Parker "51" - Kappe innen "justieren"

Moderatoren: Linceo, Lamynator, desas

Antworten
Benutzeravatar
Freihand
Beiträge: 66
Registriert: 12.06.2018 10:49

Parker "51" - Kappe innen "justieren"

Beitrag von Freihand » 10.05.2019 17:19

Liebe Foristen,

ich bitte um eine kleine Hilfestellung bei einem Parker "51" aus den 1960ern (Entlüfungsloch seitlich):

Die vergoldete Kappe aus Messing enthält innen vier schmale Blechstreifen (längsseits), die wohl dem Festsitz des eingesteckten Griffstücks dienen. Sie enden ca. 7 mm vor dem Kappenende. (es muss da wohl verschiedene Systeme geben, bei meinem anderen "51" sind es ~ 13mm und keine richtigen Blechstreifen sondern nur erhabene Stellen)

(Mini)Problem:
Einer der Blechstreifen steht etwas ab, die anderen liegen eng an der Kappenwand an. Mir scheint, dass das Griffstück von dem abstehenden Streifen zerkratzt wird - nur ganz leicht, auf Dauer aber unschön...

Wie kann ich diesen Blechstreifen schonend wieder zurückzubiegen?

(Der Verursacher war ich - erinnere mich dunkel, dass ich den Streifen mal mit einem Schraubenzieher etwas von der Wand wegzog, weil die Kappe loser wurde und nicht mehr richtig hielt - ist aber verjährt - war noch Schulzeit...)

Herzliche Wochenendgrüße
Lars

Benutzeravatar
TomSch
Beiträge: 2592
Registriert: 28.05.2008 20:55
Wohnort: Ostfriesland

Re: Parker "51" - Kappe innen "justieren"

Beitrag von TomSch » 10.05.2019 17:29

Hi.

Kannst du die Kappe auseinanderbauen?
Wenn nein, davon gehe ich hier aus, mit einem Streifen Micromesh die beim Biegen entstandene, scharfe Kante entgraten. ;)

Viel Erfolg, Thomas
Bewerte deine Erfolge daran, was du aufgeben musstest, um sie zu erzielen.
Dalai Lama

Benutzeravatar
Andi36
Beiträge: 3016
Registriert: 29.10.2010 23:43

Re: Parker "51" - Kappe innen "justieren"

Beitrag von Andi36 » 10.05.2019 19:39

Bei diesem Kappentyp kannst Du die Haltefedern relativ einfach ausbauen und den abstehenden Streifen wieder in Form biegen.

1) den Jewel abschrauben
Von oben mit dem Daumen fest draufdrücken und aufdrehen. Du brauchst aber ein Stück Fahrradschlauch oder ähnliches dazwischen für entsprechende Reibung.

2) die Kappenschraube, die nun sichtbar ist abschrauben
Dabei sollte die Kappe auf dem Füller sitzen, sonst dreht sich die Innenkappe mit.

3) nun kannst Du die Kappe in seine Einzelteile zerlegen. Also Clip, Kappe, Innenkappe, Haltefedern.

Ätzend wird es, wenn der Jewel festgeklebt wurde . Je nach Kleber hilft hier Wärme oder gar nichts.

Probier einfach mal.

Gruß
Anfi
Don't feed the troll.

Benutzeravatar
Freihand
Beiträge: 66
Registriert: 12.06.2018 10:49

Re: Parker "51" - Kappe innen "justieren"

Beitrag von Freihand » 10.05.2019 19:48

Besten Dank - das wollte ich wissen - ob es noch eine Innenkappe gibt, denn das sah ich nicht. Werde ich am WE ausprobieren. Fahrradschläuche sind reichlich vorhanden.

Zusatzfrage: Ist das "Allheilmittel" WD40 für den "Stein" oben über der Kappenschraube schädlich? Wenn nein, würde ich es auf den Spalt drauftröpfeln - würde die Ablösung vielleicht erleichtern.

Benutzeravatar
Andi36
Beiträge: 3016
Registriert: 29.10.2010 23:43

Re: Parker "51" - Kappe innen "justieren"

Beitrag von Andi36 » 10.05.2019 20:09

Bei Öl und Kunststoff bin ich vorsichtig - ich hab mir mal Kunststoffteile zerstört, die sind ein paar Wochen nach der Behandlung regelrecht zerbröselt. Ich würde es eher mit Wärme versuchen. Die Jewels lassen sich zwar zur Not als Ersatzteil nachkaufen, sind aber unverschämt teuer. Hab da 15 Pfund im Gedächtnis.

Die Innenkappe ist recht kurz, der obere Teil der Haltefedern ist darin eingeclipst. Das Teil sieht so aus:
https://www.penpartsstore.com/products/ ... n-usa-6458

Die Kappen mit dem älteren Befestigungssystem lassen sich übrigens nicht so leicht zerlegen, weil die Feder fest verbaut und der Kappenrand gebördelt ist. Dafür verbiegen die nicht so leicht ;-)

Gruß
Andi
Don't feed the troll.

Benutzeravatar
Freihand
Beiträge: 66
Registriert: 12.06.2018 10:49

Re: Parker "51" - Kappe innen "justieren"

Beitrag von Freihand » 10.05.2019 20:53

Sehr schön! Dann weiß ich nach dem Foto, was mich an Innerei erwartet.
Andi, da haste Recht - nur mit natürlichen Mitteln - Kunststoffe sind unergründlich...

Und nebenbei: es spricht für die damalige Materialqualität, dass viele der alten Schätze überhaupt die volle bzw. noch ausreichende Festigkeit haben und nicht zerbröseln. Bei heutigen Kunststoffen gruselt es mich oft, wie manche nach wenigen Jahren spröde/porös werden oder sich bei Auslieferung gut griffig-rauh anfühlende Oberfläche in Klebrigkeit/Glischigkeit verwandelt)

U_T
Beiträge: 39
Registriert: 25.07.2006 22:44

Re: Parker "51" - Kappe innen "justieren"

Beitrag von U_T » 14.10.2019 18:15

Hallo,

mich würde mal interessieren, ob du es hinbekommen hast.

Das gleiche Problem hatte ich vor Jahren auch mal, da hatte ich versucht, mit einem Papiertaschentuch das Innenleben der Kappe zu reinigen. Ergebnis war leider auch ein abstehender Metallstreifen.

Damals gab es noch das Werk in Newhaven, hatte den Füllhalter nach Baden-Baden eingeschickt (Parker Deutschland bis ca. 2000). Die haben den Füllhalter nach Newhaven (UK) gesendet, die ihn mir zurückgesendet haben. Die konnten die Kappe tatsächlich reparieren und haben ein komplett neues identisches Innenleben eingebaut.

Der Füllhalter ist einer meiner Lieblinge neben diversen japanischen Füllhalter, der Federschliff ist sensationell und der Tintenfluss optimal. Kein Wunder, das der Parker 51 in so hohen Verkaufszahlen weltweit abgesetzt wurde.

Gruß, Udo
Pelikan M 481 (1984) - Pelikan M 150 (1987) - Pelikan M 250 (1993) - Pelikan M 400 SOUVERÄN (1995)

Antworten

Zurück zu „Parker“