Seite 1 von 1

Kaweco Federn... und ihre Eigenheiten

Verfasst: 15.04.2026 16:44
von Goldmund
Hallo zusammen,

erstmal der Disclaimer, dass dieser Text am Handy geschrieben wurde und daher eventuell übersehene Rechtschreib- oder Interpunktionsfehler enthalten könnte.

Nun zum Inhalt:
Ich will zähneknirschend ein Thema ansprechen, das mich seit einiger Zeit immer mal wieder stört: die (extrem) schwankende Qualität der Federn von Kaweco, insbesondere der 250er-Federeinheiten.

Während ich mit den 060er-Federn des Sports (und Specials) bisher nur selten Schwierigkeiten hatte (und wenn, dann meist Baby's Bottom und damit verbunden Aussetzer und Anschreibschwierigkeiten), geben mir die 250er-Federn den Rest. Ich mag den Supra in Messing wirklich gern! Ein sehr guter Alltagsfüller, den man ohne Etui einfach in die Hosentasche stecken kann, der auch mal runterfallen kann, der das durch die Patina verzeiht und dem es Charakter gibt. Ich mag es, dass ich ihn je nach Bedarf kürzer oder länger montieren kann. Ich liebe die Form und das Design. Aber mit den Federn hatte ich bisher fast nur Schwierigkeiten!

1. Ich kaufte mir den ersten Supra vor einigen Jahren mit einer F-Feder. Die schrieb gut, etwas kratzig, aber ich hatte zu dem Zeitpunkt noch wenig Referenzerfahrungen mit Füllern gesammelt, kam vom Kugelschreiber und schrieb noch sehr nasse Standardtinten, die Feder war also absolut ok für mich. Doch die Füllervarianz wurde größer und so wurde der Supra eingemottet. Bis ich vor einigen Jahren erstmals wirklich registrierte, dass die Feder funktional zwar keine Probleme hat, aber kratzig ist. Und damit meine ich kratzig, kein Feedback, nicht auf Sailor Niveau, wirklich kratzig.

2. Ich bestellte also eine Ersatzfeder von Kaweco in M. Die kratzte nicht, doch sie schrieb nicht an und wenn, dann hatte sie mitten im Wort Aussetzer.

3. Dann kaufte ich eine M-Feder direkt von Bock... doch die hat sich leider genauso verhalten. Ohne Lupenprüfung: beide M-Federn verhielten sich so, als hätten sie Baby's Bottom.

4. Ich resignierte, schrieb auch nicht den Support an, sondern drehte wieder die F-Feder rein und mottete den Stift wieder ein. Bis ich nun wieder Lust auf den Supra bekam und mir erneut wegen der kratzenden Feder eine M-Feder bestellte.... kein Kratzen, aber... wieder Anschreibschwierigkeiten. Na gut, eine Besserung gibt es, sie hat keine Aussetzer beim Schreiben. Fließt die Tinte also einmal, kann man auch einen Text schreiben. Aber wehe man setzt die Feder für 30 Sekunden ab, dann schreibt er nicht mehr an bzw. nur noch wenn eine vertikale Linie unter Druck gezogen wird. Also, wahrscheinlich eine leichtere Ausprägung des Baby's Bottom. Aber dafür den Support anschreiben? Um dann die Feder einzuschicken und wieder nur eine schlechte Feder zu bekommen?

Und nun die Frage: Wer von euch kennt dieses Verhalten von Kaweco Federn, vor allem von der 250er-Variante? Habt ihr da Lösungen für gefunden? Besonders schade finde ich es, da ich sah, dass es auch bicolor vergoldete (sogar mit Rose-Gold) Federn für den Supra gibt (von FPNibs). Das stelle ich mir optisch extrem ansprechend vor, aber bei der Qualitätsschwankung lohnt sich das nicht wirklich (und ob FPNibs auch darauf achtet weiß ich nicht, es soll ja kein Umschliff sein, sondern nur die Vergoldung und evtl. ein anderes Federloch).

Ich bin gerade ganz kurz davor mir Micromesh zu bestellen und die andere M-Feder (die auch Aussetzer hat) zu bearbeiten. Anscheinend erzielt das relativ gute Ergebnisse. Aber ist es denn zu viel verlangt, bei Bestellung funktionierende Federn zu erwarten?

Re: Kaweco Federn... und ihre Eigenheiten

Verfasst: 15.04.2026 18:40
von Skribenion
Ich habe zwei 250er Federn für meinen Original.
BB und M.
Die M ist okay, die BB super.
Die M habe ich leicht mit Micromesh nachpoliert. Nun ist sie gut.

Mit den 060ern hatte ich viel mehr Themen. Die musste ich alle nachbearbeiten. Zum Teil mit Mesh, in allen Fällen mit einer Fühlerlehre, weil sie einfach viel zu trocken sind.
Genau deshalb kaufe ich auch keine Kaweco mehr.

Re: Kaweco Federn... und ihre Eigenheiten

Verfasst: 15.04.2026 20:07
von pradella2
Die Anschaffung von Micromesh lohnt sich in jedem Fall. Ich finde, damit kann man so ziemlich jede Feder noch mal federleicht tunen. Auch großartig bei der Nachpolitur von etwas stärker zerkratzten Füllern (wenn man denn im Gebrauchtfüllerwesen unterwegs ist). Bei einem großen, bekannten online – Auktionshaus gibt es regelmäßig Angebote für einen kompletten Satz der Körnungsstufen 2.400-12.000 für ungefähr zehn Euro. Da macht man nichts falsch.

Re: Kaweco Federn... und ihre Eigenheiten

Verfasst: 15.04.2026 23:00
von NeonLime
Ich habe auch einen MessingSUPRA mit zunächst einer M, dann einer nachbestellten BB Feder.
Ich kann das mit den Aussetzern bei der BB Feder bestätigen. Zusätzlich kommt bei mir noch hinzu, dass er sich als Hosentaschenfüller auch nur deshalb bedingt eignet, weil er immer wieder fast seinen gesamten Tintenvorrat in den Deckel entleert, wenn er Temperaturunterschiede erlebt. Das ist mir mit meinem Kupfer-Liliput nie passiert. Der war auch schonmal nach einer Mitfahrt in der Waschmaschine wie vorher. Nun fristet der Supra seit geraumer Zeit ein tintenentleertes Dasein in der Sammlung während der Liliput ihn auslacht und alle paar Monate mal in der Waschmaschine mitfährt.
Mit kratzigen Federn hatte ich eher weniger Probleme. Ich wäre um Rat auch sehr dankbar.

Re: Kaweco Federn... und ihre Eigenheiten

Verfasst: 15.04.2026 23:54
von Goldmund
Skribenion hat geschrieben:
15.04.2026 18:40
Mit den 060ern hatte ich viel mehr Themen. Die musste ich alle nachbearbeiten. Zum Teil mit Mesh, in allen Fällen mit einer Fühlerlehre, weil sie einfach viel zu trocken sind.
Interessant, ich habe einige 060er in verschiedenen Breiten und bisher nur mit einer von ihnen Probleme gehabt. Bei den anderen ist weder Anschreiben noch Tintenfluss ein Thema. Mit der Fühlerlehre weitest du den Spalt zwischen den Federschenkeln etwas?

Re: Kaweco Federn... und ihre Eigenheiten

Verfasst: 15.04.2026 23:56
von Goldmund
pradella2 hat geschrieben:
15.04.2026 20:07
Die Anschaffung von Micromesh lohnt sich in jedem Fall. Ich finde, damit kann man so ziemlich jede Feder noch mal federleicht tunen. Auch großartig bei der Nachpolitur von etwas stärker zerkratzten Füllern (wenn man denn im Gebrauchtfüllerwesen unterwegs ist). Bei einem großen, bekannten online – Auktionshaus gibt es regelmäßig Angebote für einen kompletten Satz der Körnungsstufen 2.400-12.000 für ungefähr zehn Euro. Da macht man nichts falsch.
Bisher hatte ich eigentlich immer, mit wenigen Ausnahmen, Glück mit meinen Federn. Aber ja, zwei drei würden mir einfallen, die ein kleines Tuning gebrauchen könnten.

Re: Kaweco Federn... und ihre Eigenheiten

Verfasst: 15.04.2026 23:58
von Goldmund
NeonLime hat geschrieben:
15.04.2026 23:00
Zusätzlich kommt bei mir noch hinzu, dass er sich als Hosentaschenfüller auch nur deshalb bedingt eignet, weil er immer wieder fast seinen gesamten Tintenvorrat in den Deckel entleert, wenn er Temperaturunterschiede erlebt.
Auch das ist mir nie passiert und ich habe ihn am Anfang ca. zwei Jahre lang fast täglich in der Hosentasche ausgeführt (mit F-Feder) und da fiel er durchaus auch mal hin, nie auch nur ein Fleck oder Klecks im Deckel oder auf der Feder. Aber ja, mein Liliput kann das auch alles und seine Feder schreibt wirklich sehr toll.

Re: Kaweco Federn... und ihre Eigenheiten

Verfasst: 16.04.2026 7:47
von Skribenion
Goldmund hat geschrieben:
15.04.2026 23:54
Interessant, ich habe einige 060er in verschiedenen Breiten und bisher nur mit einer von ihnen Probleme gehabt. Bei den anderen ist weder Anschreiben noch Tintenfluss ein Thema. Mit der Fühlerlehre weitest du den Spalt zwischen den Federschenkeln etwas?
Probleme würde ich das nun nicht unbedingt nennen. Die Füller schrieben durchaus. Aber so trocken, dass es keinen Spaß machte. Und gerade wenn es bspw. an meine Unterschrift geht, die von mit stets sehr groß und schwungvoll geschrieben wird, setzten diese Federn dann oft aus.

Aber ja, mit der Fühlerlehre tue ich genau das. Das geht schnell und ist recht effektiv.
Auf diese Weise habe ich mir eine F so zurechtgemacht, dass sie nahezu perfekt ist für einen Taschenfüller. Sie schreibt (für eine F) recht sanft und bringt genau so viel Tinte auf das Papier, dass ich auch bei sehr schnellen schreiben etc. nie Aussetzer habe aber auch nicht so viel Tinte verbrauche, dass der kleine Konverter nach zwei Seiten leer ist.