Kaweco Dia - sehr festsitzendes Schaftgewinde

Moderatoren: desas, Linceo, Lamynator

Benutzeravatar
Dieter I.
Beiträge: 84
Registriert: 29.08.2007 16:08
Wohnort: Blieskastel / Saarland

Re: Kaweco Dia - sehr festsitzendes Schaftgewinde

Beitrag von Dieter I. » 15.03.2015 11:32

Hallo Gerd,

vielen Dank. Es sieht so aus, als wäre alles gut gegangen.

Die Kawecos aus dieser Zeit sind wohl alle sehr fest eingeschraubt und schwer zu öffnen - Harald (Stift) hat das ja auch angedeutet.
Ich mag die Kawecos, weil sie ein Stück deutscher Füllergeschichte darstellen. Bei nächster Gelegenheit werde ich mich auch noch nach einem 805 oder 807 umschauen, da die 803 ziemlich klein sind.

Was ist denn mit der Kappe Deines 805 ? Ist sie hinüber ?

Ebenfalls noch einen schönen Sonntag
Dieter

Benutzeravatar
Will
Beiträge: 1598
Registriert: 13.07.2011 5:45
Wohnort: Römerberg bei Speyer

Re: Kaweco Dia - sehr festsitzendes Schaftgewinde

Beitrag von Will » 15.03.2015 16:52

Hallo Dieter,

die Problemursache habe ich inzwischen lokalisiert. Der Dia ist etwas geschrumpft. Dadurch greift das Kappengewinde erst ein paar Umdrehungen später als bisher. Hier ist jedoch das Hülsenende des inneren Kappenkopfs im Wege, welches mit dem Ende des Mundstücks abschließt. Jetzt bleiben mir zwei Möglichkeiten: entweder eine 805er Kappe suchen, welche ebenfalls etwas geschrumpft ist und am Gewinde früher greift oder die innere Hülse des Kappenkopfs etwas kürzen. Dann lässt sich der Füllhalter tiefer am Kappengewinde ansetzen, wo dieses wieder fest verschraubt werden kann. Allerdings büßt der Dia in geschlossenem Zustand dann ein wenig von seiner Gesamtlänge ein. Ersteres könnte schlimmsten Falls nie gelingen, Falls doch, werden die Kappenringe sicher lose sein, Letzteres ist ein Eingriff, welcher nicht mehr rückgängig gemacht werden kann und den Kaweco nicht im Originalzustand erhält. Der 805 wäre dann wieder nutzbar und einsatzfähig, was auch kein zu verachtendes Gut darstellt. Irgendwie will mir aber beides nicht recht gefallen. Der Erhaltungszustand ist ansonsten hervorragend und die Feder eine herrliche OB 585 14 k mit schönem Flex.

Was würdest Du machen? Gleiche Frage auch in die Runde.

Nachdenkliche Grüße

Gerd
Blauer Hautausschlag, erhöhte Temperatur, Bewusstseinstrübungen - oh Gott, das muss Flexfieber sein!

Benutzeravatar
Will
Beiträge: 1598
Registriert: 13.07.2011 5:45
Wohnort: Römerberg bei Speyer

Re: Kaweco Dia - sehr festsitzendes Schaftgewinde

Beitrag von Will » 15.03.2015 18:17

Hier noch ein Bild.
Dateianhänge
20150315_180127.jpg
20150315_180127.jpg (95.81 KiB) 1426 mal betrachtet
Blauer Hautausschlag, erhöhte Temperatur, Bewusstseinstrübungen - oh Gott, das muss Flexfieber sein!

Benutzeravatar
Dieter I.
Beiträge: 84
Registriert: 29.08.2007 16:08
Wohnort: Blieskastel / Saarland

Re: Kaweco Dia - sehr festsitzendes Schaftgewinde

Beitrag von Dieter I. » 16.03.2015 8:11

Moin Gerd,
mit meiner geringen Reparaturerfahrung kann ich Dir leider keinen Rat geben.
Rein intuitiv würde ich die Hülse im Kappenkopf kürzen - das dürfte technisch gut machbar sein.
Mich wundert, dass Füller in dem Maße schrumpfen, dass die Kappen nicht mehr richtig passen. Sind die alten Materialien (Ebonit, Cellulose) stärker davon betroffen, die neuen Materialien (Spritzguss-Kunststoffe) nicht mehr betroffen?
Bei meinen Füllern (alle aus den 1950 - 1970er Jahren) habe ich ein Schrumpfen offensichtlich noch nicht festgestellt - oder sie sind geschrumpft, aber ich habe es nicht gemerkt.

Viele Grüße
Dieter

newlife
Beiträge: 853
Registriert: 05.05.2010 22:19
Wohnort: Bad Salzuflen

Re: Kaweco Dia - sehr festsitzendes Schaftgewinde

Beitrag von newlife » 16.03.2015 10:56

Hallo allerseits!

Ich habe mal bei einem Pelikan 100 die Hülse im Kappenkopf gekürzt, mit Erfolg. Um zu vermeiden, dass der Rand dabei schief wird, habe ich die Hülse auf grobem 100er Schleifpapier zwischen den Fingern gedreht, bis sie die passende Länge hatte. Anschließend natürlich ein Feinschliff mit 1000er Papier.

Zum Thema Schrumpfung kann ich nur sagen, dass ich damit nur allzu oft Erfahrungen mache, wenn ich Füller neu bekorke. Bei vielen Füllern habe ich festgestellt, dass der Schaft gerade im Bereich des Sichtfensters an Durchmesser verloren hat, so als wäre das transparente Material dafür anfälliger als der Rest. Das ist sehr lästig, weil man ja zum perfekten Befüllen einen gleichmäßigen Zylinder braucht. Kork ist zudem nicht sehr elastisch, sodass ein Kork, der vorne schon mehr als stramm sitzt, meist den hinteren Bereich nicht richtig ausfüllt und somit Luft von hinten eintreten kann, mit den bekannten Folgen. In letzter Zeit gehe ich daher zu O-Ringen über, die sich einfach besser anpassen. So ruhen die Ringe im hinteren Bereich nach dem Befüllen in entspannter Lage, aber dicht, und den strammeren Sitz im vorderen Bereich hat bisher jeder Füller überstanden.

Die Schrumpfung bei Kappen kann auch sehr unterschiedlich ausfallen. Manche Materialien ziehen sich eher zusammen und führen zu allzu engem Sitz der Kappe, bei anderen scheint es eher so, als verlören sie insgesamt an Substanz, wodurch sich Ringe lösen und Gewinde nicht mehr greifen. Zu einem endgültigen Schluss, welches Material wie schrumpft, bin ich allerdings nicht gekommen, dazu fehlt mir auch etwas die Materialkunde bzw. Mittel zur Analyse desssen, was ich da vor mir habe.
Grüße von Klaus!

Benutzeravatar
Will
Beiträge: 1598
Registriert: 13.07.2011 5:45
Wohnort: Römerberg bei Speyer

Re: Kaweco Dia - sehr festsitzendes Schaftgewinde

Beitrag von Will » 18.03.2015 6:59

Hallo Dieter und Klaus,

vielen Dank für Eure Rückmeldungen. Ich hadere noch mit mir, ob Hand anlegen soll oder nicht. Aber um ihn als Sammlerrelikt in einer dunklen Kiste zu verscheinden zu lassen, ist er eigentlich doch viel zu schade. Ich denke es wird über kurz oder lang doch auf ein Kürzen der inneren Kappenhülse hinauslaufen, wenn nicht noch andere Hinweise kommen.
Nochmals Danke Euch beiden.

Grüße in den jungen Tag

Gerd
Blauer Hautausschlag, erhöhte Temperatur, Bewusstseinstrübungen - oh Gott, das muss Flexfieber sein!

Benutzeravatar
stift
Beiträge: 2982
Registriert: 05.12.2004 13:00
Wohnort: Wien

Re: Kaweco Dia - sehr festsitzendes Schaftgewinde

Beitrag von stift » 18.03.2015 7:40

Hallo
Wenn dann Feder runter und ohne probieren,es kann sein das du die Feder Tiefer setzten musst den sonst drückst du sie beim zumachen ab oder beleidigst die Spitze.
VORSICHT :wink: :shock:
Gruß Harald
#Non, je ne regrette rien#

Blautiger
Beiträge: 165
Registriert: 27.10.2013 16:43
Wohnort: Neukirchen-Vluyn

Re: Kaweco Dia - sehr festsitzendes Schaftgewinde

Beitrag von Blautiger » 19.03.2015 1:05

Ich möchte euch meinen Dank aussprechen !
Durch die vielen Ratschläge hier, konnte ich die Kappe meines alten Melbi Transparent wieder "aufschraubbar" machen.
Dort ist die innere Kappenhülse separat und hat zwei Gewinde, das eine wird in die Kappe geschraubt und auf dem oberen Gewinde kommt dann die Kappenkappe ;)
Unter dem Gewinde zur Kappe hin waren noch ca. 5mm blank, so das ich den Teil wunderbar auf ca. 2-3mm abschleifen konnte.
Nun greift die Kappe wieder und der schöne Füllhalter ist wieder ausgehfähig.
Irgendwie ist mir der Melbi besonders ans Herz gewachsen und ich musste einiges richten, den Kolben und die Dichtung erneuern und einen neuen Clip besorgen. Nur die Kappe hatte ich bisher nicht hinbekommen.
Also, es lohnt sich, bevor er irgendwo verstaubt :wink:
Gruß
Andreas

Benutzeravatar
Will
Beiträge: 1598
Registriert: 13.07.2011 5:45
Wohnort: Römerberg bei Speyer

Re: Kaweco Dia - sehr festsitzendes Schaftgewinde

Beitrag von Will » 19.03.2015 1:40

Hallo Harald,

Dein Einwand ist berechtigt. Hatte schon versucht auszumessen, wieviel Spiel die Feder noch in der inneren Kappenhülse hat. Das ist mir leider nicht recht gelungen. Muss das nochmals mit dem Ende einer Schieblehre versuchen, um sicher zu sein. In jedem Fall sollte noch ein bis zwei Millimeter Platz bleiben, auf dass die Feder nicht beschädigt wird. Verbogene Federn findet man allzu oft bei schönen alten Safetys, weil Unkundige bei ausgefahrener Feder versuchen die Kappe zuzuschrauben. Das Ergebnis ist in aller Regel sehr traurig. Dieses Schicksal soll dem Dia erspart bleiben. Ist die Hülse nicht tief genug, werde ich noch prüfen, ob ggf. etwas Material am Hülsenboden abgerabgetragen werden kann. Geht auch dies nicht, bleibt die Mottenkiste. Das Tiefersetzen der Feder ist für mich leider keine Option, da ich eine sehr flache Schreibhaltung habe und die Flexibilität der Feder nutze. Ist die Feder recht kurz setze ich mit dem Ende des Mundstücks oder dem Tintenleiter auf dem Papier auf. Das hat dann mit Schreibgenuss nichts mehr zu tun. Aber nochmals Danke für den Hinweis.

Grüße in die Nacht

Gerd
Blauer Hautausschlag, erhöhte Temperatur, Bewusstseinstrübungen - oh Gott, das muss Flexfieber sein!

Antworten

Zurück zu „Füllerhandel/Service/Reparaturen“