichten...

Generell stelle ich jedenfalls fest, daß die Federn älterer Füllfederhalter (abgesehen von einigen Zitronen - die es natürlich auch gab) scheinbar zumeist im "Mittel" besser war...


Bye,
Manuel

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Re: Pelikan Souverän M1000 - Federprobleme

Beitrag von ms » 06.03.2013 10:51

An dieser Stelle möchte ich trotz Eurer negativen Erfahrungen eine Lanze für die modernen Pelikan- Federn brechen. Ich konnte bisher viele moderne Pelikane erwerben, bei Rolf Thiel und auch hier im Forum, ohne vorher probegeschrieben zu haben. Bis auf eine problematische OB-Feder für einen 400er hatte ich nie Probleme, eher im Gegenteil. Mein neu erworbener Pelikan Green o´Green wurde mit einer OB-Feder aus alter Produktion (noch 18 Karat) ausgestattet, weil diese sogar etwas Kalligraphie-Effekte bietet. Ein M 400 aus den 90er Jahren mit OM-Feder hat sogar etwas Flex. Und ein Pelikan M 805 schreibt zwar ohne Flex, aber als "Dartpfeil" oder Nagel würde ich dessen M-Feder nicht bezeichnen.
Dass die alten Federn so positiv abschneiden, liegt möglicherweise auch an dem satten Tintenfluss der Ebonit-Tintenleiter. Im Alltag wären mir irgendwelche Superflex-Federn gar nicht so angenehm, da sind mir die modernen "starren" Federn sogar lieber.

Gruß

Michael

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Re: Pelikan Souverän M1000 - Federprobleme

Beitrag von drwhox » 06.03.2013 16:31

Hallo Michael!

Nun, so ganz verdammen wollte ich die neuen Federn ja nicht...
Daher hatte ich ja geschrieben "...im "Mittel"..." ...

Täusche ich mich übrigens - oder gab es in den 80´ern weniger Qualitätsschwankungen als
in unserer Zeit (Ok, da war der Virus auch noch nicht so stark...)?

Natürlich besitzte ich auch recht gute Pelikan Federn aus den 80´ern und sogar 90´zigern...
Auch ich habe zumindest zwei sehr gut schreibende M800 Federn und auch einige recht schöne M400 Federn.
Allerdings möchte ich bemerken, daß ich zumeist die Feder nicht "out of the Box" nutzen konnte...
Bei meinen neueren M600/M800 Typen wird es mit den Federn hingegen schon problematischer.
Beim M1000 bin ich wegen der aufgezeigten Probleme bisher arg enttäuscht...

Wie dem auch sei, ich hege die Vermutung, daß die Qualität heutzutage doch sehr schwankt...

Für mich sind viele der noch älteren Pelikan Federn (120/140/400/400N/400NN etc.) doch - für mein zugegeben subjektives Gefühl - besser...

Der angesprochene Ebonit-Tintenleiter der alten Füller ist zwar ein Punkt, trifft aber auch nicht immer...
Berüglich der modernen kann ich sagen:
Ich habe einige Auroras und andere Italiener, einige Man, einen super G. Connaisseur und auch einige Centennials (die ja oftmals Probleme machen) - alle diese modernen Füllfederhalter brauchen sich vom Tintenfluß her nicht zu verstecken. Auch der Federschliff
ist hier exzellent. Nur sind diese Federn teilweise doch sehr hart...
Im Vergleich kann man da schon vom "Dart" sprechen..

Zweifellos sind die "Modernen", für den früher harten Uni-Einsatz und heutigen Büroalltag aber oft besser zu gebrauchen...

Vom Genußfaktor her, kommt aber doch wenig an die alten wunderbaren Federn heran.
Hier gibt es von den verschiedensten alten Herstellen supertolle Federn.

Wenn ich denn auf maximalen "Flex" aus bin, greife ich auch gerne zu einem "Safety" oder "Eyedropper" - dies ist aber wirklich nichts für das Büro...

Bye,
Manuel

Rene
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Re: Pelikan Souverän M1000 - Federprobleme

Beitrag von Rene » 06.03.2013 19:36

Hallo Manuel und hallo Michael.

Nein, die heutigen Federn kann und darf man nicht alle in einen Topf werfen und das Wort "schlecht" draufschreiben. Das wäre unfair.
Aber hier geht es doch darum das ein Pelikan einerseits eine sehr lange Tradition besitzt und sich dieser verpflichtet ist und andererseits auch einen dementsprechenden stolzen Preis hat.
Wie Ihr auch bestätigt, besonders in der letzten Zeit häufen sich die Probleme mit den Federn - sie streuen in ihrer Qualität und Pelikan weist sogar darauf hin, dass bei der Einsendung doch bitte ein entsprechender Vermerk zu tätigen sei, das hier schon mehrfach ... .
Wir hatten hier im Forum bereits einen Fred mit dem Thema "Was macht einen guten Füller aus?". Alle sind dort der Meinung gewesen das einen guten Füller u.U. eine gute Feder ausmacht. Das Schreibgefühl wird äußerst stark durch die Feder beeinflusst und geprägt. Schreibe ich weich, schreibe ich mit Flex, gleitet sie oder setzt sie aus, bringt kaum durchgängige Anstriche aufs Papier, ist hart, kratzt... etc.
Jetzt haben wir alle unsere Erfahrungen gemacht und sind der Meinung das die Qualität der Pelikan-Federn stark streut. Ziehe ich jetzt noch den Kaufpreis für einen Pelikan hinzu - zu welchem Ergebnis komme ich da?
Ich will die Pelikane nicht schlechter machen als sie sind. Mir geht diese Automatisierung der Produktion gegen den Strich die den Menschen und seine Individualität beim Eingreifen in den Fertigungsprozess weitestgehend ausschaltet. Die Federn werden nur noch eingekauft, eingeschraubt und fertig. Dazu verlege ich die Produktion ... Wenn der Kunde reklamiert wird einfach eine neue Feder eingeschraubt... fertig. Es gibt einen Kundendienst der dies bewerkstelligt, aber das soll den Preis rechtfertigen?
Das Problem ist doch, dass sich Reklamationen häufen werden. Pelikan kann nicht ewig vom Immage vergangener Zeit leben, von den alten Ebonittintenleitern und den flexiblen Federn von damals. Da kann der Kundendienst noch so nett sein.
Hier muss, aus meiner Sicht, endlich wieder ein Umdenken einsetzen. Ich persönlich bin nicht mehr gewillt 250.- aufwärts für ein Schreibgerät auszugeben das mehr zum Federwechsel unterwegs ist als bei mir zu Hause.
Es kann immer einen Ausreißer in der Qualität geben, aber wenn diese sich häufen: Sorry, aber andere Mütter haben auch hübsche Töchter.

Viele Grüße

René

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Re: Pelikan Souverän M1000 - Federprobleme

Beitrag von Cepasaccus » 06.03.2013 21:00

drwhox hat geschrieben:Wenn ich denn auf maximalen "Flex" aus bin, greife ich auch gerne zu einem "Safety" oder "Eyedropper" - dies ist aber wirklich nichts für das Büro...
Einspruch! Das sind meine meistverwendeten Buerofueller.

Dass aeltere Federn uns heute besser erscheinen kann z.B. daran liegen, dass diese inzwischen eingeschrieben sind und Montagsfedern aussortiert wurden. Oder frueher wurde mehr manuell gemacht, z. B. das Schleifen der Schreibspitze, wodurch die Qualitaetskontrolle besser war.

Cepasaccus

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Re: Pelikan Souverän M1000 - Federprobleme

Beitrag von drwhox » 07.03.2013 11:57

Moin René, moin Cepasaccus!

Was René sagt kann ich völlig unterschreiben…

Allerdings zwei Anmerkungen dazu…

Ich komme aus der IT-Welt und werde von meinen Kollegen doch ob meiner Füllerbenutzung etwas belächelt…
Bei uns ist die Kommunikation via elektronischer Medien vorherrschend – so bekomme ich denn auch öfters zu hören: „Warum schickst Du nicht einfach eine Mail?“…
Schaue ich auch auf unsere jüngeren Mitbürger, dann fällt auf, daß auch in Schule und Uni, die elektronischen Medien und damit die elektronische Schreibweise auf dem Vormarsch ist. Auch im Grundschulbereich gibt es die ersten Schulen ohne „Handschreibgeräte“ – hier wird zuerst auf dem Notebook oder Pad geschrieben.
Die Füllfederhalter geraten also sogar auf dieser Ebene unter Druck…
Zu meiner Uni Zeit wurde von ca. 99% der Studenten ein Kugelschreiber verwendet.

Ich habe auch noch ein Büro an der Universität – wenn ich nun einmal doch eine Vorlesung abhalte, dann erblicke ich auch hier schon vermehrt unsere elektronischen „Helferlein“…

Ich selber schrieb übrigens schon immer mit dem Füllfederhalter – nach der Uni gab es durch meine Arbeit eine längere Pause…
Als ich denn aber gelegentlich doch Notizen mit einem Kugelschreiber verfaßte, konnte ich zusehens meine eigene Schrift selber nicht mehr lesen (dies geht übrigens vielen meiner Kollegen so – daher ist eine elektronische Nachricht hier wenigstens lesbar…)…
So kehrte ich denn reumütig zum Füllerscheiben zurück und lebe seit dieser Zeit wieder mit einem glücklichen Schriftbild…

Aber zurück – bedenkt man den globalen Trend zu vermehrter elektronischer Kommunikation, dann zwingt dies natürlich auch die Hersteller von hochwertigen Schreibgeräten aus kaufmännischer Sicht zu handeln.
In Zeiten sinkender Absätze geht man entweder den Weg als Nischenspezialist mit hohem handwerklichem Einsatz (individueller menschlicher Tätigkeit) und geht zu Einzel- bzw. teurer Kleinserienfertigung über. Der Verkaufspreis und Service ist dann natürlich zumeist entsprechend…

Der zweite Weg ist eine Kombination von handwerklicher und maschineller Produktion. Hier existiert eine Basis-Serienfertigung mit hoher Produktvariation (immer neue Sondermodelle) und einem kostenpflichtigen Service (kennen wir ja alle bei einigen Herstellern unserer Schreibgerate).

Der dritte Weg ist die standardisierte maschinelle Serienfertigung mit einigen Produktlinien und einer gewissen Variation der Basismodelle (Sondereditionen) oder auch die vermeintliche Konzentration auf lediglich sehr wenige Produktserien (für beides lassen sich Belege aufzeigen). Hier zwingt einerseits der Kostendruck dann zu outsourcing (Fremdfertigung und Fremdbezug) einiger Produktbestandteile. Ein weiteres Argument sind auch die Lohnkosten – hier findet dann eben eine Produktionsverlagerung statt… Noch ein weiteres Argument ist natürlich auch der „shareholder value“ – wieviel der getätigten Investitionen fließen zurück? Natürlich gehört in dieses Konzept auch die Senkung von Produktqualität und Produktverifikation (scheinbar merkt die Masse der Verbraucher dies ja auch nicht hinreichend - hier ist wohl noch genügend "Nimbus" vorhanden...). Wird bei der Rücklaufquote zum Service hier dann ein gewisses Maß an „Leid“ nicht überschritten (zu hohe Kosten durch erforderliche Mängelbeseitigung und Qualitätsnachbesserungen), dann ändert sich an dieser Strategie natürlich nichts – im Gegenteil – diese wird eher ausgebaut….
Auf der Strecke bleibt hier natürlich denn eindeutig die Individualität und Qualitätssicherung.

Welchen Weg Pelikan hier eingeschlagen hat – ich denke, dies dürfte klar sein?

Nun noch einmal zu den „Safetys“ und „Eyedroppern“:
Natürlich war meine Aussage nur subjektiv auf mich bezogen.
Ich schreibe natürlich höchst gerne mit diesen Füllertypen! Für mich persönlich gestaltet sich dies im Büro aber etwas zu unhandlich und ich habe auch etwas Angst um die schönen Federn. Hier verwende ich denn eher moderne Füller mit härteren Federn.

Übrigens müssen maschinell hergestellte Federn ja auch nicht unbedingt schlecht sein – der Kornschliff beispielsweise weist oftmals sogar eine geringere Varianz auf und ist tw. durchaus brauchbar (z.B. bei Waterman)…

Entschuldigung, ist nun doch etwas länger ausgefallen…


Bye,
Manuel
Zuletzt geändert von drwhox am 07.03.2013 17:43, insgesamt 1-mal geändert.

badenfeder
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Re: Pelikan Souverän M1000 - Federprobleme

Beitrag von badenfeder » 07.03.2013 12:38

das ist natürlich alles irgendwie richtig. Nur lässt sich ja auch nicht bestreiten, dass die heute zur Verfügung stehenden Fertigungsgeräte und -methoden durchaus auch hohe Qualitätsstandards erlauben.
Don't push the river….it flows by itself.

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Re: Pelikan Souverän M1000 - Federprobleme

Beitrag von drwhox » 07.03.2013 17:42

Hallo badenfeder!

Stimmt natürlich auch - aber ist scheibar funktioniert dies nicht recht oder ist nicht recht gewollt?
Mir scheint, daß durchaus auch Fertigungswissen verloren gegangen sein könnte - ob bewußt oder unbewußt kann ich natürlich nicht sagen...

Ein Beispiel aus der Geschichte: Die alten Ägyper vestanden es, Alabastervasen mit einer unglaublich dünnen Wandstärke herzustellen. Trotz all unserer heutigen Technik können wir dies nicht mehr. Alle Versuche dies in unserer Zeit zu reproduzieren sind bisher fehlgeschlagen. Fazit - dies Wissen ist verloren gegangen...

Vermutlich gibt es bei der Federherstellung - nicht nur bei Pelikan - einen vergleichbaren Wissensverlust?

Andere Beispiele sind z.B. der in den heutigen Produkten steckende "Geplante Verschleiß" oder die "Technische Obsolenz" (bei der das Gerät ja an sich noch gut funktioniert)...
Gut, dies rekuriert dann natürlich zurück auf den Qualitätsaspekt...

Aber ja - es geht mit moderner Produktion bestimmt auch auf andere Weise...

Bye,
Manuel

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Re: Pelikan Souverän M1000 - Federprobleme

Beitrag von Schildpatt » 08.03.2013 10:28

Die Federproblematik bei Pelikan verfolgt mich auch schon einige Zeit.
Die 1000er Federn sollen ja von Bock hergestellt werden. Vermutlich aus dem Grund, um eine hochwertigere Qualität anzubieten. Bei meinen drei M1000 Modellen musste ich die Federn nachbearbeiten oder austauschen lassen, was nicht gerade ein helles Licht auf den Federhersteller wirft.

Bei den 200er Modellen, deren Federn dann doch deutlich günstiger sind, habe ich wesentlich weniger Probleme feststellen können und frage mich jetzt, wie dieser Unterschied zustande kommt. Natürlich ist die Aussage, dass die Federn von Hand eingeschrieben seien, auch immer wieder ein Grund zur Freude. Wie kann es dann zu diesen Schwankungen kommen, Serienfertigung hin oder her?

Schöne Grüße

Peter

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Re: Pelikan Souverän M1000 - Federprobleme

Beitrag von drwhox » 08.03.2013 19:14

Moin!

So, Füller ist erneut auf dem Weg zu Pelikan...
Als Entschuldigung erhalte ich schon einmal ein Lederetui...
Ich hoffe dieses Mal gibt es eine erfolgreiche Lösung...

Mein Händler hat mir (für den Fall, daß Pelikan doch keine Lösung findet) angeboten den Füllfederhalter gegen einen komplett neuen Halter umzutauschen ...
Nenne ich mal sehr kulant...

Er erzählte, daß er seit ca. einem Jahr einen deutlichen Anstieg der Garantiequote beim M1000 beobachtet und dies auch nicht tolerierbar findet.
Auch lege Pelikan bei der Fremdfertigung (Bock) wohl nicht mehr so hohe Maßstäbe an...

Nun, jetzt kümmert man sich bei Pelikan erst einmal intensiv um eine Problemlösung...
Schaun wir mal...

Hallo Schildpatt,
Deine Beobachtung kann ich insoweit bestätigen...
Mit den Typen vom M400 bis zum M800 hatte ich auch deutlich weniger Probleme - auch wenn ich hier gelegentlich einiges - via Händler - einsenden mußte (aber eben nicht so oft...)...


Bye,
Manuel

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