Frage Beratung Pilot Custom Urushi / Urushi 845 / Namiki Emperor Urushi

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ricgermany
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Frage Beratung Pilot Custom Urushi / Urushi 845 / Namiki Emperor Urushi

Beitrag von ricgermany » 23.06.2021 21:12

Liebes Forum,

Ich habe ein neuen Füller auf eine Liste gesetzt, aber eigentlich sind 3 die mich interessieren, mehr über diese Füller zu erfahren.

1) Pilot Custom Urushi : +++ groß und +++ Feder 30
2) Pilot Urushi 845 Feder große 25
3) Namiki Emperor. Und es gibt die mit Feder N.° 50

Dann habe ich auch seit längere Zeit der Namiki Emperor in Urushi gesehen (auf videos nur), nun auch von die Nr 1 und 2.

Durch bekannte Grunde P@ndemie + nicht Reise zu können ohne Gefahr für alle, machen das in Persona zu sehen sehr schwierig. Penshows hatte ich bis jetzt auch noch nicht besuchen können... gibt es schon mal welche mit Termin überhaupt?

Deswegen fange ich hier eine Konversation/ Diskussion. Da gibt es bestimmt jmdn, mit viel mehr Erfahrung mit diese Marken. Sowie die pros und contra anders als ich sehen kann.

Pro sind viele für mich, contra sehe ich am Preis sowie teilweise die Verfügbarkeit. Der Custom Urushi In rot wäre erst in 5 Monaten evtl verfügbar. (Bestellungen sind mit Verzug).

Im Bezug auf die Farbe frage und Varianten. Welche hat es euch mehr gefallen? Schwarz/ Rot andere Modelle?

ich, gibt es evtl einen Vorteil oder warum ist der rote Urushi beliebter ist? Natürlich liegt an der Herstellung, die lange Lieferzeiten.

Ich sehe ja viele andere Füller aus dem Haus Pilot im Forum, könntet ihr mal was über die Federn was sagen? Wie ist der Feedback von Pilot?
Sind die auch so weich oder sogar weicher als die von Pelikan/Bock/Jowo? (Smoothness/wetness)

So viel dazu, viele Fragen im Moment und noch unwissend unterwegs, aber wer nicht fragt, lernt auch nie. Ich freue mich auf die kommende Kommentare und bedanke mich für das Lesen schon mal.
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Re: Frage Beratung Pilot Custom Urushi / Urushi 845 / Namiki Emperor Urushi

Beitrag von 21prozent » 23.06.2021 21:49

Das Namiki Rot ist der Hammer. Ich besitze einen Namiki Yukari Royale Vermillon und das ist vermutlich der einzige Füller, der für immer bleiben wird - von einem blauen Nakaya abgesehen ;-)

Der Emperor ist ja nun noch ein bisschen größer, die Urushi-Oberfläche die gleiche. Kein anderes mir bekanntes Schreibgerät hat eine ähnliche sexy Haptik!

Die Federn sind sowieso absolute Oberliga, egal ob Pilot oder Namiki. Ich persönlich finde, dass die Pilot Federn etwas besser mit Tinten zurecht kommen, die nicht aus Japan stammen. Warum weiß ich nicht. Die mir bekannten Namikis sind über jeden Zweifel erhaben, so lange auf der Verpackung der Tinte Pilot, Namiki oder Sailor steht.

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Re: Frage Beratung Pilot Custom Urushi / Urushi 845 / Namiki Emperor Urushi

Beitrag von 21prozent » 23.06.2021 22:10

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Re: Frage Beratung Pilot Custom Urushi / Urushi 845 / Namiki Emperor Urushi

Beitrag von ricgermany » 23.06.2021 22:24

Der is einfach klasse. :o :o , die Farbe und die Feder.

Ich notiere mich das, und das habe ich nicht gewusst.
ich habe nich so viel nachgedacht über die Tinte und Füllmechanik.
Die Pilots haben ein Konverter richtig? Und nur der Namiki emperor ist ein eyedropper?
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Re: Frage Beratung Pilot Custom Urushi / Urushi 845 / Namiki Emperor Urushi

Beitrag von 21prozent » 23.06.2021 22:36

Ja, nur der Emperor ist ein Eyedropper - das ist richtig. Wenn du die 2K ausgeben kannst dann „Go for it“. Mir war er ein bisschen zu groß für den täglichen Gebrauch…, und wer sich dann an den Emperor gewöhnt hat, kann sich vermutlich nie wieder mit dem restlichen Spielzeug zufrieden geben.

Unabhängig von der Größe des Korpus ist mir die 50er Feder zu weit weg vom Papier. Aber auch das ist Gusto.

Die Piloten schreiben übrigens nicht schlechter, nur sind sie halt keine makellosen Schönheiten ;-)

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Re: Frage Beratung Pilot Custom Urushi / Urushi 845 / Namiki Emperor Urushi

Beitrag von 21prozent » 23.06.2021 22:44

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Re: Frage Beratung Pilot Custom Urushi / Urushi 845 / Namiki Emperor Urushi

Beitrag von bella » 24.06.2021 6:45

seufz .... der ist so verflucht schön und habenswert
Danke für die Bilder ....

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Re: Frage Beratung Pilot Custom Urushi / Urushi 845 / Namiki Emperor Urushi

Beitrag von ricgermany » 24.06.2021 13:31

21prozent hat geschrieben:
23.06.2021 22:36
Die Piloten schreiben übrigens nicht schlechter, nur sind sie halt keine makellosen Schönheiten ;-)
ja, so sehe ich das jetzt auch.
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Re: Frage Beratung Pilot Custom Urushi / Urushi 845 / Namiki Emperor Urushi

Beitrag von 21prozent » 24.06.2021 22:12

Lieber Ricardo,

ich habe eben noch einmal über meine Postings nachgedacht und mich gefragt, ob meine Worte und meine Bilder nicht vielleicht doch zu viel subjektive Werbung sind. Immerhin überlegst du dir für einen Füller Zweitausend Euro auf die Ladentheke zu legen. Und da wäre es nahezu unanständig nur aus meiner Euphorie heraus eine Empfehlung abzugeben, die dich möglicherweise unglücklich machen würde.

Ich möchte deswegen das oben Gepostete etwas mit Kontext versehen, damit du das eine- oder andere realistischer einschätzen kannst.

Zunächst, ich bin kein Sammler! Trotzdem haben sich in den letzten Jahren ein paar sündhaft teure Schreibutensilien angesammelt - vielleicht bin ich ein Ansammler? Ich liebe die Dinger, und ich hasse sie auch zugleich!

Die Ansammlung besteht aus deutschen- und japanischen Produkten: Mehrere Montblancs 146, ein 114, ein "Tribute to the Montblanc", ein Pelikan 805 mit diversen Federn, ein Lamy 2000, ein paar richtig alte Vintage Kawecos, ein Pilot 823, ein Namiki Yukari und ein Nakaya Cigar-Shape Fountain Pen.

Alles edle Teile, keine Frage. Aber, die angesammelten Montblancs 146 können eigentlich alle weg, die sind ihr Geld nicht Wert, schreiben mittelmässig, sind kaum wartbar - eine andere Liga; und leider nicht Oberliga!

Aber wo bewegt sich denn unter all den Aspiranten der Namiki? Was ist halbwegs vergleichbar?

In Sachen Haptik kommt nur der Montblanc "Tribute to the Montblanc" an den Namiki Yukari ran. Der ist richtig Klasse und schreibt auch um Längen besser als seine Verwandten aus Hamburg. Der Halter ist schwer - so wie ich es mag - die Feder atemberaubend. Entweder ein Glücksfall oder Montblancs Qualitätskontrolle hatte einen guten Tag.

In Sachen Feder ist der Pilot 823 eine Ausnahmeerscheinung. Die B "Feder" dieses Halters ist vom Schreibgefühl, als auch optisch, ganz grosses Kino. Und ich bin mir sicher, das eine "M" oder "F" noch mehr kann. Die Grösse ist auch perfekt, das Füllsystem super, aber: Das Material ist halt Plaste, seien wir ehrlich"

Nakaya ist wunderbar, tolle Optik, tolle Feder, Urushi Korpus - super! Kein Fehlkauf! Der Füller ist jeden Cent wert.

Pelikan 805. Manche sagen, dass der Füller zu teuer ist. Blödsinn! Der Pelikan ist ein Wahnsinnsschreiber, ich habe mehrere Federn, weil die so toll austauschbar sind. Allerdings muss ich sagen, dass dem Halter etwas fehlt. Ich glaube es ist Charakter. Das Einzigartige. Der Pelikan ist perfekt, aber er ist auch irgendwie langweilig. Das Ding schreibt mit jeder Tinte einfach gut, hmmm.... ehrlich gesagt, ich würde ihn verkaufen, wenn der Wertverlust nicht so gross wäre.

Dann ist da der Lamy 2000! Ich meine: DER Lamy 2000! Schon mal mit einem geschrieben? Ich bin total verliebt! Das Teil hat 125€ gekostet und hängt die anderen Kerlchen um Längen ab - bis auf, ja, bis auf den Namiki Yukari!

OK, der Yukari kostet 10 mal so viel wie der Lamy - und dein Emperor würde so 15 bis 17 mal so viel kosten. Das ist irre und jeder rational denkende Mensch würde sagen: "Du hast ein Rad ab!"

Also, ich habe "ein Rad ab" ;-) Und ich habe die 1400€ noch keine Sekunde bereut. Denn, der Halter schreibt perfekt, er fühlt sich göttlich an, hat das perfekte Gewicht, die schönste Farbe der Welt (obwohl ich kein Rot mag) und mit der richtigen Tinte ist er ausser Konkurrenz! Die richtige Tinte? Namiki Black, Namiki Blue, Diamine Sapphire Blue (ja, die stinkt!), Diamine Oxblood... Pelikan Tinten? geht gar nicht! Montblanc? Geht auch nicht! Aurora Blau? Katastrophe! Fritz-Schimpf Tinten? Nö! Also japanische Tinten oder die eine-oder andere Diamine - so sieht es aus. Ich finde das mittlerweile schrullig und ich mag' das!

Jetzt ist es an dir. Der beste Füller der Welt, aber ein lange Tintenreise oder doch lieber was einfaches?

Ich kenne mich nicht mit teuren Sportwagen aus, aber ich könnte mir vorstellen, dass ein Ferrari GT auch nicht mit jeder Plörre von der tankstelle Höchstleistungen erbringt.

Liebe Grüsse aus der Wetterau, Dirk

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ricgermany
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Re: Frage Beratung Pilot Custom Urushi / Urushi 845 / Namiki Emperor Urushi

Beitrag von ricgermany » 24.06.2021 23:08

Hallo Dirk,
Ich finde deine Worte sehr gut und ich kann die auch sehr gut nachvollziehen. Ich habe genau 3 der besten ausgesucht und überlege es nicht gleich aber in Zukunft zumindest einer davon zu kaufen. Sind ja auch nicht gerade günstige Schreiber, das war mir klar. Sind aber Kunstwerke, die reine Art zu produzieren sehr lange dauert.

Ich habe der 823 nicht erwähnt, aber überlegt hatte ich auch den auf die Liste zu setzen. Aber ich kenne mich und wurde evtl das nächste Modell ausprobieren. Wo man am Ende viele andere Füller hat, die irgendwie nicht mehr benutz werden, weil etwas nicht 100% passt.

Für mich waren solche Füller überhaupt nicht bekannt, dennoch werden diese sehr geschätzt. RIchtige Instrumente und Kunstwerk in eins.

Mir ist klar so ein Füller sollte dann letztendlich bis man es möchte im Alltag begleiten soll / wird. Und dabei viel Spaß bereiten sollte der auch.

Wie du es auch sagst, du hast auch einige andere Füller ausprobiert, gekauft und dennoch am ende du hast deiner bester Begleiter gefunden. Dein Yukari.

Pelikan m800 war für mich auch eine der besten Modelle, die mir gefallen haben. Was Feder, Preis, Qualität, Kolbenfüller, Wartung einfach sind. Der Service bei pelikan war auch das beste bis jetzt.

Beim Schreiben ✍ beobachtet ich meiner Kollege, er schrieb in Arabic meine Name und ein paar Wörter wie Glückwunsch. Dann wurde mir auch klarer wie wichtig eine gute Feder, bei manche Schreibweise, sind. Er sagte mir, dass auf englisch oder die lateinischen Buchstaben nicht so kompliziert und schön seien wie die Arabische.

Aber wie jedes Auto 🚗, was am Ende auch zählt ist der Motor und der wäre ja die Ferdern. Die sollten eine andere Liga sein habe ich gehört, mal ausprobieren wurde ich sie schon. Hattest du deine auch ausprobiert, bevor du es gekauft hattest?

Beim montblanc geht das ohne Probleme, die Pelikane auch, wenn im Laden auch welche da sind. Lamy waren auch sehr einfach zu testen und der 2000 habe ich dank eine liebe Forisitin im Tausch gegen ein anderer Füller, die ihr Lieblings Modell war, erhalten.

Ich habe deswegen, wie du mir schreibst, um einem Rat und einige Erfahrungen zu bekommen.

Vielen lieben Dank.
Grüße von Ricardo
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Re: Frage Beratung Pilot Custom Urushi / Urushi 845 / Namiki Emperor Urushi

Beitrag von cbmd » 27.06.2021 14:58

Zum Namiki No. 50 und dem Pilot Custom Urushi kann ich meine Erfahrungen teilen, beide in Vermillion und mit einer FM Feder.

Ich habe mich für Vermillion entschieden, weil ich den Farbton mag und damit leben kann, dass die Füller dadurch ein bisschen auffälliger sind als in der schwarzen Variante. Beim Pilot sieht man durch diese Farbwahl auch, welche Teile nicht Urushi-lackiert sind – der sogenannte “Bellboy”-Look. Beim Namiki sind ausser dem Clip alle sichtbaren Flächen lackiert, inklusive Gewinde und Tintenleiter (aus Plastik, der Rest ist Ebonit). Das Finish ist bei meinem Namiki Exemplar perfekt. Man muss beispielsweise sehr genau hinsehen, um den Übergang zwischen dem Füllknopf und dem Schaft zu sehen. Der Farbton ist leicht anders als beim Pilot, aber das ist zu erwarten: Urushi Lack ist ein Naturprodukt mit Variation und die Füller sind zu unterschiedlich alt. Urushi verändert mit der Zeit und Benutzung ein wenig seine Farbe. Der Namiki ist rundum perfekt, was aufgrund der minimalischen Form deutlicher zum Tragen kommt als beim Pilot, der hat ein paar mehr Übergänge und wirkt dadurch unruhiger. Man kann sich fragen, ob die schwarze Variante aus aesthetischen Gründen für den Pilot nicht vielleicht die bessere Wahl ist. Subjektiv finde ich den Lack des Namiki schöner und „tiefer“, diese Nuancen kann man auf Photos eher nicht sehen.

Der Namiki ist groß, richtig groß, aber leichter als man vielleicht erwarten würde. Als ich das erste Mal einen bei der penport 2017 in Hamburg zum Probe-Schreiben in der Hand hatte bin ich fest davon ausgegangen, dass er bei Abwärtsstrichen piept, wie ein LKW beim Rückwärtsfahren. Und ich habe die Rückspiegel vermisst. Die ersten Worte fühlten sich an wie Rangieren mit einem Anhänger. Das liegt im Wesentlichen daran, dass die Federspitze durch die Länge sehr weit von den Fingern entfernt ist. Ich war damals sicher, dass mir dieser Füller zu groß ist. Well, here we are – ich habe mich relativ schnell an die Größe gewöhnt.

Das Alleinstellungsmerkmal des Namiki ist aus meiner Sicht die Federgröße. Die Feder ist elastisch, aber sicher keine Flexfeder. Am ehesten würde ich sie mit einer Pelikan M1000 Feder vergleichen, nur ein bisschen härter, „solider“, anglophil würde man vermutlich “springy” sagen. Sie ist nicht völlig frei von Feedback (typisch für die Strichbreite), aber doch ziemlich glatt, wenn man mit leichter Hand schreibt. Die M-Feder, die ich damals in Hamburg in der Hand hatte, war super-glatt: Eis auf Glas.

Der Pilot Custom Urushi kommt von der Größe her einem Montblanc 149 ziemlich nahe. Die Feder ist deutlich weicher, als Vergleich bietet sich eine Sailor King of Pen Feder an: Die KOP Feder finde ich einen Tick weicher aber auch elastischer. Die Pilot Feder fühlt sich im direkten Vergleich zur Namiki Feder ein bisschen schwammiger an. Ich finde sie ist auch – Pilot-typisch – ziemlich glatt, die KOP Feder hat deutlich mehr (angenehmes) Feedback.

Der Tintenfluss ist aus meiner Sicht eher eine Tuning-Frage. Out-of-the box waren beide ok, der Pilot hatte einen Tick mehr flow. Anscheibprobleme hatte keiner von beiden, auch nicht auf sehr glattem Papier.

Hinsichtlich der Haltbarkeit auf Dauer ist noch zu erwähnen, dass der Pilot als Patronen/Konverter Füller möglicherweise weniger reparaturanfällig ist als die Eyedropper-Mechanik des Namiki.

Den Pilot habe ich in Japan bestellt, der Namiki kam aus Spanien. Beide waren neu und inklusive Versand, Zoll und Steuern lag der Pilot bei 852 Euro, der Namiki bei 1856 Euro. Das ist eine ganze Menge Geld und beim Namiki muss man sich vielleicht eher fragen, ob er einem das wert ist. Vergleicht man den Montblanc 149 mit dem Pilot so bietet letzterer aus meiner Sicht mehr fürs Geld, handwerklich gesprochen. Der Preisunterschied zwischen dem Custom Urushi und dem Namiki No. 50 erscheint mir in Relation auch gerechtfertigt. Der Namiki spiel in einer anderen Liga als der Pilot. Im Vergleich zu anderen "Urushi auf Ebonit" Füllern fällt der Preis des Namiki jedenfalls nicht aus dem Rahmen, der KOP Urushi beispielsweise liegt etwa gleichauf. Falls man daran denkt, sich irgendwann auch wieder von einem Füller zu trennen: der Namiki ist vermutlich werthaltiger.

Summa summarum hat der Pilot meiner Erwartung entsprochen, der Namiki hat sie übertroffen.

Vielleich noch ein Nachsatz: Beide erreichen nicht ganz das Niveau an Schreibfreude, das mein Pilot Custom 823 mit einer F Feder auslöst. Der kombiniert ein großes Tintenvolumen mit einer perfekten, relativ großen Feder in einem alltagstauglichen Format. Der wäre meine Wahl, wenn ich mir für den Rest meines Lebens nur einen einzigen Füller aussuchen dürfte.
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Re: Frage Beratung Pilot Custom Urushi / Urushi 845 / Namiki Emperor Urushi

Beitrag von 21prozent » 27.06.2021 16:24

Hallo, tolle Gegenüberstellung :)

Der Emperor ist im Verglich zum Yukari ja noch eine Nuance reduzierter in der Anmutung, weil man bei ihm auf den goldenen Kappenring verzichtet hat. Außerdem ist der Emperor, obwohl größer, deutlich leichter. Das sollte man wissen, wenn man Wert auf das Gewicht legt.

Sehr interessant finde ich deine Schlussfolgerung bezüglich des Pilot 823. Das empfinde ich genau so. Würde Pilot den 823 als Urushi-Version in Vermillon anbieten gäbe es in der Tat keinen Grund mehr, einen anderen Halter zu besitzen.

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Re: Frage Beratung Pilot Custom Urushi / Urushi 845 / Namiki Emperor Urushi

Beitrag von Robbes » 27.06.2021 16:47

cbmd hat geschrieben:
27.06.2021 14:58
Zum Namiki No. 50 und dem Pilot Custom Urushi kann ich meine Erfahrungen teilen, beide in Vermillion und mit einer FM Feder.
Sehr informativer Beitrag. Vielen Dank! :)

Den (erweiterten) Vergleich zweier Füller, die seit längerem auf meiner Wunschliste stehen, habe ich mit großem Interesse gelesen. Der Nachsatz stimmt nachdenklich, da sich das Gesagte mit meiner eigenen Erfahrung des Pilot 823 deckt.
Man müßte die vorgestellten Füller vor dem Kauf persönlich in Augenschein nehmen und schreiben können.
Vielleicht nach der Rückkehr zur Normalität auf der nächsten Füllermesse. :|
Ganz langsam werde ich ungeduldig. :roll:
Beste Grüße

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Re: Frage Beratung Pilot Custom Urushi / Urushi 845 / Namiki Emperor Urushi

Beitrag von ai19 » 27.06.2021 17:47

Toller, Faden, danke Euch allen für die Diskussion!

Ich bin selber Fan japanischer Füller, und habe hier eine Menge gelernt. Mein aktueller Lieblingsfüller vom Schreibgefühl her ist ein Pilot Custom Heritage 912 mit PO-Feder, auch die Größe ist ganz nach dem Geschmack meiner Schreibhand (der Custom Heritage 91 ist meiner Hand ein Ticken zu schmal). Wahrscheinlich kommt noch einer mit einer Medium Fine hinzu.

Nun bin ich allerdings neugierig geworden auf einen Urushi, denn ich kann mir lebhaft vorstellen, welchen Einfluss die Haptik auf das Schreiberlebnis haben muss.

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Re: Frage Beratung Pilot Custom Urushi / Urushi 845 / Namiki Emperor Urushi

Beitrag von cbmd » 27.06.2021 17:53

21prozent hat geschrieben:
27.06.2021 16:24
Der Emperor ist im Verglich zum Yukari ja noch eine Nuance reduzierter in der Anmutung, weil man bei ihm auf den goldenen Kappenring verzichtet hat.
Da muss ich doch noch mal im Haarspalter-Modus einhaken.

Streng genommen wird die Bezeichnung “Emperor” nur für die Maki-e Modelle verwendet. Das oben gezeigte Modell kommt offiziell als “Namiki No. 50 朱” (Shu = Vermilion) daher. Es ist eine Reminiszenz an eine Dunhill/Namiki Kooperation aus den 1930ern, die als “No. 50 Jumbo” bezeichnet wurde.

Es gibt diese Größe sowohl in schlicht (FNF-148S) als auch mit Ringen (FNF15M).

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