Shaeffer unbekannt, Füllsystem ebenfalls

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Edelweissine
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Shaeffer unbekannt, Füllsystem ebenfalls

Beitrag von Edelweissine » 17.09.2019 20:31

Moin!
Mir ist auf einem holländischen Flohmarkt ein schöner Shaeffer mit Inlayfeder ins Netz gegangen. Gereinigt habe ich ihn noch nicht. Allerdings stellt sich mir die Frage, wie ich ihm überhaupt Tinte zuführen soll. Ein solches Füllsystem, bestehend aus einem zweigeteilten Rohr und einem Füllknopf am Schaft, ist mir noch nie untergekommen.
Wer weiß, welches Shaeffer-Modell ich vor mir habe und wie es heißt?
Kann jemand verraten, wie das gute Stück befüllt wird?
(Ich hätte fragen können, war aber begeistert und wollte das nicht zu deutlich zeigen ;) .
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Gruß,
Heike

Mesonus
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Re: Shaeffer unbekannt, Füllsystem ebenfalls

Beitrag von Mesonus » 17.09.2019 22:01

Hallo Heike,

das ist ja mal ein tolles Mitbringsel. Ich bin ja kein Sheaffer-Spezialist, aber vermutlich ist das ein "Fehlkauf" :P Wenn ich das richtig sehe, ist das ein Sheaffer PFM - Pen for Men ;)

Schau mal hier, das beantwortet vermutlich Deine Frage...

FF Jan
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Edelweissine
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Re: Shaeffer unbekannt, Füllsystem ebenfalls

Beitrag von Edelweissine » 17.09.2019 22:24

Dankeschön, Jan!
So ähnlich müsste es klappen mit dem Füllen. Allein, das Ding besitzt weder einen Snorkel, noch deutet ein Loch im Tintenleiter darauf hin, dass dort einer fehlen könnte...
Ich werde zu Hause mal herumprobieren.
Und ich habe den Hinweis auf einen Shaeffer Imperial Touchdown bekommen. Das passt!
Gruß,
Heike

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Andi36
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Re: Shaeffer unbekannt, Füllsystem ebenfalls

Beitrag von Andi36 » 18.09.2019 0:07

Servus Heike,

Der Füller ist ein Sheaffer Imperial. Nachfolger des PFM, mit Touchdown Füllmechanismus und ohne Snorkel. Er ist kleiner und schlanker als der PFM.

Befüllt wird er durch zügiges runterdrücken des Füllknopfes. Rausziehen und reindrücken. Ob das funktioniert hängt davon ab, ob die Dichtungen noch ihren Dienst tun (Druckaufbau) und ob der Tintensack unter der Metallhülse noch geschmeidig ist. Das ist meist nicht gegeben, es sei denn der FH wurde überholt. Einfach mal probieren...

Gruß
Andi
Don't feed the troll.

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Edelweissine
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Flohmarktfund

Beitrag von Edelweissine » 18.09.2019 18:41

Danke, Andi!
...und dieses schöne, alte Tintenfass habe ich auch noch gefunden:
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Gruß,
Heike

tt-trommler
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Re: Shaeffer unbekannt, Füllsystem ebenfalls

Beitrag von tt-trommler » 18.09.2019 20:17

Andi36 hat geschrieben:
18.09.2019 0:07
Servus Heike,

Der Füller ist ein Sheaffer Imperial. Nachfolger des PFM, mit Touchdown Füllmechanismus und ohne Snorkel. Er ist kleiner und schlanker als der PFM.
Gruß
Andi
Um genau zu sein ist es zu > 95% ein Imperial VI (Touchdown Black)
(Die Imperial Reihe ist eine ziemlich diversifizierte ......)

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Wurmbunt
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Re: Shaeffer unbekannt, Füllsystem ebenfalls

Beitrag von Wurmbunt » 18.09.2019 21:53

Hallo Heike,
ein wirklich schöner Füller!
Das Touchdown - System ist eines meiner persönlichen Lieblinge. Ich habe mehrere Snorkel und auch einen Imperial - wie schon angesprochen, arbeitet das System mit Überdruck. Das "Hüllrohr" (äußeres Metallrohr) ist, mit einer von innen zugänglichen Schraube und einer Dichtung, mit dem Abschlussknopf verbunden. Solange nicht daran herumgeschraubt wurde, bleibt die Verbindung lange dicht.
An der Stelle bewegt sich auch nichts, so dass kaum Verschleiß Auftritt.
Anders schaut es an dem O-Ring aus, der am Ende des Plastikschaftes sitzt. Das Hüllrohr gleitet, beim hineindrücken, an diesem O-Ring entlang und muss einen Überdruck im Füllerschaft erzeugen. Dieser Überdruck komprimiert nämlich den Tintensack, der im Inneren des anderen Metallrohres sitzt. Ist der O-Ring verhärtet oder gar rissig, funktioniert das System nicht.
Es ist aber auch wichtig, einen möglichst dünnwandigen Tintensack zu verwenden. Anders als bei Hebelfüllern, gibt es keinerlei mechanischen Kontakt zwischen Tintensack und Füllmechanismus - alleine der Druckstoß wirkt auf den Sack. Für meinen Imperial, habe ich mir den Tintensack selbst gemacht - falls es Dich interessiert, der Faden findet sich im Unterforum Service/Reparatur - es gibt aber auch spezielle Säcke ( und passende O-Ringe) bei den "Pendragons" in England.
Der letzte Punkt, der etwas Aufmerksamkeit bedarf, ist die Verschraubung von Sektion und Schaft.
Sie muss quasi Luftdicht sein. Sheaffer hat an dieser Stelle sein sogenanntes "Threadsealant" also Gewindedichtmasse
eingesetzt. Das hatte damals noch nichts mit der Gewindesicherung von heute zu tun - "Locktide" funktioniert hier nicht, da keine metallischen Oberflächen zur Verfügung stehen. Wenn Du es authentisch haben willst, kann die Masse durch verkochen von 8 Teilen Colofonium und 2 Teilen Rizinusöl erzeugt werden - die Konsistenz sollte etwa flüssigem Waldhonig entsprechen.
Ich habe das wirklich gemacht und benutze das Zeug auch für meine Parker Vakumatics - hält absolut dicht und wird bei deutlich niedrigeren Temperaturen wieder weich als Schellack, ist authentisch und tut den alten Plastiksorten, inklusive Zelluloid, nichts - außerdem habe ich wohl einen Hang zur Alchemie ;) .
Ansonsten kann natürlich auch einfach Silikonfett auf das Gewinde geschmiert werden...
Viel Glück und Spaß mit Deinem Projekt!
Grüße Andi

VolkerB
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Re: Shaeffer unbekannt, Füllsystem ebenfalls

Beitrag von VolkerB » 29.09.2019 22:15

Hallo,

Ich habe auch so einen Imperial. Bretthart, aber das Füllsystem ist in der Tat interessant.
Hinten an der Hülse des Füllsystems ist eine Sicke (Eindellung), wenn die an der Dichtung am Ende des Schafts vorbei geht, kannst Du beim Runterdrücken das Entweichen des Überdrucks im Schaft hören. Dann kann sich der Tintensack wieder entfalten und die Tinte wird angesaugt.

Die Benutzung ist ganz einfach:
Papier zum Abwischen bereitlegen.
Füllknopf aufschrauben, dann den daranhängenden Schaft ganz herausziehen.
Füller ins Tinteglas, Füllknopf mit Hülse zügig ganz runterdrücken, Du hörst das Zischen.
Wenige Sekunden warten (5-10 reichen in der Regel)
Rausnehmen, abwischen, Füllknopf zuschrauben.
Fertig

Gruss,
Volker

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Re: Shaeffer unbekannt, Füllsystem ebenfalls

Beitrag von Edelweissine » 30.09.2019 7:45

Danke Euch!
Die Mechnik scheint bei meinem guten Stück aber defekt zu sein, es zischt nichts, und es füllt sich nichts, wie ich mit Wasser schon ausprobiert habe. Allerdings hält der Füller die Tinte erstaunlich lange, wenn ich ihn nur dippe. Bei seiner feinen Feder schaffe ich eine Din A 4 - Seite, daher werde ich ihn so nutzen.
Gruß,
Heike

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desas
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Re: Shaeffer unbekannt, Füllsystem ebenfalls

Beitrag von desas » 30.09.2019 12:09

Pen Dragons haben Ring und Tintensack im Sortiment. Meidt reicht ein Wechsel des O-Rings aus.

Feiner Füller mit feinem Füllmechanismus. Gratuliere
Beitrag in schwarz: desas als Füllerfreund - Beitrag in grün: desas als Moderator

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Gerhard Bronner

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Re: Shaeffer unbekannt, Füllsystem ebenfalls

Beitrag von Wurmbunt » 30.09.2019 18:38

Edelweissine hat geschrieben:
30.09.2019 7:45
... Allerdings hält der Füller die Tinte erstaunlich lange, wenn ich ihn nur dippe. Bei seiner feinen Feder schaffe ich eine Din A 4 - Seite, daher werde ich ihn so nutzen.
Hallo Heike,
das wäre aber jammerschade!
Gerade wegen seinem Füllsystem ist der Stift Außergewöhnlich. In der modernen Füllerwüste, bestehend aus Patronen und Konvertern, allenfalls unterbrochen durch die ein oder andere Kolbenmechanik, ist das Touchdown - System wie eine Oase. ;)
Grüße Andi

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Re: Shaeffer unbekannt, Füllsystem ebenfalls

Beitrag von Strombomboli » 30.09.2019 20:05

Wurmbunt hat geschrieben:
30.09.2019 18:38
das Touchdown - System wie eine Oase. ;)
Finde ich ganz und gar nicht. Ich hatte mal einen niedlichen kleinen Touchdown-Sheaffer mit triumph nib, den ich irgendwann an Johannes verkauft habe, weil mich dieses System rasend machte, da irgendwie nie Tinte in den Füller hineinkam.

Glücklicherweise habe ich später einen etwas größeren Sheaffer mit triumph nib und Konvertersystem gefunden, und meine anderen beiden Vintage-Sheaffers sind Hebelfüller. Auch dies ein System, das funktioniert.
Iris

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Re: Shaeffer unbekannt, Füllsystem ebenfalls

Beitrag von Wurmbunt » 01.10.2019 16:41

Hallo Iris,
mein Vergleich mit der "Wüste" bezog sich auf das Technikeinerlei, welches leider bei modernen Füllfederhaltern vorherrscht. Damit wollte ich nicht zum Ausdruck bringen, daß Konverter schlecht sind, oder nicht funktionieren.
Das Touchdown-System ist einfach erfrischend anders (auch wenn es kein "modernes" System im eigentlichen Sinne ist). Zur Funktion muss ich sagen, daß es eigentlich hervorragend funktioniert - ich habe vier Füller damit (3 Snorkel und eine Imperial) - alle funktionieren einwandfrei. :)
Den Imperial benutze ich als Alltagsfüller, da ich in diesem zu Testzwecken, einen selbstgemachten, sehr dünnwandigen Tintensack verbaut habe - eigentlich um zu sehen wie lange der Sack hält. Bisher gibt sich weder das Füllsystem noch der Tintensack eine Blöße.
Grüße Andi

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Re: Shaeffer unbekannt, Füllsystem ebenfalls

Beitrag von Zollinger » 01.10.2019 17:05

Ich mag die Kompressions-Füller auch, da ich die Handhabung beim Füllen als sehr ergonomisch empfinde. Ausserdem lassen sie sich leicht warten (solange es kein Snorkel ist).
Das Design der schlanken Imperial finde ich ebenfalls sehr gelungen, wobei mir der Imperial II mit der Triumph-Feder fast am besten gefällt:

Bild

Einziges Verbesserungspotential: die Steckkappe wackelt bei einigen Modellen. Hier ist das System des Parker "51" ungeschlagen überlegen.

Z.
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Re: Shaeffer unbekannt, Füllsystem ebenfalls

Beitrag von Strombomboli » 01.10.2019 17:42

Wurmbunt hat geschrieben:
01.10.2019 16:41
Damit wollte ich nicht zum Ausdruck bringen, daß Konverter schlecht sind, oder nicht funktionieren.
Du mußt dich doch nicht entschuldigen, lieber Andi! Es gilt: jedem Tierchen sein Pläsierchen. Meins sind Touchdown- und ähnliche Füller halt nicht; ich habe entweder Eyedropper oder Patronenfüller, die ich natürlich alle mit Konvertern betreibe. Praktischer als Konverter ist eigentlich nichts, würde ich jetzt mal so in den Raum stellen.

Derzeit habe ich allerdings einen Onoto mit einem ähnlichen, na, wahrscheinlich demselben System (heißt aber anders, ich glaube, self-filling), mit dem komme ich einigermaßen klar. Ich fülle ihn aus seinem eigenen Probenröhrchen, damit er tief genug in der Tinte steht.
Iris

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