Eine kleine Umfrage zur Schreibschrift.

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Huly
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Eine kleine Umfrage zur Schreibschrift.

Beitrag von Huly » 26.02.2018 0:06

Hallo werte freunde der Handschrift!

Ich habe eine kleine Frage, die ich in den Raum stellen möchte, einfach, weil es mich interessiert: Schreibt ihr noch in Schreibschrift oder habt ihr zur Druckschrift gewechselt?

Wenn ja, wann (Schule, Studium, Lehre, Ausbildung, Beruf?) und warum?

Um selbst den Anfang zu machen: Ich bin eher am Beginn meines Studiums und schreibe nur sehr selten nicht in Schreibschrift. Wenn ich versuche, in Druckschrift zu schreiben, falle ich für gewönlich mitten im Wort in Schreibschrift zurück.

Warum genau ich nie gewechselt habe, weiß ich nicht genau. Vermutlich fand ich die Schreibschrift schöner (auch wenn meine Handschrift nicht als Schönschrift bezeichnet werden kann...).

Was sind eure Geschichten mit der Handschrift?

Huly.

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70er-Fan
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Re: Eine kleine Umfrage zur Schreibschrift.

Beitrag von 70er-Fan » 26.02.2018 0:21

Ich habe tatsächlich nie die Schreibschrift abgelegt (Jahrgang 1963, Abitur 1983). Wenn ich ein Formular ausfüllen soll, auf dem steht "bitte in Druckbuchstaben", schaffe ich das nur mit Mühe, meine Schreibschrift ist viel leserlicher und ich mag sie. Druckschrift ist gewollt und erzwungen, das bin nicht ich.
Gruß Claudia

Wozu hat man Tinte? Zum Verdunkeln seiner Flucht sagt der Tintenfisch. (Adolf Muschg)

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Knorzenbach
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Re: Eine kleine Umfrage zur Schreibschrift.

Beitrag von Knorzenbach » 26.02.2018 0:57

Hallo Huly,
ich habe meine Schreibschrift in der "Volksschule" (so hieß das damals in den Sechzigern) gelernt und danach nie abgelegt. Mitschriften bei Vorlesungen an der Uni mit Druckschrift: Unmöglich. Ich schreibe noch heute wie sintemalen, allerdings etwas freier und flotter. Aber, da ich ein Freund von Schriften bin, schreibe ich ab und an in Druckschrift. Vor allem, wenn andere meinen Schrieb lesen müssen. Oder, wie hier im Forum, wenn´s gut aussehen soll.

Liebe Grüße,
Tomm

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Edelweissine
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Re: Eine kleine Umfrage zur Schreibschrift.

Beitrag von Edelweissine » 26.02.2018 7:55

Meine Schreibschrift ist mein Gebrauchswerkzeug. Sie geht einfach dadurch, dass ich nicht oder nur selten absetzen muss, sehr viel schneller als meine Druckschrift, die ich nicht mag. Sie ist ungewohnt für mich und deshalb auch kaum geübt.
Gut lesen können meine Schreibschrift nicht alle, man muss sich erst an sie gewöhnen.Und weil ich sehr schnell schreibe, hängt ihr Aussehen sehr vom verwendeten Equipment ab.
Druckschrift verwende ich höchst ungern und nur, wenn es gar nicht anders geht.
Gruß,
Heike

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yvesdaeschle
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Re: Eine kleine Umfrage zur Schreibschrift.

Beitrag von yvesdaeschle » 26.02.2018 8:20

Seit meiner Schulzeit habe ich die Schreibschrift nie wirklich abgelegt, weil es für mich damit einfach schneller geht. Druckbuchstaben habe ich eher für Überschriften oder Beschriftungen verwendet (In der Ausbildung; Zwischenzeitlich habe ich sogar nur noch mit Computer und Tablet Notizen gemacht). Ich finde auch, dass Schreibschrift beruhigend auf mich wirkt.
So richtig zufrieden war ich nie mit meiner Schreibschrift. Und da ich mich jetzt vermehrt mit meinem Schreibwerkzeugen beschäftige ist es auch mein Ziel und mein Wunsch meine Handschrift zu verbessern und zu verschönern. Zu meiner Freude, macht meine Frau da auch mit. Allerdings ist es gar nicht so einfach dem Kopf ein neues Muster zu prägen. :lol:
Yves

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JulieParadise
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Re: Eine kleine Umfrage zur Schreibschrift.

Beitrag von JulieParadise » 26.02.2018 8:26

Meine eigentlich eher als Schreibschrift daherkommende Handschrift hat dennoch viele Druckschriftelemente. Das sind dann die Schnörkel und Striche, die sich bei einer reinen, lehrbuchmäßigen Schreibschrift als (für mich) unpraktisch erwiesen haben, daher über die Jahre wegfielen und nun eher Druckschriftglyphen gleichen. Reine Blockschrift schreibe ich höchstens für Überschriften.
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Neryz
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Re: Eine kleine Umfrage zur Schreibschrift.

Beitrag von Neryz » 26.02.2018 8:29

Ich schreibe nur in Schreibschrift - ich bin ja kein Computer ;-)
Ehrlich, kennt Ihr jemanden, der in Druckschrift schreibt...? Also ich nicht... mein gesamtes Umfeld schreibt, ich kenne keine einzige Person, die (ausser auf Formularen) in Druckschrift schreibt...

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JulieParadise
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Re: Eine kleine Umfrage zur Schreibschrift.

Beitrag von JulieParadise » 26.02.2018 9:08

Ich kenne mehrere Leute, die im späten Jugendalter komplett auf Druckschrift umgestiegen sind. Weil es (bei uns zumindest) Mode war, ihnen die Schreibschrift zu kindisch aussah, sie es für besser lesbar hielten ... Einige von ihnen schreiben, wie hier www.penaddict.com/blog der Blogger Brad Dowdy, komplett in Großbuchstaben.

Brrrr. :shock:
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Fibi
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Re: Eine kleine Umfrage zur Schreibschrift.

Beitrag von Fibi » 26.02.2018 11:37

Meine Handschrift ist auch irgendwie ein Mix aus Schreib- und Druckschrift geworden.

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Re: Eine kleine Umfrage zur Schreibschrift.

Beitrag von NicolausPiscator » 26.02.2018 12:54

Ich schreibe vor allem Schreibschrift, das müssen auch die Menschen in meinen Seminaren hinnehmen; die Schreibschrift schreibt sich ja auch viel schneller und sieht - zu mindest für meine Äuglein - schöner aus. Unlängst habe ich gesagt bekommen, dass ich der einzige Dozent an unserer Hochschule bin, der in Schreibschrift an die Tafel schreibt. Das hat mich irritiert.

Ein Wechsel zur Druckschrift kommt für mich gar nicht in Frage.

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zorni
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Re: Eine kleine Umfrage zur Schreibschrift.

Beitrag von zorni » 26.02.2018 12:58

Neryz hat geschrieben: Ehrlich, kennt Ihr jemanden, der in Druckschrift schreibt...? Also ich nicht... mein gesamtes Umfeld schreibt, ich kenne keine einzige Person, die (ausser auf Formularen) in Druckschrift schreibt...
das trifft auf die meisten Grundschüler zu. Jetzt wird ja zumeist erst die Druckschrift gelehrt. Die Schreibschrift kommt erst später hinzu.

Wer weiß - vielleicht sind wir in vielen Jahren diejenigen, die handschriftliche Korrespondenzen für die jüngere Generationen übersetzen müssen, weil sie's nicht mehr lesen können :wink:

back to topic: bei mir ist's ebenso ein Mix aus Schreib- und Druckschrift
Madeleine

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Re: Eine kleine Umfrage zur Schreibschrift.

Beitrag von V-Li » 26.02.2018 13:39

Gerade wurde ich von einem Kollegen gefragt: "Sie schreiben noch Schreibschrift?", nachdem ich ihm ein handschriftliches Protokoll auf den Tisch gelegt habe.

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Strombomboli
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Re: Eine kleine Umfrage zur Schreibschrift.

Beitrag von Strombomboli » 26.02.2018 13:50

V-Li hat geschrieben:"Sie schreiben noch Schreibschrift?"
Oh, Kulturverfall! Und diese freiwillige Behinderung, in Druckschrift zu schreiben! Das dauert doch viel länger.

Auch ich habe manche Druckschriftelemente in meiner Schreibschrift, das S vor allem, und das H schreibe ich mal so, mal so. Sonst schreibe ich aber, wie ich es als Kind in einer Schule gelernt habe, die, wie bei manch anderem, auch Volksschule hieß. (Hier finde ich den Bezeichnungswechsel zu Grundschule gut.)

Architekten schreiben meist in Druckschrift, und bei denen sieht die auch immer gut aus.
Iris

Mein Avatar ist ein Gemälde von Ilja Maschkow (1881-1944): Selbstporträt; 1911, das in der neuen Tretjakow-Galerie (am Krimskij Wal) in Moskau hängt, wo ich es fotografiert habe.

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Re: Eine kleine Umfrage zur Schreibschrift.

Beitrag von Kriss2167 » 26.02.2018 14:44

Ich nutze die Druckschrift

Meine Schreibschrift sieht immer noch sehr kindlich aus. Auch nach einem 3/4 Jahr Übung. Daher bleibe ich jetzt bei der Druckschrift obwohl ich Schreibschrift für sinnvoller halte.
Liebe Grüsse

Chris

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Will
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Re: Eine kleine Umfrage zur Schreibschrift.

Beitrag von Will » 26.02.2018 15:16

Hey Huly,

eine kleine Odyssee:

In den 70ern lernte ich Schreibschrift. Leider fehlte es meiner Handschrift immer an Ästhetik und Leserlichkeit. Dies spitzte sich zu, als sich manche Lehrer in der 7. oder 8. Klasse weigerten, zu raten, was ich da zu Papier gebracht hatte und nur noch den lesbaren Teil bewerten wollten. So stand ich vor einem echten Problem. Zur gleichen Zeit lernte ich in der Schule technisches Zeichnen. Wir durften jedoch keine Schablonen für die Beschriftung der Zeichnungen verwenden, weshalb ich die Normschrift üben, um nicht zu sagen trainieren musste. So lag es relativ nahe zwei Probleme auf einmal zu erschlagen, was mit einigem Zeitaufwand gelang. Von da an schrieb ich eine äußerst saubere Druckschrift. Allerdings zahlte ich einen hohen Preis, es bedeutete den Verlust meiner Schreibschrift, Schreibgeschwindigkeit sowie des verbundenen Schriftbilds.

Drei bis vier Jahre später sollte ich in der Schule Steno lernen. Dies war mir jedoch durch die erlernte strenge Druckschrift nicht mehr mit vertretbarem Aufwand möglich. Ich scheiterte durch den fehlenden Schreibfluss in grandioser Weise, was ich bis heute bedauere.

Erst nach Ende des Studiums fand ich wieder zum Füllhalter und es dauert bereits viele Jahre, um wieder zu einem geschlossenen Schriftbild zurückzufinden. So weist meine Handschrift noch immer teilweise Druckbuchstaben auf und fehlende Verbindungen. Dennoch gehört diese heute mehr zu mir denn die seelenlose Normdruckschrift und ich muss mich ihrer auch nicht schämen.

Viele Grüße

Gerd
Blauer Hautausschlag, erhöhte Temperatur, Bewusstseinstrübungen - oh Gott, das muss Flexfieber sein!

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