Reinigung von Patronenfüller

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Reformator
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Re: Reinigung von Patronenfüller

Beitrag von Reformator » 11.02.2019 0:24

Hallo,

ich benutze eine ganz normale Spritze, die ich einfach nach dem Öffnen des Füllers hinten am Tintenleiter ansetze. Auch wenn es nicht nicht genau paßt, ist der Druck zum Spülen ausreichend groß. Mehrfach durchgeführt dauert das zwei Minuten - mehr nicht.
Bis demnächst...
Helge

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denniL
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Re: Reinigung von Patronenfüller

Beitrag von denniL » 11.02.2019 6:26

Mir kamen Zweifel, ob es dem Füller nicht schadet, wenn mit Druck das Wasser durch den Tintenleiter getrieben wird.

Bislang habe ich durch die Kolbenmechanik oder einen Konverter gerspült bzw. im Ultraschallbad. Immer mit Leitungswasser nicht zu kalt aber nicht heiß.

Nun besorge ich mir einen Balg und Spritzen.
Viele Grüße, Daniela

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HeKe2
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Re: Reinigung von Patronenfüller

Beitrag von HeKe2 » 11.02.2019 8:24

Das Ultraschallbad übt deutlich mehr Gewalt aus. Ich verweise hier mal auf einenLink, den Thom an anderer Stelle zu dem Thema eingestellt hatte.


Patronenfüller können, bis auf wirklich historische Stücke, kaum so alt sein, daher sollten sie das bisschen Druck, dass man mit einer Hand aufbringen kann, schon aushalten können. Das ist gar nicht so viel. Für das Spülen entscheidend sind eher die größeren Wassermengen, die man auf diese Art durch den Tintenleiter spülen kann. Der Druck ist gar nicht so wichtig.
Beste Grüße
Hermann

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denniL
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Re: Reinigung von Patronenfüller

Beitrag von denniL » 11.02.2019 15:41

Danke Hermann,
das ist höchst interessant.
Viele Grüße, Daniela

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desas
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Re: Reinigung von Patronenfüller

Beitrag von desas » 11.02.2019 16:31

Ich verwende einerseits eine Spritze mit dicker Spitze, die das Griffstück meist ganz gut abdichtet, am liebsten jedoch meine Spülflasche. Da läuft dann eben mal ein Liter Wasser durch den Tintenleiter.
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HeKe2
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Re: Reinigung von Patronenfüller

Beitrag von HeKe2 » 11.02.2019 17:10

Eine Füllerinfusion! Herrlich. 😂🤣

Klasse Idee.
Beste Grüße
Hermann

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Papiertiger
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Re: Reinigung von Patronenfüller

Beitrag von Papiertiger » 11.02.2019 20:53

Ich benutze zum Druckspülen eine Klistierspritze. Das ist ein Gummiballon den man in der Apotheke bekommt. Ich fülle den Ballon mit Wasser und stecke dann eine Spülpatrone, also eine Patrone ohne Boden, in die Öffnung. Dann setze ich das Füllervorderteil auf die Patrone und drücke das Wasser hindurch. Das geht schneller als ein Ultraschallbad und dauert bloß wenige Sekunden um festgesetzte Tintenreste zu lösen und wegzuschwemmen. Meist reicht eine Ballonfüllung aus. Ein Wechsel der Tintenfarbe ist so ebenfalls ein Klacks. Spülen, Durchpusten, Trocknen, neue Tinte rein, fertig. Ist in ein, zwei Minuten erledigt und man kann weiterschreiben.

ostfüller
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Re: Reinigung von Patronenfüller

Beitrag von ostfüller » 11.02.2019 21:15

@Desas: Sehr gut! Das habe ich noch nicht gesehen, scheint mir aber sehr würdevoll und effektiv für die Füllerreinigung zu sein.

Ausgeschraubte Federn dürfen ins Ultraschallbad, ansonsten Gummibalg und die passende Patrone, welche oben offen ist.

Viele Grüße
Marco

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Axel63
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Re: Reinigung von Patronenfüller

Beitrag von Axel63 » 12.02.2019 11:44

desas hat geschrieben:
11.02.2019 16:31
Ich verwende einerseits eine Spritze mit dicker Spitze, die das Griffstück meist ganz gut abdichtet, am liebsten jedoch meine Spülflasche. Da läuft dann eben mal ein Liter Wasser durch den Tintenleiter.
Hut ab!

1. Preis bei Senior forscht!!!!!
:)

Zum Thema Spülmittel im Ultraschallbad:

Natürlich gehören da ein paar Tropfen rein um die Spannung des Wassers zu reduzieren und die Reinigungsleistung zu erhöhen.
Was Pelikan dazu schreibt, davon halte ich überhaupt nichts.
Schaut euch mal das YouTube-Video von Brian Goulet zum Thema "Füllereinigung" an.
Der empfiehlt bei stark verschmutzten Füllern ausdrücklich die Verwendung von Spülmittel und was der dazu im Video aus der Flasche drückt ist sogar in meinen Augen zuviel des Guten.
"Die Qualität bleibt, wenn der Preis längst vergessen ist." Henry Royce

V-Li
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Hygiene Reinigungsgeräte

Beitrag von V-Li » 25.09.2021 12:03

Zum Ausspülen meiner Patronenfüller nutze ich eine Ohrenspritze, was sich sehr bewährt hat. Da das große Volumen mit Wasser gefüllt wird und eine ziemlich kleine Öffnung hat, ist die Belüftung eher nicht gegeben. Zwar versuche ich Zeit zum Trocknen zu geben, aber das Innenleben kenne ich nicht.
Nach Nutzung ziehe ich einmal sehr heißes Wasser auf und lasse es zwei, drei Minuten stehen, aggressivere Mittel habe ich bisher noch nicht zum Einsatz gebracht.

Die Luft, die man herausdrücken kann, riecht nicht muffig, aber wie pflegt ihr solche Geräte oder tauscht ihr sie einfach regelmäßig aus?

rubicon
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Re: Hygiene Reinigungsgeräte

Beitrag von rubicon » 25.09.2021 12:28

Ich spüle immer zuerst mit Wasser mit einem Tropfen Spüli versetzt und dann mit Wasser. Danach lasse ich sie mit der Öffnung nach oben stehen. Riecht nur nach Gummi. Unser Wasser ist gefiltert und hat fast destillierte Qualität. Wenn du destilliertes Wasser nimmst, reduziert sich zumindest die Wahrscheinlichkeit der Verseuchung.
3%iges Wasserstoffperoxid aus der Apotheke könnte zum gelegentlichen Reinigen funktionieren.
Zuletzt geändert von rubicon am 25.09.2021 12:31, insgesamt 1-mal geändert.
LG
Andrea

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JulieParadise
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Re: Hygiene Reinigungsgeräte

Beitrag von JulieParadise » 25.09.2021 12:30

Ich verwende transparente Einwegpipetten, die größeren Modelle mit 5 ml Fassungsvermögen, das reicht auch zum Durchspülen. 100 Stück kosten nur 5-6 € und damit komme ich 1-2 Jahre locker hin. Bei diesen Versionen kann man ein Stück der Spitze abschneiden, sodass sie prima auf die Öffnungen von Patronenfüllern verschiedener Marken passen. Alle paare Wochen wechsle ich zu einer neuen Pipette.
Sina / Julie Paradise julieparadise.de | @wwwjulieparadisede

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Re: Hygiene Reinigungsgeräte

Beitrag von Penman AK » 25.09.2021 12:44

Ich hab mir für ein paar Euro das Reinigungsset von Octopus zugelegt:

https://www.amazon.de/gp/product/B08NW9 ... UTF8&psc=1

Die Reinigungsflüssigkeit habe ich bislang noch nicht benötigt, so stark war noch nichts verschmutzt/eingetrocknet. Für den letzten Spülvorgang nehme ich dann immer destilliertes Wasser.
Viele Grüße, Andreas

Papier ist geduldig, aber nicht die Tinte.

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MissMaire
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Re: Hygiene Reinigungsgeräte

Beitrag von MissMaire » 25.09.2021 12:56

Hier meine Einwegspritze und Kanüle aus der Apotheke. Ich habe bei den Patronen hinten ein bisschen abgeschnitten, so dass sie auf die Kanüle passen. Bei der Pilot Patrone ist das Ende nicht ganz dicht, aber für meine Zwecke reicht's. Die Pelikan Patrone ist dicht. Die Spritze nutze ich eh immer zum Befüllen der Patronen und damit kann ich auch die benutzten Patronen von Tinte säubern. Lässt sich prima an der Luft trocknen und durch die Kanüle puste ich einmal mündlich Luft durch. Habe immer ein Sammelsurium an leeren Patronen und Reinigungsspritze in einem kleinen Federmäppchen.
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Liebe Tintengrüße, Annemarie ;)
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Albert Camus

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HeKe2
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Re: Hygiene Reinigungsgeräte

Beitrag von HeKe2 » 25.09.2021 14:11

rubicon hat geschrieben:
25.09.2021 12:28
Ich spüle immer zuerst mit Wasser mit einem Tropfen Spüli versetzt und dann mit Wasser. Danach lasse ich sie mit der Öffnung nach oben stehen. Riecht nur nach Gummi. Unser Wasser ist gefiltert und hat fast destillierte Qualität. Wenn du destilliertes Wasser nimmst, reduziert sich zumindest die Wahrscheinlichkeit der Verseuchung.
3%iges Wasserstoffperoxid aus der Apotheke könnte zum gelegentlichen Reinigen funktionieren.
Auch ich benutze eine Ohrenspritze aber in Verbindung mit hinten abgeschnittenen Patronen. Diese stecke ich dann auf die Ohrenspritze zum Durchspülen der Füller. Die Verbindung ist durch die konische Form der Ohrenspritze dicht.

Zum Trocknen der Ohrenspritze ist es allerdings sinnvoller, diese mit der Öffnung nach unten zu lagern. So kann das Wasser sich am tiefsten Punkt, nämlich der Öffnung sammeln und abfließen. Der Luftaustausch des Spritzeninneren mit der Außenwelt findet unabhängig davon statt, ob die Spritze liegt, steht oder hängt.

Ich persönlich habe mit gefiltertem Wasser so meine Probleme. So ein Wasserfilter, wie ihn z.B. die Firma Brita vertreibt, enthält ein Ionenaustauscherharz, das ein Prima Nährboden für Bakterien und Pilze ist, wenn es erst einmal feucht ist. Derart "demineralisiertes" Wasser ist keineswegs keimfrei, sondern höchstwahrscheinlich diesbezüglich höher belastet, als das eingesetzte Leitungswasser. Mit höherem Alter des Wasserfilters steigt das Problem. Destilliertes Wasser aus tatsächlicher Destillation aber auch aus einer Umkehrosmose ist eine andere Liga. Bei den beiden letzten sinkt dann tatsächlich das Risiko der Verseuchung. Wer ganz sicher gehen will, sollte es 5 Minuten abkochen.

Die Methode mit dem Wasserstoffperoxid funktioniert, ist aber auf die Dauer nicht gut für das Gummi. Andererseits kostet so einen Ohrenspritze auch kein Vermögen und sie hält auch ein paar Jahre.
Beste Grüße
Hermann

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