Schnell einen billigen, oder langsam einer teureren Füller?

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Iliad Poth
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Schnell einen billigen, oder langsam einer teureren Füller?

Beitrag von Iliad Poth » 04.01.2021 12:19

Moin allerseits,
Ich bin neu auf diesem Forum (Und auf Foren insgesamt), also schon einmal Entschuldigung für eventuelle Fehler.

Ich wollte einmal von euch erfahren, ob ihr es für Sinnvoller hält jetzt einen billigeren Füller (z.B Lamy 2000), oder später (1 Jahr) einen teureren Füller (z.B Visconti HS) zu bestellen?

Wie würdet ihr euch Entscheiden? Was würdet ihr mir empfehlen?

Ich hoffe hiermit eine kleine Diskussion anregen zu können, da das Thema an sich auch schon interessant ist.

Viele Grüße aus Minden und Heidelberg
Iliad

Ich selber besitze schon meine Grundausstattung an Füllern;
Diplomat Aero (B) für Text
Visconti Mirage (F) für Zahlen/Formeln
Twisby Eco (Stub) für Überschriften

mit der ich gut arbeiten kann, wobei noch ein Feiner/extra Feiner Füller nicht schaden würde.

SpurAufPapier
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Re: Schnell einen billigen, oder langsam einer teureren Füller?

Beitrag von SpurAufPapier » 04.01.2021 12:37

Herzlich willkommen!

Also, wenn der Lamy 2000 bei Dir unter "billiger" läuft, stehen Dir sowieso viele Wege offen...
Mit dem Lamy 2000 kannst Du nicht viel falsch machen, der ist so herausragend, dass Du danach vielleicht keinen Visconti mehr brauchst :D . Aber manche finden ihn rutschig, das solltest Du ausprobieren.
Günstiger als im Laden gibt es ihn hier im Forum über Regina Martini.
Grüße
Vikka

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Füchschen
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Re: Schnell einen billigen, oder langsam einer teureren Füller?

Beitrag von Füchschen » 04.01.2021 12:52

Hallo,

also bei mir läuft der Lamy 2000 schon unter teuer und daher würde ich darauf sparen.
Zu Beginn habe ich Masse statt Klasse gemacht und finde es im Rückblick sehr unnötig. Ich hätte lieber auf einen teureren sparen sollen und mir nur einen kaufen sollen.
Tintige Grüße von Vanny

Namx3
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Re: Schnell einen billigen, oder langsam einer teureren Füller?

Beitrag von Namx3 » 04.01.2021 13:03

Meine Meinung nach lieber sparen und ein gescheiten kaufen. Man krieg wirklich schon für ein budget von 150 € was gescheites hier im forum. Vielleicht ein Pilot custom 912 . Der ist gut. Mein günstigste Füller wo ich angefangen ist im Juli letztes jahr hab ist der Pelikan m205 in weiß
Liebe grüße nam
Grüße nam

Iliad Poth
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Re: Schnell einen billigen, oder langsam einer teureren Füller?

Beitrag von Iliad Poth » 04.01.2021 13:32

Schon einmal vielen Dank an alle die so schnell geantwortet haben!!! :D
Ich freu mich jetzt schon so viele verschiedene Antworten bekommen zu haben.
Der Lamy wäre mein bis dato teuerster Füller und der erster Füller mit Goldfeder. Billig sind leider beide nicht :D .

Wie handhabt ihr es denn in euren Sammlungen wenn ihr zwischen zwei Füllern steht?

Ich selber werde noch ein bisschen warten, mich in dieses Forum weiter einlesen und sehen wohin ich mich treiben lasse.
Mich drängt es zum Glück nicht!

SpurAufPapier
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Re: Schnell einen billigen, oder langsam einer teureren Füller?

Beitrag von SpurAufPapier » 04.01.2021 13:34

Gut sind die alle ab einem gewissen Preis, aber welcher passt?

Wenn man schon sehr genau weiß, was man möchte (Federstärke und -art, Größe, Form, Gewicht...), kann man einen teuren kaufen, und bei dem bleibt es dann. Wenn man aber noch beim Ausprobieren ist, wäre es schon eine ziemliche Enttäuschung, wenn der teure dann zwar gut schreibt, aber zum Beispiel nicht so gut in der Hand liegt.

Oder man nimmt einen ganzen Haufen ganz billiger Füller unterschiedlichen Aussehens (Schulfüller-Konvolut bei Ebay oder so), und schaut erstmal, welche Geometrie passt. Danach die billigen spenden und den entsprechenden teuren kaufen.
Grüße
Vikka

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SpurAufPapier
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Re: Schnell einen billigen, oder langsam einer teureren Füller?

Beitrag von SpurAufPapier » 04.01.2021 13:37

Iliad Poth hat geschrieben:
04.01.2021 13:32
Der Lamy wäre mein bis dato teuerster Füller
Ich hatte Dich so verstanden, dass der Lamy bei Dir noch in die Kategorie "billig" fällt, man weiß ja nie...
Wenn Du schon mehrere Füller hast, dann weißt Du ja auch, was Dir liegt, dann kannst Du auch einen teuren nehmen. Aber der Lamy und der Visconti sind sehr unterschiedlich, die würde ich vor dem Kauf in die Hand nehmen wollen.
Grüße
Vikka

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Re: Schnell einen billigen, oder langsam einer teureren Füller?

Beitrag von Nikolaus » 04.01.2021 13:44

Die Antwort ist eigentlich ganz einfach: Der teurere Füller ist nicht nur wegen seines Preises der bessere Füller für einen. Man sollte sich den Füller kaufen, den man wirklich haben möchte, egal welchen Preis er hat. Ersatz- oder Alternativkäufe führen nicht zur Befriedigung, sondern in der Regel nur zu einem finanziell und zeitlich aufwendigeren Umweg zum eigentlich gewünschten Exemplar.
Cheers,
Nils


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Re: Schnell einen billigen, oder langsam einer teureren Füller?

Beitrag von Zollinger » 04.01.2021 13:57

Nikolaus hat geschrieben:
04.01.2021 13:44
...Der teurere Füller ist nicht nur wegen seines Preises der bessere Füller für einen....
Wenn Du den Füller benützen möchtest, spielen wie von Nils angetönt auch andere Faktoren wie Grösse, Gewicht, Füllsystem, Feder usw. eine wichtige Rolle. In meiner Sammlung habe ich einige Exemplare, die ich für meine bescheidenen Verhältnisse als teuer bezeichnen würde. Tatsächlich schreibe ich aber eher mit bescheidenen Füllern wie z.B. einem Lamy Safari oder einem schlichten Parker "51" weil sie für mich nahe an den perfekten Füller heranreichen. Der perfekte Füller kann teuer sein, muss es aber nicht unbedingt.

Wenn Du die Anschaffung hingegen als Investition ansiehst, so fällt mir spontan eine Marke ein, welche erstaunliche Wiederverkaufs-Preise erzielt. Das hat dann aber weniger mit dem Gebrauchswert zu tun.

Z.

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Füchschen
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Re: Schnell einen billigen, oder langsam einer teureren Füller?

Beitrag von Füchschen » 04.01.2021 14:02

Ich habe zb. meinen Gralsfüller lange nicht gekauft weil er bis dahin der teuerste Füller wäre stattdessen gab es viele andere und die kamen und wurden nicht so geliebt wie der Gralsfüller, der Weihnachten einziehen durfte.
Tintige Grüße von Vanny

Iliad Poth
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Re: Schnell einen billigen, oder langsam einer teureren Füller?

Beitrag von Iliad Poth » 04.01.2021 14:07

Nikolaus hat geschrieben:
04.01.2021 13:44
Die Antwort ist eigentlich ganz einfach: Der teurere Füller ist nicht nur wegen seines Preises der bessere Füller für einen. Man sollte sich den Füller kaufen, den man wirklich haben möchte, egal welchen Preis er hat. Ersatz- oder Alternativkäufe führen nicht zur Befriedigung, sondern in der Regel nur zu einem finanziell und zeitlich aufwendigeren Umweg zum eigentlich gewünschten Exemplar.
Da kann ich wirklich nichts hingegen sagen. Die Aussage stimme ich zu 100% zu. Ich konnte den Lamy in Heidelberg ausprobieren und schreiben tut der wirklich sehr gut, aber das Design schreit für mich nach 50er und ist nicht gar nicht meins. Ich hätte ihn "nur" zum schreiben gekauft. Da spare ich lieber noch ein, zwei Jahre und spare auf einen Homo Sapiens oder MB Rudyard Kipling.

Nochmals vielen Dank an alle hier, das Forum ist super!!!

Der Zeitreisende
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Re: Schnell einen billigen, oder langsam einer teureren Füller?

Beitrag von Der Zeitreisende » 04.01.2021 14:08

Iliad Poth hat geschrieben:
04.01.2021 13:32
Wie handhabt ihr es denn in euren Sammlungen wenn ihr zwischen zwei Füllern steht?
Bloss zwei? 😜

Mittlerweile habe ich drei Dutzend verschiedene Modelle. Die sind aber nicht alle im Einsatz, sondern eher wie andere Leute Briefmarken oder so was sammeln. (Die aktuell benutzten stehen immer in meiner Unterschrift erwähnt.) Einige davon funktionieren nicht einmal richtig, aber ich habe sie geerbt und kann sie nicht wegwerfen (wie die Füller, womit meine Grosseltern geschrieben haben! oder mein erster, von der Grundschule! die kann ich doch nicht einfach so wegwerfen?).

Ich habe verschiedene Füller für verschiedene Zwecke und Launen. So.

Aber ganz generell: kaufe nur Füller, die dir echt gefallen, und nicht weil sie ,billig‘ sind, wie z.B. China-Füller auf eBay für zehn oder weniger Euro. Die sind Schrott, ärgern nur, sind weggeworfenes Geld und deswegen eigentlich verda**t teuer. (Umso mehr gilt dies für Füller, die mehr als zehn Euro kosten.)
Aktuell hauptsächlich (nur hauptsächlich) mit Cleo Skribent, Waterman, Platinum, Diplomat und Sheaffer (dem alten Targa, also nicht Made-in-China) schreibend.

Chia
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Re: Schnell einen billigen, oder langsam einer teureren Füller?

Beitrag von Chia » 04.01.2021 15:13

Wenn Du kein (An)Sammler bist und deine nötige Schreib-Grundausstattung schon besitzt, dann ist es vermutlich sinnvoller geduldig auf den teuren Wunschfüller zu sparen als schnell einen billig(eren) Kompromiss zu kaufen.


Ich persönlich gehöre allerdings eher zur viel & billiggünstig Fraktion :)
Mir gefallen viele Füller, ich mag verschiedene ausprobieren, habe auch schon diverse Tinten die ja irgendwo eingefüllt werden wollen und ein bisschen (An)Sammeltrieb kommt dann auch noch dazu.. Das verträgt sich - für mich - nicht so gut mit Sparen-auf-den-Einen.
Außerdem kann ich so entspannter mit meinen Füllern umgehen.

Der Zeitreisende hat geschrieben:
04.01.2021 14:08
Iliad Poth hat geschrieben:
04.01.2021 13:32
Wie handhabt ihr es denn in euren Sammlungen wenn ihr zwischen zwei Füllern steht?
Bloss zwei? 😜
:lol: Haha, genau!

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PenFan
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Re: Schnell einen billigen, oder langsam einer teureren Füller?

Beitrag von PenFan » 04.01.2021 15:17

Ich möchte auch für den Lamy 2000 eine Lanze brechen. Das ist kein "billiger" Füller, sondern schon ein richtig gutes Schreibgerät. Ich habe ihn mit OM-Feder (es gibt nicht allzu viele Hersteller, die so etwas noch anbieten) und bin sehr zufrieden (auch mit dem Lamy Service, die haben mir kostenlos die Feder getauscht). Das Design ist natürlich Geschmacksache. Und ein Weiterverkauf eines Lamy 2000 ist sicher kein Problem.

"Billige" Füller sind die chinesischen Jinhao, Hero, Luoshi, Kaigelu und so weiter. Aber man kann auch da Glück haben und gute Exemplare für wenig Geld erwischen (mein Luoshi 873 schreibt prima). Zum Experimentieren mit verschiedenen Federn, oder sogar mal Versuche selbst Federn schleifen, kann man gut damit machen. Wenn man daran kein Interesse hat, kann man sich das Geld sparen und später einen Qualitätsfüller kaufen.

Aus meiner Sicht macht es aber Sinn, verschiedene Füllfederhalter auszuprobieren und damit zu lernen, was einem liegt und was nicht. "Man erkennt nur Gutes, wenn man Gutes kennt". So erarbeitet man sich eine Vorstellung seines "Traum-Füllfederhalters", auf den man dann sparen kann. Einfach nur blind auf beispielsweise einen Montblanc zu sparen und ihn dann kaufen, weil andere davon schwärmen, kann auch in einer Enttäuschung enden.
„Wenn du merkst, daß du zur Mehrheit gehörst, wird es Zeit, deine Einstellung zu revidieren.“ ― Mark Twain

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Tenryu
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Re: Schnell einen billigen, oder langsam einer teureren Füller?

Beitrag von Tenryu » 04.01.2021 15:19

Füchschen hat geschrieben:
04.01.2021 12:52
Zu Beginn habe ich Masse statt Klasse gemacht und finde es im Rückblick sehr unnötig. Ich hätte lieber auf einen teureren sparen sollen und mir nur einen kaufen sollen.
Und woher hättest du gewußt, daß dieser der richtige für dich ist?
Ich finde, man sollte so viel als möglich ausprobieren und Erfahrungen sammeln, bevor man sich etwas teueres kauft. Nur weil ich sehr viele Füller besitze und ausprobiert habe, weiß ich nun ganz genau, welche Größe, welches Gewicht, welches Material und welche Art der Feder mir am besten konveniert. Und ganz abgesehen davon liegt der Reiz in dem Hobby doch auch darin, möglichst viele unterschiedliche Füller zu besitzen und zu gebrauchen ;)

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