Reinigung bei wasserfester Tinte

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missing-pen.de
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Reinigung bei wasserfester Tinte

Beitrag von missing-pen.de » 10.01.2007 6:48

Hallo,


am Montag fragte mich ein Kunde, wie man einen Füllhalter reinigt, in dem wasserfeste Tinte eingetrocknet ist. Da ich selbst (noch) nicht so genau Bescheid wusste, habe ich mich bei einem Spezialisten erkundigt und folgende Info´s bekommen:


Reinigung von Füllhaltern die mit wasserfester Tinte eingetrocknet sind:

- ca. 6 Tage ins Wasserbad legen (leichte Seifenlauge ist auch OK).

- danach sollten sich kleine Stücke der eingetrockneten Tinte lösen.

- dann den Füllhalter (bzw. nur das Aggregat) ins Ultraschallbad legen (da muss natürlich Wasser drin sein ;)).

- bei Patronenfüllhaltern kann man durch das Federaggregat auch Tonkopfspray (gibt´s im Audio-Handel) sprühen, dann löst sich auch gut die eingetrocknete wasserfeste Tinte.

Aber Achtung:

- Celluloid-, Ebonit- und Hartgummi-Füllhalter sollten nichts ins Ultraschall (das Pelikan- und Montblanc - Füllhaltermaterial dürfte aber unempfindlich sein).

- sollten Vergoldungen an Clip oder Feder schon (vorher) angegriffen sein, können sich diese Beschichtungen im Ultraschall weiter lösen.

- verschmutzte Goldfedern kann man auch mit einem feuchten Silberputztuch reinigen (feucht deshalb, dass es nicht so kratzt).

- falls alles nicht hilft, sollte der Füllhalter zu einem Schreibgeräte-Reparateur eingeschickt werden, der ihn dann zerlegt und reinigt (Liste gibt´s auf Anfrage bei mir).

- grundsätzlich sollten Füllhalter (die mit wasserfester Tinte befüllt werden) alle 8 - 14 Tage gereinigt werden, falls man sie nicht jeden Tag im Gebrauch hat.


Solltet Ihr weitere / andere Tipps / Anregungen / Erfahrungen haben,

freut es mich (und wohl auch viele andere mehr) von Euch zu hören...;)
Viele Grüße...


Rolf

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antigone
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Beitrag von antigone » 10.01.2007 11:55

Ich habe gehört, dass es helfen soll, den Tintenkanal mit einer verdünnten Ammoniaklösung durchzuspülen.
Ich weiß nur leider nicht, welches Wasser/Ammoniakverhältnis dafür nötig bzw. wirksam ist, und was alles böses mit dem Füller passieren kann wenn man zu viel Ammoniak reingibt...

Mich würde aber interessieren, ob bestimmte wasserfeste Tinten (und damit meine ich Zeichentusche, nicht Noodlers) besonders gut im Füller verwendet werden können. Alle meine Versuche mit handelsüblicher Schellacktusche in tapferen, leistungsstarken aber billigen Füllern endeten immer in einem katastrophal trockenen Tintenfluss, der aus der tiefschwarzen Tusche ein graubraunes Rinnsälchen machte. :(
Ich nehme an, das liegt an den "sperrigen" Farbpartikelteilchen, die nicht so gerne durch Tintenleiter fließen. Gibt es da Unterschiede zwischen den Herstellern?

absia
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Beitrag von absia » 10.01.2007 19:03

Grüß dich, Rolf!

Herzlichen Dank für deine klärenden Worte. Vieles bedenkt man einfach nicht, wenn man den Kopf voll hat wegen eines verdreckten Füllers und daher nur noch will, dass er so schnell wie möglich wieder schreibt. Offenbar ist das wie bei Arzneimitteln: Jede Therapie kann auch ihre Nebenwirkungen haben (s.o.). Bist'n guter Kerl!

Schönen Gruß
Peter

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Tenryu
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Beitrag von Tenryu » 10.01.2007 21:37

Zeichentuschen gehören nicht in einen Füllhalter. Schon gar nicht in einen teueren. (Zuminest nicht, wenn man ihn noch zum Schreiben verwenden will oder Wert auf die Herstellergarantie legt.)

Es gibt spezielle Füllhalter-Tuschen wie die "Fount India" von Pelikan. Die ist sehr dünnflüssig, aber trotzdem tiefschwarz, lichtecht und sehr alterungsbeständig. Trotzdem muß man auch hier den Füllhalter sehr gründlich reinigen. Besonders, wenn man sie länger benutzt hat und später wieder eine andere Farbe verwenden will.

Ich denke, wenn man unbedingt etwas Wasserfestes schreiben muß, sollte man lieber auf Kugelschreiber oder Faserstifte zurückgreifen, oder auf die gute alte Steckfeder.

antigone
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Beitrag von antigone » 12.01.2007 21:30

Ja, Tenryu, ich kenne alle diese Warnungen und Gefahren. Ich wollte auch die Verwendung von Schellacktusche in teuren Füllern weder propagieren noch praktizieren!
Meine Frage bezog sich auf die Möglichkeit, dass zufällig irgendjemand, nennen wir sie spaßeshalber Frau A., einen billigen Füllhalter mit gutem Tintenleitsystem übrig hat, der leicht ersetzbar ist und mit dem ein Tuscheexperiment gewagt werden könnte. Weil es sich mit Füllern immernoch am angenehmsten zeichnet (Kugelschreiber siffen, Faserstifte leben nicht lange und Steckfedern sind schwer zu kontrollieren und zu transportieren). :wink:

St1
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Beitrag von St1 » 13.01.2007 15:52

Hallo,
mir ist auf der Homepage des amerikanischen Herstellers Ackerman Pens der "Pump Pen" aufgefallen ( http://www.ackermanpens.com/products/nib/nib.htm ) .

Laut Herstellerangabe
verträgt dieses Schreibgerät alle Tinten und Tuschen ( ..."any ink or liquid paint"...; ..."work with India ink or acrylic paint"... :!: )
und
kann mit Speedball-, Brause-, Mitchell-, crowquill-, Manga G -Wechsel-Federn benutzt werden; oder mit einer Faserspitze oder einer Füllfederhalterfeder.

So etwas oder etwas vergleichbares habe ich in Deutschland noch nicht gesehen.

Viele Grüße,
Stefan

antigone
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Beitrag von antigone » 13.01.2007 21:07

Hallo Stefan,


Dieser Pump Pen sieht mal echt interessant aus. Leider kann ich der Seite nicht entnehmen, ob diese Leute auch Kunden außerhalb der USA beliefern. Und anders ist der hier wohl nicht zu beziehen...?


Gruß,
Antigone.

miro
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Beitrag von miro » 13.01.2007 21:40

Hallo zusammen!

In Bezug auf die Reinigung der Feder kann ich noch anfügen, dass das auch wunderbar mit einer Handydisplaypolitur funktioniert, die man für ein paar Euro bekomt.

Einfach einen winzigen Tropfen auf ein fusselfreies Wattepad auftragen und ganz ohne Druck die Feder polieren. Danach gründlich reinigen, z.B. mit Haushaltsbenzin.

Ich habe es schon bei meinem Pelikan 400 aus den 50igern und meinem Montblanc 146 aus den 80igern gemacht und die angelaufenen Federn sahen danach aus wie neu!

Man kann auf diese Weise auch kleinere oberflächliche Kratzer auf Korpus und Kappe wegpoliern.

Freundliche Grüße,
miro

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stift
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hallo

Beitrag von stift » 17.01.2007 19:12

hallo ihr lieben!

das hatte ich vor einigen monaten mit einen 146er montblanc den ich am trödlermarkt gekauft habe.
wasserbad nix das hilft nicht!!!!
das einzige ist das teil zerlegen und reinigen den sonst bekommt man den rest nicht aus dem füller.

sviel von einen neuen füller,ansonsten beschäftige ich mich nur mit alten füllern.
und diese alten füller muß man zerlegen damit das ganze wieder schreibt bzw. rein ist.
tintenleiter werden zb. bei mir mit lubpe und zahnarztbesteck gereinigt,den sonst ist das schreibvergnügen keines mehr.
mlg
stift-harald

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