Die Chemie der Tinte

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DanielH
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Die Chemie der Tinte

Beitrag von DanielH » 14.10.2007 12:12

Hallo in die Runde,

Da ich gerade mein Chemiestudium abgeschlossen habe wollte ich mich mal erkundigen, ob es hier jemanden gibt, der sich schon mal intensiver mit der Zusammensetzung verschiedener Tinten befasst hat. - Sprich mit Additiven, die die Fließfähigkeit verbessern etc. Den Farbstoffen sollte man doch eigentlich photometrisch oder zur Not mit HPLC (für alle nicht-Chemiker: Ein besonderes Stofftrennverfahren) auf die Spur kommen können - und den Additiven letztlich auch.

hotap

Beitrag von hotap » 14.10.2007 21:34

Hallo DanielH
(oder doch lieber nur Daniel ?),

schau doch mal hier in der Community von Fountainpen.de nach. Da hat unser Freund Armin jedenfalls schon reichlich interessantes über Viskosität und Oberflächenspannungen geschrieben. Meinst du so etwas?
Hier der Link: http://community.fountainpen.de/compone ... 9/catid,7/

Im letzten Fountainpen.de-Newsletter (ab Seite 3) ist dieser Bericht in einem Stück zu lesen.
http://www.fountainpen.de/news/newslett ... oesung.pdf

Viele Grüße
Günter

OttO LamRON
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Wenn ein Chemiker in der Tinte sitzt !

Beitrag von OttO LamRON » 06.11.2007 18:33

Hallo Daniel,
vor etwa zwei Jahren habe ich mir die Frage auch gestellt: Was ist da drin in den Tinten? Solche Fragen stellen sich neugierige Chemiker nun mal!

Was die Farbzusammensetzung betrifft wirst Du sehr schnell mit der Papierchromatographie zu sehr schönen Ergebnissen kommen.Sogar schon ohne Spezialpapier einfach mit einem Kaffefilter oder ähnlichem.
( Als Info für die mitlesenden nicht Chemiker: Wir wissen dann immer noch nicht was tatsächlich in der Tinte drin ist. Können aber sehen dass es unterschiedliche Farbstoffe sind mit wechselnden Mischungsverhältnissen.Am schönsten ist aber die Vielfalt der Farben.)

Bei den wenigen Versuchen die ich gemacht habe ich folgendes gefunden:

-In den Farbmischungen ein und desselben Herstellers tauchen immer wieder identische Basisfarbstoffe in unterschiedlichen Mischungsverhältnissen auf.
Das macht auch Sinn, wenn ich vier bis zehn bewährte Grundfarben habe, die untereinander mischbar sind, kann ich mir eine nicht überschaubare Anzahl von Farben ausmischen. Pelikan schwarz ist z. B. auch eine Mischung.

-Einige Besonderheiten gibt es bei den Blautönen.
Tinten die sich mit dem "Tintenkiller" entfernen lassen bestehen aus Methylenblau. Durch die Reaktion entsteht seine Leukobase die nicht sichtbar ist(leukos = weiß).Diese Tinten verpilzen nicht weil Methylenblau gegen Pilze wirkt.
Ein schönes anorganisches Blau kann man durch auflösen von Berlinerblau ( Du erinnerst dich Eisennachweis mit Kaliumhexacyano.....) in Oxalsäure erhalten.

-Mein Favorit für den Alltag ist die Eisengallustinte(z.B.von MB Dokumentenecht). Nicht etwa weil sie schön ist sondern weil sie (fast) alles übersteht. Nach wenigen Minuten auf dem Papier wird das Eisen(2) zu Eisen(3) und der Farbstoff unlöslich. Die Eisen(3)-Komplexverbindung ist schwarz. Wasser über die Laborkladde-kein Problem, zumindest nicht für die Tinte.
Die käuflichen Tinten haben immer noch einen zweiten Farbstoff zugemischt damit man von Anfang an etwas sieht. Dieser Farbstoff kann allerdings im Wasser ausbluten.

-Ein ganz anderes Thema sind die Zusatzstoffe:In den Tinten meiner Jugendzeit waren noch Phenolhaltige Koservierungsmittel.Ich habe den Geruch noch in der Nase. Und auch noch eine uralte Flasche Pelikan Tinte mit diesem für mich unvergesslichen Geruch.
Tenside für die Oberflächenspannung und Glycol,Gycerin oder ähnliches für die Viskosität. ( siehe hotap vom 14.10.07)

Wenn Du im Forum stöberst wirst Du noch viele interessante Dinge finden.
Eine schwarze Pigmenttusche für den Füller. Wasserfeste Tinten aus USA
und,und.....

Viel Spass beim stöbern
Otto

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