Lamy Crystal T53 Tinten-Serie

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Thom

Re: Lamy Crystal T53 Tinten-Serie

Beitrag von Thom » 08.01.2019 17:06

Die brauchen ja nur die Rezeptur unverändert zu lassen. Lamy ist schwer zu sagen, die ist im Moment zu neu. Ich bezweifle, das Faber-Castell die Prüfkriterien alle erfüllt, speziell Bleichbeständigkeit, lasse mich aber jederzeit eines Besseren belehren.

V.G.
Thomas

Tintenklex

Re: Lamy Crystal T53 Tinten-Serie

Beitrag von Tintenklex » 08.01.2019 17:51

Thom hat geschrieben:
08.01.2019 17:06
Die brauchen ja nur die Rezeptur unverändert zu lassen.
Für die Qualitätssicherung reicht das nicht; da braucht es streng genommen von jeder Charge eine Rückstellprobe und gelegentliche Untersuchung von Stichproben.

Für die Darstellung der eigenen Mindestanforderungen reicht es nach dieser einmaligen Untersuchung natürlich, die Rezeptur nicht zu verändern. Aber es brauchgt ja u.a. "Zutaten", die angeliefert werden, und auf deren gleichbleibende Qualität man sich eben nicht blind verlassen sollte. Und dann die Unwägbarkeiten im Produktionsprozess, die immer wieder vorkommen können.

Aber das geht hier zu weit.

Thom

Re: Lamy Crystal T53 Tinten-Serie

Beitrag von Thom » 08.01.2019 18:13

Lamy schreibt da dokumentenecht, dann geht's auch nicht zu weit. Es gibt aus folgendem Grund keine DIN für dokumentenechte Füllertinten: niemand hat die Erstellung beantragt und die Finanzierung abgesichert. Wir sollten schon die Kirche im Dorf lassen, wenn jede Charge pro Farbe 1000€ Neuzertifizierung kostete, gäbe es die Tinte mit Sicherheit nicht sehr lange.
Gelegentliche Untersuchung von Stichproben mache ich sogar bei der Nachtblau. :)

V.G.
Thomas

Tintenklex

Re: Lamy Crystal T53 Tinten-Serie

Beitrag von Tintenklex » 08.01.2019 19:08

Thom hat geschrieben:
08.01.2019 18:13
Gelegentliche Untersuchung von Stichproben mache ich sogar bei der Nachtblau. :)
Mir reicht die Angabe "dokumentenecht" der Hersteller ja auch aus, um zumindest ein Mindestmaß an Beständigkleit zu erwarten. R&K hat mit der Dokumentus mehr getan, als man bei derartigen Produkten erwarten kann.
Und dass die Etablierung einer Norm Kosten verursacht, ist klar - und wieweit ene solche bei Tinten losgelöst vom jeweiligen Schreibgerät überhaupt Sinn machen würde, ist ja auch völlig offen. Bei Rollerball- und Kugelschreiber-Minen ist ja das komplette Schreibgerät zertifiziert, bis auf die mehr oder weniger ergonomische Hülle, in die die Mine gesteckt wird.

Thom

Re: Lamy Crystal T53 Tinten-Serie

Beitrag von Thom » 08.01.2019 19:33

Und da sehe ich eben genau das Problem, Rollerball und Kuli sind die häufigsten Handschreibgeräte und legen durch die Zertifizierung Echtheitskriterien für "dokumentenecht" vor, die bei den Füllertinten wegen der fehlenden Norm wieder aufgeweicht werden können. Nachtblau, ESSRI und Registrars Ink erfüllen nicht alle Echheitskriterien der vorhandenen Normen, konkret Salzsäure und Bleichmittel, deshalb würde ich die niemals als dokumentenecht bezeichnen.

V.G.
Thomas

Caeruleum
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Re: Lamy Crystal T53 Tinten-Serie

Beitrag von Caeruleum » 09.01.2019 13:04

Salzsäure (je nach Konzentration) dürfte auch das Papier auflösen.

Thom

Re: Lamy Crystal T53 Tinten-Serie

Beitrag von Thom » 09.01.2019 13:07

Es reicht schon ein pH-Wert etwas unter 2. :)

Tintenklex

Re: Lamy Crystal T53 Tinten-Serie

Beitrag von Tintenklex » 09.01.2019 14:12

Thom hat geschrieben:
08.01.2019 19:33
Und da sehe ich eben genau das Problem, Rollerball und Kuli sind die häufigsten Handschreibgeräte und legen durch die Zertifizierung Echtheitskriterien für "dokumentenecht" vor, die bei den Füllertinten wegen der fehlenden Norm wieder aufgeweicht werden können. Nachtblau, ESSRI und Registrars Ink erfüllen nicht alle Echheitskriterien der vorhandenen Normen, konkret Salzsäure und Bleichmittel, deshalb würde ich die niemals als dokumentenecht bezeichnen.
Ich erwarte auch garnicht, dass als "dokumentenecht" ausgelobte Tinten alle Kriterien der Normen für die Minen erfüllen; mir ist aber weitgehende Lichtechtheit und Beständigkeit gegen Flüssigkeiten wie zB Wasser wichtig, und die sind in aller Regel bei derart ausgelobten Tinten auch zu erwarten. Mit so Sachen wie Salzsäure und Bleichmittel spiel ich nicht so häufig rum, aber Sonnenlicht und ein umgekipptes Trinkglas oder ein feuchter Niesanfall :shock: sind am Schreibtisch schon vorgekommen.

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HeKe2
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Re: Lamy Crystal T53 Tinten-Serie

Beitrag von HeKe2 » 09.01.2019 14:20

Mich würde mal interessieren, auf welcher Basis die Dokumentenechtheit der Benitoite überhaupt zustande kommt. Weiß man dazu schon etwas?

Zu den Begrenzungen der EG-Tinten hat Thom ja schon einiges gesagt und da wird auch Lamy das Rad nicht neu erfinden können.

Falls es sich jedoch um eine Nanopigmenttinte handelt, sähe die Sache anders aus. Die Sailor Sei Boku habe ich noch von keinem Papier wieder herunter bekommen.

Bisher habe ich immer nur die Vermutung gelesen, die Benitoite sei eine EG-Tinte. Weiß das jemand sicher?

Übrigens: Auch wenn es für Kugelschreiber eine Norm gibt, heißt das für mich gar nichts. Ein Lösungsmittel löst mindestens 80% eines Kugelschreiberstriches: Ethanol 96%. Das klappt besser als mit Isopropanol. Die Sei Boku lässt der Spiritus völlig unbeeindruckt.
Beste Grüße
Hermann

Thom

Re: Lamy Crystal T53 Tinten-Serie

Beitrag von Thom » 09.01.2019 14:28

Welche Kriterien tatsächlich sinnvoll sind, ist eine andere Frage. Die Dienstordnung für Notare ist da gewissermaßen inkonsequent, weil sie an Kugelschreibertinten effektiv höhere Anforderungen stellt, als an "Tinten" im Allgemeinen. Bei der "Kugelschreibernorm" geht es aber schon um DIN-zertifizierte Minen. Die zertifizierten Füllertinten von R&K und Montblanc (da steht's zumindest auf dem Karton) sind alle Nanopigmenttinten.

V.G.
Thomas

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HeKe2
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Re: Lamy Crystal T53 Tinten-Serie

Beitrag von HeKe2 » 09.01.2019 14:40

Das ist es ja, was mich interessiert. Bei der klassischen blau-schwarten T52-Tinte von Lamy ist der EG-Anteil aus der Rezeptur verschwunden.

Ist die T53 Benitoite jetzt nur eine Neuaflage der alten Tinte, zumindest vom Verfahren, weniger vom Farbton her, oder ist es eine Nanopigmenttinte?

Dazu habe ich bisher nur Vermutungen gesehen.

Was "Dokumentenecht" dann wirklich bedeutet, muss man dann ausprobieren. Ist ja auch wichtig für den Pflegeaufwand. R&K hat ja nicht umsonst seinen Reiniger dafür im Programm.
Beste Grüße
Hermann

Thom

Re: Lamy Crystal T53 Tinten-Serie

Beitrag von Thom » 09.01.2019 14:50

Also, ich kann bei der Lamy jetzt auch nur spekulieren. Die alte blauschwarze EG war vermutlich von Gutenberg. Ich glaube nicht, dass sie zu Eisengallus zurückgehen, aber mal sehen.

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HeKe2
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Re: Lamy Crystal T53 Tinten-Serie

Beitrag von HeKe2 » 09.01.2019 15:50

Also wenn die Benitoite im Punkt Dokumentenechtheit deutlich besser ist als meine Kobaltblau von GvFC, dann werde ich ich bei dem satten Blauschwarz auf den Bildern definitiv ein begeisterter Verwender. Die Kobaltblau ist mir leider viel zu "wasserscheu". Vor den R&K Dokumentus scheue ich noch ein wenig zurück, weil ich doch etwas Angst um meine Schreibwerkzeuge habe. Vielleicht unbegründeterweise.
Beste Grüße
Hermann

Caeruleum
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Re: Lamy Crystal T53 Tinten-Serie

Beitrag von Caeruleum » 09.01.2019 18:12

HeKe2 hat geschrieben:
09.01.2019 15:50
Also wenn die Benitoite im Punkt Dokumentenechtheit deutlich besser ist als meine Kobaltblau von GvFC, dann werde ich ich bei dem satten Blauschwarz auf den Bildern definitiv ein begeisterter Verwender. Die Kobaltblau ist mir leider viel zu "wasserscheu". Vor den R&K Dokumentus scheue ich noch ein wenig zurück, weil ich doch etwas Angst um meine Schreibwerkzeuge habe. Vielleicht unbegründeterweise.
Ich finde die Farbe auch interessant. Wenn sie so stabil wie Sei-Boku ist, könnte ich mir gut vorstellen, sie zu nutzen.
Immunität gegen Salzsäure und ähnliches brauche ich eigentlich nicht, wenn ich die umschütte, würde ich mich eher fragen, wie ich in die Situation gekommen bin als froh zu sein, dass meine Tinte erhalten bleibt. Aber lichtecht ist sie schon, nicht nur ein bisschen und auch nicht nur zu 4% oder 20% ethanolsicher wie schon angedeutet wurde.

Thom

Re: Lamy Crystal T53 Tinten-Serie

Beitrag von Thom » 09.01.2019 18:22

Caeruleum hat geschrieben:
09.01.2019 18:12
Immunität gegen Salzsäure und ähnliches brauche ich eigentlich nicht, wenn ich die umschütte, würde ich mich eher fragen, wie ich in die Situation gekommen bin als froh zu sein, dass meine Tinte erhalten bleibt.
Es geht bei diesen Echtheitskriterien im Zusammenhang mit Dokumenten schon um zielgerichtete Urkundenfälschung. :)

V.G.
Thomas

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