Sorgenkinder

(älter als 30 Jahre)

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Tintania
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Re: Sorgenkinder

Beitrag von Tintania » 13.01.2019 15:02

Wer außer einem Westfalen würde einen Füller in Schinkenspeckoptik herstellen. Vermutlich gab es noch die Pendants "Pumpernickel" und "Möpkenbrot", und dann war die Firma pleite.
Ich habe herzlich gelacht!
Auch wenn ich dem Füller als solches optisch wenig abgewinnen kann, macht deine Beschreibung "Specki" sehr sympathisch. Danke für die vergnügliche Lektüre und gute Besserung deinem Ellenbogen!

Anja
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denniL
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Re: Sorgenkinder

Beitrag von denniL » 14.01.2019 14:10

Hallo Zusammen,

mein aktuelles Sorgenkind ist ein Pelikan M400 Tortoise braun mit OM Feder, aus den 1980 Jahren glaube ich.
Bekommen habe ich ihn von meinem Senior-Chef vor ca. 10 oder 15 Jahren. Er wollte ihn weg werfen, weil er nicht mehr schrieb.

Damals war die Tinte leer und da ich den Mann seit 30 Jahren kenne, weiß ich, dass er schnell ungeduldig war.
Ich reinigte den Füller und legte ihn weg. Nicht ausprobiert. Oder doch und weiß es nicht mehr? Dunkel erinner ich mich im Nachhinein.

Gestern habe ich ihn mit Tinte befüllt und eine Überraschung erlebt. Er schrieb nicht.
Tinte raus gelassen und neu aufgezogen. Schrieb nicht. Nochmal.
Nach 3 oder 4 Füllvorgängen schrieb er ca. eine Din A 4 Seite voll. Dann war schluß.
Nichts zu machen.

Wie gesagt, ich kenne den Vorbesitzer gut. Wenn er von mir einen Stift im Büro leihen will, gebe ich den nur ungern her, weil er so extrem aufdrückt. Nun ist meine Vermutung, dass die Feder durch unsachgemäße Schreibweise sich vom Tintenleiter minimal gelöst hat. Sehen tut man nichts, es genügen ja aber auch schon 10tel Millimeter.

Keine Ahnung, was ich machen soll oder wie.
Ich werde ihn wohl mal zur Reparatur geben,wenn ich nicht noch irgendwo eine gute Anregung finde, das Problem allein zu beheben. :idea:
Viele Grüße, Daniela

Nitschewo
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Re: Sorgenkinder

Beitrag von Nitschewo » 14.01.2019 14:44

Hallo Daniela,

das klingt exakt nach der sehr unkooperativen Verhaltensweise eines alten Pelikan 400 mit OB-Feder, der bei mir auch lange in der Zigarrenkiste vor sich hin dämmerte, weil er einfach nicht schreiben wollte. Nach ein paar Zeilen setzte er aus. Da war nix zu machen.

Die Lösung für diesen Füller war simpel, günstig und auch für ungeschickte Zeitgenossen (wie mich) problemlos umsetzbar: Er war ganz einfach frankophil und bestand auf Herbin-Tinte. Mit Vert Pré schrieb er weich und flüssig, stunden- und seitenlang. So als hätte er nie rumgezickt.

Als mir später noch zu meinem Entsetzen ein uralter Pelikan 100N mit der Federspitze voran auf den Fliesenboden knallte und ab da auch nicht mehr wollte, entsann ich mich der nie beachteten Wundertinte und zog sie in den demolierten Oldie. Und siehe da: Kein Problem, keine Aussetzer.

Ich habe mich daraufhin mit mehreren Herbin-Tinten eingedeckt und sämtliche Zicken damit befüllt. Bei meinen Oldies, die nicht so recht wollten, mit Aussetzern oder kratzig schrieben habe ich damit eine deutliche Verbesserung festgestellt, auch wenn das nicht auf alle Tintenfarben zutraf. Besonders hervorgetan als Zickenzähmer haben sich Vert Pré, Vert Olive, Lie de Thé, Cacao de Brezil und Bouquet d'Antan. (Und Zicken habe ich in meinem Flohmarkt-Fundus so einige. :) )

Bonjour,
Bianka

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Re: Sorgenkinder

Beitrag von Zollinger » 14.01.2019 14:47

Eine Reparaturtinte (!) - das grenzt an ein Wunder.
Z.
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Nitschewo
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Re: Sorgenkinder

Beitrag von Nitschewo » 14.01.2019 16:09

Zollinger hat geschrieben:
14.01.2019 14:47
Eine Reparaturtinte (!) - das grenzt an ein Wunder.
Z.
Ja, die einen können reparieren, die anderen sind auf Wunder angewiesen! ;) Klappt auch bestimmt nicht immer und überall, trotzdem kann man ja auch einfache Tipps mal weitergeben.

Grüße aus der wunderbaren Welt der Grobmotoriker,

Bianka

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Re: Freudenkinder

Beitrag von Tintenklex » 14.01.2019 16:15

duckrider hat geschrieben:
25.06.2018 7:51
Ein Schul-Pelikano mit Goldfeder und -kappe - wer hat schon so was?
Schon sehr dekadent - hat aber was, zugegeben ;-)

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Re: Sorgenkinder

Beitrag von denniL » 15.01.2019 8:19

Nitschewo hat geschrieben:
14.01.2019 14:44
Hallo Daniela,

das klingt exakt nach der sehr unkooperativen Verhaltensweise eines alten Pelikan 400 mit OB-Feder, der bei mir auch lange in der Zigarrenkiste vor sich hin dämmerte, weil er einfach nicht schreiben wollte. Nach ein paar Zeilen setzte er aus. Da war nix zu machen.

Die Lösung für diesen Füller war simpel, günstig und auch für ungeschickte Zeitgenossen (wie mich) problemlos umsetzbar: Er war ganz einfach frankophil und bestand auf Herbin-Tinte. Mit Vert Pré schrieb er weich und flüssig, stunden- und seitenlang. So als hätte er nie rumgezickt.
Guten Morgen liebe Bianka,

einen Versuch ist es wert, auch wenn ich nicht glaube, dass es die Lösung sein wird. Ein Glas Tinte mehr im Haus kann so schlimm nicht sein ;)
Viele Grüße, Daniela

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