Da ich wegen des Glasfeder-Lamy ohnehin im Bastelmodus war, habe ich gleich mit den Patronenrollern weitergemacht. Die safari-artigen Modelle von Lamy habe ich ausgewählt, weil sie vergleichsweise preiswert und die Teile untereinander austauschbar sind, die Griffstücke vom Innendurchmesser passen oder leicht passend gemacht werden können und sich die Form des Rollereinsatzes nahtlos in die Geometrien der Schreiber einpasst. Ich verwende das Schmidt PRS (Patronen Roller System) in schwarz mit der 0,5 mm Kugel (gibt es auch in 0,7 mm) - ein anderes ist mir auch gar nicht bekannt.
Für alle drei Varianten gilt:
- Der Umbau lässt sich nicht rückgängig machen! Es reicht allerdings, die jeweiligen Griffstücke auszutauschen, um den Ausgangszustand wieder herzustellen.
- Zum Räumen und Bohren verwende ich einen gut scharfen 7 mm Holzbohrer, den ich von Hand drehe. Für den Safari Patronenroller kann man auch einen langsam drehenden Akkuschrauber o. ä. mit etwas Gefühl verwenden.
- Keinesfalls die Lippe außen am Federende des Griffstücks beschädigen - die wird für den festen Sitz des Schreibers in der Kappe benötigt.
- Die Schreibspitze sollte einigermaßen stramm in das Griffstück passen. Wenn nicht, kann mit wenigen Lagen Teflon-Band oder mit (Schellack-)Kleber nachgeholfen werden.
- Am hinteren Ende der Schreibspitze befindet sich die Patronenaufnahme für Standardpatronen (vgl. dazu den grünen Pfeil im ersten Bild). Es bietet sich an, wegen der langen Hülsen am Griffstück der Tintenroller Großraumpatronen oder die langen Patronen mit Lamy- und Standardanschluss zu verwenden. Beim Safari-Füller bleibt es bei der Original-Patrone.
Wenn die Gefahr besteht, dass die Patrone aus ihrer Halterung rutscht (das Schlamperetui im Rucksack...), dann kann der weiße Einsatz - entsprechend gekürzt - wieder in den Schaft eingesetzt werden (vgl. dazu den gelben Pfeil im ersten Bild).
Lamy Safari Tintenroller mit M63-Mine: Schaft und Kappe bleiben unverändert. Die angegossene Spitze des Griffstücks muss aber abgeschnitten werden. Zuvor das Dichtgummi (O-Ring) aus dem Griffstück unten herausfischen. Anschließend mit dem Holzbohrer von der Schaftseite aus ohne großen Druck schneiden, bis die Spitze abfällt.
Lamy Safari Füllhalter: Dieser Umbau ist etwas anspruchsvoller, ermöglicht aber neben dem Patronen- auch den Eyedropper-Betrieb. Schaft und Kappe bleiben für den Patronenbetrieb unverändert, für den Eyedropper-Umbau ist dies die Anleitung im Pen-Wiki. Das Griffstück muss von vorn auf den benötigten Durchmesser aufgebohrt werden. Der Kunststoff (ABS) lässt sich gut bearbeiten, die Wandstärke des Giffstücks in dem Bereich ist beruhigend stark. Es wird nur so weit gebohrt, bis die Schreibspitze komplett in das Griffstück passt, der Patronendorn weiter hinten soll erhalten bleiben. Zur Regulierung der Tintenzufuhr habe ich in den Dorn ein 2-3 mm durchmessendes Stück der Schreibspitze eines ausrangierten OHP-Filzstifts gesteckt. Es passen weiterhin die Originalpatronen (auch in der Eyedropper-Variante).
Ich hoffe, es ist für alle Interessierten etwas dabei. Sollte jemand mehr Erkäuterungen benötigen: einfach PN schreiben.
