Der Geruch von Tinte

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Thom

Re: Der Geruch von Tinte

Beitrag von Thom » 07.02.2018 14:57

Sabine hat geschrieben:... sind Nanotinten per se wasserfest?
Nano ist einfach nur ein Synonym für klitzeklein. Die Pigmente können dadurch in Schwebe gehalten werden und wenn die im Papier und an den Fasern sind, gehen die so leicht auch nicht mehr ab. Dieser Teil ist auf dem entsprechenden Schreibgrund praktisch immer wasserresistent. Mit den Pigmenten die auf Pigmenten liegen oder bei glattem, nicht saugfähigem Beschreibmaterial ist das nicht zwangsläufig so.

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Tenryu
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Re: Der Geruch von Tinte

Beitrag von Tenryu » 07.02.2018 19:24

Es kommt darauf an, was man unter "wasserfest" versteht. Darf sich wie bei Lackfarbe rein gar nichts ablösen, oder reicht es, wenn genug Tinte haften bleibt, um den Text noch problemlos lesen zu können? Letzteres sollte bei allen Pigmenttinten gewährleistet sein.
Die meisten Papiere sind übrigens auch nicht wasserfest. Es stellt sich meist nur die Frage, was sich zuerst auflöst: die Tinte oder das Papier?
Alle Papiere sind in gewissem Maße saugfähig. Sonst verhielten sie sich wie eine Plastefolie und man könnte mit Tinte gar nicht drauf schreiben.

Thom

Re: Der Geruch von Tinte

Beitrag von Thom » 07.02.2018 20:31

Ich habe ja auch nicht Papiere sondern Beschreibmaterial geschrieben, Du musst schon aufpassen.

Sabine
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Re: Der Geruch von Tinte

Beitrag von Sabine » 07.02.2018 20:48

Können die Nanoteilchen dann nur durch ein spezielles Mittel in der Schwebe gehalten werden (sodaß sie nicht aneinanderhaften), das für den Geruch verantwortlich ist? oder haben Nanotinten andere Konservierungsstoffe als Farbstofftinten?

Thom

Re: Der Geruch von Tinte

Beitrag von Thom » 07.02.2018 21:08

Die Nanodispersion muss stabilisiert werden, wobei ich mir schon vorstellen kann, dass man Nanopigmente so ausstatten könnte,
dass sie sich nicht "zu nahe" kommen, ob sowas aktuell machbar ist, weiß ich aber nicht.
Wie leicht diese Dispersion gestört wird, kannst Du bei diesen Tintenpudding-Fällen sehen. Der Geruch der Tinten ist sicherlich ihren Inhaltsstoffen geschuldet.
Um aber nochmal auf Tenryus Papier zurückzukommen, damit die Nanotinten auf der Oberfläche haften (gemeint sind die oben genannten Bedingungen) sind schon weitere Maßnahmen erforderlich, mit denen die Grenzen der Füllertauglichkeit schnell erreicht werden, dann hat man diese Kompromisse wie z.B. die eingeschränkte Wischfestigkeit der Montblanc Permanent schwarz.

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Re: Der Geruch von Tinte

Beitrag von KaEff » 07.02.2018 22:21

Das Zauberwort heißt hier van-der-Waals-Wechselwirkungen, zwischen Schreibgrund und Partikel, aber auch zwischen Lösungsmittel bzw. Trägerflüssigkeit und Partikel.

Je nachdem, wie stark diese Wechselwirkungen ausfallen, umso beständiger ist eine Tinte ans Papier gebunden. Im Fall von Zellulose und der Tinte sollten relativ stabile Wasserstoffbrückenbindungen auftreten.
Bei der Geschichte geht es um Ladungsverteilungen in Zellulose bzw. Papier und Nanopartikel. Ungleichnamiges zieht sich, gleichmäßiges stößt sich ab.
Generell sollte sich ein polarer Partikel auch besser in einem polaren Lösungsmittel in der Schwebe halten lassen.
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Re: Der Geruch von Tinte

Beitrag von Thom » 07.02.2018 23:31

Hier ist mal der Pudding, ich weiß aber nicht, ob er nach Schoko oder Vanille riecht (irgendwie muss ich die Kurve ja kriegen :) ).
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Re: Der Geruch von Tinte

Beitrag von KaEff » 08.02.2018 8:53

Wenn ich an der falschen Stelle zum MB-Permanent-Pudding (MBP²) antworte, bitte herüber kopieren.

So etwas habe ich schon einmal gesehen, allerdings als Technik eines Malers. Leinwand, eine Schicht Firnis, dann wasserbasierte Farben, die trocknen lassen, dann wieder Firnis, wieder wasserbasierte usw.

Will sagen: Das Lösungsmittel wird nicht im Papier aufgesogen. Entweder lagert sich das Pigment zu schnell am "Papier" an und bildet so eine Sperrschicht. Durch die Oberflächenspanung bildet sich dann eine Art Kugel oder Mizelle (der Puddingstropfen). Oder "Papier" und Tintenformulierung harmonieren nicht miteinander und es ist günstiger eine Kugel mit Pigmenthülle und Lösungsmittel bzw. den Dispersionspartnern zu bilden.

Wenn ich Nanopartikel daran hindern möchte, sich zu nah zu kommen, dann würde ich es über Abstoßungseffekte umsetzen. Man kann zwar jede Menge Kunstgriffe physikalischer (Ultraschall usw) oder chemischer ("Tenside", pH,...) Art tun, allerdings sollte deren Langzeitstabilität kritisch betrachtet werden.

Hat die MBP² (oder zumindest ein Farbton) nicht auch "abgesandet"...?
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Re: Der Geruch von Tinte

Beitrag von Thom » 08.02.2018 13:54

Die Tinte ist hinüber, schaue Dir nur mal das 3. Bild an, das ist da nicht erst auf dem Papier passiert. Die Pigmente sind vermutlich schon im Napf flokkuliert. Das habe ich schon mehrfach gesehen, aber noch nie im Originalflakon. Bzgl. Geruch kann ich nix sagen, solange ich beim Schreiben nix rieche, ist das für mich nur ein Subplot.

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Re: Der Geruch von Tinte

Beitrag von KaEff » 08.02.2018 14:19

Das dritte Bild ist ein Klumpen, aus der Flasche gefischt...? Dann ist sie hin, was sonst. Mein Irrtum.

Sorry.

Oder ihr habt ihr Blut des Pfeilschwanzkrebses mit Endotoxinen in Berührung gebracht (LAL-Test) ...?
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Re: Der Geruch von Tinte

Beitrag von Thom » 08.02.2018 16:41

Das ist gewissermaßen ein globales Phänomen, ich weiß auch nicht genau, wodurch verursacht. Wenn ich nicht anders könnte, würde ich mich GinTonics Hypothese anschließen.
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Re: Der Geruch von Tinte

Beitrag von KaEff » 08.02.2018 17:07

Die Tücken der Sol-Gel-Prozesse. Manchmal reicht leicht schief gucken und man hat Chemie in Aspik im Glas.
In anderen Fällen hilft kein noch so heißer Eiertanz, es entsteht alles außer Gel.
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Re: Der Geruch von Tinte

Beitrag von Thom » 08.02.2018 17:12

Ja, wenn mich meine Antennen nicht trügen, macht GinTonic ein bisschen Understatement. Ich glaub, die kennt sich richtig aus.

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Re: Der Geruch von Tinte

Beitrag von red » 08.02.2018 19:26

Um wieder zurück zum Thema zu kommen, bei mir ist vor ein paar Tagen die Emma und die graue Scetch Ink eingezogen. Zur grauen kann ich noch nichts sagen, aber die Emma erinnert mich stark an den Geruch von Sekundenkleber.
Für mich ist sie hart an der Grenze, da ich es auch ganz leicht beim Schreiben rieche :|
Ich habe aber auch eine komische Schreibhaltung, mit dem Kopf nah am Papier :roll:

Aber komplett aussortieren will ich sie noch nicht. Mal sehen ob es mich noch stört, wenn die ersten 3-4 Konverterfüllungen verschrieben sind.

Achso, und die Emma ist komplett Wasserfest. Da passiert unter Wasser gar nichts. War so ziemlich das erste was ich getester habe :mrgreen:

Gruß red

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Re: Der Geruch von Tinte

Beitrag von Tenryu » 09.02.2018 0:25

Die übelriechendsten Tinten, die ich bislang besessen habe, waren die von Sailor. Als ich mein erstes Glas geöffnet hatte, dachte ich zuerst, die Tinte wäre vielleicht verdorben. :o
Aber die drei anderen, die ich danach bekam, rochen genau so streng. :( Wenn auch leicht unterschiedlich.
Die haben so schöne Farben. Aber ihr Gestank ist einfach unerträglich. :roll:

Die Noodler's Tinten haben auch einen eigenartigen Geruch. Nicht so stark und nicht so schlimm, wie die Sailors.

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