Kernsanierung: Faber Castell Wertfüller 36/50 - Der Unterschied zwischen Wunsch und Wirklichkeit

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StephanHX
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Kernsanierung: Faber Castell Wertfüller 36/50 - Der Unterschied zwischen Wunsch und Wirklichkeit

Beitrag von StephanHX » 02.02.2019 15:06

Hallo zusammen,

mit diesem kurzen Review möchte ich an die bereits bestehenden Threads „Vorstellung Wertfüller“ und „Wertfüller zerlegt“ anknüpfen.

Die Überschrift habe ich so gewählt, weil zwischen Wunsch und Wirklichkeit dann doch oftmals unvorhersehbare Hürden liegen.

Nachdem ich im Dezember den Wertfüller 36/50 ergattern konnte, stand für mich schnell fest, dass ich hier definitiv keinen Selbstversuch starten werde, das Risiko des Zerstörens war mir zu groß - trotzdem sollte er wieder schreiben.

Der umfangreiche Bericht von Klaus (newlife) trug ebenfalls dazu bei, den Tintensack vom Fachmann tauschen zu lassen, also eingepackt und frohen Mutes mein erstes Paket auf die Reise zu fountainbel nach Belgien geschickt.

Wunsch war also: Fachmännisch soll ein neuer Tintensack eingesetzt werden.

Wirklichkeit war dann leider, dass es Francis nicht möglich war -trotz 48 Stunden Ultraschallbad und Einbringen größtmöglicher Wärme- die Sektion zu lösen. Ich konnte mich nicht dazu durchringen, noch mehr Wärme einfließen zu lassen und die Gefahr Bruchs/Abscherens hinzunehmen. Also im defekten Originalzustand zurück?

Er bot mir also an, den Füller in einen Pumpfüller umzuarbeiten. Neben der Kostenfrage ist es dann natürlich auch die Frage, ob man den Originalzustand wirklich verlassen möchte.

Kurzum: Ich wollte es - dadurch dass am Erscheinungsbild nichts geändert wurde und optisch nur der schwarze Druckknopf gegen eine Messing-Push-Pull-Variante ausgetauscht wurde, was eh von der Blindkappe abgedeckt wird, fand ich es prima. Der Messingknopf ist konkav gehalten und somit schön griffig. Und ich wollte einfach, dass dieser optisch tolle Füller schreibt - Original hin oder her. Vorteil war auch, dass Francis die Reparatur bzw. den Umbau von der leichter zugänglichen Rückseite starten konnte und nicht auf die Demontage der Sektion angewiesen war.

Somit habe ich dank Francis nun einen kernsanierten Wertfüller mit 2,2 ml Volumen, ein kleiner Riss wurde mit flüssigem Celluloid behandelt und ist auch nicht mehr sichtbar und trotz leichtem Stick-Slip Effekt des Kolbens bin ich mit der Funktionsweise super zufrieden und dankbar. Das ist wirklich Wahnsinn, wie auskunftsfreudig und lösungsorientiert jemand vorgehen kann, um dann nicht nur zu reparieren sondern auch zu skizzieren und teilhaben zu lassen. Und der Messingknopf sieht super aus und passt zur goldenen Feder und dem goldfarbenen Clip.

Francis hat mir erlaubt, seine Skizzen hier zu zeigen. Ich danke Francis an dieser Stelle nochmals und gehe dann zum Schluss zur Frage über, ob/was Ihr denn zu kernsanierten Füllern für eine Meinung habt und welche Füller das bei Euch sind. Habt Ihr ebenfalls schöne Bildbeispiele?
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Grüße.
Stephan

fountainbel
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Re: Kernsanierung: Faber Castell Wertfüller 36/50 - Der Unterschied zwischen Wunsch und Wirklichkeit

Beitrag von fountainbel » 03.02.2019 11:54

Hallo Stephan,
Froh zu lesen dass sie zufrieden sind mit der Reparatur.
Der Hauptgrund, warum ich Ihr vorgeschlagen habe, es zu einem Pumpenfüller zu machen ist der lange section shaft
Die sehr schmale und mit verkrusteten Tinten gefüllte Naht zwischen lange Sektionen innen der Korpus Bohrung macht es extrem schwierig, der verkrustende Tinte zu entfernen
Und da es bereits einen linearen Riss in den Korpus Gewinden gab, waren die Risiken dass der Riss weiter reißt uns der Korpus brechen sollte zu hoch.
freundlicher grus aus Flandern !
Francis

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Will
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Re: Kernsanierung: Faber Castell Wertfüller 36/50 - Der Unterschied zwischen Wunsch und Wirklichkeit

Beitrag von Will » 03.02.2019 14:39

Hallo Stephan, hallo Francis,

meinen höchsten Respekt für die interessante Lösung des hier eigentlich unlösbaren Problems.

Ich habe vor kurzem ebenfalls einen Faber Castell Wertfüllhalter restauriert. Keine ganz einfache Angelegenheit, da der äußere Celluloidkorpus auf der ganzen Länge des überlangen Griffstückinnenteils mit Schellack verklebt war. Hat auch lange gedauert den zu öffnen - und immer mit dem Risiko den Füllhalter zu grillen, falls er zu heiß wird.
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Herzliche Sonntagsgrüße

Gerd
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Matthias MUC
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Re: Kernsanierung: Faber Castell Wertfüller 36/50 - Der Unterschied zwischen Wunsch und Wirklichkeit

Beitrag von Matthias MUC » 03.02.2019 17:35

Gibt es eigentlich ein Lösungsmittel, das Schellack auffrißt, aber Celluloid und Hartgummi nicht angreift? Alkohol ist zumindest definitiv für Celluloid tödlich....

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StephanHX
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Re: Kernsanierung: Faber Castell Wertfüller 36/50 - Der Unterschied zwischen Wunsch und Wirklichkeit

Beitrag von StephanHX » 03.02.2019 20:21

Will hat geschrieben:
03.02.2019 14:39

Keine ganz einfache Angelegenheit, da der äußere Celluloidkorpus auf der ganzen Länge des überlangen Griffstückinnenteils mit Schellack verklebt war. Hat auch lange gedauert den zu öffnen - und immer mit dem Risiko den Füllhalter zu grillen, falls er zu heiß wird.
Hallo Gerd,
tolles Explosions-Foto vom Wertfüller, das macht die Vorstellung leichter.
Grüße.
Stephan

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Will
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Re: Kernsanierung: Faber Castell Wertfüller 36/50 - Der Unterschied zwischen Wunsch und Wirklichkeit

Beitrag von Will » 03.02.2019 21:46

StephanHX hat geschrieben:
03.02.2019 20:21
Hallo Gerd,
tolles Explosions-Foto vom Wertfüller, das macht die Vorstellung leichter.
Hallo Stephan,

genau dafür hätte ich das Bild gemacht :)

Viele Grüße in den Abend

Gerd
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Thom

Re: Kernsanierung: Faber Castell Wertfüller 36/50 - Der Unterschied zwischen Wunsch und Wirklichkeit

Beitrag von Thom » 05.02.2019 1:53

Matthias MUC hat geschrieben:
03.02.2019 17:35
Gibt es eigentlich ein Lösungsmittel, das Schellack auffrißt, aber Celluloid und Hartgummi nicht angreift? Alkohol ist zumindest definitiv für Celluloid tödlich....
Die traditionellen Schellacktuschen wurden/werden ja nicht mit Alkohol gemacht, sondern mit kochendheißem, leicht basischem Wasser (früher wurde dazu Borax verwendet, heute eher nicht mehr). Frag mich aber nicht, was mit dem Celluloid passieren würde.

V.G.
Thomas

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Re: Kernsanierung: Faber Castell Wertfüller 36/50 - Der Unterschied zwischen Wunsch und Wirklichkeit

Beitrag von Mahlekolben » 05.02.2019 4:03

Mit alkoholgetränktem Wattebausch werden zumindest Zelluloid-Gläser von alten Uhren wieder (naja, aber schon ziemlich ordentlich!) auf Vordermann gebracht. Dabei soll es dann nach Nadelbaum riechen...

Übliche Kunststoffpoliermittel zersetzen das Zelludoid.
Viele Grüße

Michael

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Re: Kernsanierung: Faber Castell Wertfüller 36/50 - Der Unterschied zwischen Wunsch und Wirklichkeit

Beitrag von Matthias MUC » 05.02.2019 5:11

Aber mit einem Bad in Alkohol löst sich Zelluloid auf bzw. zerbröselt in Scherben. Ich habe vor Jahrzehnten mit der Methode einen alten Kolbenfüller (Kellerfund, Fabrikat weiß ich nicht mehr, und das ist auch gut so, wer weiß, was für ein Schätzchen ich damals ermordet habe) mit Brennspiritus getankt zwecks naiv-ahnungslosem Reinigungsversuch, der ist mir im Tintenfensterbereich in der Hand zerbröselt.. DAS Verhalten ist für mich aus heutiger Sicht nur bei Celluloid plausibel, jeder "halbwegs moderne" Spritzgußkunststoff wäre alkoholbeständig.

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Re: Kernsanierung: Faber Castell Wertfüller 36/50 - Der Unterschied zwischen Wunsch und Wirklichkeit

Beitrag von Will » 05.02.2019 7:07

Matthias MUC hat geschrieben:
05.02.2019 5:11
Aber mit einem Bad in Alkohol löst sich Zelluloid auf bzw. zerbröselt in Scherben. Ich habe vor Jahrzehnten mit der Methode einen alten Kolbenfüller (Kellerfund, Fabrikat weiß ich nicht mehr, und das ist auch gut so, wer weiß, was für ein Schätzchen ich damals ermordet habe) mit Brennspiritus getankt zwecks naiv-ahnungslosem Reinigungsversuch, der ist mir im Tintenfensterbereich in der Hand zerbröselt.. DAS Verhalten ist für mich aus heutiger Sicht nur bei Celluloid plausibel, jeder "halbwegs moderne" Spritzgußkunststoff wäre alkoholbeständig.
OT on
Hallo Matthias,

ich nutze Alkohol, um Schellackreste zu entfernen. Dabei kommt ein wenig auf einen alten Lappen oder Küchenfasertuch und es wird auch nur die Stelle
mit dem Schellack behandelt. Das hat keinem meiner Füllhalter bisher geschadet. Ich würde allerdings Celluloid nie in Alkohol einweichen oder diesen aufziehen. Entsprechend löst sich Celluloid nicht gar so schnell und direkt bei Kontakt mit Alkohol auf. Bei Nagellackentferner (Aceton) sieht es da schon ganz anders aus. Wenn vor allem das Tintensichtfenster als erstes weggebröselt ist, kann vermutet werden, dass sich dieses bereits durch Füllerkrebs in Auflösung befand und es nur noch ein weniges bedurfte, um ihm den Rest zu geben. Wenn dem so ist, war der Füllhalter sowieso verloren und Du hättest ihn mit keiner Maßnahme mehr retten können. Gräme Dich also nicht zu sehr.

Grüße in den Morgen

Gerd
OT off

@ Stephan
P.S.: Sorry, wollte Matthias nicht ohne Antwort lassen.
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Re: Kernsanierung: Faber Castell Wertfüller 36/50 - Der Unterschied zwischen Wunsch und Wirklichkeit

Beitrag von StephanHX » 05.02.2019 11:31

Will hat geschrieben:
05.02.2019 7:07

OT on

Wenn vor allem das Tintensichtfenster als erstes weggebröselt ist, kann vermutet werden, dass sich dieses bereits durch Füllerkrebs in Auflösung befand und es nur noch ein weniges bedurfte, um ihm den Rest zu geben. Wenn dem so ist, war der Füllhalter sowieso verloren und Du hättest ihn mit keiner Maßnahme mehr retten können. Gräme Dich also nicht zu sehr.

Grüße in den Morgen

Gerd
OT off

@ Stephan
P.S.: Sorry, wollte Matthias nicht ohne Antwort lassen.
Moin zusammen,
da klinke ich mich mal selbst OT mit ein um zu lernen, da ich bis jetzt keine Erfahrung mit Füllerkrebs oder falschen Reinigungsmitteln habe/hatte. Aber mal unterstellt, beigefügtes Sichtfenster war bis vor ein paar Wochen klar, wurde nur mit Wasser gereinigt und der Kolben mit etwas Silikonfett versehen - ist das unschöne Erscheinungsbild dann irgendwie zu erklären?
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Grüße.
Stephan

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Re: Kernsanierung: Faber Castell Wertfüller 36/50 - Der Unterschied zwischen Wunsch und Wirklichkeit

Beitrag von HeKe2 » 05.02.2019 12:52

Hallo Stephan!

Um kurz OT zu bleiben:
Im Grunde hast Du Dir die Antwort schon selbst gegeben, denke ich. Wir gehen immer alle davon aus, dass Silikon völlig inert ist und mit keinem anderen Material interaggiert. Ich frage mich nur, wo das geschrieben steht? Bei so alten Schreibgeräten war Silikonfett sicher zur Herstellungszeit noch nicht gebräuchlich. Wenn der Füller also keinen großen Temperaturschwankungen ausgesetzt war und keine weiteren Lösemittel als Wasser eingesetzt worden sind, dann liegt eigentlich auf der Hand, dass der einzig zugesetzte Stoff ursächlich ist. In diesem Fall das Silikonfett. Eine andere Erklärung hätte ich nicht.

OT wieder aus. ;)
Beste Grüße
Hermann

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Re: Kernsanierung: Faber Castell Wertfüller 36/50 - Der Unterschied zwischen Wunsch und Wirklichkeit

Beitrag von Will » 05.02.2019 13:11

StephanHX hat geschrieben:
05.02.2019 11:31
Moin zusammen,
da klinke ich mich mal selbst OT mit ein um zu lernen, da ich bis jetzt keine Erfahrung mit Füllerkrebs oder falschen Reinigungsmitteln habe/hatte. Aber mal unterstellt, beigefügtes Sichtfenster war bis vor ein paar Wochen klar, wurde nur mit Wasser gereinigt und der Kolben mit etwas Silikonfett versehen - ist das unschöne Erscheinungsbild dann irgendwie zu erklären?
Hallo Stephan,

das sind aus meiner Sicht Spannungsrisse/Materialermüdung. Füllerkrebs sieht anders aus, bröselig ähnlich einer gesplitterten Autoglasscheibe. Oft geht damit eine bräunlich-orange Verfärbung bei klar durchsichtigem Celluloid einher. Die Metallbeschläge und Clips setzen Grünspan an und am Übergang zum farbigen Celluloid bildet sich ein weißer stumpfer Belag.

Die Chemischen Ausdünstungen des Zerfallsprozesses setzen eine Kettenreaktion bei umliegenden Füllhaltern aus Celluloid in Gang. Das ist auch der Grund, weshalb solche Füllhalter zu separieren sind.

Rückgängig machen kann man den Prozess nicht. Auswaschen mit einer basischen Lösung und reduzierte Temperaturen verlangsamen diesen allenfalls.

Viele Grüße

Gerd

PS: Bei Silikonfett habe ich noch keine negativen Reaktionen festgestellt. Rizinusöl würde ich jedoch nicht in einen Celluloidfüllhalter geben.
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Re: Kernsanierung: Faber Castell Wertfüller 36/50 - Der Unterschied zwischen Wunsch und Wirklichkeit

Beitrag von StephanHX » 05.02.2019 18:30

Hallo Hermann und Gerd,

danke für Eure Meinungen.
Das mit dem Füllerkrebs klingt gruselig, muss ich nicht haben. Aber dann ist mein Brause ja weit davon entfernt.

Es wird wohl ein Rätsel bleiben, warum das Sichtfenster so rissig geworden ist. Spannungsrisse kann sein, hatte aber keine großen Temperaturschwankungen o.ä. und Silikonfett kann auch sein, wobei es wirklich eine sehr geringe Menge war.

Zeigt einfach, dass man noch sorgsamer damit umgehen muss.
Grüße.
Stephan

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Re: Kernsanierung: Faber Castell Wertfüller 36/50 - Der Unterschied zwischen Wunsch und Wirklichkeit

Beitrag von HeKe2 » 05.02.2019 20:53

Hallo Stephan!

Zu Gerds Kommentar hilft dir vielleicht diese Seite mit Erklärungen weiter:
https://www.deutschlandfunk.de/schnelle ... bil]-[]-[]

Wie du siehst, entweicht bei der Zersetzung Salpetersäure, die die metallischen Teile der Füller angreift. Dass Entweichen des Kampfers kann deine Risse im Tintenfenster erklären. Zersetzt sich das Zelluloid, verfärbt es sich durch die entweichenden nitrosen Gase wie bei Wikipedia unter "Zersetzung" beschrieben:
https://de.m.wikipedia.org/wiki/Zelluloidfilm

Kann es sein, dass das Silikonfett den restlichen Kampfer, der dort als Weichmacher dient, aus dem Zelluloid zieht. Ich weiß es nicht und habe nichts dazu gefunden. Unmöglich erscheint mir das aber nicht.
Beste Grüße
Hermann

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