Anfängerfragen zu Tauchfedern

Moderatoren: desas, Linceo, Lamynator

Benutzeravatar
Andreas_Beutlin
Beiträge: 47
Registriert: 05.05.2020 12:32

Anfängerfragen zu Tauchfedern

Beitrag von Andreas_Beutlin » 29.05.2020 9:32

Ich wünsche dem werten Forum einen wunderschönen Tag.

Da ich den Faden mit den Kalligrafiefüller von Montblanc nicht zu sehr sprengen möchte, erstelle ich einfach ein neues Thema.

Es geht im Grunde darum, dass ich kompletter Anfänger bin, was flexible Federn und auch Tauchfedern angeht und mich das Thema der Tauchfedern unabhängig der flexiblen Federn interessiert. Nun möchte ich mich etwas näher mit dem Thema beschäftigen und habe schon einige Tipps erhalten, die ich nun ausprobieren möchte.

Abschließende Fragen wären nur noch, ob die von mir ausgesuchten Federhalter für die Federn in Ordnung sind und welche Tinte ihr mir empfehlen könnt.

Im Anhang könnt ihr meine Auswahl sehen.

Liebe Grüße und besten Dank,

Andreas
Dateianhänge
Warenkorb_Kalligraphieshop.png
Warenkorb_Kalligraphieshop.png (35.91 KiB) 1123 mal betrachtet
„Phantasie ist wichtiger als Wissen, denn Wissen ist begrenzt.” -Albert Einstein
„Mut kann man an den unwahrscheinlichsten Stellen finden” - J.R.R. Tolkien

Benutzeravatar
meinauda
Beiträge: 3591
Registriert: 31.12.2010 3:53
Wohnort: Bielefeld
Kontaktdaten:

Re: Anfängerfragen zu Tauchfedern

Beitrag von meinauda » 29.05.2020 11:19

Bei den Federhaltern würde ich als Anfänger nicht mit so wunderschönen Holzfederhaltern beginnen. Da reichen die ganz normalen billigen aus dem Kaufhaus!
Ausprobieren solltest Du den Oblique Halter, der macht die Sicht auf den zu schreibenden Buchstaben einfacher.
Ich verwende gern Halter mit Metallgriffstück oder auch aus Acryl. Links auf dem Bild meine Favoriten.
Mit der Pelikan 4001 blauschwarz wirst du von Anfang an gute Ergebnisse erzielen können.
Wichtig beim Schreiben ist eine Handunterlage (Löschblatt oder Löschkarte) und das Abbrennen oder Abspülen der Feder, damit die Tinte auch auf dem Papier landen kann. Aber da kannst Du hier im Forum viel zu lesen.
5C1FD2CE-416F-42B1-9008-69FCB54B33AE.jpeg
5C1FD2CE-416F-42B1-9008-69FCB54B33AE.jpeg (113.06 KiB) 1091 mal betrachtet

Thom
Beiträge: 1547
Registriert: 02.03.2019 22:47

Re: Anfängerfragen zu Tauchfedern

Beitrag von Thom » 29.05.2020 11:49

Und zum Abflämmen kann ich nicht oft genug wiederholen, die Federn sind gehärtet, so erhalten sie ihre Elastizität.
Glüht die nicht weich!

V.G.
Thomas

Benutzeravatar
meinauda
Beiträge: 3591
Registriert: 31.12.2010 3:53
Wohnort: Bielefeld
Kontaktdaten:

Re: Anfängerfragen zu Tauchfedern

Beitrag von meinauda » 29.05.2020 14:01

Thom hat geschrieben:
29.05.2020 11:49
Und zum Abflämmen kann ich nicht oft genug wiederholen, die Federn sind gehärtet, so erhalten sie ihre Elastizität.
Glüht die nicht weich!

V.G.
Thomas
Was sollte man denn wie am besten machen?

SpurAufPapier
Beiträge: 1801
Registriert: 13.01.2018 19:55

Re: Anfängerfragen zu Tauchfedern

Beitrag von SpurAufPapier » 29.05.2020 14:35

meinauda hat geschrieben:
29.05.2020 14:01
Thom hat geschrieben:
29.05.2020 11:49
Und zum Abflämmen kann ich nicht oft genug wiederholen, die Federn sind gehärtet, so erhalten sie ihre Elastizität.
Glüht die nicht weich!

V.G.
Thomas
Was sollte man denn wie am besten machen?
Ich halte die Feder 1-2 Sekunden in den unteren Teil einer nicht zu heißen Flamme (Streichholz oder Kerze). Falls Ruß entsteht, wische ich ihn mit einem Papiertuch ab, da sollte man aber nicht die edelparfümierten balsamierten Nasentücher nehmen, sondern z. B. billiges Klopapier (nein, ich war nicht für das temporäre Klopapierdefizit verantwortlich). Die Feder dabei ab besten nicht mit den Fingern halten, das könnte heiß werden, sondern mit einer Zange oder direkt im Federhalter.

Es hilft noch Eintauchen (und kurz einwirken lassen, z. B. schreiben) in Eisengallustinte, da reicht schon so eine einfache wie Pelikan 4001 Blau-Schwarz.
Grüße
Vikka

Das Leben ist zu kurz für schlechte Schreibgeräte

pejole
Beiträge: 1582
Registriert: 12.08.2010 1:59
Wohnort: Mönchengladbach

Re: Anfängerfragen zu Tauchfedern

Beitrag von pejole » 29.05.2020 14:42

meinauda hat geschrieben:
29.05.2020 14:01
Thom hat geschrieben:
29.05.2020 11:49
Und zum Abflämmen kann ich nicht oft genug wiederholen, die Federn sind gehärtet, so erhalten sie ihre Elastizität.
Glüht die nicht weich!

V.G.
Thomas
Was sollte man denn wie am besten machen?
Also ich flämme neue Federn seit Jahren sauber und da ist noch nie was passiert mit der Feder, allerdings bewege ich die Feder für gut 2 Sekunden dabei schnell hin und her dass die Hitze nicht nur auf eine Stelle einwirkt. Die Feder steckt dabei im Federhalter so dass ich diese nach dem Abflämmen nicht mehr in den Halter stecken muss und die Federspitze ggf. auch nicht mehr mit den Fingern berühre. Die wird nur mit einem weichen Lappen nochmal sauber geputzt und fertig, die schnellste Art der Reinigung.

Du kannst die auch in Wasser mit paar Tropfen Spüli o.ä. sauberwaschen, Hauptsache du fasst die Federspitze nicht mehr mit den Fingern an hinterher sonst hast du die wieder mit Hautfett verschmiert.

Habe auch schon mal gehört dass man die in eine rohe Kartoffel steckt und so säubert, noch nie probiert.

Im Foto mal links eine abgeflämmte schreibbereite Feder und rechts unbehandelt, die schreibt nicht sondern kleckst nur.

Gruß, Martin
Dateianhänge
IMG_20190404_163529.jpg
IMG_20190404_163529.jpg (765.01 KiB) 1019 mal betrachtet

pejole
Beiträge: 1582
Registriert: 12.08.2010 1:59
Wohnort: Mönchengladbach

Re: Anfängerfragen zu Tauchfedern

Beitrag von pejole » 29.05.2020 15:03

@Andreas

Und so wie im Foto wird die Feder in den Halter gesteckt, und nicht in die Mitte. Ist nicht jedem bekannt

Gruß Martin
Dateianhänge
20200529_145911.jpg
20200529_145911.jpg (259.1 KiB) 1006 mal betrachtet

Thom
Beiträge: 1547
Registriert: 02.03.2019 22:47

Re: Anfängerfragen zu Tauchfedern

Beitrag von Thom » 29.05.2020 15:18

meinauda hat geschrieben:
29.05.2020 14:01
Was sollte man denn wie am besten machen?
Die Tachikawa ist vernickelt o.ä., die aktuelle Brause Rosenfeder hat einen Schutzlack, diese Federn sind nicht geölt. Die Chicago ist eine historische Feder, bei der wäre's schon möglich. Wie Martin schreibt, wenn Abflämmen dann kurz und schnell. Ich selbst habe noch nie abgeflämmt, sondern mit Spiritus gereinigt, mit Spüliwasser ginge's auch, dann sollte das Spüli aber wieder von der Feder runter. Bei sehr glatten Federn, bei denen die Tinte trotz Reinigung immernoch nicht richtig hält, ist eintauchen in Eisengallustinte ein guter Tip, die Tinte beschichtet die Feder dann mit einer dünnen EG-Schicht.

V.G.
Thomas

Benutzeravatar
meinauda
Beiträge: 3591
Registriert: 31.12.2010 3:53
Wohnort: Bielefeld
Kontaktdaten:

Re: Anfängerfragen zu Tauchfedern

Beitrag von meinauda » 29.05.2020 15:31

Danke Thom für die ausführliche Antwort.
Mit Deiner vorherigen Antwort ‚Warnung‘ konnte ein Anfänger ja nix machen, nur grübeln und suchen.
Ich flämme auch meistens mit Erfolg, seit dem Tipp mit dem Spülitropfen habe ich das auch schon mal erfolgreich versucht

Benutzeravatar
Andreas_Beutlin
Beiträge: 47
Registriert: 05.05.2020 12:32

Re: Anfängerfragen zu Tauchfedern

Beitrag von Andreas_Beutlin » 30.05.2020 11:54

Guten Tag, liebe Forumsgemeinde,

ich möchte mich bei Euch allen herzlichst für die tollen Ratschläge bedanken. Ich werde "wohl oder übel" demnächst bestellen und mir einen Überblick über flexible Spitzfedern verschaffen.

Mich würden auch obliquegeschliffene Federn interessieren. Würdet Ihr mir dazu eine Bandzugfeder empfehlen?

Liebe Grüße,

Andreas
„Phantasie ist wichtiger als Wissen, denn Wissen ist begrenzt.” -Albert Einstein
„Mut kann man an den unwahrscheinlichsten Stellen finden” - J.R.R. Tolkien

Thom
Beiträge: 1547
Registriert: 02.03.2019 22:47

Re: Anfängerfragen zu Tauchfedern

Beitrag von Thom » 30.05.2020 12:19

Hm, um's mal so zu formulieren. :)

viewtopic.php?f=6&t=20941&hilit=oblique ... 30#p226398

V.G.
Thomas

Benutzeravatar
Andreas_Beutlin
Beiträge: 47
Registriert: 05.05.2020 12:32

Re: Anfängerfragen zu Tauchfedern

Beitrag von Andreas_Beutlin » 30.05.2020 12:42

Thom hat geschrieben:
30.05.2020 12:19
Hm, um's mal so zu formulieren. :)

viewtopic.php?f=6&t=20941&hilit=oblique ... 30#p226398

V.G.
Thomas
Grüß dich, Thomas,

ich weiß, dass oblique nur wegen der Haltung geschliffen wird. Ich möchte nur wissen, ob diese Haltung die Richtige für mich ist. Da schmerzen die runde 2€ nicht, um das herauszufinden.

Liebe Grüße,

Andreas
„Phantasie ist wichtiger als Wissen, denn Wissen ist begrenzt.” -Albert Einstein
„Mut kann man an den unwahrscheinlichsten Stellen finden” - J.R.R. Tolkien

Thom
Beiträge: 1547
Registriert: 02.03.2019 22:47

Re: Anfängerfragen zu Tauchfedern

Beitrag von Thom » 30.05.2020 13:02

Andreas, Bandzugfedern sind nicht per se oblique. Die Brause kann ich ja nochmal anhängen.

Bild

V.G.
Thomas

pejole
Beiträge: 1582
Registriert: 12.08.2010 1:59
Wohnort: Mönchengladbach

Re: Anfängerfragen zu Tauchfedern

Beitrag von pejole » 30.05.2020 15:35

Andreas_Beutlin hat geschrieben:
30.05.2020 11:54


Mich würden auch obliquegeschliffene Federn interessieren. Würdet Ihr mir dazu eine Bandzugfeder empfehlen?

Liebe Grüße,

Andreas
@Andreas

Da kann ich dir nur die Brause 180 empfehlen und die werden dir dann bestimmt immer rechtsschräg angeboten. Obs die auch gerade geschliffen gibt weiß ich gar nicht, und wenn dann sind diese schwieriger zu schreiben als die Oblique da die immer vollen Kontakt zum Papier haben müssen, ansonsten gibt es Lücken im Strich. Das passiert dir bei den Oblique nicht .Solltest du mal einen Pilot Parallel Pen in die Finger kriegen wirst du dies schnell merken.

Solltest du mit Bandzugfedern schreiben wollen empfehle ich dir mit einer 3mm Feder zu beginnen, die breiteren sind einfacher zu schreiben als die schmaleren, und bei 3mm schreibst du die kleinen Buchstaben in 5fach Höhe der Feder, also 1,5 cm gross und Grossbuchstaben in 8fach Höhe, also 2,4 cm. Und übe auf kariertem Papier, da hast du die Grösse gut vorgegeben.

Gruß, Martin

Benutzeravatar
Andreas_Beutlin
Beiträge: 47
Registriert: 05.05.2020 12:32

Re: Anfängerfragen zu Tauchfedern

Beitrag von Andreas_Beutlin » 30.05.2020 19:26

pejole hat geschrieben:
30.05.2020 15:35
Da kann ich dir nur die Brause 180 empfehlen und die werden dir dann bestimmt immer rechtsschräg angeboten.

Solltest du mit Bandzugfedern schreiben wollen empfehle ich dir mit einer 3mm Feder zu beginnen, die breiteren sind einfacher zu schreiben als die schmaleren, und bei 3mm schreibst du die kleinen Buchstaben in 5fach Höhe der Feder, also 1,5 cm gross und Grossbuchstaben in 8fach Höhe, also 2,4 cm. Und übe auf kariertem Papier, da hast du die Grösse gut vorgegeben.

Gruß, Martin
Grüß dich, Martin,

rechtsschräg ist dann wohl eher nichts für einen Rechtshänder, oder? Ich tendiere eher die Füllfeder nach links zu neigen.
pejole hat geschrieben:
30.05.2020 15:35
bei 3mm schreibst du die kleinen Buchstaben in 5fach Höhe der Feder, also 1,5 cm gross und Grossbuchstaben in 8fach Höhe, also 2,4 cm. Und übe auf kariertem Papier, da hast du die Grösse gut vorgegeben.

Gruß, Martin
Das wusste ich gar nicht, gilt das für Stub- und Italicfedern auch?

Liebe Grüße,

Andreas
„Phantasie ist wichtiger als Wissen, denn Wissen ist begrenzt.” -Albert Einstein
„Mut kann man an den unwahrscheinlichsten Stellen finden” - J.R.R. Tolkien

Antworten

Zurück zu „Rund um die Feder / Regarding nibs“