Eyedropper - ist das sinnvoll?

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patta
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Eyedropper - ist das sinnvoll?

Beitragvon patta » 23.02.2013 8:47

Ich hab in den vergangenen Tagen ein wenig über Eyedropper gelesen (nicht nur hier). Zum einen gefällt mir das Konzept gut, weil es etwas archaisches hat. Den maximalen Raum für die Tinte auszunutzen ist ebenfalls ein guter Plan. Das Risiko des unkontrollierten Auslaufens ist mir bewusst, wohl aber nicht so groß (und würde ich eingehen).

Gestolpert bin ich mehrfach über die Aussage, man sollte einen Eyedropper nicht leerschreiben, sondern bei ca. 50% der verbrauchten Tinte wieder nachfüllen. Hintergrund ist, dass sich die Luft im Tintenraum bei Wärme (Hosentasche etc.) ausdehnt und es so zu Undichtigkeiten kommt. Das leuchtet mir so auch ein. Der Vorteil gegenüber Patrone/Konverter ist IMHO dann weg, es bleibt nur noch der optische Vorteil (bei transparentem FH).

Ist es daher überhaupt sinnvoll, einen Eyedropper zu betreiben? Bin gespannt auf Eure Meinungen.

[Rechtschreibfehler korrigiert]
Zuletzt geändert von patta am 23.02.2013 17:16, insgesamt 1-mal geändert.

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Holunderbeere
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Re: Eyedropper - ist das sinnvoll?

Beitragvon Holunderbeere » 23.02.2013 9:31

Guten Morgen,

Ich achte bei meinen eyedroppern da nicht so drauf, zumal die wenigsten transparent sind und ich daher immer auf Verdacht nachfüllen müsste (und das nicht mache). Zumal ist der Tank bei einigen riesig, so viel verschreibe ich gar nicht, dass es sinnvoll wäre, den immer voll zu halten. Die schöne Tinte.

Interessanterweise habe ich dieses Phänomen "Leck durch Wärme" erst einmal beobachtet, und das war ausgerechnet bei einem TWSBI-Kolbenfüller, der immer richtig zu klecksen anfing, wenn ich ihn zwischen den Notizen eine Weile in der Hand hielt. Beim Schreiben ist mir das ansonsten nie passiert.
Wohl aber war bei manchen eyedroppern schon mal zwischendurch Tinte in der Kappe und das Griffstück musste abgewischt werden. Temperaturunterschiede spielen hier natürlich eine große Rolle, allerdings unabhängig vom Füllzustand und nicht bei allen Modellen. Also kurz: Es ist unterschiedlich. Man muss schon mehr auf der Hut sein als bei Patronenfüllern.

Wenn man einen Füller zum eyedropper umfunktioniert, ist auch gute Vorbereitung wichtig, also das kritische Gewinde mit Silikonfett abdichten und, wenn möglich, O-Ring mit einbauen.

Viele Grüße,
Barbara
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Ubunux
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Re: Eyedropper - ist das sinnvoll?

Beitragvon Ubunux » 23.02.2013 9:47

Hallo,

angeregt durch die Beiträge hier im Forum habe ich kürzlich zwei Kaweco Sport Ice in Orange und Grün zu Eyedroppern umfunktioniert. Einerseits finde ich das optisch einfach schön, darin eine Tinte zu sehen in der gleichen Farbe wie der Füller, andererseits ist mir die Patrone darin einfach zu klein, selbst wenn ich die Eyedropper wegen den angesprochenen Problemen früher auffüllen müsste, ist das immer noch mehr Tinte wie eine kleine Standardpatrone fasst. Hauptgrund war für mich aber die Optik, so eine Patrone sieht im transparenten Korpus der Kawecos einfach nicht so gut aus. Bisher habe ich die Problematik wegen der sich erwärmenden Luft im Behälter noch nicht erlebt, allerdings trage ich die Kawecos auch nicht ständig in der Hosentasche mit mir herum. Die liegen am Schreibtisch bereit und unterwegs habe ich die im Rucksack. Eine Undichtigkeit habe ich so noch nicht erlebt, aber meine Erfahrung damit ist ja noch relativ kurz, die sind jetzt gerade mal 4 Wochen im Einsatz.

Auf andere Erfahrungen bin ich auch gespannt.

Viele Grüße

Jörg

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Cepasaccus
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Re: Eyedropper - ist das sinnvoll?

Beitragvon Cepasaccus » 23.02.2013 16:28

Ich kenne das mit dem Klecksen schon. Ich bin mit meinem John Bull mit 2.8ml Kapazitaet von draussen (5°C) reingekommen, hab den Fueller auf den Tisch gelegt und beim ersten Schreibversuch hatte ich einen dicken Klecks auf dem Papier.

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Tenryu
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Re: Eyedropper - ist das sinnvoll?

Beitragvon Tenryu » 23.02.2013 16:55

Ich könnte mir vorstellen, daß es einen Unterschied macht, ob man es mit einem originalen Eyedropper oder einem umgebauten Patronenhalter zu tun hat. Bei ersterem dürfte der Tintenleiter entsprechend dimensioniert sein, um mehr austretende Tinte aufzunehmen. Bei einem Patronenhalter ist das nicht vorgesehen und entsprechend sehen die meisten auch recht einfach aus, mit wenig Lamellen.

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Re: Eyedropper - ist das sinnvoll?

Beitragvon Cepasaccus » 23.02.2013 17:50

Der John Bull ist ein Original Eyedropper [TM] aus den 1920ern mit Hartgummitintenleiter. Wie damals ueblich ist der Tintenleiter sehr simpel gestrickt und kann kaum Tinte zwischenpuffern. Da sollten moderne, umgebaute viel besser sein.

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Tenryu
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Re: Eyedropper - ist das sinnvoll?

Beitragvon Tenryu » 24.02.2013 5:06

Mit den primitiven Möglichkeiten damals konnte man auch noch keine hochkomplexen Strukturen aus Kunststoff fertigen. (Ich glaube, Thermoplaste und Spritzguß wurden erst in den 1940ern erfunden und nach dem Krieg industriell genutzt.)

Aber so lange es funktioniert und alltagstauglich ist, spielt das auch keine Rolle. :| Da muß man einfach ein bißchen mutig sein und ein bißchen herumprobieren.

Ich würde einen Eyedropper jetzt aber auch nicht unbedingt in der kalten Jahreszeit in einer Aktentasche draußen herumtragen.

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meinauda
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Re: Eyedropper - ist das sinnvoll?

Beitragvon meinauda » 24.02.2013 9:05

Cepasaccus hat geschrieben:Ich kenne das mit dem Klecksen schon. Ich bin mit meinem John Bull mit 2.8ml Kapazitaet von draussen (5°C) reingekommen, hab den Fueller auf den Tisch gelegt und beim ersten Schreibversuch hatte ich einen dicken Klecks auf dem Papier.

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Mit dem Klecksen hab ich es erst einmal erlebt, weiß aber leider nicht mehr mit welcher meiner roten Tinten es passierte.

Ich bin ja in der Hauptsache Eyedropperumwandler der Kaweco-Sport von transparent bis Alu.
(Es gilt immer noch : alle meine 20 Eyedropper Kaweco Sport, wie auch die von Noodler's sind dicht ohne Silikon).
Ein satterer Tintenfluss ist bei einigen Tinten (nicht bei allen!) zum Ende der Füllung zu merken.
Bei den Transparenten kann ich es ja sehen, bei den anderen ja nur auf dem Papier.
Ich merke es, wenn nur noch 1 cm Tinte im Tank ist. Vorher ist der Tintenfluss nur stärker, wenn ich länger geschrieben habe und meine Hand sehr warm ist.

Wie bei anderen FFH kann man natürlich auch bei den Kawecos mit gleicher Federstärke einen unterschiedlichen Tintenfluss bei den Tinten erleben.
Z.B. kommen die Rouge Opera von Herbin und die Mahatma Gandhi von MB ziemlich zurückhaltend dünn daher,
während z. B. die Spätburgunder von Manufaktum wie auch die Lamy türkis seehr satt fließen.

Richtig ungeeignet als Eyedropperfüllung ist die Aqua Blue von Private Reserve. Die franst fürchterlich aus und drückt bis auf den nächsten Papierbogen durch.

Ich finde die Transparenten von Kaweco als Eyedropper sind ein Hingucker.
Andere Marken habe ich noch nicht "umgewandelt" und bin eher ein Anhänger von Kolbenfüllhaltern.

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Re: Eyedropper - ist das sinnvoll?

Beitragvon patta » 02.03.2013 22:15

Vielen Dank für die zahlreichen Antworten, die mir (und anderen Lesern) sicher helfen, bekannte Fehler zu vermeiden. Ich denke, das Eyedropper-Fieber hat sich etwas reduziert bei mir, allerdings werde ich wohl mal einen Kaweco Sport oder einen Lamy Vista umbauen und ein wenig spielen. Aber zuerst muss ich die Füller mal haben :lol:

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Re: Eyedropper - ist das sinnvoll?

Beitragvon Tenryu » 03.03.2013 11:14

Beim Lamy wäre ich vorsichtig, der hat Öffnungen im Schaft. :wink:
Genau so wie der transparente Pelikano. (Bei letzterem ist es besonders ärgerlich, weil die Löcher gar keine Funktion haben.)

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Re: Eyedropper - ist das sinnvoll?

Beitragvon patta » 03.03.2013 12:25

Tenryu hat geschrieben:Beim Lamy wäre ich vorsichtig, der hat Öffnungen im Schaft. :wink:

Ja, das stimmt. Es geht nur, wenn man den Schaft durch einen des Rollerballs ersetzt :idea: :wink:

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Re: Eyedropper - ist das sinnvoll?

Beitragvon HeiJa » 03.03.2013 14:00

Ich glaube, dass die Löcher im Schaft der Schreibanfänger-Füller (je nach Hersteller), eine Sicherheitsrelevantnis haben sollen. Wenn ein 2.-Klässler drauf rumkaut und das Ding verschluckt, soll er nicht gleich daran ersticken. Ich weiß nicht, ob das stimmt, aber so hat man mir das mal gesagt. Und da man ja inzwischen alles versucht super sicher zu machen (ob das Sinn macht oder nicht, ist in Brüssel sowieso egal), kann ich mir gut vorstellen, dass das so sein kann.
LG
Heiko

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Re: Eyedropper - ist das sinnvoll?

Beitragvon Orakel » 03.03.2013 16:15

Was sind Eyedropper?

HeiJa hat geschrieben:Ich glaube, dass die Löcher im Schaft der Schreibanfänger-Füller (je nach Hersteller), eine Sicherheitsrelevantnis haben sollen.

Das halte ich für ziemlich unwahrscheinlich. a.) der Lamy Safari ist nicht der Füller für "Schreibanfänger" - das währe der abc und der hat keine Löcher im inneren. b.) erscheinen mir bei den Lamys die Schaftöffnungen eher mit den Sichtfenstern bei einigen Kolbenfüllern vergleichsparte zu sein. (Man kann auf diese weise ziemlich einfach feststellen, ob die Patrone leer ist, ohne gleich den ganzen Füllerkopf aufzuschrauben.

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Re: Eyedropper - ist das sinnvoll?

Beitragvon YETI » 30.12.2013 17:08

Jetzt, wo ich endlich auch hier mitmache, kann ich auch noch meinen Senf dazugeben.
Ich habe mir auch einen Lamy Vista als Eyedropper umgebaut, weil ich mir einen Kalligraphiefüller mit sattem Tintenfluss wünschte. Dazu habe ich die Feder so gerichtet, daß sie wirklich immer richtig nass ist. Der große Tank unerstützt das noch zusätzlich. Jetzt kann ich auch mit der Federkante "Tropfnasen" an die Buchstaben ziehen und muss bei längeren Texten nicht mehr auf die Patrone schielen. Mir ist seitdem nie wieder die Tinte während der Arbeit ausgegangen. Für mich war der Umbau ein voller Erfolg.

Schöne Grüße

Andreas
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Re: Eyedropper - ist das sinnvoll?

Beitragvon schwimmer » 31.12.2013 17:53

Ich habe zwei Stipula-Füllhalter die von Anfang an als Eyedropper konzipiert sind: den Passaporto in der Ebonit-Version und den T-Flex.

Einen verstärkten Tintenfluß kann ich vor allem beim T-Flex feststellen wenn die Tinte zur Neige geht. Dann erwärmt sich die Luft im leeren Füllhalter stark und lässt ihn regelrecht auslaufen. Das Ebonit ist dagegen unempfindlich. Allerdings ist das Volumen des Passaporto auch um einiges kleiner.

Mein Fazit: Ich benutze den kleinen weiter gerne als Eyedropper, er ist ein unempfindlicher zuverlässiger Füller, den T-Flex nutze ich lieber wieder mit Patrone.

Gruß
Martin


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