Wohin, wenn selbst EF zu groß ist

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MKL
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Wohin, wenn selbst EF zu groß ist

Beitrag von MKL » 09.07.2020 8:46

Zum Einstieg wünsche ich einen sonnigen Tag.

Folgendes Problem habe ich:

Gibt es von (oder passend für) Lamy noch feinere Federn als EF?

Meine Schrift ist mit 2-2.5mm Höhe eher David als Goliath, womit ich meine Lamy in den Grenzbereich treibe.
Da die Feder hierzu zu viel aufträgt halte ich den Füllhalter im Allgemeinen bereits steil über Kopf.

Nun hatte ich eben Kontakt mit dem sympatischen Lamy Service welcher mir uA dieses Forum empfohlen hat.

Ich nutze auf meinen beiden Lamy st die Z52 LX in EF und schreibe meist auf 80g Papier von Brunnen und Leuchtturm (welche beide nicht allzu durstig sind).

Dass die Feder bei diesen Dimensionen kratzig wird lässt sich vermutlich kaum verhindern, aber wüsstet ihr für die Linienbreite Abhilfe?
Kennt ihr Workarounds? Rechts- statt Linkshänderfeder, Spitze feilen, Tinte andicken...

Vielen Dank, solltet ihr bis hierhin gelesen haben :)


MKL

Butterblume
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Re: Wohin, wenn selbst EF zu groß ist

Beitrag von Butterblume » 09.07.2020 9:09

Da fällt mir nur Umschleifen ein. Entweder selbst probieren oder einen Nibmeister bemühen. Bei fpnibs.com gibt es zB Modifikationen von EF auf XXF (0,2mm) und XXXF (0,1mm), da gibt es irgendwo im Forum auch Erfahrungsberichte. Lamy-Federn haben sie bestimmt da. Es gibt naturlich auch noch andere Anbieter.
Ich schreibe manchmal als erste Hilfe mit der Rückseite der Feder, das gibt auch oft einen schmaleren Strich, klappt aber nicht bei allen Füllern.
Viele Grüße
Butterblume

agathon
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Re: Wohin, wenn selbst EF zu groß ist

Beitrag von agathon » 09.07.2020 9:16

Das Problem kenne ich nur zu gut, ich bin ja auch eher ein Kleinschreiber. Nach jahrelangem Rumgesuche bin ich bei den alten eef-Federn von Pelikan aus den 30zigern Jahren gelandet, die ich mit einem passenden Tintenleiter in moderne 205er schraube. Eine gute Alternative sind auch ef-Federn aus den 50zigern von Montblanc.

Grüße

agathon


Zollinger
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Re: Wohin, wenn selbst EF zu groß ist

Beitrag von Zollinger » 09.07.2020 9:29

In der Regel sind die japanischen EF Federn deutlich feiner als die Europäischen. Von Platinum kenne ich sogar UEF (ultra extra fein).
Ich würde die Suche in diese Richtung lenken.

Was den Hinweis zu alten Pelikan Federn angeht kann ich dies bestätigen, aber einerseits sind EEF Federn schwer zu finden und andererseits auch etwas Glücksache wenn man sie vor dem Kauf nicht ausprobieren kann.

Z.
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24x30
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Re: Wohin, wenn selbst EF zu groß ist

Beitrag von 24x30 » 09.07.2020 9:57

Zollinger hat geschrieben:
09.07.2020 9:29
In der Regel sind die japanischen EF Federn deutlich feiner als die Europäischen. Von Platinum kenne ich sogar UEF (ultra extra fein).
Ich kann das bestätigen. Meine Sailor Feder ist deutlich feiner als vergleichbar gelabelte moderne europäische Federn. Bei MB kann man das beim Tausch angeben, dort bemüht man sich diese dann sehr schmal zu machen :) .

Vielleicht findest du in deiner Gegend einen freundlichen Forenten oder Händler, der so etwas zum zeigen oder probieren hat.

Viele Grüße

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JulieParadise
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Re: Wohin, wenn selbst EF zu groß ist

Beitrag von JulieParadise » 09.07.2020 10:00

Willkommen im Forum!

Wie oben schon geschrieben, lautet die einfachste Lösung: Platinum 3776 mit UltraExtraFein-Feder. Dann passt gleich alles zusammen, Du musst Dich weder auf Suchglück noch waschige Beschreibungen möglicherweise unbedarfter Verkäufer verlassen und ein Vermögen bist Du auch nicht los. Die 3776 trocknen nicht aus, die Größe entspricht in etwa der der Lamys, die mitgelieferten Patronen kann man ewig und länger verwenden (mit Spritze/Tropfflasche mit Kanülenaufsatz auffüllen), perfekt.
Sina / Julie Paradise julieparadise.de | @wwwjulieparadisede

agathon
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Re: Wohin, wenn selbst EF zu groß ist

Beitrag von agathon » 09.07.2020 10:02

Zollinger hat geschrieben:
09.07.2020 9:29

alte[n] Pelikan Federn [...] etwas Glücksache

Rolf Thiel bietet die eef-Federn noch an. Das sind aber keine Gold-, sondern von-Federn, was der Sache aber keinen Abbruch tut.

Grüße

agathon

Taia
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Re: Wohin, wenn selbst EF zu groß ist

Beitrag von Taia » 09.07.2020 13:32

Ich würde dir auch zu den asiatischen Marken raten. Bin seit Jahren Lamy Sammlerin von Al-Stars und Safaris. Neulich habe ich mir einen Sailor Pro Gear Slim gegönnt, weil ich im Urlaub in Berlin war und die Gelegenheit genutzt habe bei Moranga vorbei zu schauen (wirklich ein toller Laden! Da gab's die beste Beratung, die ich bisher in einem Schreibwarenladen erhalten habe!) Jedenfalls hat mein Sailor eine B Feder und wenn ich das mit Lamy vergleiche ist das bei denen gerade mal eine F. Ich will nicht wissen wie schmal dann eine F oder EF Feder bei Sailor ist.
Happiness can be found, even in the darkest of times, if one only remembers to turn on the light - Albus Percival Wulfric Brian Dumbledore.

MKL
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Re: Wohin, wenn selbst EF zu groß ist

Beitrag von MKL » 10.07.2020 16:14

Aaaaaaarg!
Da antworte ich jedem eurer Beiträge wie er es verdient nett und ausführlich... und das Forum wirft mich raus und den Text ins Nirvana -.-

Daher:
Vielen Dank euch für die schnellen und guten Antworten! :) jede hat mich einen Schritt weiter gebracht.
Aus purer Faulheit wurden aus dem Text nun eher stichpunkthafte Absätze.

Umschleifen der Feder: Ich schreibe auch fast ausschließlich mit der Rückseite der Feder. Die Erfahrungsberichte dazu lese ich mir definitiv durch.

Danke für die Empfehlungen des Pelikan, des Franklin-Christoph und des Platinum. Leider ist das klassische Design (auf die Gefahr hin mir jetzt Feinde zu machen ;) ) leider überhaupt nicht mein Geschmack. Tut dem Wert für mich aber keinen Abbruch - Die verschiedenen Federn der Marke schaue ich mir an und was Größe, Schwerpunkt und Design des Stiftes angeht finde ich im Anschluss sicher bei allen Marken was für mich.

Nach älteren Serien werde ich mich auch ein wenig umsehen, allerdings klingt das ein wenig danach als seien diese seltener.
Da bin ich noch kritisch da meine Begleiter aufgrund meiner hektischen Natur robust sein müssen. Nicht umsonst sind vier meiner fünf immer griffbereiten Stifte aus VA ;)

Ich bin eurem Rat gefolgt und habe beim Händler reingeschaut. Seine zwei feinsten Federn waren eine Pilot aus VA (EF) und eine Sailor 14k Gold-Rh (EF). Die Linienstärke der Pilot (wie auch die der angebotenen Franklin-Christoph) entsprach der meiner Feder. Hingegen ist die Sailor ein Treffer!
Ich bedauere nur dass er kein Modell greifbar hatte das mir gefällt und konnte ihm somit die tolle Beratung nicht mit einem Einkauf danken. Seine Empfehlungen entsprechen den Euren: Japanische Marken, sich online (gerade in GB) umschauen und durch Foren stöbern

Zwischenergebnis:

- Der Weg einer flotten Lösung, beispielsweise nur die Feder (oder andere Module) durch Hochwertige zu ersetzen, ist unwarscheinlich. Einzig das Schleifen der Feder ginge.

- Die Sailor EF trifft die Linienstärke die ich möchte und fühlte sich gut an. Damit habe ich ein gutes Maß für Vergleiche mit anderen Federn.


Beste Grüße,

Zollinger
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Re: Wohin, wenn selbst EF zu groß ist

Beitrag von Zollinger » 10.07.2020 17:13

Die Japaner können zum Glück ja auch anders als "klassisch". Ziemlich anders sogar...Ich habe mir aus reiner Neugierde kürzlich einen Platinum Curidas angeschafft weil ich mich für den Mechanismus interssierte. Ich hätte nie gedacht dass ich damit schreiben würde. Und nun sieht es so aus als hätte ich einen neuen täglichen Begleiter für kleine Notizen oder feine Zeichungen:

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Bild

Die Feder verdient die Bezeichnung EF aus meiner Sicht redlich.

...ach ja, und so sieht er aus:

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...anders, gell. :mrgreen:

Und noch was: er trocknet nicht aus. (...aber das war ja ein anderer Faden, ich bitte um Entschuldigung).
Bild

MKL
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Re: Wohin, wenn selbst EF zu groß ist

Beitrag von MKL » 10.07.2020 20:12

Gutes Bild :D

Jup, gerne:
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Vorher mit dem Stift ein paar Runden gedreht um ihn trockener zu bekommen und im letzten Satz sieht man wie die Feder wieder Tinte zieht - die Schrift wäre also noch ein wenig dicker geworden.

Korrigiert mich gerne wenn mir dazu das Auge fehlt:
Deine Platinum macht einen guten Eindruck. Scheint mir feiner und konstanter als meine Lamy. Vielleicht ist das auch eher deine ruhige Hand.

Ich bin heute mal kurz durch die Anbieter geflogen und hab den ein oder anderen gefunden der mir gefallen könnte. Zum Beispiel hat der Sailor Barcarole schon vergleichbare Maße zu meinen derzeitigen Begleitern und ist mit der Feder die ich testen durfte zu haben.
Durch die Platinum wühle ich mich gerade auch.

Grüße,

MKL
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Re: Wohin, wenn selbst EF zu groß ist

Beitrag von MKL » 10.07.2020 20:26

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Böser Vater
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Re: Wohin, wenn selbst EF zu groß ist

Beitrag von Böser Vater » 10.07.2020 21:41

Feineres Schreiben als mit einer deutschen EF kann man auch schon mit sehr geringem Mitteleinsatz bekommen:
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Schriftproben winzig mit sechs verschiedenen sehr preiswerten Füllern
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Die Füller geschlossen von unten nach oben in Schreibreihenfolge
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Die Füller geöffnet von unten nach oben in Schreibreihenfolge
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Beste Grüße --- Hans

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Rokebyrose
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Re: Wohin, wenn selbst EF zu groß ist

Beitrag von Rokebyrose » 10.07.2020 23:44

Die Pilot Vanishing Points (oder Capless) sind nicht für jeden etwas, aber auf jeden Fall etwas Besonderes. Die EF-Feder hat einen gleichmäßigen, verlässlichen und unkratzigen Strich, der wirklich ganz schmal ist, s.u. Aber nicht -wie meistens bei Platinum- auf Kosten des Tintenflusses, sondern weil der Schliff exakt ist. Bei Sailor mag ich persönlich nur die Federn der Pro Gears (21kt, die EF ist auch zauberhaft). Bei den Slims (14kt) ist das Schreibgefühl für mein Empfinden ein ganz anderes und gar nicht mehr so angenehm. Aber das ist natürlich völlig subjektiv. Trotzdem mal zum Vergleich die EF im Vanishing Point. Da ist noch richtig Platz zwischen den Zeilen:

Pilot VP Extrafein.jpg
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"Everybody's got something to hide except me and my monkey"

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