Ich war am Samstag, den 06.06.2026 auf der Dutch Pen Show im Van der Valk - Hotel in Utrecht (NL).
Organisatorisches:
Karten sind nur im Vorverkauf Online zu erwerben ( https://www.dutchpenshow.com/ )
Die Show / Messe läuft über zwei Tage (Samstags und Sonntags), jeweils von 11 - 17 Uhr.
Ein Tagesticket kostet €12,50, ein Zwei-Tages-Ticket €21.
Es wurde ein (recht schnell ausverkauftes) Early Access VIP Passe-Partout - Ticket angeboten (Samstag und Sonntag 10:00-17:00 + Robert Oster Dutch Pen Show Ink + Goodiebag) für €65.
Ein Early Access - Ein-Tages-Ticket, wie es in den letzten Jahren angeboten wurde, gab es dieses Jahr nicht mehr.
Ich vermute (die Zahlen sind noch nicht veröffentlicht), dass dieses Jahr die Marke von 2000 Besuchern geknackt wurde.
Jeder Besucher bekommt beim Eintritt einen Stimmzettel, um über die DPS-Tintenfarbe des nächsten Jahres abzustimmen, und ein Los, das mit etwas Glück am Tisch der Veranstalter gegen einen Preis aus der weiten Welt der Schreibwaren eingetauscht werden kann (Tintenfässer, Journale, etc.). Mir war das Losglück leider nicht hold...
Im persönlichen Gespräch im vergangenen Jahr sagte mir Joost Appelboom, einer der Veranstalter, dass die DPS mittlerweile die größte Pen-Show Kontinental-Europas sei und nach den London Pen Shows (da gibt es zwei im Jahr) die zweitgrößte Pen-Show Europas.
Veranstaltungsort
Utrecht, Hauptstadt der gleichnamigen niederländischen Provinz, liegt verkehrsgünstig nahe der Mitte der Niederlande (ungefähr in der Mitte zwischen Arnhem und Amsterdam) und hat deshalb den größten Bahnhof des Landes. Die Altstadt mit ihren Grachten und alten Häusern, Kirchen, den "Resten" des Doms (der größte Teil ist im 17. Jahrhundert wortwörtlich weggeflogen), vielen schönen Gaststätten und Restaurants ist auch so mal einen Besuch wert.
Das Van der Valk - Hotel liegt direkt neben der Autobahn; es gibt in der Nähe auch einen Straßenbahn-Anschluss Richtung Innenstadt / Bahnhof. Im Hotel gibt es eine große Tiefgarage; das Parken kostete mich für gute 7 Stunden 6,50€.
Im Hotel gibt es ein Restaurant mit einem Mittagsbuffet als Pauschalangebot für Show-Besucher; ich war sehr zufrieden (Preis 21,50€).
Im Veranstaltungsbereich kann man Heiß- und Kaltgetränke in Selbstbedienung erwerben; Wasser (mit und ohne Sprudel) kann kostenfrei gezapft werden.
Die drei Ausstellungsräume (geschätzt 600qm, 400 qm und 200qm) haben (mehr oder weniger) Tageslicht, die Seminarräume auch.
Aussteller
Die meistgenutzte "Verkehrssprache" ist Englisch, natürlich gibt es viele deutschsprachige und niederländisch-sprachige Händler.
Die Liste der Aussteller findet Ihr auf der Website (s.o.).
Da dies ja im Allgemeinen ein deutschsprachiges Forum ist: Fehlende Fremdsprachen-Kenntnisse brauchen niemanden abhalten, die DPS zu besuchen. Im Zweifelsfall wird man immer einen freundlichen Mensch vor oder hinter den Tischen findet, der beim Übersetzen hilft.
Beeindruckt hat mich in diesem Jahr besonders die große Zahl an Herstellern / Händlern aus dem asiatischen, insbesondere indischen Raum, die optisch und technisch hochinteressante Produkte anboten.
Die "ganz großen" Markennamen waren nicht mit eigenen Ständen angetreten (Lamy, MB, GvFC, Pelikan, Waterman, Parker, Pilot etc.), sondern wurden von (großen) Schreibwarenhändlern vertreten.
Der Gebrauchtmarkt ist auf der DPS traditionell eher schwächer, nur vergleichsweise wenige Sammler zeigten ihre Mappen. Ich hatte einen kurzen, freundlichen Plausch mit Regina Martini und Stefan Wallrafen, die sich einen Tisch teilten.
Der Fokus liegt deutlich im Bereich der Neuwaren; viele kleine Hersteller, sowohl mit Schreibgeräten, als auch mit Zubehör, die sonst unter dem Radar bleiben würden, präsentierten ihre Produkte. Die Bandbreite geht von kleinen Accessoires für wenige Cent bis zum +10.000€ Füller. Es darf (und kann auch oft) gehandelt werden, wenn die gegenseitige Höflichkeit erhalten bleibt. Messe-Rabatte sind üblich.
Alle Händlerinnen und Händler, bei denen ich mir Füller oder andere Schreibgeräte angesehen habe, hatten Tinte und Papier zum Testen parat.
Es gab eine ganze Reihe (fünf oder mehr?) Nib-Meisterinnen und -Meister, die sich um Probleme am Gerät kümmerten.
Im Gegensatz zu den Hinweisen der Veranstalten konnte man, an fast allen Tischen, bargeldlos bezahlen, in aller Regel auch mit verschiedenen Systemen (Karte, PayPal, Direktüberweisung etc.). Ob das dem eigenen Kontostand zuträglicher ist, als ein festes Bargeld-Budget mitzuführen, muss jede/r selber entscheiden...
Workshops
In diesem Jahr gab es ein riesiges Angebot von Workshops; da ich keinen davon gebucht oder besucht habe, kann vielleicht jemand anderes davon berichten.
Mein persönliches Fazit
Was mir gefällt, ist die große Vielfalt durch die Menge der Anbieter/Aussteller. Ab und an war es, an einzelnen Tischen, mal etwas voller, grundsätzlich hat man aber viel Platz zum Bewegen. Wenn man mit einem Anbieter das persönliche Gespräch sucht, die Dame oder der Herr aber gerade "besetzt" ist, dreht man einfach noch eine Runde und kommt ein paar Minuten später wieder.
Die Atmosphäre erlebe ich (auch in den vergangenen Jahren) immer als ausgesprochen freundlich; als alter weißer Mann würde ich das Publikum eher als jung (im Sinne von unter 50, 40, 30) und ausgeglichen m/w/d einschätzen.
Die Organisation vor Ort machte, für mich, keinerlei Probleme. Ich hatte das Gefühl, dass ab dem Mittag keine Einlasskontrolle mehr stattfand (was mich ja nicht störte), möglicherweise achten aber die zahlreichen Helferinnen und Helfer in ihren roten T-Shirts eher subtil auf die als Eintrittsausweis ausgegebenen Papier-Armbänder.
Die Erreichbarkeit des Veranstaltungsortes ist sehr gut, sowohl mit Öffis, als auch mit eigenem Gefährt.
Bei der Größe, welche diese Veranstaltung mittlerweile erreicht hat, würde ich für das nächste Jahr ernsthaft eine Übernachtung und einen Zwei-Tages-Besuch in Betracht ziehen, zumal ich dieses Jahr keine Möglichkeit hatte, an eine Treffen mit anderen Foristen:innen teilzunehmen.
