Erbitte Erleuchtung: Eisengallus-Tinte

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Huly
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Re: Erbitte Erleuchtung: Eisengallus-Tinte

Beitrag von Huly » 31.10.2019 13:49

Ich liebe diesen Faden einfach. Diese neumodischen Tinten des 19. Jahrhunderts sind einfach gut. Die Nachtblau ist toll, insbesondere im alten 140er mit EF-Feder sieht sie seht gut aus.

ai19
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Re: Erbitte Erleuchtung: Eisengallus-Tinte

Beitrag von ai19 » 05.11.2019 23:50

Was ist eigentlich der Unterschied zwischen Rohrer&Klinger Dokumentus Blau und Permanent Blue?

Huly
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Re: Erbitte Erleuchtung: Eisengallus-Tinte

Beitrag von Huly » 06.11.2019 2:21

Soweit ich mich an die Experimente hier richtig erinnere, ist Permanent Blue nicht killerbar und resistenter gegen Sonnenlicht als "normales" Königsblau, aber nicht wasserfest. (Das sind Informationen aus 2. Hand, Quelle habe ich gerade nicht zur Hand).

Dokumentus-TInten sind so konstruiert, dass sie einige Anforderungen von offiziellen DIN/ISO-Normen zur Dokumentenechtheit erfüllen, damit sie für offizielle Zwecke verwendet werden können.

Keine der beiden Tinten enthält EG, soweit ich weiß.

Thom
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Re: Erbitte Erleuchtung: Eisengallus-Tinte

Beitrag von Thom » 06.11.2019 4:31

Ja, das ist völlig korrekt. Die R&K Blau permanent ist eine nicht killerbare Farbstofftinte mit guter Lichtbeständigkeit aber nicht wasserfest. Die dokumentus sind wasserfeste und lichtbeständige Nanopigment-Tinten, das ist nochmal ein anderes Kaliber.

V.G.
Thomas

Downfall
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Re: Erbitte Erleuchtung: Eisengallus-Tinte

Beitrag von Downfall » 23.02.2020 12:52

Hallo!

Mittlerweile bin ich dem Eisen Gallus Wahn regelrecht verfallen und hab wahnsinnig viel gefallen an den KWZ Tinten gefunden.
Am liebsten schreibe ich mit der Blau Schwarzen, was wohl die stärkste aus dem Sortiment ist. Die dunkelt je nach Auftrag zu einem richtig satten Schwarz nach und ist extrem wasser- und wischfest. Heute morgen habe ich auch ein Papier ans Fenster gehangen, um mal zu schauen, wie es sich nach einiger Zeit verhält.

Was mit aber aufgefallen ist: Die Tinten, die ich habe (IG Türkis, Blau #1, Blau Schwarz, Rot +3 und Mandarin) haben auch nach einem Jahr überhaupt keine Ausfällungen im Glas. Da schwimmt nichts drin rum und es gibt auch keinen Bodensatz. Ich dachte, das soll bei Eisen Gallus Tinten immer der Fall sein?

Wie sind ansonsten so eure Langzeiterfahrungen mit Eisen Gallus in Füllern?
Ich benutze die Blau Schwarz aktuell in einem Platinum 3776 mit breiter Feder, einem Pilot Custom Heritage 91 mit mittlerer Feder und einem Pilot Custom 74 mit BB Feder, jeweils immer abwechselnd. Ich hatte noch nie Probleme, die getrockneten Reste unter den Federn habe ich immer problemlos mit Vitamin C abbekommen.

Aber ich bin noch etwas zurückhaltend, die Tinte in meinen Custom 823 zu füllen, weil mir der Metallstab doch Kopfschmerzen macht...auch wenn Konrad mit persönlich versichert hat, dass da eigentlich nichts passieren sollte. Aber der Füller ist ja auch nicht gerade im Preisbereich vom Lamy Safari, wo ein Verlust noch zu verschmerzen wäre.

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Schaumburger
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Re: Erbitte Erleuchtung: Eisengallus-Tinte

Beitrag von Schaumburger » 23.02.2020 21:30

Moin,

willkommen im Klub! :-)

Eisengallustinten sind meine meistbenutzten Tinten - vor allem ESSRI, aber auch Diamine Registrar's, Gutenberg G10, Platinum Forest Black und Pelikan 4001 Blau-Schwarz.

Die Pelikan und Platinum haben auch heute kein Sediment entwickelt, die stärkeren Tinten (ESSRI, DRI, G10) hatten schon beim Kauf einen Bodensatz. Dieser ist normal und stört nicht weiter, da er nicht in den Füller kommt...

Langzeiterfahrungen: Hervorragend!
Die trockenen bis sehr trockenen Tinten harmonieren hervorragend mit den alten englischen Swan-Füllern mit Tintensack und 14K Goldfedern. Keine Stahlfedern, keine Tintenfenster (ausser dem Swan Visofil). So können besonders feine bis nadelfeine Federn glänzen... feinste, saubere Linien.

Beste Grüße
Jens

Downfall hat geschrieben:
23.02.2020 12:52

Hallo!

Mittlerweile bin ich dem Eisen Gallus Wahn regelrecht verfallen und hab wahnsinnig viel gefallen an den KWZ Tinten gefunden.
Am liebsten schreibe ich mit der Blau Schwarzen, was wohl die stärkste aus dem Sortiment ist. Die dunkelt je nach Auftrag zu einem richtig satten Schwarz nach und ist extrem wasser- und wischfest. Heute morgen habe ich auch ein Papier ans Fenster gehangen, um mal zu schauen, wie es sich nach einiger Zeit verhält.

Was mit aber aufgefallen ist: Die Tinten, die ich habe (IG Türkis, Blau #1, Blau Schwarz, Rot +3 und Mandarin) haben auch nach einem Jahr überhaupt keine Ausfällungen im Glas. Da schwimmt nichts drin rum und es gibt auch keinen Bodensatz. Ich dachte, das soll bei Eisen Gallus Tinten immer der Fall sein?

Wie sind ansonsten so eure Langzeiterfahrungen mit Eisen Gallus in Füllern?
Ich benutze die Blau Schwarz aktuell in einem Platinum 3776 mit breiter Feder, einem Pilot Custom Heritage 91 mit mittlerer Feder und einem Pilot Custom 74 mit BB Feder, jeweils immer abwechselnd. Ich hatte noch nie Probleme, die getrockneten Reste unter den Federn habe ich immer problemlos mit Vitamin C abbekommen.

Aber ich bin noch etwas zurückhaltend, die Tinte in meinen Custom 823 zu füllen, weil mir der Metallstab doch Kopfschmerzen macht...auch wenn Konrad mit persönlich versichert hat, dass da eigentlich nichts passieren sollte. Aber der Füller ist ja auch nicht gerade im Preisbereich vom Lamy Safari, wo ein Verlust noch zu verschmerzen wäre.
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Re: Erbitte Erleuchtung: Eisengallus-Tinte

Beitrag von Schaumburger » 23.02.2020 21:49

Moin,

nur kurz eine Rückmeldung zum Schlehen-Projekt.
Experiment misslungen: zu wenig Tannin, sehr viel Bodensatz, zu langes Hefelager, zu viel Verdünnung.

Es grüßt
Jens
Schaumburger hat geschrieben:
26.01.2019 21:57
Hallo,

mal eine Idee, bei der ich nicht weiss, ob daraus etwas Schönes werden kann.

Zur Zeit sind manchmal noch Schlehenfüchte an den Sträuchern, blau und tanninreich.

Der Dr. Jensen (De Atramentis) macht ja Tinten aus Rotwein.

Wäre es nicht möglich aus einem Schlehenwein eine rote/rotbraune Eisentannat-Tinte zu machen?
In alten Rezepten wird Schlehenrinde erwähnt, keine Früchte...

Die Früchte lassen sich nach meinen Vorversuchen zu einem unverdünnten Wein vergären.
Dabei werden für Tinte unerwünschte Bestandteile wie Zucker und Pektin abgebaut.
Der Säureanteil (Äpfelsäure, Zitronensäure) bliebe allerdings hoch.

Was meint ihr EG-Experten des Forums?

Beste Grüße
Jens
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Re: Erbitte Erleuchtung: Eisengallus-Tinte

Beitrag von Downfall » 24.02.2020 12:49

Sediment hatte ich bisher halt wirklich nur zwischen Feder und Tintenleiter in Form von Rückständen, aber das ging immer leicht ab.

Werde in ein paar Monaten mal berichten, was der Lichttest so ergeben hat. Ansonsten teile ich gerne meine Erfahrungen mit den KWZ Tinten, falls da jemand was genaues wissen möchte :)

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Re: Erbitte Erleuchtung: Eisengallus-Tinte

Beitrag von Schaumburger » 24.02.2020 13:44

Downfall hat geschrieben:
24.02.2020 12:49
Sediment hatte ich bisher halt wirklich nur zwischen Feder und Tintenleiter in Form von Rückständen, aber das ging immer leicht ab.

Werde in ein paar Monaten mal berichten, was der Lichttest so ergeben hat. Ansonsten teile ich gerne meine Erfahrungen mit den KWZ Tinten, falls da jemand was genaues wissen möchte :)
Hallo,

sehr gut, dann frage ich gleich mal:
Wie nass schreiben die Tinten? Verglichen mit den 4001er Pelikan, z.B. ?
KWZ hat ja einige interessante grüne Eisengallus-Tinten...

Beste Grüße
Jens
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Re: Erbitte Erleuchtung: Eisengallus-Tinte

Beitrag von Downfall » 24.02.2020 14:24

Die sind durchweg alle sehr gesättigt und sehr nass schreibend.
Das Schreibgefühl ist sehr angenehm, am ehesten zu vergleichen mit meinen beiden Iroshizuku Tinten (Shin-Kai und Asa-Gao).

Der Konrad weiß glaube ich wirklich, was er da tut. Auch bei seinen EG-freien Tinten. Für mich angenehmere Schreibeigenschaften hab ich bisher noch nirgends gesehen.

Die grünen hab ich leider noch nicht getestet, da ich mich mit grün generell nicht so anfreunden kann...die Blau #1 ist halt so ein dreckiges, dunkles grau mit ganz leichten Blauanteilen. Die Rot #3 ist halt eher so eine weinrote Farbe. Aber ich hab hier im Thread auch schon gelesen, dass rot bei EG eher schwierig ist. Die trocknet zu einem sehr dunklen Bordeaux würde ich sagen, die nasseren Stellen tendenziell eher Richtung schwarz.
Türkis ist eine Tinte für sich. Ich mag eigentlich weder diese hellblauen Töne wie die Kon-Peki, noch die dunkleren Töne zwischen Grün und Blau. Verdigris von R&K zum Beispiel mag ich gar nicht, leider. Aber die Türkise EG ist unglaublich. Vor allem der Farbunterschied von strahlend hellem Blau zu dem dunklen, teilweise fast schwarzen Grün-Blau Gemisch ist sehr faszinierend.

Die Mandarin enthält nur sehr wenig EG, ist aber auch sehr interessant. Ich benutze die oft als Akzentfarbe um Dinge zu markieren.

Die Blau Schwarze bleibt aber mein Favorit.

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Re: Erbitte Erleuchtung: Eisengallus-Tinte

Beitrag von Downfall » 24.02.2020 18:57

Kann meinen Post leider nicht mehr editieren, aber mir fiel gerade noch etwas ein:

Auf gutem Papier (Clairefontaine Velin oder Verge, das Briefpapier mit 100g und Wasserzeichen) brauchen alle meine EG-Tinten einige Zeit, bis sie dunkeln. Auf dem normalen 90g Clairefontaine aus den Collegeblöcken ist spätestens nach einem Tag alles fertig nachgedunkelt.
Auf dem Briefpapier dauert das eher drei Tage. Woran liegt das? Ich empfinde das Briefpapier nämlich eigentlich etwas tintenfreundlicher noch als die Collegeblöcke.

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Re: Erbitte Erleuchtung: Eisengallus-Tinte

Beitrag von Schaumburger » 25.02.2020 0:22

Downfall hat geschrieben:
24.02.2020 14:24
Die sind durchweg alle sehr gesättigt und sehr nass schreibend.
Das Schreibgefühl ist sehr angenehm, am ehesten zu vergleichen mit meinen beiden Iroshizuku Tinten (Shin-Kai und Asa-Gao).
Hmm, sehr nass sogar. Meine Füller schreiben mit trochenen bis sehr trochenen Tinten am angenehmsten... also nichts für mich.
Downfall hat geschrieben:
24.02.2020 14:24
Der Konrad weiß glaube ich wirklich, was er da tut. Auch bei seinen EG-freien Tinten...
Davon bin ich überzeugt...
Downfall hat geschrieben:
24.02.2020 14:24
Die Mandarin enthält nur sehr wenig EG, ist aber auch sehr interessant. Ich benutze die oft als Akzentfarbe um Dinge zu markieren.

Die Blau Schwarze bleibt aber mein Favorit.
Die Mandarin sieht wirklich gut aus.

Viele Grüße und danke
Jens
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Re: Erbitte Erleuchtung: Eisengallus-Tinte

Beitrag von Schaumburger » 25.02.2020 0:29

Downfall hat geschrieben:
24.02.2020 18:57
Kann meinen Post leider nicht mehr editieren, aber mir fiel gerade noch etwas ein:

Auf gutem Papier (Clairefontaine Velin oder Verge, das Briefpapier mit 100g und Wasserzeichen) brauchen alle meine EG-Tinten einige Zeit, bis sie dunkeln. Auf dem normalen 90g Clairefontaine aus den Collegeblöcken ist spätestens nach einem Tag alles fertig nachgedunkelt.
Auf dem Briefpapier dauert das eher drei Tage. Woran liegt das? Ich empfinde das Briefpapier nämlich eigentlich etwas tintenfreundlicher noch als die Collegeblöcke.
Hallo,

vermutlich ergeben unterschiedliche Beschichtungen verschiedene pH-Werte, die dann Einfluss auf die Geschwindigkeit der Oxidation haben. Nur mal so spekuliert...

Es grüßt
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Re: Erbitte Erleuchtung: Eisengallus-Tinte

Beitrag von Paperclip » 26.02.2020 11:46

Ich will nur eine Wasserstandsmeldung zum Thema Haltbarkeit von ESSRI abgeben. Ich hab die Flasche jetzt seit etwa zwei Jahren. Inzwischen ist die Schrift, wenn sie aus dem Füller kommt nicht mehr so klar blassblau sondern eher in Richtung preußischblau und in der Flasche zeig sich eine leichte Sedimentablagerung. Die Schrift ist aber nach etwa einem Tag immer noch richtig schwarz.
Zur Erinnerung: Ich hab den Inhalt des großen Originalgebindes aus Kunststoff auf mehrere kleine Aponorm-Fläschchen umgefüllt und der Leerraum wird mit Protektan aufgefüllt, so dass keine Luft in der Flasche ist. Außerdem hab ich vor ein paar Monaten etwas Gerbsäure hinzugefügt.

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Re: Erbitte Erleuchtung: Eisengallus-Tinte

Beitrag von Downfall » 12.03.2020 20:01

Nutzt ihr eure EG-Tinten eigentlich auch in den teureren Geräten?
Ich würde die KWZ EG Blauschwarz eigentlich ganz gerne als "Haupttinte" nutzen. Aber meine "Hauptfüller" sind leider nicht die günstigsten. Möchte eigentlich ungern das Risiko eines eventuellen Schadens eingehen.

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