Buch zu Schreibschriften

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Hanjoro
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Buch zu Schreibschriften

Beitrag von Hanjoro » 28.03.2020 20:11

Die FAZ hatte gestern eine interessante Rezension zu "Schreibschriften" (Haupt-Verlag, Bern 2020) von Lena Zeise im Angebot ("Tintenkleksen hat seine kognitiven Vorteile", von Wolfgang Krischke, Feuilleton, S. 12). Danach ist im Buch viel zu Schriftarten und Schreibtechniken enthalten, es konzentriert sich auf lateinische Schreibschriften, behandelt aber auch die deutsche Schrift, Fraktur, Sütterlin usw.
Der Rezensent verweist auf die kognitiven Vorteile des Handschreibens gegenüber dem Tastaturschreiben, zeigt sich allerdings skeptisch angesichts des Optimismus der Autorin, dass das Handschreiben an sich Vorteile bringe - unabhängig ob Schreibschrift oder Druckschrift gelernt werde.
Er begründet seine Skepsis mit einer Untersuchung des Deutschen Lehrerverbandes von 2015, wonach "über die Hälfte der Jungen und fast ein Drittel der Mädchen an weiterführenden Schulen Probleme mit der Handschrift hatten".
Wen das interessiert, der kann sich die Studie im Überblick hier ansehen: https://www.schreibmotorik-institut.com ... andschrift. Man kann sich dort auch eine pdf mit den Ergebnissen der Studie runterladen. Es sind viele Lehrkräfte zu ihren Einschätzungen befragt worden (in Prozentangaben nach einigen Bundesländern); es handelt sich nicht um eine Untersuchung des Schreibens der Schülerinnen und Schüler. Interessant sind die ziemlich unterschiedlichen Gründe für Probleme beim Schreiben, die Grundschullehrkräfte und solche an weiterführenden Schulen sehen.
Das Buch von Lena Zeise habe ich mal bestellt. Bei Interesse (und wenn ich die Zeit finde) kann ich später davon mal ausführlicher berichten.
Viele Grüße
Hanjo

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TomSch
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Re: Buch zu Schreibschriften

Beitrag von TomSch » 28.03.2020 20:19

Hallo!
Hanjoro hat geschrieben:
28.03.2020 20:11
Bei Interesse (und wenn ich die Zeit finde) kann ich später davon mal ausführlicher berichten.
Da sachich ma: "Aber bitte, gerne!" Tät mich interessieren. ;)

Abendgrüße, Thomas
Bewerte deine Erfolge daran, was du aufgeben musstest, um sie zu erzielen.
Dalai Lama

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Knorzenbach
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Re: Buch zu Schreibschriften

Beitrag von Knorzenbach » 30.03.2020 21:13

Moin.

Ich wäre auch daran interessiert.

Off Topic:
In diesem Zusammenhang: Winfried Kretschmann hat vor ca. 4 Wochen verlauten lassen, daß Rechtschreibung nicht so wichtig sei, dafür gebe es doch Maschinen. Und wozu noch Karten lesen, wenn das Navi den Weg zeige?

Off Topic off

Gruß,
Tomm

Pumukeline
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Re: Buch zu Schreibschriften

Beitrag von Pumukeline » 31.03.2020 2:45

Hier sieht man schöne Fotos dazu.
Liebe Grüße
Manuela

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meinauda
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Re: Buch zu Schreibschriften

Beitrag von meinauda » 31.03.2020 3:13

Hab es meiner Familie gemailt, steht nun auf meiner Geburtstagswunschliste.
Danke für den Tipp!
Gruß

Else Marie

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lobstergirl
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Re: Buch zu Schreibschriften

Beitrag von lobstergirl » 31.03.2020 14:34

...und auf meiner Wunschliste steht es nun auch. Vielen Dank fürs Vorstellen!
--Silvia

He that breaks a thing to find out what it is has left the path of wisdom.
(Gandalf, to Saruman / The Two Towers)

Hanjoro
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Re: Buch zu Schreibschriften

Beitrag von Hanjoro » 01.04.2020 0:22

Off Topic:
In diesem Zusammenhang: Winfried Kretschmann hat vor ca. 4 Wochen verlauten lassen, daß Rechtschreibung nicht so wichtig sei, dafür gebe es doch Maschinen. Und wozu noch Karten lesen, wenn das Navi den Weg zeige?

Off Topic off

Gruß,
Tomm
Hallo Tomm,
Das ist gar nicht so off-topic, denn es handelt sich doch wohl um einen Dissens zwischen Winfried Kretschmann und seiner Kultusministerin Susanne Eisenmann hinsichtlich der Debatte, die auch die Autorin des Buches führt: Ihr ist die Art des Schreibenlernens egal, es zähle das Ergebnis einer persönlichen Handschrift. Wenn man sich ansieht, welche Rechtschreibbegeisterung seit zwei Jahren durch die Kultusbürokratien schwappt - und Frau Eisenmann ist da eine Protagoinistin -, kann man sich fragen, ob da wirklich der wahre Weg der sprachlichen Bildung beschritten wird.
Sicherlich wünsche ich allen Schülerinnen und Schülern eine Erstklasslehrerin, wie ich sie hatte, die in einem Jahr von den ersten Schwüngen bis hin zum Sütterlin, von der Schiefertafel über den Bleistift bis zum Füller auch noch Lust am Schreiben vermitteln kann. Aber das Glück haben eben nicht alle. Und sicherlich haben Leute, die gerne schreiben, tendenziell auch einen positiven Zugang zur Richtigkeit. Aber letztlich macht den Text und seine Schönheit nicht die Rechtschreibung aus, sondern seine Sprache und seine Kompositon. Recht- und Fehlschreibungen aber lassen sich mit einem überschaubaren Einsatz von Übung ziemlich leicht erkennen, zählen und bewerten -, aber wer kann an einem geschriebenen Text die Wirkung des Wortschatzes und der Komposition mal eben schnell bestimmen?
Ggf. wäre das in einem gesonderten Thread zu diskutieren; es gibt ja einige Lehrerinnen und Lehrer im Forum, die dazu sicherlich mehr sagen können. Ich meinerseits kenne keine Studie, die den Zusammenhang der Geformtheit der Schrift mit der Geformtheit des Texts in Beziehung bringt. Ich vermute auch mal, da gibt es keinen Zusammenhang - so gern wir Schreibliebhaber*innen das vielleicht hätten. Wenn man sich z.B. Autographen von Goethe mit seiner wohlgeordneten Schrift und die Sauklaue Hölderlins im Vergleich ansieht, kann man das ahnen.
Viele Güße
Hanjo

Susisorglos
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Re: Buch zu Schreibschriften

Beitrag von Susisorglos » 10.04.2020 21:57

Toll, vielen Dank auch für den Tip, ist bestellt!

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Wrighter
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Re: Buch zu Schreibschriften

Beitrag von Wrighter » 10.04.2020 23:06

Auch ich hab das Buch von Lena Zeise auf meinen Wunschzettel gesetzt. :)

Spatz
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Re: Buch zu Schreibschriften

Beitrag von Spatz » 08.06.2020 13:37

Habe es an diesem Wochenende gelesen. Absolute Empfehlung, insbesondere hinsichtlich Kurrent / Deutsche Schrift. Ganz wunderbares Buch !
Holger

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