Konservierungsstoff in Tinten

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Joe Schlendrian
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Konservierungsstoff in Tinten

Beitrag von Joe Schlendrian » 09.04.2019 15:25

Hallo kann mir Jemand übermitteln was für Stoffe das sind die mit

C(M)IT / MIT bezeichnet werden.

Ich bin auf er suche nach einer verträglichen Tinte für mich als Person die MULTIPLE CEMICAL SENSITIF ist das wichtig!!???

Vielen Dank für EURE Hilfe.

Mit freundlichen Grüssen

Joe

Thom
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Re: Konservierungsstoff in Tinten

Beitrag von Thom » 09.04.2019 15:51

Hallo Joe,

das sind Isothiazolinone. https://de.wikipedia.org/wiki/Isothiazolinone
Chlormethylisothiazolinon scheint aber kaum noch verwendet zu werden, Methylisothiazolinon und Benzisothiazolinon aber schon.

V.G.
Thomas

Thom
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Re: Konservierungsstoff in Tinten

Beitrag von Thom » 05.05.2019 22:09

Also, ich hielt mich hier mal ein bisschen zurück, weil ich mit R&K über das Thema gesprochen hatte und die hätten das bei weiteren Nachfragen schon per PN mit dem Fragenden geklärt.
Ich bin immernoch der Meinung, die Isothiazolinon-Allergien wurde im Großen nicht von den königsblauen Tinten, welche die Stiftung Warentest bewertete, verursacht, sondern wahrscheinlicher von entsprechend konservierten Kosmetika. Nun ist es aber schon ein echtes Problem, wenn jemand bereits so eine Allergie hat und dann mit diesen Stoffen in Kontakt kommt. Eine königsblaue Tinte kann man auch als Flakontinte ohne Isothiazolinone machen und so, dass sie nicht verkeimt. Wenn jemand gar keine andere Möglichkeit findet, eine Nachricht an mich schreiben.

V.G.
Thomas

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Schaumburger
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Re: Konservierungsstoff in Tinten

Beitrag von Schaumburger » 06.05.2019 14:51

Thom hat geschrieben:
05.05.2019 22:09
Also, ich hielt mich hier mal ein bisschen zurück, weil ich mit R&K über das Thema gesprochen hatte und die hätten das bei weiteren Nachfragen schon per PN mit dem Fragenden geklärt.
Ich bin immernoch der Meinung, die Isothiazolinon-Allergien wurde im Großen nicht von den königsblauen Tinten, welche die Stiftung Warentest bewertete, verursacht, sondern wahrscheinlicher von entsprechend konservierten Kosmetika. Nun ist es aber schon ein echtes Problem, wenn jemand bereits so eine Allergie hat und dann mit diesen Stoffen in Kontakt kommt. Eine königsblaue Tinte kann man auch als Flakontinte ohne Isothiazolinone machen und so, dass sie nicht verkeimt. Wenn jemand gar keine andere Möglichkeit findet, eine Nachricht an mich schreiben.

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Thomas
Hallo Thom,

ist Thymol zu schwach um effektiv zu sein?
Die Leute, die selbst Fotoplatten machen, nehmen es gern als Fungizid/Bakterizid...

Beste Grüße
Jens
.....................................................................................................
was mich sonst so interessiert:
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HeKe2
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Re: Konservierungsstoff in Tinten

Beitrag von HeKe2 » 06.05.2019 15:59

Thymol löst sich 1:1000 in Wasser, aber gut in Kalilauge und Essigäure, sehr gut in Chloroform oder Ether. Kurz, es hängt davon ab, in welcher Lösung damit konserviert werden soll. Ich bezweifle, dass die Konzentration in einer wässrigen Lösung von pH=7 reicht.

Grundsätzlich kann man aber auch gegen Terpene wie Thymol allergisch sein, genauso wie gegen so gut wie alle anderen Konservierungsmittel. Thom(as) vermutet ja nicht ganz zu unrecht, dass die Ursache der erhöhten Sensibilität für Isothiazolinone eben nicht bei den Tinten liegt. Die vormals gern genommenen Parabene sind aus dem gleichen Grund in Verruf geraten. Nur gilt das eben auch nicht für jeden. Grundsätzlich entsteht eine Allergie nämlich nicht aus dem Nichts. Man muss schon irgendwie (durch häufigen unterschwelligen Kontakt) sensibilisiert worden sein. Daher lohnt es sich im Zweifel schon, sollte man wirklich gegen die Substanzen allergisch sein, Thom eine Tinte machen zu lassen, wenn er es schon anbietet. Er weiß dann auch, ob es auch aus anderen Gründen zusammenpasst. Thymol als Phenol in einer eisenhaltigen Tinte gäbe sonst auch noch interessante Reaktionen.
Beste Grüße
Hermann

Thom
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Re: Konservierungsstoff in Tinten

Beitrag von Thom » 06.05.2019 21:00

HeKe2 hat geschrieben:
06.05.2019 15:59
Thymol als Phenol in einer eisenhaltigen Tinte gäbe sonst auch noch interessante Reaktionen.
Die Eisengallustinten habe ich so gemacht, dass sie selbstkonservierend sind. Da ist garantiert kein Isothiazolinon drinnen.

V.G.
Thomas

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Re: Konservierungsstoff in Tinten

Beitrag von Tenryu » 07.05.2019 1:19

Braucht königsblaue Tinte überhaupt Konservierungsstoffe? Die hat doch einen ph-Wert von 2,75, ist also saurer als Cola.

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Schaumburger
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Re: Konservierungsstoff in Tinten

Beitrag von Schaumburger » 07.05.2019 1:21

Herrmann, Thom,

verstehe. Danke für Eure Ausführungen.

Beste Grüße
Jens
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Re: Konservierungsstoff in Tinten

Beitrag von Thom » 07.05.2019 3:17

Tenryu hat geschrieben:
07.05.2019 1:19
Braucht königsblaue Tinte überhaupt Konservierungsstoffe? Die hat doch einen ph-Wert von 2,75, ist also saurer als Cola.
Aspergillus niger überlebt bis pH 1,5. So richtig fit ist er da allerdings nicht mehr.

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noses
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Re: Konservierungsstoff in Tinten

Beitrag von noses » 07.05.2019 16:23

Thom hat geschrieben:
07.05.2019 3:17
Aspergillus niger überlebt bis pH 1,5. So richtig fit ist er da allerdings nicht mehr.
Noodlers' UV-Tinte ist eigentlich auch so vergiftet, daß darin nichts überleben können sollte UND auch noch ziemlich sauer, und trotzdem bekommt man das hier geliefert:

https://external-preview.redd.it/feYPdv ... 9656d54c83


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Re: Konservierungsstoff in Tinten

Beitrag von Thom » 07.05.2019 16:56

Zum Thema Konservierungsstoffe hatte ich jetzt auch einen kurzen Plausch mit Erwin, kann ich mich gleichmal wieder zitieren.

Es ist auch so, dass neue Konservierungsmittel erstmal vergleichsweise über den Klee gelobt werden, bis nach einigen Jahren der Masseneinsatz zeigt, was wirklich los ist. Das war mit den Isothiazolinonen auch so. 2008 hatte die Stiftung Warentest die Tinten mit CMIT/MIT noch durchgewunken und jetzt haben sie BIT/MIT (da ist schon CMIT gar nicht mehr drinnen) reihenweise abgestuft.

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HeKe2
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Re: Konservierungsstoff in Tinten

Beitrag von HeKe2 » 07.05.2019 18:27

Thom hat geschrieben:
07.05.2019 16:56
Zum Thema Konservierungsstoffe hatte ich jetzt auch einen kurzen Plausch mit Erwin, kann ich mich gleichmal wieder zitieren.

Es ist auch so, dass neue Konservierungsmittel erstmal vergleichsweise über den Klee gelobt werden, bis nach einigen Jahren der Masseneinsatz zeigt, was wirklich los ist. Das war mit den Isothiazolinonen auch so. 2008 hatte die Stiftung Warentest die Tinten mit CMIT/MIT noch durchgewunken und jetzt haben sie BIT/MIT (da ist schon CMIT gar nicht mehr drinnen) reihenweise abgestuft.

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Thomas, das Gemeine ist, dass in der Definition eines Konservierungsmittels festgelegt ist, eine nicht unbedingt zell- oder lebensfreundliche Substanz zu sein. Da liegt es auf der Hand, dass diese Substanzen irgendwie reizend oder gesundheitsschädlich sind, um mal diese Klassifikationen aus der (alten) Gefahrstoffverordnung zu bemühen. Man dosiert sie nun in der Regel so, dass sie uns Menschen in dieser Dosierung normalerweise nichts anhaben können. Das ist genau dieses "Unterschwellige", das ich vorher schon mal benannt habe. Empfindliche Menschen werden davon auf die Dauer sensibilisiert. So kommt es dann zu deiner Beobachtung, dass die neuen Mittelchen immer besser erscheinen als die alten, und sich erst später herausstellt, dass sie es nicht sind.

Als Beispiel mal ein pflanzlicher Hustensaft. Die Pflanzenextrakte werden normalerweise als alkoholischer Auszug hergestellt und mit Zuckersirup aufgegossen. Eine Einzeldosis enthält weniger Alkohol als ein Glas natürlicher Apfelsaft.
Der Alkohol ist Lösemittel für die Pflanzeninhaltsstoffe und Konservierungsmittel, der Zucker Konservierungsmittel und Geschmackskorrigens. So vereinfacht die klassische Herstellung.
Nun möchte der Markt aber solche Säfte mit einem dicken Aufkleber "Zuckerfrei" und "Alkoholfrei". Also wird der Zucker durch Sorbitol, Fructose und Aromen, der Alkohol durch Propylenglycol, Glycerin und ggf. Konservierungsmittel ersetzt. Mag jeder selbst entscheiden, was auf die Dauer wohl mehr Ärger macht die beiden Altbekannten, für deren Abbau der Körper bestens gerüstet ist, oder die vielen Neuen.

Das war jetzt ein wenig OT, aber zeigt das Dilemma. Deine Tinten sind autosteril und ich bin sicher, dafür muss man auch den ein oder anderen Nachteil in Kauf nehmen muss. Wir wollen heute immer alles 100% einfach und sicher und stellen erst hinterher ganz überascht fest, dass es das nicht gibt.
Beste Grüße
Hermann

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Re: Konservierungsstoff in Tinten

Beitrag von Joe Schlendrian » 12.05.2019 14:34

Ich bekomm nun vom Dr. Jansen Tinten erstellt und muss dann halt, wenn auch nicht gerne, im Ausschlussverfahren durch Provokatinstests herausfinden, ob ich die Schutzmaske, beim Schreiben, tragen müsste.
Dann gibt es halt nur noch Kurzgeschichten oder ich geh noch weiter zurück wie zu ZUCKER & ALKOHOLzeiten und nehme Hammer und Meissel dann ist das auch DOKUMENTENECHT. hihihi.

Thom
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Re: Konservierungsstoff in Tinten

Beitrag von Thom » 13.05.2019 6:05

Joe Schlendrian hat geschrieben:
12.05.2019 14:34
Dann gibt es halt nur noch Kurzgeschichten oder ich geh noch weiter zurück wie zu ZUCKER & ALKOHOLzeiten und nehme Hammer und Meissel dann ist das auch DOKUMENTENECHT. hihihi.
Mache Dir mal keine Sorgen, inhaltliche Qualität war schon immer dokumentenecht. :)

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Thomas

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Re: Konservierungsstoff in Tinten

Beitrag von Thom » 18.06.2019 12:01

So, königsblaue Flakontinte ohne Isothiazolinone habe ich fertig, offene Zeit ist ca. 5 Minuten. Beim Stiftung Warentest 2008 waren in den schwarzen Tintenpatronen von Herlitz und Pelikan auch keine drinnen und beim aktuellen Test in der blauen Schneider Tintenpatrone. Dieser Bursche verträgt auch die schwarze Lamy (Patrone oder Flakon?), seine Vermutung zur Benzoesäure ist aber falsch.

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