Näheres zu Eversharp Dorics

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pelikanjog
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Näheres zu Eversharp Dorics

Beitrag von pelikanjog » 28.05.2018 11:42

Hallo,

ich bin beim "Verorten" meiner Wahl-Eversharp Dorics und komme - trotz R. Binder - nicht ganz zurecht.

Z.B. finde ich nichts Genaues über die "Junior" - sind das die kleineren und wenn ja, heißen die nicht ladysize?

Und weiß nicht, welche Bedeutung die Federn für die Modelle haben. Einzelne haben auf der Feder "Gold Seal" stehen, andere nur "Eversharp 14 ct Flexible". War "Gold Seal" ein Modellname oder "nur" eine Federqualifikation?

Und gilt "2. Generation" nur für die Dorics? Und wie verhalten sich Eversharps mit rundem Schaft zu denen mit facettiertem (Doric). Sie haben teilweise dieselbe Feder (No. 5 oder 4 ?)

Es ist mir schon klar, dass meine pedantische Einordnungslust nach Zeit und Modell nicht jedermanns Sache ist. Aber wenn jemand da mehr weiß als ich in Binder lesen kann und es mich wissen läßt dann freue ich mich.

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von links ‎

‎1. Doric, Kaschmir, 1935 – 41, Flex
‎2. Doric, schwarzes Set, Flex Nr. 2 ‎
‎3. Doric Kaschmir, Damen, 1932, Flex ‎
‎4. Doric Kaschmir, 1938 - 41 Flex
‎5. Doric Gold Seal, Marokko, oversize, Flex, ‎‎1931 – 34‎
‎6. Doric Gold Seal,1935 ‎
‎7.Doric Saphirblau 1935 - 41 ‎
‎8. Doric Gold Seal, groß, 1939 ‎Flex
‎9. Doric Gold Seal, schlank, 1939 ‎
Dateianhänge
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Krazy Kat
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Re: Näheres zu Eversharp Dorics

Beitrag von Krazy Kat » 28.05.2018 19:00

Tolle Sammlung hast Du da, Hansjürgen.
Selbst besitze ich nur zwei Bleistifte und den Grey Shell in Übergrösse.

Leider hat das rote Modell (Kashmir ?) die unheilbare Zelluloidkrankheit.
Da die ja, wie wir alle wissen (sollten), sich ansteckend auf gesundes Zelluloid auswirkt, musst Du den unbedingt in Quarantäne stecken um Deine anderen Schätze zu sichern.

Grüsse,
KK
Zuletzt geändert von Krazy Kat am 28.05.2018 19:07, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Näheres zu Eversharp Dorics

Beitrag von Krazy Kat » 28.05.2018 19:07

Zur groben Zuordnung: Es gab zwei Generationen, Gen I von Anfang bis Mitte & Gen II von Mitte bis Ende der 30er.
Modelle der zweiten Generation sind Nr. 7, 8 und 9, schnell erkennbar am Kappenring, der bis zum Kappenende reicht.
1, Gen waren Hebelfüller, die 2. Plungefiller (oder so ähnl.), wobei sich immer wieder Modelle der 2. Gen als Hebelfüller finden lassen. In der Regel hat die 2. Gen noch ein Tintenstoppdingelchen, welches unter dem Tintenleiter herausragt.
Unterscheiden tun sich auch die justierbaren Federn zw. Gen I & II (wie man bei Deinen Beiden sieht).
Das Doric-Modell war, in beiden Generationen, glaube ich, in bis zu 5 verschiedenen Grössen erhältlich.
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Re: Näheres zu Eversharp Dorics

Beitrag von Krazy Kat » 28.05.2018 19:40

Gold Seal dürfte sich auf den Goldsiegel mit den zwei Häkchen auf der Kappe beziehen (siehe Nr. 6, 8, 9) - ähnlich zum White Dot bei Sheaffer und Meisterstück bei MB ein besonderes Qualitätsmerkmal.
Wer wann wie welche Grösse benannt hat, ist ziemlich beliebig!
Beim Doric gibt es Über-Oversize, Oversize (oder Senior), Standard (oder Junior).
Danach kommt Vest pocket/Ladysize/Ringtop

Mehr kann ich aus dem FF nicht zum Thema mitteilen.
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pelikanjog
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Re: Näheres zu Eversharp Dorics

Beitrag von pelikanjog » 29.05.2018 9:48

Hallo KK,

vielen Dank für deine Beiträge.

Der Spur nach weiß ich da vieles. Aber du beruhigst mich in gewisser Weise damit, dass es im Detail keine ganz starren Regeln zu geben scheint und vieles möglich war. - So war es übrigens bei Waterman (HR, Lucite, Zelluloid) in den 30er - 40er Jahren auch.
Es gab damals wohl noch keine "historisierenden" Sammler, die das überblicksmäßig für die ferne Zukunft (und einen deutschen ! Sammler) dokumentierten.

Über Skyline und Bantam gibt es genug Information.
Ganz wenig weiß ich über die Nicht-Dorics, also die Eversharps mit rundem Schaft, teilweise aus Canada, und einige aus Dänemark (Big Ben).

Ich wußte nicht, dass Oversize = Senior und Standard = Junior gleichzusetzen sind.

Die Modelle, die das Band bis zum Kappenrand haben, werden 'Airliner' - auch wegen der Auslaufsicherung bei Luftdruckschwankungen - genannt. Das war ein Schutz gegen ausbrechende Kappenränder bei Aufstecken auf den Schaft - wurde aber so nie beworben, weil es möglicherweise als ein Eingeständnis der Materialschwäche verstanden worden wäre.

Jedenfalls fällt mir auf, dass bei den Dorics große und kleine Federn No. 2 bis No. 5 verbaut sind, wobei die großen bei mir "Gold Seal" - Aufdruck haben und die Federeinheiten gleicher Größe (über die Jahre hinweg) austauschbar sind. Dh. da war schon etwas standartisiert. Ob die Größe etwas mit 1., 2., (3.) Generation zu tun hat, habe ich noch nicht geprüft.

Der Oversize Doric - er heißt nicht Kashmir, das wären die grün-bläulichen, sondern Morocco, rot mit braun, - wurde schon (bei Francis in Belgien) mit Zelluloid fachmännisch repariert, die Risse chemisch sortenrein verklebt. Wie lange das hält - wer weiß?

Wie meinst du das: Quarantäne? Überträgt sich die Zelluloid-Krankheit durch "Ansteckung", durch Nähe?

Ich weiß von einem amerikanischen Sammler, dass er seine Zelluloid-Füller unter Schutzgas deponiert. Aber Frodo - m.W. Kunststoffchemiker - sagt, dass man die genaue Ursache der Zersetzung nicht kennt. Man weiß nur: wenig Farbe + dickes Material = viel Zersetzung, aber eben nicht immer und nicht in demselben Umfang.

Soviel für heute und zu diesem Thema

Hansjürgen

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Re: Näheres zu Eversharp Dorics

Beitrag von pelikanjog » 29.05.2018 11:04

Ich habe es wieder gefunden:

"Der unglückliche Aspekt dieser schönen Farbtöne ist, dass die Langlebigkeit von Zelluloid ‎direkt proportional zur Farbtiefe und der Aushärtungszeit während der Herstellung des ‎Materials sowie umgekehrt proportional zur Dicke des Teils ist. Infolgedessen werden viele ‎Dorics mit Schäden durch Zersetzung gefunden; ihre Enden kristallisieren und zerfallen ‎schließlich, und die helleren Farben - vor allem Cathay - verschlechtern sich am schnellsten. ‎Hier ist eine Cathay Westentasche Gold Seal Doric, die eine ernsthafte Kristallisation der ‎Kappe und der Laufenden zeigt"

Richard Binder im Artikel Eversharp Dorics

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Re: Näheres zu Eversharp Dorics

Beitrag von Krazy Kat » 29.05.2018 18:40

pelikanjog hat geschrieben:
29.05.2018 9:48

Wie meinst du das: Quarantäne? Überträgt sich die Zelluloid-Krankheit durch "Ansteckung", durch Nähe?
Ich meine das buchstäblich. Hebe den Füller gesondert von allen anderen Zelluloidfüller auf, z.Bsp. in einem Single Pen Sleeve.
Der Zersetzungsprozess ist schon fortgeschritten und setzt Gase frei, welchen den Zersetzungsprozess der anderen Füller anstossen wird!
Die Zelluloidkrankheit ist ansteckend. Punkt. Dies ist nicht meine Meinung, sondern eine Tatsache.

Man kann da hinterherreparieren wie man will - früher oder später wird die Kappe brechen und dann kannst Du das Teil verschrotten (nachdem Du alle Metallteile entfernt hast). Ist leider so. Den Füller kannst Du nicht mehr retten aber Du kannst Deine anderen Zelluloidschätze retten. In der Zwischenzeit benutze den Stift & hol noch etwas aus ihm raus!
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Re: Näheres zu Eversharp Dorics

Beitrag von pelikanjog » 29.05.2018 18:51

Vielen Dank für den Hinweis!

Hansjürgen

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Re: Näheres zu Eversharp Dorics

Beitrag von pelikanjog » 30.06.2018 19:02

Hallo zusammen,

nun habe ich wenigstens etwas gefunden, was einer Übersicht in Sachen Wahl-Eversharp nahe kommt. Möglicherweise kennt der/die eine oder andere diese homepage schon:

http://www.pensburymanor.com/pensburyma ... _Home.html

Freilich ist die Geschichte der Modelle auch für Profis manchmal rätselhaft und für unsereinen nahezu unübersichtlich, aber es sind doch schöne Abbildungen und etliche Informationen da.
Allerdings muss man oben im Menue verschiedene links anklicken und schauen, was sich dahinter verbirgt.

Viel Vergnügen,

Hansjürgen

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Re: Näheres zu Eversharp Dorics

Beitrag von pelikanjog » 28.07.2018 10:32

Hallo,

ich bin immer noch am Datieren meiner Wahl - Eversharp - und habe trotz R. Binder, Peytonstreet, Pensbury Manor u.a. noch Fragen:

Ausgehend von den Dorics 1931 - 1941 (1. Gen mit einfacheren Kappenbändern 1931 - 35, 2. Gen. mit aufwendigeren Bändern bin hin zum Airliner 1935 - zum Ende - alle facettiert) gibt es
- davor Hard Rubber Modell, Equipoised
- daneben, davor oder danach (?) Modelle mit rundem Corpus und
- danach Bantam und Skyline.

Eine Ungereimtheit m.M. nach: Die verstellbaren Federn gab es (nach R. Binder) ab 1931. Die Füller, in denen sie auftauchen sind aber ausnahmlos (bei mir) 2. Gen., also 1935 ff. Gab es die auch in Modelle der 1. Gen. ?

Wie sind die mit rundem Corpus und doppeltem Kappenband (z.T. ring tops, Celluloid, aber auch Hard rubber - wie z.B. Greek Key) zeitlich einzuordnen? Ist alles in Celluloid später und in hard rubber früher? Oder hat WE auch beide Materialien nebeneinander produziert / auf dem Markt gehabt?

Wo gehört z.B. der Pacemaker hin ?

Es ist mir schon klar, dass es damals kein Interesse gab, späteren Nutzern eine stringende Historie zu liefern.
Aber wenn man sammelt, will man ja möglichst viel über die Stücke wissen - auch wegen des Erwerbs von "fehlenden" Stücken.

Gibt es jemand, der da weiter ist als ich und mich an seinem Wissen teilhaben läßt?

Hansjürgen

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