Pelikan 120 - eine "Kostbarkeit"

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duckrider
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Pelikan 120 - eine "Kostbarkeit"

Beitrag von duckrider » 17.03.2019 9:29

Der 140er Pelikan ist mein Favorit, gleich welche Marke, der Klassiker aus den 50er/60ern ist von der Form und der reichen Zahl seiner Federn her mein bevorzugtes Sammelobjekt.
Wie das bei Sammlern nun mal so ist, ich gucke auch nach rechts und links, IBIS, Taylorix und Ruf sind auch nicht sicher vor mir.

Seit einiger Zeit halte ich nun schon Ausschau nach einem 120er (natürlich ist hier Rede vom klassischen Modell, nicht von der Neuauflage M120!).
Als Schulfüller mit Stahlfeder war ich der Ansicht, dass er doch ein Stück günstiger als der 140er mit seiner Goldfeder sein sollte.
Weit gefehlt: 120er werden deutlich seltener und teilweiss hochpreisiger als der 140er angeboten! :x

Haben vergangene Schülergenerationen ihr Schreibgerät derart missbraucht, dass 120er gerazu eine "Rarität" geworden sind?
Oder übersehe ich da was?

Gibt es Produktionszahlen der beiden Modelle?

danke für Eure Antworten
Thomas
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Linceo
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Re: Pelikan 120 - eine "Kostbarkeit"

Beitrag von Linceo » 17.03.2019 10:42

duckrider hat geschrieben:
17.03.2019 9:29
Haben vergangene Schülergenerationen ihr Schreibgerät derart missbraucht, dass 120er gerazu eine "Rarität" geworden sind?

danke für Eure Antworten
Thomas
Hallo Thomas,

wenn ich so sehe, wie die Füller meiner Schüler in der Mittelstufe oft aussehen, klingt das plausibel. Und auch die Erinnerung an die eigene Schulzeit passt zu Deiner Vermutung.

Zahlen zum 120er habe ich leider keine gefunden.

Viel Erfolg bei Deiner Suche!
Donate
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Will
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Re: Pelikan 120 - eine "Kostbarkeit"

Beitrag von Will » 17.03.2019 11:40

Hallo Thomas,

Deine Feststellung kann ich so jetzt nicht bestätigen. Wenn Du mal in der Bucht bei den verkauften Auktionen schaust, geht der alte 120er im Durchschnitt zwischen 20 und 40 Euronen über den Ladentisch. Die Qualität ist aber auch schlechter als beim 140er, was z. B. die Vergoldung betrifft, das einfachere Korpusmaterial, lediglich eine Stahlfeder. Ich habe mir nie einen angeschafft, darum kann ich zu den Unterschieden nicht mehr sagen. Mit etwas Geduld findest Du sicher ein schönes Exemplar des 120ers, das Dir auch preislich zusagt.

Waidmannsheil und schöne Sonntagsgrüße

Gerd
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duckrider
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Re: Pelikan 120 - eine "Kostbarkeit"

Beitrag von duckrider » 17.03.2019 12:53

Hallo Donate,

jo, ich habe selbst einen 17Jährigen, an dem ich "Feldstudien" betreiben kann:
Ein rundum sehr venünftiger Kerl, aber sein Schulmaterial leidet doch arg und gut sichtbar. Durch seinen Lamy Vista kann man kaum noch durchblicken, vielleicht eine Idee für die Heidelberger: "Lamy Vista opak".

Ich dachte, in den 50er/60er wäre der Umgang mit dem (damals noch nicht ganz billigen) Füllhalter noch moderater gewesen, außer Kauspuren, die von intensivstem Nachdenken zeugen, sahen unsere Füller (Schulbeginn 1966) doch recht passabel aus....
Ich habe das Glück, den Kolbenfüller meiner Schwiegermutter zu besitzen, ein heute noch makelloses Schreibgerät!

hallo Will: Ja, solche Preise würde ich mir loben, mal sehen, was die Geduld bringt....
Riesenunterschiede in der Clipvergoldung sollte es eigentlich nicht geben, die ist schon beim 140er nicht die dickste ;)

Aktuell sieht's recht mau in der Bucht aus: 99.-€ für einen Sofortverkäufer werde ich kaum in Erwägung ziehen, die lege ich schon mal für einen schönen 140er mit besonderer Feder hin.

:)
Thomas
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Re: Pelikan 120 - eine "Kostbarkeit"

Beitrag von desas » 17.03.2019 13:36

Ich hab einen 120er. Solides Gerät.
Aber eben auch nix, das einen vom Hocker reißt.

Spannend finde ich, dass dieser Schulfüller eine Seriennummer bekam.

Einen 140er wiederum habe ich leider (noch) nicht.
Vielleicht sollte ich mich mal mit Gerd zum Austausch treffen :D
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Re: Pelikan 120 - eine "Kostbarkeit"

Beitrag von Will » 17.03.2019 14:16

desas hat geschrieben:
17.03.2019 13:36
Einen 140er wiederum habe ich leider (noch) nicht.
Vielleicht sollte ich mich mal mit Gerd zum Austausch treffen :D
Hallo desas,

da muss ich Dich leider enttäuschen, ich habe schon vor einigen Jahren, bis auf zwei, alle 140er verkauft. So verblieben nur noch ein grüner und einen schwarzer in meiner Sammlung, die ich jedoch nicht hergeben mag. Wenn es Dich nach anderen alten Pelikan Füllhaltern gelüsten würde, da sähe es anders aus ;-)

Sonntagsgrüße

Gerd
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Re: Pelikan 120 - eine "Kostbarkeit"

Beitrag von desas » 17.03.2019 15:19

Lieber Gerd,
fachlicher (!) Austausch.

Ich würde nie wagen, Dir eines Deiner Schätzchen abschwatzen zu wollen :)
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Re: Pelikan 120 - eine "Kostbarkeit"

Beitrag von Will » 17.03.2019 16:03

desas hat geschrieben:
17.03.2019 15:19
Lieber Gerd,
fachlicher (!) Austausch.

Ich würde nie wagen, Dir eines Deiner Schätzchen abschwatzen zu wollen :)
Lieber desas,

für fachlichen Austausch bin ich immer zu haben und manchmal gebe ich auch etwas weiter, das kommt aber nicht so häufig vor. 8-)

Herzliche Grüße

Gerd
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Re: Pelikan 120 - eine "Kostbarkeit"

Beitrag von duckrider » 17.03.2019 18:27

Hallo in die Runde,

ein wenig Aufklärung zum 140er:
https://thepelikansperch.com/2019/02/18 ... ntain-pen/

der 120er ist nur Hausmannskost und haut keinen Hardcoresammler vom Hocker, aber er fehlt mir nun mal als Ergänzung zu den 140ern.
https://thepelikansperch.com/2015/04/02 ... -120-code/

Gruß
Thomas

p.s.:
eben noch in Sachen Taylorix, der ja auch in die 140er Familie gehört, neu entdeckt:
https://thepelikansperch.com/2018/07/31 ... orix-pens/
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Re: Pelikan 120 - eine "Kostbarkeit"

Beitrag von Haptograpsus » 18.03.2019 8:54

Ein interessantes Phenomen ist immer wieder die Preisentwicklung bei Füllfederhaltern. Der M120 kostete 1955 DM 7,50, heute werden 170 EUR verlangt. Das ist eine jährliche Preissteigerung von etwas über 6%. Bei einem Montblanc von mir, kam ich auf 14%.

Hätte Butter die gleiche Entwicklung genommen, läge der Preis heute bei 42,50 EUR pro Päckchen.

Diese unterschiedlichen Entwicklungen würde ich mir gerne mal von kompetenter Seite bis in die Tiefe erklären lassen.

Gruß Helmut

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Re: Pelikan 120 - eine "Kostbarkeit"

Beitrag von duckrider » 18.03.2019 9:13

ein Butterpreif in diefer Höhe käme meiner körperliffchen Entwicklung fifserliff entgegen.... :D :D :D :D

'tfuldigung, mit vollen Mund gefrieben
Thomas
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Re: Pelikan 120 - eine "Kostbarkeit"

Beitrag von V-Li » 18.03.2019 9:18

duckrider hat geschrieben:
18.03.2019 9:13
'tfuldigung, mit vollen Mund gefrieben
<offtopic>
https://www.deutschlandfunk.de/evolutio ... _id=443731
7.000 menschliche Sprachen gibt es, aber nur die Hälfte davon verwendet die Buchstaben „F“ und „V“. Vor allem in den Sprachen der Jäger und Sammler fehlen diese Laute oft. Kein Zufall – denn die unterschiedlichen Ernährungsgewohnheiten beeinflussen die Entwicklung der Sprache, sagen Forscher.
</offtopic>

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Re: Pelikan 120 - eine "Kostbarkeit"

Beitrag von Haptograpsus » 18.03.2019 9:30

Also ein gesellschaftliches Phenomen, wie bereits zu vermuten war.... :idea:

Gruß Helmut

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Re: Pelikan 120 - eine "Kostbarkeit"

Beitrag von Reformator » 18.03.2019 17:22

Hallo,
ich habe mir mal den Spaß gemacht, eine Grafik zu erstellen. Ausgehend von den 7,50 DM, die der 120 1955 gekostet hat, habe ich anhand der Inflationsrate die Preise ermittelt, die er ab damals (ab 2002 auch in Euro) jeweils hätte kosten "dürfen". Ist natürlich ziemlich grob, aber eine gewisse Dimensionsverschiebung zum M120 ist sichtbar.
preis120.jpg
preis120.jpg (117.34 KiB) 457 mal betrachtet
Bis demnächst...
Helge

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Re: Pelikan 120 - eine "Kostbarkeit"

Beitrag von HeKe2 » 18.03.2019 18:35

Ok, aber nach dieser Rechnung müsste 6 Sekunden telefonieren von Hamburg nach München im Festnetz heute 0,63 € oder 6,30 €/min. kosten und Benzin ist ausgehend von 1,55 €/l mit damals 0,64 DM nicht mal teurer geworden.

Das ist die Crux an einer Inflationsrate, dass da verschiedene "Verbrauchsartikel" eingehen.
Beste Grüße
Hermann

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