Lamy Safari Vista Mods: Unterschied zwischen den Versionen
(→Übersicht) |
(→Federn) |
||
Zeile 86: | Zeile 86: | ||
Eine Anleitung, wie sich der Tintenleiter und damit die Feder innerhalb des Griffstücks neu ausrichten lässt, findet sich hier: http://flounders-mindthots.blogspot.de/2013/06/lamy-safarivista-grip-adjustment.html . Besonders hilfreich ist dieser Mod, wenn es darum geht, den Komfort bei der Verwendung von Oblique-Federn zu erhöhen, die leicht gedreht aufs Papier aufgesetzt werden. | Eine Anleitung, wie sich der Tintenleiter und damit die Feder innerhalb des Griffstücks neu ausrichten lässt, findet sich hier: http://flounders-mindthots.blogspot.de/2013/06/lamy-safarivista-grip-adjustment.html . Besonders hilfreich ist dieser Mod, wenn es darum geht, den Komfort bei der Verwendung von Oblique-Federn zu erhöhen, die leicht gedreht aufs Papier aufgesetzt werden. | ||
+ | |||
+ | ==== Lamy-Federn im Platinum Preppy ==== | ||
+ | |||
+ | Die Z50-Federn lassen sich auch im Platinum Preppy verwenden, dessen Tintenleiter dazu allerdings etwas bearbeitet werden muss. So steht das umfangreiche Federnsortiment auch dem Platinum offen. Die Feder des Preppy ist der Z50-Feder sehr ähnlich, Breite, Länge und Befestigungsmechanismus sind ähnlich, der wesentliche Unterschied ist, dass sie etwas höher ist als die Lamy-Feder. Betrachtet man den Tintenleiter des Preppy etwas genauer ([http://i.imgur.com/8RJJ8uX.jpg Bild]), sieht man auf dem Tintenleiter eine schienenartige Erhöhung, auf die Feder aufgeschoben wird. Damit eine Lamy-Feder passt, muss diese Erhöhung um ca. einen Millimeter flacher gefeilt werden. Dabei ist darauf zu achten, dass über die gesamte Länge wirklich plan gefeilt wird und keine Wellen, Riefen oder ähnlich hinheingefeilt werden - diese könnten später den Tintenfluss stören. So lange feilen, bis die Feder mit wenig Kraft auf den Tintenleiter geschoben und wieder abgezogen werden kann. Den Tintenleiter und die Feder am Ende sorgfältig von Feilspänen befreien. | ||
== Der Safari als Textmarker == | == Der Safari als Textmarker == |
Version vom 31. Mai 2015, 16:08 Uhr
Die Lamys der Safari/Vista-, Joy- und Al-Star-Familie sind preiswerte, robuste und vielseitige Füllhalter, die sich sehr gut an eigene Wünsche anpassen und personalisieren lassen. In diesem Wiki-Eintrag werden solche Anpassungsmöglichkeiten gesammelt.
Inhaltsverzeichnis
Übersicht
Safari | Vista | Al-Star | Joy / Joy Al | |
---|---|---|---|---|
Webseite | Produktwebseite | Produktwebseite | Produktwebseite | Produktwebseite |
Designer | Wolfgang Fabian in Zusammenarbeit mit Bernt Spiegel | Anleihen bei Fabian und Spiegel | ||
Erscheinen | 1980 | später | ||
Material | ABS-Kunststoff | eloxiertes Aluminium, ABS-Kunststoff | ABS-Kunststoff, teils mit gummierter Oberfläche (Joy) / ABS-Kunststoff und Kappe aus eloxiertem Aluminium (Joy Al) | |
Farbe(n) | verschiedene | farblos transparent ("Demonstrator") | verschiedene | schwarz mit roten Kappenakzenten, weiß, grau/schwarz |
Maße | Länge geschlossen: 140 mm Länge ohne Kappe: 130 mm Kappenlänge: 65 mm Länge mit aufgesteckter Kappe: 167 mm Kappendurchmesser: 14 mm Korpusdurchmesser: 12 mm Länge des Clips: 56 mm Breite des Clips: 13 mm |
Länge geschlossen: 139 mm Länge ohne Kappe: 130 mm Kappenlänge: 64 mm Länge mit aufgesteckter Kappe: 170 mm Kappendurchmesser: 14 mm Korpusdurchmesser: 13 mm Länge des Clips: 56 mm Breite des Clips: 13 mm |
n/a | |
Gewicht (ungefüllt) | 16 g Kappe: 7 g Korpus: 9 g |
24 g Kappe: 9 g Korpus: 15 g |
18 g (Joy) / 20 g (Joy Al) Kappe: 7 g (Joy) / 9 g (Joy Al) Korpus: 11 g (Joy/Joy Al) | |
Kappentyp | Steckkappe mit Einrastpunkt | |||
Füllmechanismen (offiziell) | Patrone, Kolbenkonverter | |||
Füllmechanismen (inoffiziell) | wieder aufgefülte Patronen, Schlauchkonverter, Eyedropper | wieder aufgefülte Patronen, Schlauchkonverter | ||
Patronenformat | T10 (Volumen: 1,15 ml) | |||
Konverter | Z24 (empfohlen), Z26 (Volumen: beide je 0,5 bis 0,6 ml) | |||
Federntyp | Z50 | |||
Federnmaterial | Stahl, 585er/14K Gold | |||
Federnfarben | silbern ("blank")/rhodiniert, teilrhodiniert, schwarz lackiert | |||
Federnbreiten | rundes Korn: EF, F, M, B, BB; abgeschrägt/oblique: OM, OB, OBB; cursiva/italic: 1,1 mm, 1,5 mm, 1,9 mm; andere: A (Anfänger), MK (Medium, gerundet), LH (Linkshänder) | |||
Bemerkungen | Die Gehäuseteile sind im wesentlichen austauschbar. Zu beachten ist, dass bei der Verwendung einer Al-Star-Kappe im Safari oder Vista der Kunststoffring am Griffstück oder gleich das das Griffstück mit getauscht werden sollte. Bei der Verwendung des Al-Star-Griffstücks im Eyedropper könnte es aufgrund der anderen Gewindekonstruktion zu Undichtigkeit kommen. Der schwarze Lamy Joy verfügt als einziges noch produziertes Modell über einen roten Kappendeckel und rot lackierten Clip. Der Lamy Joy Al ist ein Hybrid aus dem silberfarbenen Al-Star, von dem die Kappe kommt, der Korpus hingegen stammt vom schwarzen Kunststoff-Joy. |
Zu den verschiedenen Generationen des Lamy Safari siehe http://www.fountainpennetwork.com/forum/index.php/topic/90367-lamy-safari/
Farben
http://www.fountainpennetwork.com/forum/topic/22180-lamy-safari-colours
Federn
Übersicht
Lamy verwendet zwei grundlegende Federkonstruktionen (daneben existieren noch weitere, seltenere Konstruktionen): Die ältere Variante, die noch heute im Lamy 2000 Verwendung findet und die Federn vom Z50-Typus, der in gewisser Weise eine Abstraktion des Federntypus aus dem Lamy 2000 darstellt. Die Federn vom Z50-Konstruktionstyp existieren in mehr als 30 Varianten und lassen sich in allen gegenwärtig produzierten Lamy-Füllhaltern bis auf den 2000er verwenden. Der Lamy Safari dürfte damit auch zu denjenigen Füllhaltern mit dem umfangreichsten Federnsortiment gehören. Nachfolgend eine Übersicht über die Federn. Nicht jede der genannten Federn wird aber gegenwärtig noch produziert oder ist einzeln erhältlich, auf dem Markt gebrauchter Federn und Füllhalter kann man jedoch fündig werden.
- Stahlfedern
- silberfarben (im Lamy-Jargon: "blank")
- mit gerundeter Spitze: EF, F, M, MK, B, LH, A
- mit obliquer/abgeschrägter Spitze: OM, OB
- in Cursiva/Italic/Stub (= Kalligraphiefedern, ohne Atemloch): 1,1 mm, 1,5 mm, 1,9 mm
- schwarz lackiert
- mit gerundeter Spitze: EF, F, M, MK, B, LH
- mit obliquer/abgeschrägter Spitze: OM, OB
- silberfarben (im Lamy-Jargon: "blank")
- Goldfedern (14K/585)
- teilrhodiniert
- mit gerundeter Spitze: EF, F, M, MK, B, BB
- mit obliquer/abgeschrägter Spitze: OM, OB, OBB
- vollrhodiniert mit Atemloch und Kugelspitze: EF, F, M, B, BB, weitere Varianten nicht bekannt, aber möglich
- teilrhodiniert
Legende: A - Anfänger (nur im ABC verbaut); LH - Linkshänder (für Overwriter, mittlere Breite); MK - Mittlere Breite, stärker gerundet
Federn, die nicht passen:
- Goldfedern des Typus aus dem Lamy 2000, 27, Lamy Lady usw.
- Vollrhodinierte Goldfedern ohne Atemloch, wie sie z.B. im cp1 der 80er Jahre verbaut waren
Oblique-Federn
Oblique-Federn, die in den Safari passen, gibt es in Stahl und in Gold. Die durch das Griffstück vorgeschriebene Haltung des Füllhalters ist für die Verwendung von Oblique-Füllhaltern jedoch nicht optimal. Entweder, man gewöhnt sich eine leicht in Richtung Körper gedrehte Handhaltung (Rechtshänder) an, man feilt das Griffstück rund oder man justiert den Tintenleiter im Griffstück. Letzteres ist die bequemere Variante, aber mit etwas Bastelarbeit verbunden (siehe Abschnitt "Ausrichtung der Feder im Griffstück").Tausch der Federn
Die Federn lassen sich sehr einfach tauschen: Etwas Klebeband auf die Feder drücken und Feder und Klebeband nach vorn abziehen. Die neue Feder wird dann einfach vorsichtig auf den Tintenleiter aufgeschoben. Feder z.B. mit Alkohol vorsichtig und ohne viel Druck von eventuellen Klebrückständen befreien. Eine alternative Methode zum Federntausch und zur Entnahme des Tintenleiters zeigt Lamy. Allerdings ist hierfür die Kappe eines Al-Star als Hilfsmittel notwendig: http://www.lamy.com/video/player.html?v=/video/22_Changing_of_Nib_1.mp4 .
Ausrichtung der Feder im Griffstück
Eine Anleitung, wie sich der Tintenleiter und damit die Feder innerhalb des Griffstücks neu ausrichten lässt, findet sich hier: http://flounders-mindthots.blogspot.de/2013/06/lamy-safarivista-grip-adjustment.html . Besonders hilfreich ist dieser Mod, wenn es darum geht, den Komfort bei der Verwendung von Oblique-Federn zu erhöhen, die leicht gedreht aufs Papier aufgesetzt werden.
Lamy-Federn im Platinum Preppy
Die Z50-Federn lassen sich auch im Platinum Preppy verwenden, dessen Tintenleiter dazu allerdings etwas bearbeitet werden muss. So steht das umfangreiche Federnsortiment auch dem Platinum offen. Die Feder des Preppy ist der Z50-Feder sehr ähnlich, Breite, Länge und Befestigungsmechanismus sind ähnlich, der wesentliche Unterschied ist, dass sie etwas höher ist als die Lamy-Feder. Betrachtet man den Tintenleiter des Preppy etwas genauer (Bild), sieht man auf dem Tintenleiter eine schienenartige Erhöhung, auf die Feder aufgeschoben wird. Damit eine Lamy-Feder passt, muss diese Erhöhung um ca. einen Millimeter flacher gefeilt werden. Dabei ist darauf zu achten, dass über die gesamte Länge wirklich plan gefeilt wird und keine Wellen, Riefen oder ähnlich hinheingefeilt werden - diese könnten später den Tintenfluss stören. So lange feilen, bis die Feder mit wenig Kraft auf den Tintenleiter geschoben und wieder abgezogen werden kann. Den Tintenleiter und die Feder am Ende sorgfältig von Feilspänen befreien.
Der Safari als Textmarker
Lamy-Füllhalter lassen sich nicht nur zum Schreiben, Kalligraphieren oder Zeichnen verwenden. Setzt man die Kalligraphiefeder mit 1,9 mm in den Lamy ein, die es für unter fünf Euro im Fachhandel oder im Lamy-Shop gibt, und verwendet man die Neon-Lime-Patronen oder eine andere Highlighter-Tinte im Konverter oder Eyedropper, verfügt man über einen Füller, der sich problemlos als Textmarker verwenden lässt. Selbstverständlich ist man damit nicht auf Highlighter-Tinten beschränkt, sondern kann jede der eigenen Wunschtinten verwenden. Nicht nur der Vista, sondern alle anderen Lamy-Füllhalter, die die Z50-Federn aufnehmen können, lassen sich so als Textmarker verwenden. Neben der Verwendungsmöglichkeit eigener Tintenfarben ist vor allem von Vorteil gegenüber klassischen Textmarkern, dass der Textmarker-Strich des Füllhalters nicht schleichend immer blasser wird und natürlich ökologische Gründe, die vor allem bei denjenigen zum Tragen kommen, die sehr intensiv mit Textmarkern arbeiten. Von Nachteil ist gegebenenfalls, dass der Füllhalter-Textmarker mit der 1,9 mm bei 12-Punkt-Schrift lediglich die sogenannte Mittelhöhe der Buchstaben (d.h. die Höhe der Kleinbuchstaben) farblich unterlegt.Den breitesten Strich erhält man, wenn man den Füllhalter exakt parallel zur Grundlinie des gedruckten Textes hält. Als Schreibhaltung ist dies zwar unpraktisch, zum Markieren aber problemlos. Angewinkelt eignet er sich auch zum Unterstreichen in unterschiedlicher Dicke, wodurch sich leicht Differenzierungen vornehmen lassen (dick unterstrichen: wichtig, dünn unterstrichen: weniger wichtig).
Füllmethoden
Übersicht
Die Lamy Safari-Familie lässt sich auf ganz unterschiedliche Weisen mit Tinte versorgen (Dippen nicht mitgezählt). Jedes dieser Verfahren hat seine Vor- und Nachteile.
Patronen
Lamy verwendet ein proprietäres Patronenformat (T10) mit einem Fassungsvermögen von 1,15 ml, die Patronen enthalten keinen Agitator. Ein Video, das den Patronentausch illustriert, gibt es bei Lamy: http://www.lamy.com/video/player.html?v=/video/1_Cartridge_Replacement_Fountain_Pens_1.mp4 . Lamy bietet gegenwärtig (April 2015) neun Farben in Tintenpatronen an, aufgrund von Aktionstinten verändert sich das Sortiment von Zeit zu Zeit. Neben Originalpatronen von Lamy gibt es Universalpatronen, auch Parker- und Aurora-Patronen werden als passend angegeben (Quelle: http://giese-online.de/xref2.html, 18.4.2015). Neben den offiziellen Tinten lassen sich die Patronen natürlich auch mittels einer üblichen Spritze, wie man sie in der Apotheke kaufen kann, auswaschen und mit der eigenen Lieblingstinte (wieder-)befüllen. Bei häufigem Herausnehmen und Einsetzen einer Patrone könnte sich die Öffnung so weiten, dass sie nur noch locker auf dem Dorn des Tintenleiters sitzt und sich lösen könnte. Das Korpus ist eigentlich so konstruiert, dass sich die Patrone nicht lösen und Tinte austreten kann. Wer sicher gehen möchte, kann das Ende des Korpus mit etwas Watte ausstopfen, die die Patrone dann in Position hält und auf den Dorn des Tintenleiters aufdrückt.Konverter
Lamy bietet zwei Kolbenkonverter an, den Z24 (für LAMY abc, LAMY AL-star, LAMY joy, LAMY nexx, LAMY nexx M, LAMY safari und LAMY vista) und den Z26 (für LAMY accent, LAMY cp 1, LAMY dialog 3, LAMY linea, LAMY logo, LAMY st und LAMY studio). Beide Konverter lassen sich auf den ersten Blick gut voneinander unterscheiden (Z24: roter Dehknopf, Z26: schwarzer Drehknopf). Der funktionale Unterschied ist, dass der Z24 kleine Plastiknasen besitzt, die am Safari/Vista/Al-Star einrasten und den Konverter gegen Herausrutschen fest fixieren, während dem Z26 diese Nasen fehlen. Nichtsdestotrotz passt auch der Z26 in die Lamys der Safari-Familie. Im transparenten Vista sieht der schwarze Z26 unter Umständen sogar besser aus, weil die farbliche Erscheinung so etwas stimmiger wirkt und kein roter Drehknopf mit der Tintenfarbe konkurriert. Beide Konverter haben mit rund 0,6 ml lediglich rund die Hälfte des Tintenvolumens der Tintenpatronen T10. Wie man den Konverter fachgerecht zur Wartung zerlegt, demonstriert Stephen Brown in einem Video (https://www.youtube.com/watch?v=j9JRkILIL3w). Eventuelle Tintenflussprobleme des Kolbenkonverters lassen sich eventuell durch den Einsatz von Agitatoren beheben (siehe Abschnitt "Agitator bei Tintenflussproblemen in Lamy-Konvertern").
Lamy hat zwei Videos zum Auffüllen des Konverters (http://www.lamy.com/video/player.html?v=/video/2_Filling_Converters_1.mp4) und dessen Pflege veröffentlicht (http://www.lamy.com/video/player.html?v=/video/19_Cleaning_and_Care_Fountain_Pen_with_Converter_1.mp4).
Daneben gab es von Lamy auch Schlauchkonverter, die allerdings nicht mehr produziert werden. Ein solcher Schlauchkonverter lässt sich jedoch auch selbst herstellen (siehe Abschnitt "Füllmethoden III"). Er hat den Vorteil, dass er einen deutlich größeren Tintenvorrat bietet und - im Vista - ästhetisch ansprechender aussehen kann als die Lamy-Konverter.
Aufgrund der Form des Griffstücks lässt sich der Safari nicht mit dem Visconti Reisetintenfass befüllen.
Eyedropper (nur Safari/Vista)
Wenn man die Öffnungen im Korpus des Safari oder Vista verschließt, lässt sich Tinte auch direkt, ganz ohne Tintenpatrone oder Konverter in den Füllhalter füllen, z.B. mittels einer Pipette (engl. eyedropper) oder einer Spritze (beides kann in der Apotheke erworben werden). Man wird mit einem Tintenvolumen von fast 4 ml, satterem Tintenfluss und - im Vista - mit einem ästhetischem Aussehen des Füllhalters belohnt. Nachteile sind vor allem der mit abnehmendem Füllstand zunehmende Tintenfluss, der unter Umständen auch zum Tropfen führen kann. Eine Bastelanleitung findet sich im Abschnitt "Eyedropper-Umbau".
Agitator bei Tintenflussproblemen in Lamy-Konvertern
Konverter haben hin und wieder das Problem, dass sich Tinte im hinteren Teil am Kolben sammelt und nicht richtig fließen will. Dieses Problem lässt sich beheben, indem man einen sogenannten Agitator in den Konverter einsetzt. Als Agitator eignen sich die kleinen Kunststoffkügelchen aus handelsüblichen Tintenpatronen (am besten gleich mehrere einsetzen) oder die Metallkügelchen aus den Pilot-Patronen für den Kalligraphiefüller. Diese Agitatoren lassen sich durch die vordere Öffnung des Konverters einführen, allerdings muss man dann auch beim Entnehmen oder Spülen des Konverters vorsichtig sein, damit die Kügelchen nicht herausfallen und verloren gehen. Durch das Einsetzen der Agitatoren kann sich der Tintenfluss verbessern, allerdings verliert man etwas Tintenkapazität und es kann zu einem leisen Klappern kommen.
Schlauchkonverter selbst herstellen
Als Füllmethoden bieten sich standardmäßig Lamy-Patronen (T10) und die beiden passenden Konverter (Z24 und Z26) an. Darüber hinaus lassen sich die Lamys als Eyedropper (siehe diesen Abschnitt) oder mit selbstgebautem Squeeze-Konverter verwenden. Der Squeeze-Konverter hat den Vorteil, eine größere Tintenkapazität als Patrone und Kolbenkonverter zu bieten, dabei fast wie ein Eyedropper auszusehen ohne dessen Nachteile zu adaptieren. Der Squeeze-Konverter kann also für all diejenigen die richtige Wahl sein, die einen großen Tintenvorrat benötigen, vor einem Eyedropper-Umbau aber zurückschrecken.
Benötigtes Material
- Leere und gereinigte Lamy-Patrone
- Tintensack Größe 17 oder 18 (für eine Aufnahme von 7 mm Durchmesser)
- Schell-Lack
- Talkumpulver
- Cuttermesser
- Lineal oder Schiebelehre
- Pinzette
- ggf. Feile zum Entgraten
- Tinte im Glas
Durchführung
Die Lamy-Patrone hat eine Länge von 68 mm und einen Durchmesser von 7,3 mm, es wird also ein Tintensack in der Größe 18 benötigt, Parker Tintensäcke (Größe 17) sollten ebenfalls passen. Für die Verwendung im Vista und wegen der Sichtfenster sind transparente Tintensäcke empfohlen.
Als ersten Schritt die gereinigte Lamy-Patrone in einer Länge von ca. 30 mm von der Öffnung aus abschneiden. Gegebenenfalls die Grate der Schnittkanten glätten. Den Tintensack auf max. 50 mm kürzen. Auf die Fläche, auf die der Tintensack aufgeschoben wird, Schell-Lack aufbringen und den Tintensack aufschieben. Das geht leichter, wenn man den Tintensack beispielsweise mit einer Pinzette aufspreizt und dann auf die Patrone aufschiebt. Überflüssigen Schell-Lack abwischen, den Tintensack noch mit etwas Talkumpulver bestreuen, den Schell-Lack trocknen lassen. Anschließend kann der Konverter verwendet werden. Vor der Verwendung mit Wasser auf Dichtigkeit prüfen.
Die Länge des Konverters ist für das Korpus von Safari/Vista und Al-Star optimiert. Um in anderen Lamy-Füllhaltern zu funktionieren, müssen die Maße gegebenenfalls angepasst werden. Testweise könnte man prüfen, ob die Metallhülsen aus dem für wenige Euro verfügbaren Hero 616 auf diesen selbstgebauten Konverter und in das Korpus des Lamy passen.
Eyedropper-Umbau (nur Safari/Vista)
Lamy Safari/Vista-Eyedropper zeichnen sich durch einen außerordentlich großen Tintenvorrat von annähernd 4 ml aus. Der Eyedropper-Umbau erweitert das Methoden-Spektrum beim Befüllen, die anderen Füllmethoden bleiben weiterhin möglich. Umgebaut und bis zum Gewinde mit Tinte gefüllt steigt das Gesamtgewicht des Füllhalters auf 20 bis 21 Gramm.Benötigtes Material
- Lamy Safari- oder Vista-Füller
- Lamy Safari- oder Vista-Rollerball (optional, aber empfohlen, es wird nur das Korpusstück benötigt)
- Epoxidharzkleber (z.B. Zweikomponentenkleber von UHU: http://www.uhu.com/produkte/2-komponenten-klebstoffe/detail/uhu-plus-schnellfest2-k-epoxidharzkleber.html)
- Silikonschmiermittel zum Abdichten des Gewindes (gibt es wie den UHU im Baumarkt)
- Küchenrolle
- Spritze oder Pipette zum Befüllen mit Tinte
- Tinte im Glas
- Wattestäbchen zur Reinigung des Gewindes beim Wiederbefüllen
Schwierigkeitsgrad und Dauer
Der Umbau ist einfach, man benötigt ca. 10 Minuten fürs Basteln, je nach Kleber 6 bis 24 Stunden zum Durchtrocknen.
Vorbemerkung
Die Safaris/Vistas haben Sichtfenster. Theoretisch kann man sich den Rollerball sparen und die Fenster mit dem Kleber abdichten. Am Besten dichtet man die Sichtfenster nacheinander mit Klebeband ab, indem man irgendwas rundes, z.B. einen Pinsel als Führung für das Klebeband verwendet und von innen anbringt und an die Korpuswand andrückt. Dann lassen sich die Fenster nacheinander mit Epoxidharz verschließen. Eventuell noch etwas Klarlack aufbringen (z.B. klaren Nagellack der Freundin verwenden) um die matte Oberfläche etwas glänzender zu kriegen. Einfacher und ästhetisch schöner wird es aber, wenn man den Rollerballkorpus verwendet. Nach Austausch der Korpora kann man den Rollerball übrigens weiterverwenden. :arrow: Tipp: Das Füllhalterkorpus zum gefahrlosen Üben verwenden!
Mit dem Lamy ABC sollte das eigentlich auch funktionieren, der hat keine Sichtfenster, man muss hier ebenfalls nur die Rinne am Ende des Korpus verschließen. Getestet habe ich das selbst aber noch nicht.
Durchführung
Wenn man den Rollerball verwendet, dann muss man nur das Ende des Korpus abdichten. Das ist sehr einfach. Einfach den Zweikomponentenkleber nach Anleitung anmischen - dem Uhu liegen passende Utensilien gleich bei. Ich verwende etwas mehr als eine erbsengroße Menge. Mit beiden Tuben könnt ihr hunderte Eyedropper basteln :)
Als erstes das Korpus abschrauben, mit dem Küchenkrepp das Ende des Korpus abwischen und von Fett befreien. Der Kleber muss vor allem in die Rinne fließen, also so viel Kleber auf das Ende geben, dass der viskose Kleber gleichmäßig in die Rinne fließt, eventuell den UHU-Spatel zur Hilfe nehmen. Durch entsprechende Bewegung dafür sorgen, dass sich der Kleber gleichmäßig verteilt. Nicht zu großzügig mit dem Kleber sein, denn wenn man zuviel drauf gibt, dann fließt er (evtl. ungleichmäßig) in den Korpus, was man später sieht. Es braucht nur so viel Kleber, dass er ca. 1,5-2 mm in die Rinne fließt und sie sauber verschließt. Überschüssigen Kleber vorsichtig mit dem Küchenkrepp abwischen. Das wars eigentlich schon.
Nun den Korpus senkrecht auf die Gewindeseite stellen, damit sich der Kleber in der Rinne verteilt und durchtrocknen kann. Ich verwende den blauen UHU-Epoxidharzkleber und lasse ihn i.d.R. 6 Stunden durchtrocknen. Gleich die UHU-Kleberutensilien mit dem Küchenkrepp auswischen, bevor das eintrocknet.
Nach dem Trocknen etwas Wasser einfüllen und mit dem Mund Druck erzeugen um auf Dichtigkeit zu prüfen. Wenn alles dicht ist, dann kann die Tinte rein, ist er nicht dicht (bei mir waren sie immer beim ersten Mal dicht), eine weitere Schicht Kleber drauf und weitere sechs Stunden durchtrocknen lassen.
Wasser raus, sauber auswischen und ausspülen und nun kann die Tinte rein - entweder mit einer Spritze oder einer Pipette. Füllung immer bis maximal 1-2 mm unter dem Gewinde. Am Griffstück das Gewinde (und nur das Gewinde!) dünn(!) mit Silikonschmiermittel einschmieren. Einfach etwas Schmiermittel auf die Fingerkuppe nehmen und dann um das Gewinde herum. Man muss hier keine großen Mengen nehmen, einfach dünn und sorgfältig, dann ist alles dicht. Zuschrauben, abwischen, fertig. Beim neuen Befüllen befreie ich das Gewinde im Korpus mit einem Q-Tip von Tintenresten.
Bei einigen Eyedroppern (z.B. Platinum Preppy) wird die Verwendung von O-Ringen empfohlen. Prinzipiell lassen sich O-Ringe (im Baumarkt erhältlich) auch im Safari- oder Vista-Eyedropper verwenden. Allerdings dichtet das Gewinde mittels Silikonschmiermittel so gut ab, dass die Verwendung des O-Ringes nicht notwendig ist. Pro forma: Garantien können jedoch keine übernommen werden.
Wer sich für den Eyedropper-Umbau entscheidet, sollte sich auch überlegen, die Kunststoffnasen der Konverterhalterung gleich mit zu entfernen (siehe Abschnitt "Griffstück").
Tintenfluss, Tropfen, Dichtigkeit, Lagerung
Eyedropper sind fließfreudiger als ihre 'normalen' Pendants. Bei sehr dünnflüssigen Tinten sollte man das aber im Hinterkopf behalten und bei Problemen ggf. zu viskoseren Tinten greifen. Besonders wenn wenig Tinte im Füllhalter ist, kann es zum Tropfen kommen. Abhilfe lässt sich schaffen, wenn man den Füllhalter dann entweder vor dem Schreiben aufrecht in der Hand anwärmt, oder beispielsweise in der Innentasche der Jacke oder (entgegen allen Modetrends) der Hemdtasche trägt. Dann ist er jederzeit warm und schreibbereit. Ich selbst verwende jetzt seit mehreren Jahren täglich Lamy Vista-Eyedropper und hatte bisher noch keine Probleme mit zerbrochenen oder undichten Lamy-Eyedroppern.
Wenn der Füller längere Zeit gelagert werden soll, etwas Wasser einfüllen. Denn wenn der Epoxidharzkleber knochentrocken durchtrocknet, kann er undicht werden. Also immer etwas Flüssigkeit drin haben, dann kann nichts passieren.
Griffstück
Tintenleiter entnehmen
Eine einfache Methode zur Entnahme des Tintenleiters zeigt Lamy in einem Video, allerdings ist hierfür die Kappe eines Al-Star als Hilfsmittel notwendig: http://www.lamy.com/video/player.html?v=/video/22_Changing_of_Nib_1.mp4 .
Eine sehr gute und bebilderte Anleitung (in englischer Sprache), wie sich der Tintenleiter im Griffstück gegenüber der vorgesehenen Position neu justieren lässt, ist im Abschnitt "Federn" verlinkt.
Rutsch-Stop am Griffstück
Schreibende, die den Füllhalter nicht ganz vorne in Federnähe, sondern üblicherweise etwas näher am Gewinde halten, rutschen beim Schreiben schnell automatisch nach vorne, besonders wenn man auch noch etwas feuchte Finger hat. Dieses Rutschen lässt sich leicht verhindern, indem man in der passenden Höhe dort, wo der Zeigefinger aufliegt, einen kleinen Rutsch-Stop - beispielsweise ein Gummiband von ca. 1 mm Durchmesser - aufklebt. Alternativ lassen sich auch kleine Gummi- oder Textilstreifen auf den Flächen aufkleben, auf denen die Finger aufliegen. Sie haben den Vorteil, dass sie, wenn sie weich sind, den Schreibkomfort erhöhen können.Entfernen der Kunststoffnasen (Konverterfixierung)
Verwendet man den Lamy Vista als Eyedropper kann sich hinter den Nasen Tinte sammeln, die dann das schöne Bild des Eyedropper-Vistas stört, auch wenn man einen "gestrippten" Vista bevorzugt, kann sich die Entfernung dieser Nasen lohnen. Da die Nasen lediglich die Funktion haben, den Z24-Konverter fest zu fixieren, können sie entfernt werden. Vorgehen: (1) Dazu knipst man lediglich diese Nasen mit einem Nagelknipser ringsherum ab, (2) feilt anschließend mit einer Nagelfeile den Gewindebund gerade, (3) entgratet vorsichtig die Kanten und (4) spült das Griffstück ordentlich ab, damit keine Rückstände vom Feilen in den Tintenleiter gelangen. Die Verwendung eines Konverters ist nachwievor möglich, es empfiehlt sich jedoch, bei lockerem Sitz des Konverters gegebenenfalls etwas nachzuhelfen - z.B. indem der Konverter mit etwas Tesa umwickelt wird, durch das er wieder fester sitzt.Kappe
Da Lamy ein sehr breites Spektrum an Kappen- und Clipfarben anbietet, lassen sich hier eine Vielzahl individueller Gestaltungen und Anpassungen vornehmen. Je nach Variante bestehen die Kappen aus einer unterschiedlichen Anzahl von Bauteilen.
Demontage der Kappe
Eine grundlegende Anleitung zur Demontage der Kappe findet sich im Schwesternforum (http://www.fountainpennetwork.com/forum/index.php?/topic/80299-hacking-a-lamy-safari/).
Clip-Tausch
Die Clips aller Füllhalter der Safari-Familie sind untereinander austauschbar. Auch ältere lackierte Clips lassen sich in den neueren Füllhaltern der Safari-Familie verwenden.
Kappendeckel als Unterscheidungsmerkmal
Verwendet man mehrere Lamys vom gleichen Typ und der gleichen Farbe, fehlen manchmal Unterscheidungsmerkmale, besonders wenn man Etuis benutzt, in denen nur die Oberseite des Füllers zu sehen ist oder man die Füller in der Jackett- oder Hemdentasche trägt. Hier kann man sich einfach abhelfen. Die Kappen der Rollerbälle haben üblicherweise einen Kappendeckel mit einem stilisierten Minus ("-"), während die Füllfederhalter an dieser Stelle ein Kreuz/Plus-Zeichen ("+") besitzen. Diesen subtilen (und von Lamy wahrscheinlich intendierten) Unterschied kann man sich nicht nur bei der Unterscheidung von Füller und Rollerball zunutze machen, denn die Rollerball-Kappen passen auch auf die Füllhalter. Ich verwende die Kappe mit dem Plus für meinen Brotfüller mit blauer Tinte, das Minus für den Textmarker. Wenn man einen netten Händler hat, lässt er beim Neukauf sicher die Kappen kostenlos tauschen. Neben den Kappendeckeln lassen sich natürlich auch die Kappen selbst oder unterschiedlich lackierte Clips als Unterscheidungsmerkmale verwenden. Einige Füllhalter der Safari-Familie besitzen farbige Kappendeckel (z.B. verfügen die Lamy Joy über rote Kappendeckel und rote Clips), die sich in die Kappen von Safari/Vista einsetzen lassen.Aluminiumhülse in der Kappe entfernen (Vista)
Wer die silberfarbenen Applikationen am Vista - vor allem den silbernen Clip und die silberne Hülse in der Kappe - etwas reduzieren will, um beispielsweise ein stimmigeres dunkleres Aussehen zu erzeugen, kann besagte Hülse entfernen und den silbernen Clip gegen einen schwarzen Clip (z.B. vom silberfarbenen Al-Star) austauschen. Die Aluminiumhülse in der Kappe hat lediglich die Funktion, die dunkelgraue Federnhülse innerhalb der Kappe zu verbergen, ihre Funktion ist also ausschließlich ästhetischer Natur und kann daher ohne funktionale Einschränkungen gefahrlos entfernt werden. Das Bild zeigt, dass sich diese Modifikation sehr gut mit anderen Modifikationen (in diesem Fall mit Kappenbauteilen vom schwarten Lamy Joy) verbinden lässt. Sollte sich nach der Demontage der Kappe die Hülse nicht einfach aus dem Füllhalter lösen, kann ein Bad in mit etwas Spülmittel versetztem Wasser nachhelfen.Korpus
Korpus ohne Sichtfenster
Logo entfernen
Das Lamy Logo auf dem Korpus lässt sich am leichtesten mittels einer zweiseitigen Nagelfeile entfernen, bei der die eine Seite eine sehr feine Körnung bietet und die andere Seite eine Polieroberfläche besitzt (siehe Abbildung). So lässt sich im ersten Schritt das Logo entfernen und im zweiten Schritt die matte Oberfläche wieder glänzend polieren. Vielen Dank an Else Marie für diesen tollen Tipp!Kratzer entfernen und mattes Korpus polieren
Mit der Polierseite einer Nagelfeile lässt sich das Korpus schnell wieder auf Hochglanz bringen. Bei tieferen Kratzern eventuell vor dem Polieren mit Sandpapier oder der rauen Seite der Nagelfeile bearbeiten. Bei der Kappe eventuell für ein leichteres Polieren den Clip demontieren (siehe oben).
Lamy Mini/Vista pocket
Durch ein neues, kürzeres Korpus aus dem 3D-Drucker, Entfernen des Clips und die Verwendung von Parker-Patronen entstehen "Lamy Minis" bzw. "Pocket Lamys" in der Größe des Kaweco Sport: http://www.fountainpennetwork.com/forum/index.php/topic/272620-lamy-mini/
Lamy Safari Fakes
Hero in Shanghai, China, verkauft unter der Bezeichnung Hero 359 Nachbauten des Lamy Safari. Die Verwechslungsgefahr ist gering, denn statt der "LAMY"-Prägung im Griffstück befindet sich dort die Prägung "HERO". Diese Safari-Nachbauten werden in verschiedenen Verpackungen (Blister, Boxen) und Set-Zusammenstellungen vermarktet. Dazu bietet Hero ebenfalls passende Patronen an.