Ich sach mal: Das lässt sich kleben. Ist doch beides Kunststoff, oder?
Ist eben nicht beides Kunststoff, sondern zum einen, wie du sagst, superleggera, zum anderen aber eine robuste breite Metallbinde, in der sich das Gewinde versteckt. Vorhin habe ich die Kappe einfach in die Binde gesteckt, das ging, aber sie würde natürlich sofort wieder herausfallen, wenn man sie benutzt.
Ich weiß nicht mehr, warum ich mich nicht zu kleben getraut habe. Ich werde darüber nachdenken und mich währenddessen auf jeden Fall mit frischen Sekundenkleber versorgen, es ist gerade keiner mehr im Haus.
Mein Avatar ist ein Gemälde von Ilja Maschkow (1881-1944): Selbstporträt; 1911, das in der neuen Tretjakow-Galerie (am Krimskij Wal) in Moskau hängt, wo ich es fotografiert habe.
Christof, den Safari klammere ich natürlich aus. Der Rest ist weitgehend Revival, und ein wesentlicher Auslöser für diese Neuauflagen klangvoller Namen dürfte das Buch "Quintessence - the quality of having it" von Betty Cornfield und Owen Edwards gewesen sein. Es erschien 1983 zunächst in den USA, 1984 auch auf Deutsch mit dem Titel "Die schönen Dinge des Lebens", und schon auf dem Cover prangt neben einem Steinway und einem Martini ein 149er Meisterstück, arrondiert von einem angebissenen Oreo und zwei M&Ms. Das Buch war gewissermaßen das Vademecum aller Materialisten, die es ja damals (zumindest in Westdeutschland) das erste Mal seit Jahrzehnten wieder ungehemmt krachen lassen durften. Die ersten Früchte des Finanzkapitals mussten schließlich irgendwie sichtbar, präsentabel gemacht werden, und damals reichten dazu noch Steinways und Meisterstücke. Die Lektüre ist auf gewisse weise rührend. Siehe unten bzw. zum Blättern https://archive.org/details/quintessenc ... 5/mode/2up
Kein Neuzugang, sondern eine Rückkehr: mein Stipula Passaporto, jetzt mit geklebter Kappe:
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Man sieht ihm sein abenteuerliches Leben an. Befüllt wurde er wie vor seiner langen Auszeit mit Roman Bronze Oxydation von Stilo e Stile. Wie er schreibt, zeigt das Foto, das ich gemacht habe, als er aus Kalifornien zurückkam. Seinerzeit wohl mit J. Herbin Éclat de saphir gefüllt, es gab da womöglich noch keine Sondertinten von Stilo e Stile:
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Eine Masuyama-Feder sollte auf keinen Fall in einer Schachtel voller Füllerzeug vergammeln. Ich bin froh, daß ich mich an meinen kleinen Passaporto erinnert habe.
Iris
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Mit Uhu-Sekundenkleber. Ah, da fällt mir ein, daß ich ja den italienischen Modellbaukleber im Haus habe. Der wäre natürlich angemessener gewesen. Mist. Er wird zum Einsatz kommen, sollte sich der Kappenring wieder lösen.
Iris
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Ich habe schon wieder Post bekommen.
Heute: Ein grün-perlmuttfarbener "Argument 11" Patronenfüller in neuwertigem Zustand. Baujahr schätze ich auf Anfang der 60er.
Hersteller war die "Argument Füllhalter-Fabrik Georg Karasch" aus Berlin, die von den 1920ern bis zu den 1960ern produzierte.
Mein "Argument"-Patronenfüller aus den 60ern ist jetzt nicht mehr alleine:
In der Bucht fand ich diesen "Argument 10 Patronenfüller" unbenutzt, in Original-Schachtel und mit Gebrauchsanweisung. Die verdeckte vergoldete Feder schreibt sehr fein ohne zu kratzen. Es ist kein füllerhistorisches Highlight, aber da die Fabrik des Herstellers (Argument Füllhalterfabrik Georg Karasch) ganz in der Nähe meines Berliner Wohnortes stand, ist es für mich ein schönes Stück.
Obwohl über die Firma "Argument" nicht sehr viel bekannt ist, konnte ich das Alter des Füllers auf ca. 3 Jahre genau eingrenzen: Der Füller nimmt Pelikan-Patronen. Da der erste Pelikan-Patronenfüller ca. 1960 auf den Markt kam, in der Gebrauchsanweisung neben Pelikan- auch "Schneider"-Patronen als kompatibel erwähnt werden, die sicher etwas später auf den Markt kamen als die ersten Pelikan-Patronen, und die Firma "Argument" laut meinen Branchenregister-Recherchen ihren Betrieb 1964/65 einstellte, dürfte der Füller in der Zeit zwischen 1961 und 1964 produziert sein.
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Es ist immer gut, wenn Füllhalter nicht alleine bleiben. Vor allem, wenn nach sechzig Jahren ein ladenneues Exemplar hinzukommt. Steht auf der Rückseite der Gebrauchsanweisung vielleicht noch eine Adresse? Lichterfelde als der Hotspot der Berliner Kunststoffproduktion (gemeinsam mit der Firma Wiking Modellbau)?
Ich stieß (schon gestern) auf einen Pelikan 140 von 1954, die klassische Version in grün gestreift. Ladenneu war nicht, aber jetzt funktioniert er wieder.
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Steht auf der Rückseite der Gebrauchsanweisung vielleicht noch eine Adresse? Lichterfelde als der Hotspot der Berliner Kunststoffproduktion (gemeinsam mit der Firma Wiking Modellbau)?
Nach meinen Recherchen war der Firmensitz von Argument / Georg Karasch bis 1945 in der Kürassierstraße im heutigen Bezirk Kreuzberg; nach 1945 in Berlin-Lichterfelde, Kadettenweg 2.
Aus einer Postkarte des Herrn Karasch an einen Kunden von 1945 geht hervor, dass seine Fabrik in Kreuzberg im Krieg komplett zerstört wurde, seine Fabrik "in Sachsen" aber unbeschädigt sei und er vielleicht bald wieder Füller liefern könne. Bis 1964 war dann der Firmensitz in Berlin-Lichterfelde. Ob dort nur der Sitz war oder auch produziert wurde, weiß ich nicht. An der Hausnummer steht heute nur ein ca. 100 Jahre alte Wohnhaus, aber man weiß ja nicht, wie es früher dahinter aussah. Firmensitz in (West-) Berlin und Produktion in Sachsen (damals DDR) halte ich aber für unwahrscheinlich. Wenn er einen Standort in Sachsen hatte, dürfte der von der DDR sicher verstaatlicht worden sein. Vielleicht hat er seine Füller dann gar nicht mehr selbst produziert, sondern von einem DDR-VEB bezogen, solche Ost-West-Geschäfte gab es durchaus.
Wiking hatte, was ich heute herausgefunden habe, seinen Lichterfelder Standort "Unter den Eichen 101", das wäre 1,5 km bzw. ein paar Straßen weiter von Argument, also schon in der Nähe. Interessante Geschichte.
Ich stieß (schon gestern) auf einen Pelikan 140 von 1954, die klassische Version in grün gestreift. Ladenneu war nicht, aber jetzt funktioniert er wieder.
Du Glückspilz, den 140er hätte ich mit Sicherheit auch mitgenommen. Toll, dass der sich noch so gut zerlegen ließ. Sieht auch wieder top aus.
1958/59 wurde die Kürassierstraße aufgelöst, eingezogen ist der amtliche Begriff dafür. Sie wurde zu einer Grünfläche umgestaltet, bzw. in die Bebauung der Otto-Suhr-Siedlung einbezogen, eines der ersten großen Wiederaufbauprojekte in West-Berlin. Nichts erinnert mehr an diese Straße, ihren Verlauf kann man nur noch erahnen. Die Kürassierstraße verlief zwischen der Alexandrinenstraße und der Alten Jakobstraße. Quelle
Iris
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