Schnell einen billigen, oder langsam einer teureren Füller?

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SpurAufPapier
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Re: Schnell einen billigen, oder langsam einer teureren Füller?

Beitrag von SpurAufPapier » 04.01.2021 16:08

Chia hat geschrieben:
04.01.2021 15:13
Ich persönlich gehöre allerdings eher zur viel & billiggünstig Fraktion :)
Ich mittlerweile auch.
Sehr teure besitze ich nicht, aber in dem Preisbereich, in dem ich mich bis jetzt bewegt habe, musste ich feststellen, dass ein Füller, der das Hundertfache kostet, nicht hundertmal besser schreibt (und auch nicht unbedingt hundertmal besser aussieht).
Einen in der Preisklasse eines Visconti würde ich mittlerweile nur dann kaufen, wenn ich sehr sicher wäre, dass es dann dabei bleibt, quasi als "Exit-Füller".
Der Pelikan M600/M800/M1000 (so genau weiß ich das noch nicht) und der Lamy 2000 Edelstahl stehen deshalb immer noch auf der Wunschliste. Ich kaufe sie erst, wenn ich sicher bin, dass ich nicht schon zwei Monate später nach weiteren Füllern Ausschau halte. Bis dahin genieße ich meine Sammlung von 2 bis 200 Euro.
Grüße
Vikka

Das Leben ist zu kurz für schlechte Schreibgeräte

rhapsodic
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Re: Schnell einen billigen, oder langsam einer teureren Füller?

Beitrag von rhapsodic » 04.01.2021 17:24

Für mich wäre es aus dem Stand unmöglich gewesen, den "Richtigen" zu finden. Ich habe mich durch mehrere anfangs günstige, danach weniger günstige durchzuprobiert, v.a. auch durch die Federn (v.a. Sailor, Platinum, Pilot waren sehr interessant). Wenn man direkt den perfekten Füller kaufen will, kann man auch Enttäuschungen erleben. Den Lamy 2000 habe ich z.B. nur eine Woche behalten, und auch der Montblanc 146 blieb nicht lange.

Dafür hat sich das Durchprobieren gelohnt. Ich habe jetzt 3-4 Füller, und seitdem ich einen Conid und eine Wünsch-Dir-Was-Feder von Pelikan habe, bin ich jetzt seit einem halben Jahr so zufrieden, dass ich seitdem nichts mehr dazugekauft habe.

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PenFan
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Re: Schnell einen billigen, oder langsam einer teureren Füller?

Beitrag von PenFan » 04.01.2021 17:49

Wie sagte mal Prof. Harald Lesch in einem seiner Vorträge: "Wir irren uns nach oben" :)
„Wenn du merkst, daß du zur Mehrheit gehörst, wird es Zeit, deine Einstellung zu revidieren.“ ― Mark Twain

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TomSch
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Re: Schnell einen billigen, oder langsam einer teureren Füller?

Beitrag von TomSch » 04.01.2021 18:01

Tach zusammen.
rhapsodic hat geschrieben:
04.01.2021 17:24
Für mich wäre es aus dem Stand unmöglich gewesen, den "Richtigen" zu finden. Ich habe mich durch mehrere anfangs günstige, danach weniger günstige durchzuprobiert ...
Sozusagen eine "Rhapsody in Ink". :mrgreen:

Mein Vorschlag ist genau so einfach wie genial: mach doch beides!
Du solltest zwischenzeitlich nur einen Geldesel in der Ecke stehen haben oder für eine spontan ablebende Erbtante - oder einen Erbonkel - sorgen, die die nötigen pekuniären Grundlagen zur Verfügung stellen. :lol:

Tschö, Thomas
Bewerte deine Erfolge daran, was du aufgeben musstest, um sie zu erzielen.
Dalai Lama

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vanni52
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Re: Schnell einen billigen, oder langsam einer teureren Füller?

Beitrag von vanni52 » 04.01.2021 18:02

Zollinger hat geschrieben:
04.01.2021 13:57

Wenn Du die Anschaffung hingegen als Investition ansiehst, so fällt mir spontan eine Marke ein, welche erstaunliche Wiederverkaufs-Preise erzielt. Das hat dann aber weniger mit dem Gebrauchswert zu tun.
Ich bin mir nicht sicher, ob die Marke hier schon benannt wurde.
Würde mich interessieren.
LG
Heinrich

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Füchschen
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Re: Schnell einen billigen, oder langsam einer teureren Füller?

Beitrag von Füchschen » 04.01.2021 18:11

Tenryu hat geschrieben:
04.01.2021 15:19
Füchschen hat geschrieben:
04.01.2021 12:52
Zu Beginn habe ich Masse statt Klasse gemacht und finde es im Rückblick sehr unnötig. Ich hätte lieber auf einen teureren sparen sollen und mir nur einen kaufen sollen.
Und woher hättest du gewußt, daß dieser der richtige für dich ist?
Ich finde, man sollte so viel als möglich ausprobieren und Erfahrungen sammeln, bevor man sich etwas teueres kauft. Nur weil ich sehr viele Füller besitze und ausprobiert habe, weiß ich nun ganz genau, welche Größe, welches Gewicht, welches Material und welche Art der Feder mir am besten konveniert. Und ganz abgesehen davon liegt der Reiz in dem Hobby doch auch darin, möglichst viele unterschiedliche Füller zu besitzen und zu gebrauchen ;)
Na ja ich hätte aber nicht alle Lamys oder Kawecos kaufen müssen die ich gekauft habe ^^. Klar, Erfahrung sammeln ist sehr gut. Ich habe z.B. absolut gemerkt, dass ich absolut nichts mit Pelikans Fine Writing anfangen kann. Die Schulmodelle mag ich sehr.
Tintige Grüße von Vanny

agathon
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Re: Schnell einen billigen, oder langsam einer teureren Füller?

Beitrag von agathon » 04.01.2021 19:55

Du solltest einfach durchprobieren. Nach ca. 10 Jahren wird sich dann herauskristallisieren, wohin die Reise ungefähr hingeht.

Grüße

agathon

Namx3
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Re: Schnell einen billigen, oder langsam einer teureren Füller?

Beitrag von Namx3 » 04.01.2021 20:38

Sagen wir mal gib mal mir die Wahl zwischen 10 Pelikan m205/200 und ein Montblanc 149 als geschenk. Ich würde immer den Pelikan m205 vorziehen. Da würde ich lieber 10 von den Pelikan m205/m200 haben als statt ein Montblanc. Der Pelikan liegt in der Hand schreibt gut. Ich weiß ein Montblanc 149 kostet um einiges mehr. Aber der montblanc würde bei mir nur rum liegen. Weil ich die größe und die dicke mir nicht gefällt. Und nicht so in der hand liegt.
Ich weiß es ist ein krasses Beispiel.

Liebe grüße
Nam
Grüße nam

mbf
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Re: Schnell einen billigen, oder langsam einer teureren Füller?

Beitrag von mbf » 04.01.2021 21:17

agathon hat geschrieben:
04.01.2021 19:55
Du solltest einfach durchprobieren. Nach ca. 10 Jahren wird sich dann herauskristallisieren, wohin die Reise ungefähr hingeht.
Ja, dann hast Du eine grobe Vorstellung, wie unter anderem Feder, Griff, Gewicht, Balance, Material, Farbgebung und Füllsystem beschaffen sein könnten.

Leider weißt Du dann aber auch, dass Du alles zusammen nie in einem Füller vereint haben wirst... ;)
Grüße, Matthias

--
Man kann durchaus zu viele Füller, Papiere und Tinten haben - aber niemals genug.

Der Zeitreisende
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Re: Schnell einen billigen, oder langsam einer teureren Füller?

Beitrag von Der Zeitreisende » 05.01.2021 14:38

Chia hat geschrieben:
04.01.2021 15:13
Ich persönlich gehöre allerdings eher zur viel & billiggünstig Fraktion :)
Das wort ,günstig‘ gefällt mir. Nicht unnötig teuer. Ganz ehrlich: viele Füller, vor allem die von bestimmten uns allen bekannten Marken, haben Preise, die durch den Namen, und nicht durch die Qualität der Schreibgeräte bedingt sind (genau wie bei bestimmten Kleidungsmarken, Armbanduhren usw.).

Grundsätzlich liegt für mich die Schmerzgrenze bei etwa 90 bis 100€ (aber schon ab 40€ denke ich sehr tief nach). Darüber hinaus muss der Füller wohl etwas Besonderes sein, wie z.B. der Diplomat Excellence A2: der darf noch ein bisschen mehr kosten. Mein Lamy 2000 lag bei Regina Martini preislich noch darunter; zum offiziellen Listenpreis (deutlich viel höher) hätte ich ihn vermutlich nie gekauft. Meine Montblancs stammen noch aus der Zeit vor der Grossen Überteuerung und verwende ich kaum, weil spätere (und preislich günstigere!) mir besser gefallen.
Aktuell hauptsächlich (nur hauptsächlich) mit Cleo Skribent, Waterman, Platinum, Diplomat und Sheaffer (dem alten Targa, also nicht Made-in-China) schreibend.

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pelikanjog
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Re: Schnell einen billigen, oder langsam einer teureren Füller?

Beitrag von pelikanjog » 13.01.2021 18:58

Hallo,

Hallo,

agathon u.a. haben schon Recht.

Man sollte wissen, was man will. Zum Schreiben allein können günstige Füller (selbst Jinhao bis hin zu den einfachen Pelikanen) völlig ausreichen.
Aber wenn man mal die Erfahrung gemacht, hat mit einer alten elastischen bis (semi-) flexiblen Feder zu schreiben, kann sich das Beuteschema drastisch verändern.

Allerdings ist es bei mir so, dass ich inzwischen und seit ich darauf achte, an einem Tag mit einem alten, teuren Waterman Patrician 1930 ff oder einem OMAS von 1932 genüßlich schreibe und ein paar Tage später mit meinem Kaweco, Geha oder Pelikan.

Die Entscheidungen hängen natürlich auch von anderen Faktoren ab:

Tagebuch (Stichworte auf knappem Raum) zu schreiben ist etwas anderes als ein 6 seitiger Brief, bei dem der Füller nicht zu schwer sein sollte.
Schnelle Notizen sind etwas anderes als Texte auf gutem Papier (statt auf dem PC).

Es hängt natürlich auch vom Budget ab: Für den einen ist ein Kaweco (neu) für knapp 100 € günstig, für den anderen braucht es Markenimage, Goldfeder, Sonderedition.

Bei mir sind es vintage Hebelfüller von Eversharp, Waterman und Füller mit elastischen bis flexiblen Federn vor etwa 1950, die mich "anmachen" - auch wenn ich keine Kunstschrift schreibe. Aber das ist eher meinem Sammeltrieb und der Freude an alten Füllern und Federn zuzurechnen als dem puren Schreiben.

Ich habe während der Schule mit einem billigen / günstigen Geha 600 mit Stahlfeder geschrieben - bis heute sind Gehas für mich begehrenswerte Füller und Federn, auch wenn ich inzwischen größere Modell wie Regent oder Goldschwinge vorziehe - da ist man in einem Bereich von ca. 100 € (nur noch gebraucht).

Nochmals: Man muss - und sei es erst im Laufe der Zeit und Erfahrung mit trial and error - herausfinden, was einem Freude macht. Das ist aber nicht nur bei Füllern so - das ist beim Wein oder bei der Automarke ähnlich.

Das jedenfalls ist meine Erfahrung,

Hansjürgen

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patta
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Re: Schnell einen billigen, oder langsam einer teureren Füller?

Beitrag von patta » 13.01.2021 20:06

Hansjürgen, da hast du recht.
Wenn du einen Maserati günstig abgeben willst, darfst du dich gerne melden ;)

Gruß patta

Die Hälfte dessen, was man schreibt, ist schädlich, die andere Hälfte unnütz. - Friedrich Dürrenmatt

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pelikanjog
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Re: Schnell einen billigen, oder langsam einer teureren Füller?

Beitrag von pelikanjog » 14.01.2021 11:11

Hallo patta,

ich hab' was besseres .... aber das gebe ich natürlich nicht ab! 8-)

Hansjürgen

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RichardRoss
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Re: Schnell einen billigen, oder langsam einer teureren Füller?

Beitrag von RichardRoss » 15.01.2021 4:07

Also ich finde, man muss nicht viel Geld ausgeben, um viel Spaß zu haben.
„Wer lieben kann, ist glücklich.“

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Re: Schnell einen billigen, oder langsam einer teureren Füller?

Beitrag von NinaLucie » 19.01.2021 13:54

Ich stecke gerade auch ein wenig in diesem Zwiespalt. Auf der einen Seite bin ich nicht der Typ "Sammlerin" und wäre froh, wenn ich "meinen" Füllhalter (oder auch mehrere für verschiedene Zwecke, fürs Korrigieren z. B. brauche ich EF oder F) finden würde, auf der anderen muss ich aber Schreibgeräte auch länger ausprobieren, um zu wissen, was passt. Mein erster hochwertiger Füller war ein Lamy 2000, den ich mir vom Priesgeld für meine universitäre Abschlussarbeit gekauft habe, ganz regulär im Laden. Dort fand ich ihn toll, je länger ich ihn habe, desto mehr merke ich, dass wir nicht richtig zusammenpassen.

Also irgendwie gehört das Kaufen von vielen verschiedenen Füllern ja doch zum Findungsprozess dazu und macht auch einfach Freude, wie es ja auch hier schon öfter angesprochen wurde. Trotzdem habe ich die Sorge, dass am Ende irgendwie vor allem Masse statt Klasse herrscht. Wenn ich mir das hier aber so anschaue, dann ist der "Standardweg" oft, erst viel zu kaufen und zu testen (das geht hier ja auch sehr gut gebraucht) und dann nach und nach die eigenen Vorlieben zu kennen. Gesteuert wird das Ganze wie hier schon öfter angesprochen ja auch immer von der Frage, was das eigene Budget ist und was eigenlich in der individuellen Situation "(zu) viel Geld" und "günstig" ist.

Und es kommt ja auch immer auf die aktuelle "Not" an. Ich wollte nun wirklich wieder mit Füller korrigieren, meine Federn waren aber "leider" alle zu breit, also "musste" ich mir einen TWSBI Eco mit EF-Feder kaufen und bin sehr glücklich, dass ich ihn habe. Gleichzeitig wächst aber auch die Liste mit jedem guten Kauf nur weiter: So ein TWSBI mit Stub wäre ja auch was. Außerdem sind die Sanitinis sehr schön und auch sehr geeignet, mal einen dickeren Füller zu testen, dazu die Auswahl bei den Federn. Dann habe ich einen M400 gekauft, der mir doch eher zu klein ist - sollte ich einen größeren Pelikan testen? Und einen Parker 51 muss ich bei der Geschichte als Historikerin doch irgendwie auch besitzen, außerdem wollte ich mal eine echte ältere Flex-Feder ausprobieren, ... Gleichzeitig versuche ich, generell nicht zu viel "Zeug" anzuhäufen und eher zu minimalisieren. Nunja, viele von Euch kennen die Situation sicher.

Spannend wäre hier für mich die Frage, ob es bei denjenigen, die schon länger vom Füllervirus infiziert sind und vielleicht bereits am Punkt "aussortieren und bewusst auswählen" sind, Käufe gibt, von denen Ihr sagt "das war unnötig" oder "dieser Gedankengang war ein Fehler". Ist natürlich sehr individuell, aber vielleicht hilft es und, die wir uns noch finden müssen :)
Alles Liebe,
Nina

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