Beobachtungen im Flugzeug

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penpiper
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Beobachtungen im Flugzeug

Beitrag von penpiper » 08.04.2013 19:31

Guten Abend,
Als ich neulich im Flieger saß, fiel es mir besonders auf: Die Auswirkungen des Drucks auf Füllhaltertinte.
Ich konnte beobachten, dass sich die Lamellen des Tintenleiters meines Pelikans M200 komplett mit Tinte füllten, es war keine Lücke mehr zu sehen. Zum Glück hatte ich wie genannt einen Pelikan M200 dabei, ich mochte mir nicht vorstellen, was passieren würde, hätte ich z.B. einen Parker Urban dabei gehabt? Der hat keinerlei außen liegende Lamellen und ich denke auch im Inneren kann niemals so viel Platz für "herausgesaugte" Tinte sein!
Was meint Ihr?
Viele Grüße

Holger

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Tombstone
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Re: Beobachtungen im Flugzeug

Beitrag von Tombstone » 08.04.2013 19:52

Hallo Holger,

wenn Du den Füller mit der Feder nach oben transportierst, sollte da eigentlich gar nichts passieren.

Ciao - Peter
Ciao - Peter

Handle stets so, dass die anderen sich wundern, warum sie Dir noch keine reingehauen haben...

QuixNoux
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Re: Beobachtungen im Flugzeug

Beitrag von QuixNoux » 08.04.2013 20:14

Richtig, das ist eigentlich mit jedem Füller unproblematisch.
Während der ersten 15 Minuten nach dem Start sollte der Füller entweder nach oben zeigen oder man befüllt ihn möglichst komplett. Danach ist es sowieso unkritisch, da sich der Luftdruck nicht mehr verringert (beim Landeanflug erhöht er sich wieder, aber das ist egal, da die Tinte dann nur "reingesaugt" wird).

Antares
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Re: Beobachtungen im Flugzeug

Beitrag von Antares » 08.04.2013 22:20

Hallo Holger,

wenn es nur um den Transport während des Fluges geht und ich
auf Nummer sicher gehen möchte, habe ich mir ein Zigarrenröhrchen besorgt.
Das Röhrchen ist innen mit Zedernholz ausgelegt und im Schraubdeckel ist eine Schaumstoffeinlage.

Der Pelikan sitz dadurch relativ sicher und wacklet nicht.
Da das Röhrchen relativ luftdicht schließt, hatte ich bisher nie Probleme mit evtl.
auslaufender Tinte, egal wie hoch der Tintenstand war.

Beste Grüße

Martin

isegrimmgo
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Re: Beobachtungen im Flugzeug

Beitrag von isegrimmgo » 08.04.2013 22:35

Hallo,
optimal für diesen Verwendungszweck ist natürlich ein "shut - off - valve" wie es z.B beim Pilot Custum 823 oder bei manchen Danitrio Eyedropern zu finden ist.

#Wolfgang

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Tenryu
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Re: Beobachtungen im Flugzeug

Beitrag von Tenryu » 09.04.2013 1:45

Der TWSBI vac700 hat meines Wissens auch so eine Funktion.

(Ich brauche so etwas nicht, da ich mein Lebtage noch nie in einer Flugmaschine gesessen bin.... :| )

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Faith
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Re: Beobachtungen im Flugzeug

Beitrag von Faith » 09.04.2013 16:54

Ich hatte meinen Kaweco Sport komplett gefüllt einfach so im Flugzeug, da ist tatsächlich nichts passiert. Wie auch, wenn zu wenig Luft da ist, die sich ausdehnen will.
Einen Lamy scala durfte ich dagegen nach einem Flug von seinen ausgespuckten Resten befreien... Da war die Patrone nur etwa halb voll gewesen und der Füller irgendwie verstaut. Danach gab es eine Lehrstunde über Luftdruck und Füller im Flugzeug. :lol:
Viele Grüße
Faith

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Tenryu
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Re: Beobachtungen im Flugzeug

Beitrag von Tenryu » 09.04.2013 20:36

Das gleiche kann auch passieren, wenn man einen kalten Füller in einen warmen Raum bringt, wo sich die Luft im Tintentank erwärmen und ausdehnen kann.

Vermutlich ist das auch der Grund, weshalb die meisten Füller verhältnismäßig wenig Tinte enthalten. Modelle, bei denen der ganze Schaft als Reservoir dient, sind ziemlich selten, und verfügen meist über ein kompliziertes System an Dichtungen und Ventilen, was sie wiederum anfällig macht.

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Faith
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Re: Beobachtungen im Flugzeug

Beitrag von Faith » 10.04.2013 18:03

Stimmt, da kann das auch passieren. Habe ich aber nicht beobachtet, trotz Temperaturschwankungen von gut 50°C. Hier war aber der Füller mit einer kleinen Patrone bestückt verhältnismäßig voll.
Viele Grüße
Faith

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Re: Beobachtungen im Flugzeug

Beitrag von füller-fan » 10.04.2013 19:49

meine Erfahrung beim Fliegen ist sehr unproblematisch. Hatte öfters meinen 146er dabei. Da es zu Besprechungen ging, war er immer voll gefüllt. Im Flieger dann auch ganz mutig in der Hemdentasche getragen. Null Probleme! Keine Sauerei.
LG Andreas

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Re: Beobachtungen im Flugzeug

Beitrag von Tenryu » 10.04.2013 20:47

In der Hemd-oder Rocktasche getragen kann eigentlich keine Tinte auslaufen, weil die Feder nach oben zeigt. Problematisch ist es, wenn der Füller liegt oder gar kopfüber steht und sich viel Luft, die sich ausdehnen kann, im Reservoir befindet.

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Re: Beobachtungen im Flugzeug

Beitrag von Füllerschreiber » 11.04.2013 15:15

Ich hatte mal bei Pelikan angefragt, wie es um die Auslaufgefahr beim Fliegen und bei vergleichbaren Verhältnissen im Gebirge bestellt sei. Immerhin kann man in den Alpen mit dem Auto oder Motorrad auf Asphalt bis auf knapp 3.000 m hoch und auf Schotter sogar auf ein paar Meter über 3.000 m.
Die Antwort war, es dürfe nichts passieren - wenn man sich an die Regeln hält (wie sie auch hier im Forum beschrieben sind). Von Montblanc hab ich irgendwo ähnliche Auskünfte gelesen.

Als ich das letzte Mal in den Alpen war, hatte mehr Füller als sonst dabei, zu Testzwecken. Überwiegend Kolbenfüller von Pelikan, aber auch andere mit Patronen.
Für mich ist es nicht Sinn der Sache, den Füller mit vollem Tank und in senkrechter Feder-nach-oben-Haltung als "totes" Objekt dabei zu haben. Ich will mit ihm schreiben, auch unterwegs, in der Flugzeugkabine, im Auto und wenn ich mit dem Motorrad unterwegs bin (und da sind die Alpen nun mal eine herrliche Gegend, je höher, desto besser). Schreiben ist nun mal mein Job.

An die Regeln habe ich mich bewusst nicht gehalten, aber ich hab auch nichts provoziert. Die Füller waren also nicht voll, eher Zweidrittel, dann abnehmend. In einer senkrechten Lage waren sie nur so lange, wie ich sie nicht geschrieben habe oder wie sie in der Tasche nicht aus dieser Lage herausgerutscht sind.

Dabei liefen bei kleineren Füllern, angefangen beim M 600, die Lamellen voll, während die vom M 800 und M 1000 unbeeindruckt leer blieben. Weitere Probleme hatte ich nicht. Auch dann nicht, wenn Druckunterschiede über 1.000 Höhenmeter (und mehr) innerhalb weniger Minuten mit der Seilbahn absolviert wurden. Zugegeben: Während der Seilbahnfahrten hab ich nicht geschrieben, da steckten die Füller ganz artig mit der Feder nach oben in der Jacke.

Es sieht so aus, als ob kleinere Füller eher an die Grenzen ihrer Reserven gelangen. Ich vermute, dass die "technischen Einrichtungen" der Füller - vom Tankinhalt über die Länge des Tintenleiters bis zum Aufnahmevolumen der Lamellen - vom kleinen zum großen Füller nicht proportional, sondern überproportional "wachsen". Falls das zutrifft, hätten größere Füller größere Auslaufreserven und kleinere Füller kleinere Auslaufreserven (zumindest innerhalb derselben "Baureihe" desselben Herstellers).

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Re: Beobachtungen im Flugzeug

Beitrag von Faith » 12.04.2013 22:19

Beim Fliegen ist nur der Start das Problem. Sowie man auf Reisehöhe ist, kann nichts mehr auslaufen. Der Druck bleibt dann ja gleich, als ob man am Erdboden wäre. Beim Landen erhöht sich der Umgebungsdruck und würde, wie bereits geschrieben die Tinte in den Füllern drücken statt andersrum.
Wenn die Druckunterschiede (Aufstieg) also senkrecht mit der Feder nach oben geschehen, wird kein Füller lecken.
Viele Grüße
Faith

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Re: Beobachtungen im Flugzeug

Beitrag von Füllerschreiber » 13.04.2013 14:39

Ich war nie gut in Physik (und Mathe und Chemie und ...). Deshalb bitte ich um Nachsicht, falls die selbst zusammengereimte Frage in die Runde nur Mist sein sollte:

Dass ein Füller nur auslaufen kann, wenn der Umgebungsdruck sinkt (also niedriger ist als im Füller), ist mir klar.
Aber wie verhält es sich mit der Tinte bei so einer Druckveränderung, die sich durch die Kapillarwirkung (ist das der richtige Begriff?) in der Feder und im Tintenleiter hält, auch wenn sich der Füller in der Feder-oben-Position befindet?
Dann müsste doch - so meine Überlegung - die Luft im Tank/Patrone/Konverter, die sich - bei nicht komplett gefüllten Vorratsbehälter - "über" der Tinte befindet, das Bestreben haben, sich nach oben auszudehnen (in eine andere Richtung geht ja nicht). Beim Ausdehnen - so meine weitere Überlegung - müsste diese Luft die Tinte aus dem Tintenleiter in Richtung der mit Tinte gefüllten Feder drücken. Falls es nun kein "Auffangbecken" - wie z.B. die Lamellen unter den Pelikan-Federn gibt - müsste dann die Feder "überlaufen".

Denke ich falsch? Übersehe ich etwas?

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Re: Beobachtungen im Flugzeug

Beitrag von QuixNoux » 13.04.2013 15:25

Es gibt nicht nur einen "Kanal" vom Tintenvorrat zur Federspitze hin. Beim normalen Schreiben muss ja irgendwie die verbrauchte Tinte durch Luft ersetzt werden. Gäbe es dort keinen zusätzlichen Entlüftungskanal (der physikalisch der "gleiche" sein kann, wie der Tintenleiter!), über den Luft nachgesaugt werden kann, so würde nur ganz wenig Tinte aus dem Vorrat herausfließen und recht bald wäre Schluss. Die Tinte bliebe dann einfach im Vorrat "kleben".

Wie du jetzt vielleicht schon ahnst, über genau diesen Weg kann sich die im Vorrat vorhandene Luft natürlich auch ausdehnen und zusammenziehen, falls der Füller nach oben zeigt. Wenn das jedoch nicht der Fall ist, und beide Kanäle voll Tinte sind (Füller zeigt nach unten), dann gibt es keine andere Möglichkeit und die Suppe fließt heraus, da beide Kanäle etwa auf der gleichen Höhe im Füller enden. Man könnte die Entlüftung jetzt am oberen Ende des Halters machen, dann sollte es kein Problem sein; das bringt aber wieder andere Probleme mit sich.

Eigentlich müsste der VAC 700 bei aufgedrehter Entlüftung nach unten zeigend während des Flugzeugstarts benutzbar sein, wenn ich keinen Denkfehler habe. Wer probiert es aus? :D Ach nee, die Entlüftungsöffnung ist wahrscheinlich auch unten...

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