Papier Testbericht Nummer 6 - Oxford

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Fermentis
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Papier Testbericht Nummer 6 - Oxford

Beitrag von Fermentis » 26.02.2018 2:18

Seid gegrüßt,

hier nun der Papiertest Nummer 6.
Auch diese Fotos wurden mit einem Handy, Samsung S5 aufgenommen.

Oxford
100 Blatt
A4
90 g/m²
liniert
Preis: 2,49 €

Optik:
Auf dem Deckblatt des Oxford-Blocks ist folgendes vermerkt:
„Tinte scheint nicht durch“.
Dies verspricht schon erst einmal viel, doch wie einige ja wissen, kann bei solchen „Versprechungen der schein auch trügen, doch hier handelt es sich halt um Oxford-Papier und dies ist für viele kein unbekanntes Papier, wodurch man sich sicher sein kann, dass dieses Papier auch das hält, was es verspricht.
Auf den einzelnen Blättern des Oxford-Blocks sind an den jeweiligen Ecken Markierungen angebracht.
Diese Markierungen dienen als Referenzpunkte, damit ein beschriebenes Blatt mit einer dafür geeigneten App in der Cloud abgespeichert und Archiviert werden kann.
Diese Markierungen der Eckpunkte können als positiv betrachtet werden, da hier mit der Zeit mitgegangen wird und der technische Fortschritt der heutigen Welt hier zu Geltung kommt, aber es kann auch von einigen als negativ angesehen werden, die lieber auf das altbekannte setzen und diese Markierungen an den Eckpunkten als ein optisches Verbrechen ansehen.
Ansonsten ist noch festzuhalten, dass dieses Papier von Oxford ein reines weiß zur Schau stellt.

Papiereigenschaft:
Dieses Papier sollte, wie oben ja schon geschrieben, einigen hier ja mehr als nur a bissel bekannt sein, da es ja im Ganzen durchweg von jeden nur positiv beurteilt wurde und das, von seiner Qualität her, zurecht.
Hier haben wir ein Papier mit 90 g/m² welches man dem Papier jedoch nicht sofort anmerkt.
In einen Vergleich mit Papieren mit 70 g/m² ist hier bei mach einen Test kein nennenswerter Unterschied festzustellen.
Auch merkt man dem Papier die Wertigkeit nicht so recht an.
In einen blinden Vergleich mit Papieren von Edeka, heben sich die Oxford-Papiere nicht eindeutig hervor.
Im Großen und Ganzen kann daher hier gesagt werden, dass die Papiereigenschaft auf den ersten Blick von den Oxford-Blöcken nicht im Geringsten aus der breiten Masse hervorsticht und augenscheinlich nichts besonders zu sein scheint.

Papier und Tinte:
Auch dieses Papier nimmt die Tinte sehr gut auf.
Wie auf dem Deckblatt versprochen, gibt es kein Durchscheinen der Tinte auf der Rückseite des beschriebenen Blattes.
Des Weiteren ist auch kein Ausfransen der Schrift festzustellen.
Bei diesem Papier kommen die Feinheiten der einzelnen Feder gut zur Geltung, sprich, eine EF-Feder kommt hier auch als eine EF-Feder erkennbar rüber.
Wie bei dem Papier Testbericht von dem Clairefontane-Papier lässt sich auch hier schreiben, das es anders als bei den vorherigen vorgestellten Papieren, wie man bei genauerer Betrachtung erkennen kann, keine so gravierenden „Lücken“ oder „fehlenden Stellen“ innerhalb der einzelnen Buchstaben gibt.
Wie festzustellen ist, kann das Papier von Oxford, trotz seiner Augenscheinlichen Unauffälligkeit auf ganzer Linie bei der Schreibeigenschaft überzeugen.
Als Vergleich ziehe ich auch hier wieder das verwendete Papier aus den Testbericht Nummer 2 heran.

Nun aber zu den Bildern.
Dateianhänge
20180226_020945-1152x648-288x162.jpg
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20180226_020920-648x1152-288x162.jpg (23.28 KiB) 1710 mal betrachtet
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20180226_020907-1152x648-288x162.jpg (11.5 KiB) 1710 mal betrachtet
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Re: Papier Testbericht Nummer 6 - Oxford

Beitrag von NicolausPiscator » 27.02.2018 21:43

Ui, das sind aber kleine Bildchen... das Oxfordpapier ist meiner Ansicht und Erfahrung nach ganz okay. Die Ecken und die dahinterstehende App stören mich und ich kennen keinen Studierenden, der die App nutzt. Die machen alle Fotos von ihren Mitschriften und verschicken die über WhatsApp. Auch will ich nicht, dass etwas auf meinen Papierseiten steht...

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Re: Papier Testbericht Nummer 6 - Oxford

Beitrag von Fermentis » 27.02.2018 23:38

Ja, diese Bilder sind mir wirklich auf keinen Fall gut gelungen, ich werde morgen mal neue und bessere anfertigen.

Ich persönlich finde diese Eckmarkierungen selbst auch nicht unbedingt so schön, doch immernoch alle mal besser als einen Schriftzug des Herstellers in den letzten Zeilen wie es bei Pelikan und Herlitz der Fall ist, daher siegt hier aus meiner Sicht auf jeden Fall der sehr gute Nutzen und die sehr gute Qualität des Papieres, die mich die Eckmarkierungen daher wiederum als hinnehmbar erscheinen lassen.

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Re: Papier Testbericht Nummer 6 - Oxford

Beitrag von Fermentis » 01.03.2018 17:08

Mit einen Tag Verspätung, hier nun etwas bessere Bilder von dem Papier-Testbericht.
Dateianhänge
20180301_170204-1843x1037.jpg
20180301_170204-1843x1037.jpg (373.8 KiB) 1578 mal betrachtet
20180301_165733-1843x1037.jpg
20180301_165733-1843x1037.jpg (283.98 KiB) 1578 mal betrachtet
20180301_165651-1843x1037.jpg
20180301_165651-1843x1037.jpg (363.75 KiB) 1578 mal betrachtet
20180301_165629-1843x1037.jpg
20180301_165629-1843x1037.jpg (298.4 KiB) 1578 mal betrachtet

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NicolausPiscator
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Re: Papier Testbericht Nummer 6 - Oxford

Beitrag von NicolausPiscator » 01.03.2018 17:16

Danke, sieht für meine Augen nach dem typischen Verhalten von Oxford-Papier aus: solide und zuverlässig.

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Re: Papier Testbericht Nummer 6 - Oxford

Beitrag von HeKe2 » 24.03.2018 14:23

Oxford Optik Paper 90g/m2

Ja, das ist mein Lieblingspapier, wie man unschwer an meinen letzten Tintenbetrachtungen erkennen kann (Irori, 54th Massachusetts, Regency Blue), bei denen ich es reichlich eingesetzt habe. Warum das so ist, das hat gleich vier gute Gründe:

1. Das Papier hält, was es verspricht, die Tinten schlagen so gut wie nie durch.
2. Es ist relativ leicht zu erhalten.
3. Es ist relativ preiswert.
4. Es hat ein angenehmes Schreibgefühl.

Wichtig ist vielleicht zu wissen, dass ich relativ breite Federn bevorzuge die auch verhältnismäßig nass schreiben, weil ich eigentlich eine recht ausladenden Handschrift habe mit heftigen Auf- und Abstrichen. Aus diesem Grund ist eine nur sehr geringe Neigung, Tinten durchbluten zu lassen, für mich recht wichtig. Will man die Rückseite eines Blattes auch noch benutzen, sollte die Tinte auch nicht zu sehr durchscheinen. In diesem Punkt schlägt es sogar das viel gepriesene Rhodia Paper mit nur 80g/m2 relativ deutlich.

Leichter zu erhalten ist es obendrein. Ich lebe auf dem platten Land. Das nächste Schreibwarengeschäft, in dem man nicht nur einen Lamy Al-star, sondern auch einen Faber Castell Loom kaufen könnte, ist 20 km entfernt. Bei den Papieren ist es nicht besser. Immerhin gibt es hier am Ort einen relativ gut sortierten Händler für Bürobedarf und einen Drogeriemarkt, die dieses Oxford Optik Paper führen. In dem Drogeriemarkt gibt es auch Din-A-5 Notebooks von Clairefontaine, aber das war es dann auch mit den wirklich füllerfreundlichen Papieren. Rhodia Papier ist hier weit und breit nicht erhältlich. In Berlin hat man es mir bei meinem letzten Besuch für 9,50 €/Block angeboten, da bin ich schon etwas zusammengezuckt. Das Oxford Papier kostet hier im Bundel zu drei Spiralblöcken mit je deutlich mehr Blättern als auf dem Rhodia-Block 5,79 €. Das ist eine ganz andere Liga.

Beim Thema Schreibgefühl muss ich wieder auf meine Vorliebe für breitere und nasser schreibende Federn zurückkommen. Diese Federn schreiben durch den dickeren Tintenfilm von vornherein weicher als z.B. F-Federn. Das Schreibgefühl meiner Federn auf dem Oxford-Papier ist meines Erachtens mit dem auf Rhodia vergleichbar. Auf Clairfontaine Veloute 90g/m2 ist mir das Schreibgefühl hingegen zu „seifig“. Mit „seifig“ meine ich, dass mir das Papier schon zu wenig Rückmeldung beim Schreiben gibt, sodass ich das Gefühl habe, mit dem Füller ins Schleudern zu kommen. Die Papiere von Brunnen, Herlitz und den anderen „Schulschreibblockanbietern“, die es hier zu kaufen gibt, kommen allerdings vom Schreibgefühl her an keines dieser Papiere heran. Pelikan, Edeka usw. kenne ich nicht.

Was nun die Passer-Markierungen in den Ecken der Blätter angeht, so kann auch ich sehr gut auf dieselben verzichten. Ich habe spaßeshalber mal versucht, die App auf meinem Handy zu installieren habe davon aber ganz schnell wieder Abstand genommen. Wenn die App anhand der Markierungen das Blatt nicht selber berechnen kann und es zur Berechnung noch irgendwo in eine Cloud hochladen muss und ich mich da auch noch anmelden muss, dann brauche ich das nicht. Man braucht die App natürlich nicht zu verwenden, die Passer-Markierungen sind dann allerdings nutzlos bis störend.

Insgesamt ist das Erscheinungsbild durch die Verarbeitung als Spiralblock/Collegebloch vielleicht nicht ganz so wertig, so dass man es auf den ersten Blick mit den üblichen Standardblöcken gleichzusetzten versucht ist. Wer das Papier allerdings wirklich einmal bewußt ausprobiert, wird sehr schnell den Unterschied hinsichtlich Duchscheinen, Duchbluten, Festigkeit, Ausfiedern der Tinte usw. bemerken.

Unter dem Strich ist das Oxford Optik Paper das beste Papier, das ich hier am Ort kaufen kann. Selbst die Hausarbeiten meiner Kinder wirken darauf ordentlicher, weil die Tinte durch das Papier weniger durchscheint. Der Preis ist für ein qualitativ derart gutes Papier sehr in Ordnung. Als Briefpapier ist es mit den Markierungen allerdings nur begrenzt verwendbar.


Hermann


P.S.: Mal eine Frage in die Runde: Ich habe immer wieder den Eindruck, dass sich die Vorder- und Rückseite der Papiere in Ihren Eigenschaften deutlich unterscheiden. Dieses Phänomen scheint von Hersteller zu Hersteller unterschiedlich stark ausgeprägt zu sein und liegt meines Wissens im Herstellungsverfahren der Papiere begründet. Zu meiner Schulzeit stand Ökopapier ganz hoch im Kurs bei dem dieses Phänomen meiner Erinnerung nach besonders stark ausgeprägt war. Hat hier auch jemand diese Beobachtung gemacht?
Beste Grüße
Hermann

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Re: Papier Testbericht Nummer 6 - Oxford

Beitrag von NicolausPiscator » 24.03.2018 14:41

Jup, die Erfahrung mache ich mit einigen Papieren. Ich vermute, dass das etwas mit der Herstellung zu tun hat. Früher habe ich das nicht ausstehen können, mittlerweile finde ich das sogar ganz reizvoll, dass das sich Füller und Tinte auf der Rückseite anders finden als auf der Vorderseite.

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Re: Papier Testbericht Nummer 6 - Oxford

Beitrag von Frischling » 24.03.2018 15:22

HeKe2 hat geschrieben:
24.03.2018 14:23
Die Papiere von Brunnen, Herlitz und den anderen „Schulschreibblockanbietern“, die es hier zu kaufen gibt, kommen allerdings vom Schreibgefühl her an keines dieser Papiere heran. Pelikan, Edeka usw. kenne ich nicht.
Erstmal Danke für die Vergleiche, ich bin noch am fröhlichen Testen, welches Papier mir für welche Füllfeder/Tinte oder Zweck am liebsten ist und meine Papiersammlung wächst immer weiter :roll:
Das die Vorder- und Rückseite unterschiedlich ist, macht die ganze Testerei noch spannender. Bei Kopier-/Druckerpapier ist oft ein Pfeil für "oben" auf dem Verpackungspapier aufgedruckt, damit man es richtig in den Drucker/Kopierer legt.

Meines Wissens gehört Herlitz zum Pelikan-Konzern, genauso wie Susy Card und Geha, du kennst also Pelikan-Papier :wink:

LG
Christa

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Re: Papier Testbericht Nummer 6 - Oxford

Beitrag von Fermentis » 25.03.2018 0:00

Danke HeKe2 für deinen schönen und sehr ausführlichen Beitrag.
Ich selbst bin auch sehr zufrieden mit dem Oxford Papier und dieses wird, da es eine kleine Nuance besser ist als mein bisheriger Favorit von Edeka Gut & Günstig, demnächst  mein neues Standardpapier.

Ja, die Eckmarkierungen sind nicht so sonderlich schön anzusehen, doch man kann sich mit der Zeit daran gewöhnen und hier überwiegt für mich einfach die sehr gute Qualität des Papiers, so daß es mir noch etwas leichter fällt über die Eckmarkierungen hinweg zu sehen.
Was mir jedoch gerade so in den Sinn kommt:
Ich habe auch bei mir noch Oxford-Papier mit nur einen Seitenrand irgendwo herum liegen und meine, das dies keine Eckmarkierungen besaß.
Ich kann mich aber auch täuschen.
Sobald ich es finde schreibe ich mal etwas dazu.

Zu dem Beschreiben der Rückseite, dies kann ich mal in den nächsten Testberichten mit einfließen lassen.
Persönlich ist mir bisher noch keinerlei Unterschied von der Qualität bei der Vorder- und Rückseite von sämtlichen getesteten Papieren aufgefallen.
Kann natürlich auch sein, das ich diesbezüglich ein großes Glück hatte.
Schaun wa ma.

MCA
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Re: Papier Testbericht Nummer 6 - Oxford

Beitrag von MCA » 25.03.2018 14:40

Ich habe auch noch gut 9.5 Blöcke Oxford mit der doppelten Lineatur (kariert+liniert in einem), da sind keine Markierungen drauf (gekauft Sommer 2016).

Preislich waren die super, habe ich in der Bucht als 10er Pack für unter 20€ geschossen - dachte mir da macht man nix verkehrt :)
Grüße,
Manuel

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Re: Papier Testbericht Nummer 6 - Oxford

Beitrag von Fermentis » 26.04.2018 3:57

Ja, bei dem Preis und der Qualität, die einen bei diesem Papier geboten wird macht man sicherlich nichts verkehrt.
Auch bei mir hat sich schon eine kleine Sammlung von diesem Papier angehäuft, da es von den Papieren, die ich bisher getestet habe, von der Qualität einfach nur überzeugend ist.

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