Test zum Thema Austrocknen

Johann Faber, A.W. Faber, Faber-Castell

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sommer
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Test zum Thema Austrocknen

Beitrag von sommer » 10.07.2019 9:48

Den Füllern von (Graf von) Faber-Castell wird nachgesagt, daß sie schnell austrocknen. Da man selbst bei gleichen Füllermodellen unterschiedliche Aussagen lesen kann, habe ich beschlossen, die Sache etwas systematischer anzugehen:

Sieben Modelle, eine Tinte. Jeden Tag wird ein Satz (etwa drei Zeilen im A5 Notizbuch) geschrieben, eine Woche lang. Danach eine Woche lang jeden zweiten Tag, dann zweimal die Woche, dann einmal die Woche, dann alle zwei Wochen usw. Alle Modelle starten mit dest. Wasser mittels Ohrenspritze durchgespült, getrocknet, und mit einer neuen Patrone befüllt.

Die Modelle:
Loom (F)
Ambition (F)
Ondoro (F)
Tamitio (EF)
Intuition (F)
Intuition Platino, kanneliert (EF)
Guilloche (F)

Die Tinte: Graf von Faber-Castell Cobalt Blue

Gestartet habe ich letzten Samstag, also den 6.7.

Leider gibt es schon den ersten Kandidaten, der ausgeschieden ist, der Ondoro. Bereits am nächsten Tag (7.7.) zeigte er leichte Anschreibprobleme beim ersten Buchstaben des ersten Wortes (der Rest des Satzes war aber einwandfrei), am nächsten Tag (8.7.) bestand bereits der komplette Satz nur noch aus Anschreibproblemen. :o
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Axel

buchfan
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Re: Test zum Thema Austrocknen

Beitrag von buchfan » 10.07.2019 10:09

Toller Test, Axel! Herzlichen Dank dafür!
Und schon ist der Ondoro raus ...
lg
mecki

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sommer
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Re: Test zum Thema Austrocknen

Beitrag von sommer » 10.07.2019 11:10

P.S.: Upps, bitte sich nicht vom Namen der Bilder irritieren lassen, die hatte ich fälschlicherweise "Loom" statt "Ondoro" benannt, wie ich gerade merken musste.
Axel

V-Li
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Re: Test zum Thema Austrocknen

Beitrag von V-Li » 10.07.2019 11:28

Danke. Meinen ondoro betrachte ich zwar als zickig aber nicht so krass. Mein Basic hat überhaupt keine Probleme mit dem Austrocknen, auch wenn ich keine solche Versuchsreihe durchgeführt habe.

ritchey
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Re: Test zum Thema Austrocknen

Beitrag von ritchey » 10.07.2019 12:10

Hallo Axel,

wie lagerst du die Füller zwischenzeitlich?
- liegend
- stehend, Feder nach oben
- stehend, Feder nach unten

Ich frage deshalb, weil bei meinem GvFC Classic auch der Lagerzustand mit reinspielt. Am besten schreibt er an, wenn er mit Feder nach unten aufbewahrt wird.

VG

Jörg

Matthias MUC
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Re: Test zum Thema Austrocknen

Beitrag von Matthias MUC » 10.07.2019 14:24

Temperatur und Luftfeuchte wären da noch relevant. Meine gesamten Füller wohnen im Büro, wo ich werktags von einem Server und diverser anderer IT beheizt werde. Das sind dann bei 30° draußen auch immer noch Hitzefreitemperaturen im Büro, wo mir sogar ansonsten sorglose Kandidaten zum Zuschauen schnell eindicken (Tinte dunkel und fließt dick wie Blut...) und zuletzt waschpflichtig eintrocknen (Kaweco Sport, meine mitteljungen Pelikane).

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sommer
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Re: Test zum Thema Austrocknen

Beitrag von sommer » 10.07.2019 22:02

Die Füller werden liegend im (Visconti-) Etui gelagert. Temperatur im Regal, in dem das Etui liegt, ist aktuell 23 °C, die Luftfeuchtigkeit ca. 45 %.

Wenn man ein brauchbares Ergebnis haben möchte, müsste man nicht nur solche Daten mit einbeziehen, sondern auch über gleiche Modelle mitteln. Darum geht es mir aber nicht, ich möchte mit meiner einzelnen Stichprobe lediglich einen Anhaltspunkt haben.

Wenn die Testreihe durch ist, kann ich sie gerne mit anderer Tinte, mit anderen Füllern, ... wiederholen.
Axel

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duckrider
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Re: Test zum Thema Austrocknen

Beitrag von duckrider » 11.07.2019 5:40

Obwohl ich keinen FC besitze, finde ich Deinen Test sehr spannend!
Austrocknen war für mich leider der Grund, mich von meinen Parker Füllhaltern zu trennen. Auch hier war bereits nach nur einem einzigen Tag der Tintenfluss stockend.
Mal sehen, wie's weitergeht...

Danke
Thomas
Scribere qui nescit, nullum putat esse laborem.

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Re: Test zum Thema Austrocknen

Beitrag von Andreas-54 » 11.07.2019 10:14

Mich würde es nicht wundern, wenn der Loom auch nach 6 Monaten Nichtbenutzung problemlos wieder anschreibt.
Das würde jedenfalls meiner Erfahrung mit 4 Loom-Modellen (je 2x M + B) entsprechen, die ich letztes Jahr mindestens ein halbes Jahr (eher länger) befüllt mit Patronen nicht benutzt hatte (liegend in Mappe, Zimmertemperatur zw. 20-28°).
Diverse Lamys und Kawecos u.a. waren da schon längst eingetrocknet. Nur mein M605 schafft das auch.

Andreas

Matthias MUC
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Re: Test zum Thema Austrocknen

Beitrag von Matthias MUC » 11.07.2019 10:59

Scheint so daß es (hier gehen wir wieder in die "Benutzen oder Sammeln"-Philosophiediskussion) tatsächlich Füllermodelle gibt, die, wenn sie ständig = täglich als gehätschelte Einzelkinder bzw. Alltagsimmerdabeis genutzt werden, lieb und unauffällig sind, aber bei auch nur kurzer Mißachtung beleidigt sind. Siehe auch Mein Ondoro macht mich wahnsinnig!
Nach dem Motto "Du sollst neben mir keine anderen GötterFüller haben". Das sind dann die Füller, die für Nutzer-Sammler, die gern eine größere Auswahl startklar haben und im Wechsel nutzen wollen, Kummer machen.

lG Matthias

PS.: Meine Beobachtung in meinem Stall ist ja, daß, auch wenn es nicht gerade 30° hat, zuerst meine alten geerbten Füller mit Atemloch (v.a. MB342, Monte Rosa 042, Brauses) in der Kappe nach ein, zwei Wochen beginnen, an-/auszutrocknen und beim Anschreiben rumzuzicken (deshalb habe ich die Senioren bis auf den MB224 gut gespült und trockengelegt). Dann kommen deutlich später die Lamy 2000, während gleichzeitig meine kleinen M100/150/20* Pelikane auch nach einem Vierteljahr völligen Ignorierens auf Anhieb anschreiben. Und da muß man wohl "austrocknen" selbst und "Anschreibwilligkeit mit aufkonzentrierter Tinte" unterscheiden. Die lang gelegenen Pelikane (die mit den Farben, die ich nicht ständig nutze) trocknen natürlich klar sichtbar ein - vollgetankt abgelegt, und irgendwann allein durch Verdunstung per Tintenfenster sichtbar nur noch die Hälfte im Tank, und der Farbton auch deutlich dunkler, fast eingedickt wie Blut.... - aber sie schreiben willig und sofort an. Da liegt der Unterschied, ob die Biester ohne Probleme losschreiben oder nicht, wohl an der Toleranz des Tintenleiters gegen Rückstände und eingedickte Tinte.
Fürs Protokoll: Die alten MBs bekommen Pelikan 4001 schwarz oder blau, aber die anderen bekommen i.d.R. lehrbuchmäßig nur die markeneigene "amtlich-offizielle" Tinte, also vom Faß Lamy bzw. 4001 oder Edelsteine in verschiedenen Farben.

V-Li
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Re: Test zum Thema Austrocknen

Beitrag von V-Li » 11.07.2019 11:25

Es hängt auch von der Farbe ab. Rote Farben hinterlassen Verkrustungen, die selbst toleranten Tintenleitern Probleme machen können...wir hatten da mal einen Faden, den ich aber nicht mehr finde.

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Edelweissine
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Re: Test zum Thema Austrocknen

Beitrag von Edelweissine » 11.07.2019 13:46

Gruß,
Heike

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Re: Test zum Thema Austrocknen

Beitrag von V-Li » 11.07.2019 14:27

Edelweissine hat geschrieben:
11.07.2019 13:46
Meinst Du vielleicht diesen?
viewtopic.php?f=8&t=17454&hilit=Verkrustungen
Genau! Danke. Ich habe naiverweise nach Sachen wie "Verkrustung" etc. gesucht...nicht nach "Schmodder" (und das Wort "Verkrustung" lasse ich hier stehen, damit es beim nächsten Mal sicher finden werde).

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Re: Test zum Thema Austrocknen

Beitrag von chw9999 » 11.07.2019 15:31

a.k.a. "nib creep": https://www.google.de/search?hl=de&meta ... xchange.de
    nibcreep.JPG
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      Viele Grüße
      Christoph

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      Re: Test zum Thema Austrocknen

      Beitrag von sommer » 28.07.2019 17:13

      Zwischenstand: Nachdem der Intuition Platino den ersten 3-Tage-Sprung problemlos mitgemacht hatte, zeigte er beim nächsten Sprung leichte Schwächen, man sieht auf dem Bild die Aussetzer bei den beiden "t" des dritten Wortes sowie beim nächsten Wortanfang.

      Drei Tage später hatte ich eigentlich eine weitere Verschlechterung erwartet, aber nein, er schrieb am 25.7. so als sei nie etwas gewesen. Schauen wir mal, wie er sich in der nächsten Woche verhält.

      P.S.: Ich bitte, das Schriftbild zu entschuldigen. Ich kritzele das immer schnell morgens vor dem Weg zur Arbeit.
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