Manu Propria Pens - "Kiji Usuniku Maki-e"

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MarkIV
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Re: Manu Propria Pens - "Kiji Usuniku Maki-e"

Beitrag von MarkIV » 01.01.2019 22:37

agathon hat geschrieben:
01.01.2019 22:32
Ich fände es ehrlich gesagt ganz schön, die Diskussion etwas wertschätzender und differenzierter fortzuführen. Ich fühle mich momentan an zurückliegende und unseligere Zeiten erinnert.

Grüße

agathon
Ich schreibe da noch einmal ausdrücklich, von meiner Seite höchste Wertschätzung für das Kunsthandwerk. Was die technische Seite angeht, das ist nur mein Eindruck von dem was ich anfassen durfte und von dem was ich persönlich als Anspruch stelle, andere Stifte (insbesondere dieser hier) mögen da anders sein.
Ich möchte das hier nicht als herabschätzige Kritik verstanden wissen, nur als meine Meinung und Eindruck. Deswegen war ich hier auch so ausführlich in meiner Darstellung.

;)

Mark
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stefan-w-
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Re: Manu Propria Pens - "Kiji Usuniku Maki-e"

Beitrag von stefan-w- » 01.01.2019 23:20

hallo zusammen,

aus der diskussion um die qualität dieser füllhalter werde ich mich tunlichst fernhalten, aber ich hätte eine frage an claudia:

auf deinen fotos sieht es so aus, als wenn die feder leichte kratzer hat...ist dem so? oder liegt das an den fotos?

vielen dank!
liebe grüße,

stefan.

sollten die hier abwesenden versalien zu unwohlsein führen, empfehle ich, diesen beitrag zu überlesen.

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70er-Fan
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Re: Manu Propria Pens - "Kiji Usuniku Maki-e"

Beitrag von 70er-Fan » 01.01.2019 23:27

Das liegt definitiv an den Handyfotos bzw. daran, dass ich die leichte Feuchtigkeit vom Abspülen zwar mit einem weichen Tuch, aber nicht sorgfältig abgewischt habe. Also eher Schlieren.
Gruß Claudia

Wozu hat man Tinte? Zum Verdunkeln seiner Flucht sagt der Tintenfisch. (Adolf Muschg)

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Rokebyrose
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Re: Manu Propria Pens - "Kiji Usuniku Maki-e"

Beitrag von Rokebyrose » 01.01.2019 23:29

MarkIV hat geschrieben:
01.01.2019 22:10
Nehme ich den Preis des Stiftes, den ich bei Anja gesehen habe, als Maßstab, ist mein Maßstab eher Pelikan/Montblanc/GvFC/Sailor oder als Manufaktur Nakaya/Romillo/Danitrio. Bei jeder dieser Marken dominiert in erster Linie die Feder, egal ob in Optik oder Schreibverhalten. Keiner dieser Hersteller kauft bei Bock/JoWo, alle produzieren ihre Federn selbst und die Stifte die ich von diesen Marken habe, haben außerordentliche Federn, die die Stifte in die Preisregion befördern, in der sie sind und ja, sie sehen auch gut aus.

Seit wann verwenden denn ausgerechnet GvFC und Danitrio (!) keine Bockfedern?
Danitrio, wo die Preise bei 1500 EUR erst anfangen.
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Dino2008
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Re: Manu Propria Pens - "Kiji Usuniku Maki-e"

Beitrag von Dino2008 » 01.01.2019 23:44

Handschreiber hat geschrieben:
13.12.2018 2:07
Ich finde die völlig schlichte Feder sehr passend. Völlig zeitlos und elegant.
In natura habe ich die genannten Füller noch nicht gesehen.
Dennoch, ich sehe diese Feder nicht als schlicht, ich sehe sie als ausdruckslos ...
Es muss doch möglich sein, dieser Feder etwas individuelles zu geben ...

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70er-Fan
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Re: Manu Propria Pens - "Kiji Usuniku Maki-e"

Beitrag von 70er-Fan » 02.01.2019 0:06

Dino2008 hat geschrieben:
01.01.2019 23:44
Handschreiber hat geschrieben:
13.12.2018 2:07
Ich finde die völlig schlichte Feder sehr passend. Völlig zeitlos und elegant.
In natura habe ich die genannten Füller noch nicht gesehen.
Dennoch, ich sehe diese Feder nicht als schlicht, ich sehe sie als ausdruckslos ...
Es muss doch möglich sein, dieser Feder etwas individuelles zu geben ...
Kannst Du auch zwischen Füller und Feder unterscheiden?
Gruß Claudia

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SimDreams
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Re: Manu Propria Pens - "Kiji Usuniku Maki-e"

Beitrag von SimDreams » 02.01.2019 0:08

Letztendlich ist das aber doch wie oben schon geschrieben eine Geschmacksfrage, über die zu streiten sich nicht lohnt. Martins Entscheidung! Ich meine mich zu erinnern, dass Martin über individualisiert geprägte Federn mal geschrieben hat, dass mindestens 5000 Stück abgenommen werden müssten. Die Erinnerung kann aber auch täuschen. Mir ist jedenfalls die ungravierte/ungeprägte Feder lieber als das Bockdesign.

Die Frage, ob Gold prinzipielle Vorteile gegenüber Edelstahl hat, wäre auf materialwissenschaftlicher Ebene sehr interessant zu diskutieren - unser Gefühl und unsere Voreingenommenheit trügt da sehr. Ich bin da bei Martin, wenn er meint, dass Form und Oberflächengüte deutlich mehr Einfluss haben als das Material. Davon ab schätze ich Goldfedern sehr, weil es eben Goldfedern sind - auch wenn Federstahl mit angepasster Geometrie und Materialstärke ideal-elastischer sein mag.

Die Tatsache alleine, dass Martin Jowo Federn nutzt, ist kein KO Kriterium für mich. Bei Jowo weiß ich es nicht, aber Bock Federn zieren auch richtig teure Schreibgeräte (GvFC, Conid, Danitrio) - werden dort allerdings teilweise "nachbehandelt".


Grüße und ein Frohes Neues Jahr, Uwe
Da die Schreibgeräteakquise nicht das einzige Hobby ist - Fotografie und Dein Notizbuch nach Maß: http://www.flickr.com/photos/simdreams/

manupropriapens
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Re: Manu Propria Pens - "Kiji Usuniku Maki-e"

Beitrag von manupropriapens » 02.01.2019 13:57

Ich hoffe Ihr seid alle gut im neuen Jahr angekommen.

Es entsteht gerade eine Interessante Diskussion mit polarisierenden Meinungen.

Manu Propria ist ein Nischenprodukt und bei einem Nischenprodukt ist es immer gut, wenn die Meinungen stark konträr sind.
Je mehr kritische oder negative Meinungen der Masse desto stärker die positiven Haltung einer kleinen Gruppe, die das Produkt lieben und haben möchten.
Diese kleine Gruppe von etwa 200 Menschen pro Jahr ist für mich ausreichend und ermöglicht mir das Leben, Arbeiten und Weiterentwickeln von Füllfederhaltern mit Urushi Lack.
Ich bin ein entschiedener Anti-"Verbraucher" und die Vorstellung für den Profit grosse Mengen für die Masse zu produzieren ist mir ein absoluter Gräuel.

In der Uhrenbranche ist es wie in der Federbranche.
Die Swatch Gruppe produziert rund 80% aller mechanischer Uhrwerke für die Industrie/Marken.
Ähnlich steht es wohl mit Bock und Jowo. In der DDR-Zeit war Jowo Berlin Zulieferer von Federn für Bock…und nicht wegen der damaligen attraktiven Preisen sondern weil sie es konnten und immer noch können.

Wie bei Uhrwerken ist es auch bei der Herstellung von Federn extrem schwierig in der Massenproduktion die gewünschte hohe Qualität sicher zu stellen.
Wen dem nichts so wäre, würden die meisten Marken eigene Federn produzieren.

Leider ist es oft auch so, dass Füllermarken kaum mehr von Federenthusiasten und Tüftler geleitet werden sondern von Managern, die risikofreie, profitable Lösungen suchen, bei der möglichst alle Risiken und Arbeiten an Dritte delegiert werden, ähnlich wie in der Autobranche wo fast nur noch die Assemblage und Endkontrolle im Hause gemacht wird.

Bei meinen Füllern wurden bis vor einem Jahr die Gewinde mit Fein-Filieren und Gewindebohrer mit 0.75 mm Steigung direkt in die Teile Kapp und auf das Griffteil geschnitten. Seit einem Jahr setze ich das Gewinde am Griffteil nach der Lackierung ein. Aus Platzgründen ist das bei der Kappe nicht möglich.
Der Lackierungs-Prozess umfasst 30 Lagen Lack, der Füller liegt rund 30 Tage im Feuchtschrank zum Trocknen/Härten und wird mehrmals geschliffen und poliert.

Durch die verschiedenen Arbeitsschritte und den Druck, den die Lackschichten auf den Körper entwickeln, können gewisse Deformationen oder Verzüge auf die Gewinde nicht verhindert werden und können schlecht nachgearbeitet werden. Seit ich die Gewinde nach der Lackierung einsetze hat sich die Passungen zwischen Kappe und Griffstück verbessert, die zusätzlich mit etwas Öl reduziert werden können.

Auch ist es schwierig wegen der unterschiedlichen Dicke der Lackschichten die Schraubtiefe zwischen Kappe Griffstück auf den Millimeter voraus zu planen.
Ich lese Eure Kommentare mit Interesse und versuche kontinuierlich Details zu optimieren

Ich beziehe mein Hartgummi/Ebonite bei Nikko Japan, die auch die Eboya Füller herstellen.
Bei meinem letzten Besuch hat man mir stolz die neue CNC-Fräsmaschine vorgestellt, die alle Füllerteile produziert.
Nach Entnahme aus der Maschine müssen die Teile nur noch gereinigt und von Hand endpoliert und zusammen gesetzt werden.
So entstehen perfekte Füllfederhalter.

Es muss wohl jeder für sich selbst entscheiden welche Aspekte für ihn wichtig sind, die des perfekt, maschinell hergestellten Massenprodukts oder die eines einzigartigen, handgemachten Einzelstücks.

Beste Grüsse,

Martin

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JulieParadise
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Re: Manu Propria Pens - "Kiji Usuniku Maki-e"

Beitrag von JulieParadise » 02.01.2019 16:19

Ohne mich auch nur ansatzweise in der Materie, speziell Deinen Füllern, auszukennen, muss ich sagen: Respekt, dass Du Dich der Diskussion stellst und sachlich auf die genannten Punkte eingehst!
Sina a.k.a. Julie Paradise, bei Instagram @wwwjulieparadisede

manupropriapens
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Re: Manu Propria Pens - "Kiji Usuniku Maki-e"

Beitrag von manupropriapens » 02.01.2019 17:39

Danke, finde ich eigendlich normal.
Hinter jedem Produkt gibt es auch die Frage der Haltung und Philosophie

Dino2008
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Re: Manu Propria Pens - "Kiji Usuniku Maki-e"

Beitrag von Dino2008 » 02.01.2019 20:43

70er-Fan hat geschrieben:
02.01.2019 0:06
Dino2008 hat geschrieben:
01.01.2019 23:44
Handschreiber hat geschrieben:
13.12.2018 2:07
Ich finde die völlig schlichte Feder sehr passend. Völlig zeitlos und elegant.
In natura habe ich die genannten Füller noch nicht gesehen.
Dennoch, ich sehe diese Feder nicht als schlicht, ich sehe sie als ausdruckslos ...
Es muss doch möglich sein, dieser Feder etwas individuelles zu geben ...
Kannst Du auch zwischen Füller und Feder unterscheiden?
Ist schon eine ungewöhnliche Fragestellung - zurückhaltend formuliert ...
Es müsste Dir doch möglich sein, auch andere Einschätzungen dieser ausgesprochen gelungenen Füller zu akzeptieren.

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70er-Fan
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Re: Manu Propria Pens - "Kiji Usuniku Maki-e"

Beitrag von 70er-Fan » 02.01.2019 20:53

Kann ich, Deine sowieso. Aber die Frage war ernst gemeint.
Gruß Claudia

Wozu hat man Tinte? Zum Verdunkeln seiner Flucht sagt der Tintenfisch. (Adolf Muschg)

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