Jinhao 159 für Wenigschreiber?

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Mario Be
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Re: Jinhao 159 für Wenigschreiber?

Beitrag von Mario Be » 14.03.2019 13:36

Tenryu hat geschrieben:
14.03.2019 13:14
Der Plaisir ist die Aluminiumversion des Preppy. Der sieht gar nicht so häßlich aus.
Der kleine Jinhao 992 hält sehr gut dicht. Der schreibt auch nach Wochen noch an. Ebenso der Wing Sung 3008 Kolbenfüller.

Wenn es ein teuererer Füller sein darf, dann wären der Platinum 3776 Century oder der Sailor Promenade die richtige Wahl. Beide verfügen über eine federnd gelagerte Innenkappe und sollen den Füller jahrelang vor dem Austrocknen bewahren.
Die Wing Sung sehen sehr interessant aus, genau wie der Plaisir.
Die anderen beiden sind auch sehr interessant, aber im Moment bei mir nicht die Preisklasse für mal eben zwischendurch.

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Skotty
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Re: Jinhao 159 für Wenigschreiber?

Beitrag von Skotty » 14.03.2019 14:11

Hallo,

die WingSung kann ich jetzt nicht so empfehlen. Die Federn sind furchtbar mMn.

Ich habe auch mehrere Jinhaos, von denen ich einige in meiner Meetingmappe hatte (wegen der Steckkappe)
Die sind mir dauernd eingetrocknet. Das kann ich nicht empfehlen.
Ich habe den Besatz dann gegen einen Diplomat Aero getauscht. Wunderbar! Hält ewig ohne Probleme.

Ansonsten würde ich auch Kaweco oder eben meinen Liebling TWSBI empfehlen.

Gruß
Stephan

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Re: Jinhao 159 für Wenigschreiber?

Beitrag von desas » 14.03.2019 14:15

Mario, wenn Dein Bruder kaum schreibt, ist ein Patronenfüller mit Euro-Standard m.E. immer noch die beste Wahl.

Da bekommt er an jeder Ecke passende Munition. Kolben ist suboptimal, wenn die Tinte ewig drinsteht und eintrocknen kann.
Besondere Patronenformate sehe ich auch kritisch.
Bekommt er nicht problemlos Nachschub, sinken Freude daran und Nutzungsbereitschaft.
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Re: Jinhao 159 für Wenigschreiber?

Beitrag von Tenryu » 14.03.2019 15:36

Dafür läßt sich ein Kolbenfüller leichter reinigen, als ein eingetrockneter Patronenfüller.
Wenn er wenig schreibt, reicht eine 10er Schachtel Patronen auch jahrelang.

@ Skotty: Wing Sungs gibt es mit unterschiedlichen Federn. Die mit dem eingravierten Logo sind recht gut. Die ohne taugen nichts. Aber man kann sie problemlos mit einer Lamy-Feder ersetzen und bekommt dann einen perfekt schreibenden Füller.

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Mario Be
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Re: Jinhao 159 für Wenigschreiber?

Beitrag von Mario Be » 14.03.2019 16:23

Hmmm, dass die Tinte dann verdammt lange in dem Kolben wäre, bis er ihn mal leer geschrieben hat, daran hab ich wiederrum gar nicht gedacht. Entweder er kommt auf den Geschmack und schreibt dann mehr mit dem Füller, oder aber er nutzt den nur für die gelegentlichen Briefe an mich. Wobei, er muss ihn ja nicht ganz voll machen.

Klar, die Feder sollte schon gut schreiben, da sah ich den Vorteil bei den Wing Sung mit den eventuellen Lamy Federn.
Ein Glas Tinte hätte/würde ich ihm ja dazu geben.

Auf jeden Fall werde ich dann wohl schauen, ob die Federn auf den Verkaufsbildern blank sind oder ne Gravur haben (Also die bei Amazon haben EF auf der Feder auf den Bildern).
Aktuell haben die Wing Sung die Nase vorn.
Es geht ja um ein günstiges Anfüttern.
Mein Bruder ist in vielen Punkten ein absoluter Genussmensch, der genau wie ich gerne Dinge zelebriert.

Und zwischen einem Jinhao und eine Diplomat für ca.150€ sollte auch ein entsprechender Unterschied sein. Das sind zwei Füllerklassen die ich nicht miteinander vergleichen würde.
Für die Arbeit würde ich auch keinen Jinhao verwenden, da brauche ich was zuverlässiges. Hier bin ich mit meinem TWBSI bisher immer gut bedient.
Mein Wiedereinstieg in Sache Füller waren zwei billige BAOER von Aliexpress. Waren für die ersten Tage ganz nett und haben Lust auf mehr gemacht zumal. Hatten aber auch Probleme mit Anschreiben und so. Bin dann schnell bei Kaweco und TWSBI gelandet und damit schon sehr zufrieden. Einen Jinhao hab ich noch mit G-Nib gekauft, einfach um einfach eine Spitzfeder zu testen ohne dabei dippen zu müssen. Auch hier habe ich schon gemerkt, wer billig kauft, kauft oft zwei mal... und sowas ich wirklich keine sehr gute Dauerlösung.
Und wo ich das so schreibe, bin ich doch wieder am überlegen, ob ich nicht doch noch auf kommenden Monat warte, und ihm gleich einen vernümpftigen Füller kaufe, ein Sportler z.B. kostet ja jetzt auch nicht die Welt.
Wenn dann soll er ja sorglos Spaß an dem Teil haben, und nur ggf bei anderen Vorlieben einfach die Feder oder die Federeinheit wecheln können. Vielleicht auch diesen Schulfüller von Kaweco, der in ganz schwarz schaut auch nicht schlecht auch, und nicht unbedingt wie ein Kinderfüller.
Ich schaue mal noch... Auf jeden Fall sind die Jinhao aus dem Rennen.
Jetzt ist eher die Frage, welchen Einsteigerfüller ich kaufe.
Ich weiß noch, dass er auch zu Schulzeiten den Lamy Safari wengen den Griffmulden nicht mochte.

Alles mal wieder nicht so einfach ....

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Re: Jinhao 159 für Wenigschreiber?

Beitrag von JulieParadise » 14.03.2019 16:39

Platinum Plaisir, das wäre auch meine Empfehlung. Der Füller sieht recht klassisch aus und dürfte nicht schnell austrocknen, das schafft Platinum auch bei den günstigen Modellen ziemlich gut. Wenn Dein Bruder ohnehin nicht viel schreibt, reicht bei einer feinen Feder die Tinte auch sehr lang, nachkaufen kostet auch nicht die Welt. Sollte er tatsächlich auf den Geschmack gekommen sein und der Verbrauch an Tinte sich doch erhöhen, kannst Du ihm immer noch Konverter und Tintenglas schenken. (Oder eine Spritze zum Patronenauffüllen, statt des Konverters.)

Direkt aus Japan bekommt auch Pilot-Füller wie den Cavalier oder den Sailor Young Profit, außerdem den Platinum (PTL) Balance, der hat sogar eine Goldfeder und ist für teilweise ca. 40€ zu haben. Für diese Füller gilt das gleiche wie oben: Tolle Qualität, dauerhaft. Vielleicht kannst Du es ja auch in ein Ostergeschenk umwandeln oder zum Geburtstag schenken?

Das Problem bei den meisten Chinafüllern ist leider, dass es die Pralinenpackung wie bei Forrest Gump ist: Man weiß nie, was man bekommt. Und wenn Du eben schreibst, dass der Füller doch zuverlässig und länger halten sollte, köööönntest Du Glück haben, auch mit einem Wing Sung 3008, oder eben auch nicht. Dann lecken, siffen, kratzen die Füller und Dein Bruder greift irgendwann entnervt zum Kuli. Will ja auch keiner ...

Mit deutschen Füllern in der wahrscheinlich angestrebten Preisklasse habe ich außer mit dutzenden KaWeCo Sport recht wenig Erfahrung, da fielen mir auch eher die kleinen Pelikane ein. Ob ein (großer?) Mann mit den kleinen Sportlern aber Briefe schreiben möchte? Und meiner Erfahrung nach vertragen die allzu langes Herumliegen auch nur so mittelmäßig gut. Die kleinen Pelikane P/M100/150 machen aber doch eine Menge mit und sind sowohl als Patronen- und als Kolbenfüller zu haben. Das wäre dann auch eine klassische, dauerhafte Sache, die keine Zwischenlösung darstellen müsste.
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Re: Jinhao 159 für Wenigschreiber?

Beitrag von Linceo » 14.03.2019 17:08

JulieParadise hat geschrieben:
14.03.2019 16:39
Ob ein (großer?) Mann mit den kleinen Sportlern aber Briefe schreiben möchte? Und meiner Erfahrung nach vertragen die allzu langes Herumliegen auch nur so mittelmäßig gut.
Bzgl. der Größe hatte ich auch schon Bedenken, wegen des Anschreibens weniger.
JulieParadise hat geschrieben:
14.03.2019 16:39
Die kleinen Pelikane P/M100/150 machen aber doch eine Menge mit und sind sowohl als Patronen- und als Kolbenfüller zu haben. Das wäre dann auch eine klassische, dauerhafte Sache, die keine Zwischenlösung darstellen müsste.
Die kleinen Pelikane sind klasse, aber eben auch wirklich KLEIN, vielleicht zu klein.

Zu Kaweco fiele mir dann in der fraglichen Preisklasse noch der "Student" ein. Nicht so winzig, nicht so leicht, in 5 Federbreiten und diversen Farben zu haben.

https://www.kaweco-pen.com/schreibgerae ... er-schwarz

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Re: Jinhao 159 für Wenigschreiber?

Beitrag von Mario Be » 14.03.2019 18:10

JulieParadise hat geschrieben:
14.03.2019 16:39
Platinum Plaisir, das wäre auch meine Empfehlung.
...
Das Problem bei den meisten Chinafüllern ist leider, dass es die Pralinenpackung wie bei Forrest Gump ist: Man weiß nie, was man bekommt. Und wenn Du eben schreibst, dass der Füller doch zuverlässig und länger halten sollte, köööönntest Du Glück haben, auch mit einem Wing Sung 3008, oder eben auch nicht. Dann lecken, siffen, kratzen die Füller und Dein Bruder greift irgendwann entnervt zum Kuli. Will ja auch keiner ...
...
außer mit dutzenden KaWeCo Sport recht wenig Erfahrung
Also ich habe mir noch mal zwei Videos mit dem Plaisir angeschaut.
Der spricht mich jetzt nicht so an, und gehört auch eher zu den recht kleinen Füllern wie ich finde.
Ok, der Sport ist auch kein Riese, aber mit Kappe hinten drauf finde ich kann man auch mit großen Händen damit gut schreiben.
Hab selber Handschuhgröße 9,5 und liebe meinen AC Sport.
Linceo hat geschrieben:
14.03.2019 17:08
...
noch der "Student" ein. Nicht so winzig, nicht so leicht, in 5 Federbreiten und diversen Farben zu haben.
...
Ja, der Student steht bei mir auch noch auf der WillKaufen Liste.

Was ist eigentlich mit den Lindauer Füllern?
Da gibt es auch ein paar ansehnliche Modelle. Weiß nur nicht viel über die Marke. Hab da im Netz auch ganz unterschiedliches gelesen. Einige Quellen sagen, dass es "nur" Chinafüller wären, andere schreiben dass es deutsche Produkte sind. Auch bei den Federn ließt man verschiedenes.
Habt ihr Erfahrungen mit den günstigeren Modellen von Lindauer?

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Re: Jinhao 159 für Wenigschreiber?

Beitrag von Linceo » 14.03.2019 18:24

Ich hatte mal ein paar kleinere, günstige Kolbenfüller von Lindauer mit Stahlfedern von Bock, Größe etwa wie Pelikan 100 / 150.
Auf mich wirkten die - ehrlich gesagt - billig, z.B. durch deutlich fühl- und sichtbare Spritzgussnähte.

Zwei Lindauer "Distiction", die es schon klänger nicht mehr gibt, habe ich immer. Sie haben ein Griffstück aus Metall und eine #6er Bock-Feder aus Stahl. Die schreiben toll.
Der Lindauer "Mentor" ist z.B. quasi baugleich mit dem Monteverde "Prima". Aber dann würde ich den Monteverde vorziehen.

Die Federn in den Lindauern kommen von Bock, bei den Füllern selbst weiß man's oft nicht. Ich würde da bei vielen Modellen auf Fernost tippen.

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Re: Jinhao 159 für Wenigschreiber?

Beitrag von Mario Be » 14.03.2019 18:51

Dank Dir,

das ist leider genau das, was ich vermutet habe. Bei Herstellern die auf ihrer eigenen Seite zu solchen Themen nicht viel bis gar nichts stehen haben, gehe ich meist von Handelsmarken aus. Vor allem wenn wie bei Lindauer mit Design des Logos und so alte Tradition vermittelt werden soll, man aber auf der Seite, wenn man richtig hinschaut, nichts findet.
Schade eigentlich, denn wie bei einigen billigen Chinateilen gibt es da durchaus welche, die mich optisch ansprechen.

Bin aber mittlerweile am überlegen, ob ich nicht doch den Vorschlag aufnehme und ihm zum Geburtstag was ordentliches schenke. Da ist dann auch die Wahrscheinlichkeit größer, dass er wirklich Spaß an dem Teil hat, und nicht nach kurzer Zeit ein Frustobjekt, was ihm die Freude an Füllern im Keim erstickt.

Dann werde ich das alles mal etwas aufschieben und dann was ordentliches.

In diesem Sinne danke ich euch für eure Mühen und Ratschläge, war ja doch einiges dabei, was ich nicht bedacht habe... sieht man ja auch am Ergebnis der Überlegung.

Beste Grüße
Mario

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Re: Jinhao 159 für Wenigschreiber?

Beitrag von Edelweissine » 14.03.2019 19:01

Hallo Mario,
Ich hatte im Adventskalender 2017 einen Kolbenfüller von Lindauer vorgestellt;
viewtopic.php?f=11&t=19888. (03.12.2017, nach unten scrollen!)
Ihn empfinde ich nun alles andere als billig anmutend. Die Feder ist klasse, ich schreibe gern mit ihm, und es sind uralte Bestände mitverarbeitet.
Gruß,
Heike

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Re: Jinhao 159 für Wenigschreiber?

Beitrag von Skotty » 14.03.2019 19:05

Hallo,
Tenryu hat geschrieben:
14.03.2019 15:36
@ Skotty: Wing Sungs gibt es mit unterschiedlichen Federn. Die mit dem eingravierten Logo sind recht gut. Die ohne taugen nichts. Aber man kann sie problemlos mit einer Lamy-Feder ersetzen und bekommt dann einen perfekt schreibenden Füller.
Echt? Ich habe bisher einen 618 und einen 659. letzterer hat 2 geprägte Feder (F und EF)
Die sind recht hart und kratzig. Das ist bei beiden und sehr unangenehm.
Der 618 hat eine ganz schmale Feder ala Pilot vanishing point. Die ist aber ähnlich schrecklich.
Zum Anschauen sind sie ganz schön, technisch ist das auch nett (besonders der Drucknopf beim 618)
Aber zum Schreiben taugen die nicht, finde ich.
Das mit der Lamy-Feder muß ich mal probieren.
Danke für den Tipp.

Gruß
Stephan

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Re: Jinhao 159 für Wenigschreiber?

Beitrag von doubleyoukay » 16.03.2019 0:33

Edelweissine hat geschrieben:
14.03.2019 19:01
Hallo Mario,
Ich hatte im Adventskalender 2017 einen Kolbenfüller von Lindauer vorgestellt;
viewtopic.php?f=11&t=19888. (03.12.2017, nach unten scrollen!)
Ihn empfinde ich nun alles andere als billig anmutend. Die Feder ist klasse, ich schreibe gern mit ihm, und es sind uralte Bestände mitverarbeitet.
Von diesen Lindauer "Retro-Kolbenfüllern" habe ich auch 2, allerdings mit marmorierter Folie beklebte Modelle. Sie gehörten zu meinen ersten Kolbenfüllern. Ich kann die Einschätzung von Edelweissine bestätigen. Die Verarbeitung mag vielleicht für manchen etwas billig wirken, vor allem wenn man Äpfel mit Birnen vergleicht. Ich empfinde es eher als Retro-Chic der 50er. Aber das Schreibverhalten der vergoldeten Stahlfedern (bei mir beides B-Federn) ist absolut tadellos und überaus angenehm - auch bei seitenlangen Schriftstücken. Sie sind sehr weich und gleiten traumhaft auch über billiges Papier - wobei dann je nach Tinte ein deutliches Feathering auftritt, aber das ist bei breiten, nassen Federn wohl nicht ungewöhnlich. Auf Tomoe River Papier bringen sie Shading und Sheen hervorragend zur Geltung. Ich habe sie auch schon mit allen möglichen Tinten befüllt (inkl. Glitzertinten) und nie eine Unverträglichkeit festgestellt. Meine beiden Modelle haben einen Schraubverschluss und können wochenlang rumliegen und schreiben trotzdem problemlos an. Das ist nur bei 50% meiner kleinen Pelikane der Fall. Obwohl sich bei mir mittlerweile einige höherwertige Füller eingefunden haben, gehören diese 2 immer noch zu den Füllhaltern, die beständig betankt und einsatzbereit sind. Ich greife regelmäßig auf sie zurück, weil es einfach ein Genuss ist, damit zu schreiben. "Aschenputtel-Füller" ist eine recht zutreffende Umschreibung! :lol:

Bei Volker (Pen Paradise) gibt es das sehr dezente Modell S5 in etlichen Federbreiten für etwas über 30,- €. Das ist zwar teuer als ein Chinabomber und kaum günstiger als ein TWSBI Eco, dafür hat der Füller aber auch einen gewissen nostalgischen Charme und es ist - im Gegensatz zum Chinabomer - wie der TWSBI ein Kolbenfüller. Und wenn Dein Bruder ein Genussmensch ist, werden ihm vermutlich sowohl das Schreibverhalten wie auch das Ritual des Betankens gefallen.

Ansonsten würde ich als Patronenfüller auch nochmal einen Pilot MR (International Standard Patronen) in die Waagschale werfen - günstig, robust, zuverlässig. Die "Animal Collection" sieht auch nicht zu sehr schulfüllermäßig aus. Lässt sich bei Bedarf sogar mit Plumix-Kalligrafiefedern pimpen.

Etwas teurer, aber auch ein absolut zuverlässiges Arbeitstier ist mein Tombow-Havanna-Füller (japanische M-Feder, also eher feines Schriftbild und ebenfalls International Standard Patronen bzw. Konverter). Der schreibt immer sofort an, es sei denn, er ist absolut leer. Es gibt auch eine günstigere Serie namens "Objection", mit der habe ich keine eigenen Erfahrungen. Ich gehe aber davon aus, dass das Schreibsystem ähnlich robust und zuverlässig wie beim Havanna ist.

Obwohl ich meine diversen Kaweco Sport sehr liebe, mag ich damit aber keine längeren Briefe schreiben - ich habe für 1,85m normal grosse Hände. Und meine 2 Jinhao 159 trocknen ebenfalls sehr schnell aus, mein X450 und mein X750 sind etwas beständiger, aber nach 2 Wochen ist da auch Feierabend mit Anschreiben.

Ich drücke Dir die Daumen für die richtige Wahl, Mario.
Gruß aus dem Münsterland

Wilhelm
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Mario Be
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Re: Jinhao 159 für Wenigschreiber?

Beitrag von Mario Be » 16.03.2019 7:52

doubleyoukay hat geschrieben:
16.03.2019 0:33
Lindauer
Danke für deinen ausführlichen Bericht.
Ich kam ja auf die Lindauer, weil ich sie bei Volker im Shop gesehen habe. War dann auf deren Seite und mich hat halt gewundert, dass die so einen Bezug auf Lindau nehmen, wie ein Traditionsbetrieb, aber meine keine Infos über die Firma selber großartig findet.
Darauf hin hatte ich die mal gegoogelt. Und die Ergebnisse lasen sich zum Teil recht ernüchternd.
Was mir auch an den Lindauern gefallen würde ist, dass man da auch mal Federn wie eine OM oder OB recht günstig testen kann. Meist finde ich solche Federn nur an eher hochpreisigen Füllern, zumindest an Füllern die mir zu teuer sind mir nur zu kaufen um zu schauen, ob mir eine solche Feder zusagt.

Die TomBow Havanna hatte ich bei Anja schon ein paar mal ein Auge drauf geworfen.

Die Tage bin ich sogar nochmals auf Online Füller aufmerksam geworden.
Durch Volker und seine 0.8er für den TWSBI. Wenn man nicht die ganz günstigen von denen kauft, und damit nicht zu grob umgeht, sollen die ja auch recht gut sein.

Das Problem ist einfach, dass ich bestrebt bin, ihm wenn dann einen Füller zu schenken, der ihm einfach gefällt und auf Dauer Spaß macht. Und schon in der Preisklasse 30€ bis 50€ ist die Auswahl verdammt groß.

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doubleyoukay
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Re: Jinhao 159 für Wenigschreiber?

Beitrag von doubleyoukay » 16.03.2019 16:25

Mario Be hat geschrieben:
16.03.2019 7:52
doubleyoukay hat geschrieben:
16.03.2019 0:33
Lindauer
Danke für deinen ausführlichen Bericht.
Ich kam ja auf die Lindauer, weil ich sie bei Volker im Shop gesehen habe. War dann auf deren Seite und mich hat halt gewundert, dass die so einen Bezug auf Lindau nehmen, wie ein Traditionsbetrieb, aber meine keine Infos über die Firma selber großartig findet.
Darauf hin hatte ich die mal gegoogelt. Und die Ergebnisse lasen sich zum Teil recht ernüchternd.
Keine Ursache, gern geschehen. Zur Marke Lindauer kenne ich aber auch andere Meinungen im Internet. So schlecht schneiden Lindauer Füller da nicht ab. Lies z.B. mal diesen Bericht:
https://www.pens-and-freaks.com/f%C3%BC ... ter-amber/
Was mir auch an den Lindauern gefallen würde ist, dass man da auch mal Federn wie eine OM oder OB recht günstig testen kann. Meist finde ich solche Federn nur an eher hochpreisigen Füllern, zumindest an Füllern die mir zu teuer sind mir nur zu kaufen um zu schauen, ob mir eine solche Feder zusagt.
Dafür sind sie in jedem Fall eine gute und günstige Wahl, zumal man mit ihnen auch herausfinden kann, ab man das Handling eines Kolbenfüllers grundsätzlich mag. Ich war zuerst selbst sehr skeptisch, habe mich aber auf das Urteil einer befreundeten PenExchange-Forenkollegin verlassen und es nicht bereut. :)
Die Tage bin ich sogar nochmals auf Online Füller aufmerksam geworden.
Durch Volker und seine 0.8er für den TWSBI. Wenn man nicht die ganz günstigen von denen kauft, und damit nicht zu grob umgeht, sollen die ja auch recht gut sein.
Ich habe anfänglich viele billige Füller zur Orientierung und zum Experimentieren gekauft, darunter auch einige Online-Füller. Die Federn sind zwar okay, aber mit richtig guten Stahlfedern wie z.B. von Pelikan oder Faber-Castell können sie nicht mithalten. Die Verarbeitung der Füller fand ich auch eher bescheiden. Nicht ohne Grund schlachte ich sie aus, um die Federn in TWSBI ECOs weiter zu verwenden. Von teureren Modellen habe ich die Finger gelassen, nachdem ich sie mir im Karstadt genauer angesehen hatte. Da gibt es zum gleichen Preis bessere Alternativen. Ein Lamy Safari hat jedenfalls eine vielfach bessere Qualität als ein Online-Plastikbomber in der gleichen Preisklasse. :!:
Das Problem ist einfach, dass ich bestrebt bin, ihm wenn dann einen Füller zu schenken, der ihm einfach gefällt und auf Dauer Spaß macht...
Es ist immer schwierig, einen Füller als Geschenk auszuwählen, wenn man wenig Informationen über die Vorlieben des Empfängers hat. Von daher würde ich zumindest darauf achten, dass man problemlos selbst die Federn wechseln kann und diese nicht allzu teuer sind. So kann der Beschenkte den Füller später noch seinen Vorlieben anpassen. In dieser Hinsicht hat meiner Ansicht nach Lamy mit den Z50 Federn klar die Nase vorn - auch wenn es eine gewisse Serienstreuung bei der Qualität der feineren Federn gibt. Ich habe aber bislang noch jede Lamy Z50 Feder mit etwas Tuning (Polierfeile/Federbändiger) in den Griff bekommen.

Beim Tombow Havanna muss man leider gleich das ganze Griffstück kaufen und das ist nicht gerade billig. Außerdem ist die Auswahl an Federbreiten sehr begrenzt.

Da Du ja bereits weißt, dass Dein Bruder die dreieckigen Griffstücke nicht mag, fallen Safari, Vista, Al-Star, etc. wohl aus. Ich würde also mal bei den Lamy Serien ST, CP1, Studio und Accent, evtl. auch beim Aion schauen, die verwenden die gleichen Federn und sind immer noch bezahlbar. Außerdem haben sie eine wertigere Anmutung. Versuch mal in Erfahrung zu bringen, ob Dein Bruder eher schmale oder breitere Schreibgeräte bevorzugt, dann wird die Auswahl leichter.

Da die Lamy Federn auch für die Wing Sung 3008 (und andere Modelle?) sowie die Lanbitou 3059 verwendet werden können, kämen auch diese als günstiger Einstieg in die Welt der Kolbenfüller Frage. Wegen der Serienstreuung hatte ich mir von beiden Modellen 4er Packs bestellt. Ein Wing Sung war undicht am Griffstück, ich habe allerdings problemlos Ersatz dafür bekommen. Mit den Federn hatte ich Glück, nur eine Lanbitou Feder musste ich etwas mit dem Federbändiger bearbeiten, die anderen waren einwandfreie F-Stahlfedern. Ich habe aber trotzdem einen Wing Sung mit einer Lamy B-Feder bestückt, weil er damit eine tolle Tintenschleuder zum Testen von Sheen und Shading ist. Das Problem der rostenden Schrauben in der Kappe, welches bei einigen Chargen auftritt - so auch bei meiner - kann man leicht durch passende Edelstahl-Schrauben aus dem Baumarkt oder aus dem Internet lösen.

Optimal wäre es natürlich, wenn Du mit Deinem Bruder zu einem Schreibwarenhändler gehen könntest, wo er selbst testen kann. Aber wenn ich Dich richtig verstanden habe, kommt das wohl nicht in Frage, oder? :?

Hier im Forum gibt es immer wieder günstige Angebote für gebrauchte Füller, vielleicht findest Du da was Passendes zum "Anfixen"? Und da Du selber auf Füller stehst, können Fehlversuche ja auch immer noch Deine eigene Sammlung erweitern. ;)

PS: Alle von mir getroffenen Aussagen zu Produkten und Herstellern sind von meinen individuellen Vorlieben und subjektiven Eindrücken geprägt und stellen kein allgemeingültiges Urteil dar. :geek:
Gruß aus dem Münsterland

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