„Reverse Writing“ - auch für euch eine Option?

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vanni52
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„Reverse Writing“ - auch für euch eine Option?

Beitrag von vanni52 » 16.01.2021 14:06

Das Schreiben mit der „falschen Seite“ der Feder probiere ich ab und zu aus.
Eigentlich nur mal so, bei dem ein oder anderen Füller.
Mit der hier gezeigten Feder macht es regelrecht Spaß, gerade für DIN A6 Notizen.
Kann man mit dieser Methode möglicherweise die Feder ruinieren?
Oder bin ich hier der einzige, der in diesen Grenzbereich vordringt?

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JulieParadise
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Re: „Reverse Writing“ - auch für euch eine Option?

Beitrag von JulieParadise » 16.01.2021 14:16

Nö, bist nicht allein damit. Mit meinen Sailor Musik- und Zoomfedern geht das seitenlang. Sind dann also zwei Federn in einer.
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Re: „Reverse Writing“ - auch für euch eine Option?

Beitrag von Linceo » 16.01.2021 14:20

Zum Schreiben längerer Texte nutze ich diese Methode nicht oder nur sehr selten, aber ich probiere es grundsätzlich bei jedem neuen Füller aus. Dass man die Feder damit ruinieren könnte, glaube ich nicht, sofern man nicht drückt wie ein Berserker.

Ich empfinde es irgendwie als Indiz für eine perfekt geschliffene Feder, wenn der Tintenfluss "beidseitig" gut ist und die Feder auch beim reverse writing nicht kratzt.

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V-Li
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Re: „Reverse Writing“ - auch für euch eine Option?

Beitrag von V-Li » 16.01.2021 14:46

Wenn ich eine Tinten-/Füllerkombination neu teste, gehört das rückseitige Schreiben ins Tintenbuch.

Und ich sehe das bei den breiteren Federn als Hilfe, wenn ich mal kleinere Notizen (Indizes) anbringen muss. Also Feature und nicht Fehler.

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JulieParadise
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Re: „Reverse Writing“ - auch für euch eine Option?

Beitrag von JulieParadise » 16.01.2021 15:04

Beispiele:

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2020 05 29 Kyo-Iro Soft Snow of Ohara Proske Zoom sm.jpg (730.27 KiB) 873 mal betrachtet

Sailor Nagasawa Kobe Proske = Profit Skeleton (= 1911s) [Zoom-Feder] + Kyo-Iro Soft Snow of Ohara


2020 05 30 Sailor Ink Studio 162 Sailor PGSM Yuki Music sm.jpg
2020 05 30 Sailor Ink Studio 162 Sailor PGSM Yuki Music sm.jpg (653.84 KiB) 873 mal betrachtet

Sailor Pro Gear Slim Shikiori Yukitsubaki (verkleinert) [Musik-Feder] + Sailor Ink Studio #162 -- das sieht hier etwas blass aus, weil die Tinte selbst reichlich zart ist und dazu noch eher trocken.
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Astro
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Re: „Reverse Writing“ - auch für euch eine Option?

Beitrag von Astro » 16.01.2021 15:30

Schon früher zu Schulzeiten mit dem Safari so gemacht. Ganz normal.

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vanni52
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Re: „Reverse Writing“ - auch für euch eine Option?

Beitrag von vanni52 » 16.01.2021 21:00

Hallo Sina,

das ist ja ein spannendes Chromatogramm mit der Sailor #162.
Wobei mir allerdings die Vorstellungskraft fehlt, was das Procedere betrifft?
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Zollinger
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Re: „Reverse Writing“ - auch für euch eine Option?

Beitrag von Zollinger » 16.01.2021 21:31

Dei beidseitige Nutzbarkeit einer Feder ist eine Eigenschaft die ich besonders Schätze. Nicht alle können es, umso mehr werden die wenigen tauglichen Exemplare gehütet. Nur einige Beispiele:

Die Feder dieses Platinum Pocket Pen hat eine beidseitig geschliffene Feder:

BildGraphosoma Italicum - Platinum Pocket Pen von -C.M.Z-

dieser Parker 180 natürlich auch:

BildParker 180 von -C.M.Z-


und mein besonderer Liebling:

BildPelikan 400 EF UEF von -c_m_z-

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JulieParadise
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Re: „Reverse Writing“ - auch für euch eine Option?

Beitrag von JulieParadise » 16.01.2021 21:44

vanni52 hat geschrieben:
16.01.2021 21:00
Hallo Sina,

das ist ja ein spannendes Chromatogramm mit der Sailor #162.
Wobei mir allerdings die Vorstellungskraft fehlt, was das Procedere betrifft?
Vielleicht ist es nicht einmal ein Chromatogramm ... ich hatte einfach mit einem feuchten Küchentuch den Glasrand abgewischt, bevor ich das Tintenglas wieder verschlossen habe.
Zollinger hat geschrieben:
16.01.2021 21:31
Dei beidseitige Nutzbarkeit einer Feder ist eine Eigenschaft die ich besonders Schätze. Nicht alle können es, umso mehr werden die wenigen tauglichen Exemplare gehütet. Nur einige Beispiele:
[...]
Ja, ja, Christof, das toppt mal wieder alles! Klasse Schrift, fantastische Fotos! ;)
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TomSch
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Re: „Reverse Writing“ - auch für euch eine Option?

Beitrag von TomSch » 17.01.2021 12:50

Tach zusammen.

Eine interessante Frage, die ich - nunja - mit einem überzeugenden "Wie-et-kütt" beantworten würde.
    IMG_9935.JPG
    Eindruck: normale Schrift - reverse
    IMG_9935.JPG (410.35 KiB) 639 mal betrachtet
      Bei einigen Neuerwerbungen und/oder Modifikationen probiere ich's aus. Manchmal geschehen diese Schleifaktionen auch speziell in diese Richtung (Pelikan "waverly-Feder", die einfach eine abgebrochene war, aber sonst noch gut in Schuss).

      Neben den von Zollinger angesprochenen 180ern von Parker, die ich ebenfalls gern nutze, ist aber eben auch zu konstatieren, dass gewisse Federn im Normzustand nicht für's reverse writing gemacht sind (die beiden eigentlich toll in normaler Haltung schreibenden Piloten), während meine Pelikane und der Premier hier alle punkten können.

      Verscheite, doch leider schon wieder tauende Sonntagsgrüße,
      Thomas
      Bewerte deine Erfolge daran, was du aufgeben musstest, um sie zu erzielen.
      Dalai Lama

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      Re: „Reverse Writing“ - auch für euch eine Option?

      Beitrag von HeKe2 » 17.01.2021 14:46

      Linceo hat geschrieben:
      16.01.2021 14:20
      Ich empfinde es irgendwie als Indiz für eine perfekt geschliffene Feder, wenn der Tintenfluss "beidseitig" gut ist und die Feder auch beim reverse writing nicht kratzt.
      Ich verstehe zu wenig von der Interaktion zwischen Feder und Tintenleiter, aber wenn die Feder nicht der sprichwörtliche Nagel ist, gibt sie beim Schreiben nach wobei sich der Federschlitz weitet, was beim revers Schreiben ja nicht geht. Deshalb meine Frage:
      Funktioniert reverses Schreiben eigenlich nur bei weniger flexiblen Federn?
      Beste Grüße
      Hermann

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      Re: „Reverse Writing“ - auch für euch eine Option?

      Beitrag von Horsa » 17.01.2021 14:47

      Hallo,
      Ja, Hermann, da liegst Du richtig. Die Rückenseite kann ihrer Natur folgend natürlich nicht besonders flexibel sein.
      Ich glaube auch nicht, dass die Feder unter einer vielseitigen Nutzung leidet.
      Es klappt bei einigen Füllern.
      So richtig vollwertig nutzbar ist es bei mir nur bei einem Lamy 2000 OBB (F) und natürlich beim Parker 180.
      Dem kann man es schon an der Spitze ansehen und eine "falsche Seite" kennt er natürlich auch nicht.
      "Flex" ist ihm allderdings auch fremd.
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      Compressed_0091.jpg (335.4 KiB) 599 mal betrachtet
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      Liebe Grüße

      Horsa

      V-Li
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      Re: „Reverse Writing“ - auch für euch eine Option?

      Beitrag von V-Li » 17.01.2021 15:40

      HeKe2 hat geschrieben:
      17.01.2021 14:46
      Linceo hat geschrieben:
      16.01.2021 14:20
      Ich empfinde es irgendwie als Indiz für eine perfekt geschliffene Feder, wenn der Tintenfluss "beidseitig" gut ist und die Feder auch beim reverse writing nicht kratzt.
      Ich verstehe zu wenig von der Interaktion zwischen Feder und Tintenleiter, aber wenn die Feder nicht der sprichwörtliche Nagel ist, gibt sie beim Schreiben nach wobei sich der Federschlitz weitet, was beim revers Schreiben ja nicht geht. Deshalb meine Frage:
      Funktioniert reverses Schreiben eigenlich nur bei weniger flexiblen Federn?
      Ohne tiefgreifende Ahnung zu haben...nein, meine Beobachtung ist, dass es nichts mit flexibel oder starr zu tun hat. Der Schlitz ist immer da, auch wenn er nicht geweitet wird. Ein Aufsetzen auf Papier startet den Tintenfluss, aber meist deutlich niedriger. Du kannst einen Füller frei aufhängen und nur ein Taschentuch berühren lassen, er wird sich schnell entleeren (und das Taschentuch einsauen).

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      Kroete
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      Re: „Reverse Writing“ - auch für euch eine Option?

      Beitrag von Kroete » 17.01.2021 16:01

      Ich habe einige Zeit ausschließlich reverse geschrieben, mit meinem M250. Ging gut, fand ich aber nicht sehr bequem, da der Schreibwiderstand auf jeden Fall höher war, als bei "richtiger" Schreibweise. Aber Probleme mit dem Tintenfluss hatte ich nie.
      Der Füller hatte eine F-Feder, die für mich viel zu dick geschrieben hat, das konnte kein Mensch lesen bei meiner kleinen Schrift (hätte auch einfach einen dicken Strich aufs Papier ziehen können, wäre aufs Gleiche hinausgelaufen). Inzwischen habe ich sie schmaler geschliffen, aber zu dick ist sie immer noch. Traue mich nur nicht, da noch mehr dran rumzuschleifen. Das ist der Grund, weshalb ich noch keinen M600 habe, weil Pelikan keine Federn herstellt, mit denen ich ordentlich schreiben könnte.
      Richtig glücklich bin ich erst mit der japanischen EF-Feder in meinem Sailor Pro Gear Slim geworden, weshalb dann noch ein Pilot Décimo, Pilot 95s und eine M400er Feder in XXF (von fpnibs) für meinen M200 eingezogen sind.
      Den M250 nutze ich nur noch für Überschriften o.Ä. wenn ich mal eine richtig dicke Feder brauche. Außerdem habe ich noch ein paar europäische EFs für wenn ich mal groß und schnell schreiben will oder für andere etwas schreibe, die keine Lupe zum Lesen benutzen wollen ;)
      Viele Grüße,
      Nora

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      vanni52
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      Re: „Reverse Writing“ - auch für euch eine Option?

      Beitrag von vanni52 » 18.01.2021 13:49

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      F29EB7C3-EF18-40AE-9C84-FCB6B82E18F6.png (722.68 KiB) 457 mal betrachtet


      Im Eröffnungsbeitrag hatte ich den MB 145 gezeigt.
      Noch deutlich besser sind die Reverse Writing Schreibeigenschaften des MB 149 Calligraphy.
      Hier kann man durch unterschiedlichen Druck noch besser mit der Linienbreite spielen, sogar etwas mit
      der Linienvarianz.
      LG
      Heinrich

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