Pelikan M800 Tintenflussproblem

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KarlSafari
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Pelikan M800 Tintenflussproblem

Beitrag von KarlSafari »

Hallo, ich stelle die Frage hier, weil ich mir erhoffe, dass jemand ein ähnliches Problem bereits lösen konnte oder näheres dazu weiß.
Ich habe einen neuen Pelikan M800 mit Medium Feder und der zeigt ein ganz komisches Verhalten: nach dem öffnen der Kappe setzt der erste Strich aus, danach schreibt er wunderbar flüssig und auch lange ohne Probleme. Solange ich ihn nicht länger vom Papier fern halte, schreibt er butterweich und zuverlässig. Halte ich ihn aber ca. 5-7 Sekunden in der Luft, setzt der erste Strich wieder aus und dann fließt die Tinte wieder perfekt.
Er scheint kein Tintenflussproblem zu haben, schreibe ich nämlich ohne Pause, so schreibt die Feder auch seitenlang perfekt. Offenbar reißt da irgendwo die Verbindung von der Tinte zur Federspitze kurz ab und muss erst wieder hergestellt werden. Ich habe das mit mehreren Tinten zu lösen versucht, von sehr trocken bis sehr nass, aber lösen konnte ich es kaum. Bei nassen Tinten ist es aber ein wenig besser.
Chatgpt meint, dass das bei neuen Pelikan Federn normal ist und dass die Feder über einige Wochen soweit „eingeschrieben“ werden soll, dass durch mikroskopische Veränderungen der Oberfläche des Schreibkorns die nötige Tintenspannung aufrecht erhalten wird. Hat da jemand Erfahrungen dazu?
Meine Lösung ist sonst nur, die Feder auszutauschen (recht teuer) oder sie zu einem Experten zu schicken. Der Füller ist leider nicht von einem gewerblichen Händler, sondern von einem privaten Verkäufer auf ebay, der den Füller geschenkt bekommen hatte und ihn nicht genutzt hat.

Das Problem klingt nicht sehr groß, er schreibt ja nach dem ersten Ansetzen perfekt, aber es tritt eben fast jedes mal auf und wenn ein Füller bei jedem mal schreiben und bei jedem Sammeln von Gedanken wieder kleine Probleme bereitet, kumulieren sich die kleinen Aussetzer zu einem frustrierenden Schreiberlebnis. Das würde ich gerne vermeiden.
Jowe
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Re: Pelikan M800 Tintenflussproblem

Beitrag von Jowe »

Hallo.
Normal ist das m.E. nicht! Ich hatte das ähnlich bei einem 600er, bisher als einzigem Vogel. War schon nahe daran, ihn zu Pelikan nach Peine zu schicken, die ja nach allgemeinen Berichten dort sehr gründlich, sehr schnell und meist sehr kulant sind. Das würde ich Dir eigentlich raten, auch wenn Du den Füller von privat gekauft hast werden sie Dir wahrscheinlich schnell und kostenfrei helfen. Die Feder für mehrere hundert Euro auszutauschen wäre sicher nicht nötig.
Wenn Du selbst dran gehen willst - das habe ich gemacht. Nachmachen auf eigene Gefahr! Zuerst habe ich mal vom Tintenleiter aus geschaut ob die Feder mittig auf dem Tintenleiter sitzt und nicht seitlich oder längs verschoben ist. War nicht der Fall. Dann bin ich davon ausgegangen, dass irgend ein mikroskopisch kleines Korn oder Metallstück im Tintenkanal den Fluss behindert. Zuerst habe ich den Füller auf ein saugendes Stück Papier - tatsächlich Küchenpapier - gesetzt und soviel Druck ausgeübt, dass die Feder sich leicht gespreitzt hat. Dünnflüssige Tinte im Füller, die lief dann. Keine Schreibbewegungen auf dem Faserpapier bitte, sonst hast Du weitere Probleme! Daraufhin gings mit dem Schreiben besser aber noch nicht gut. Also zu brutalen Maßnahmen gegriffen, Feder mit Tintenleiter ausgeschraubt, mit der Feder nach unten hingelegt und den Tintenkanal mit einer Rasierklinge durchfahren. Vorsicht mit dem Tintenleiter! Letztlich hat das geholfen, der Füller schreibt einwandfrei, kleckst auch nicht, die Kappe läuft nicht voll. Ich habe also nichts kaputt gemacht. Aber, wie gesagt, Risiko ist dabei!
Viel Erfolg, Jowe
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Pen-Tagon
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Re: Pelikan M800 Tintenflussproblem

Beitrag von Pen-Tagon »

Auch ich würde Dir raten, Kontakt zu Pelikan aufzunehmen. Leider sind die sehr freundlichen Leute telefonisch nur noch über den Tintenturm in Hannover zu erreichen. Und sie haben viel zu tun. Unter Umständen musst Du es mehrfach versuchen. Telefonnummer und Öffnungszeiten bekommst Du im Inet.

Schilder denen mal Dein Problem. Ich bin immer wieder begeistert von deren Servicegedanken.
Zuletzt geändert von Pen-Tagon am 19.12.2025 9:34, insgesamt 1-mal geändert.
Gruß
Knut
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Faith
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Re: Pelikan M800 Tintenflussproblem

Beitrag von Faith »

Das klingt nach einem Babypopo. Der Begriff, auf englisch auch baby's bottom genannt, liefert viele Treffer.
Dabei ist das Korn auf der Unterseite Richtung Schlitz rund geschliffen, damit die Feder nicht kratzt. Übertreibt man es damit, sind Anschreibprobleme das Ergebnis.
Viele Grüße
Faith

Meine Blog: www.tintenpfote.de
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BC666
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Re: Pelikan M800 Tintenflussproblem

Beitrag von BC666 »

Moin,

bei Pelikan ist man wirklich sehr kulant und hilft schnell und gut. Könnte mir aber vorstellen, dass es jetzt um die Weihnachtszeit noch enger ist mit der Zeit der verbliebenen Mitarbeiter.

Von der Rasierklinge würde ich abraten, wenn Du keine Erfahrung mit sowas hast. Sowas kann man schonender mit Brass sheets machen. Die gibt es z.B. bei Landsiedel Fine Writing. Aber auch damit kann man den Tintenleiter zumindest zerkratzen.

Oder Du gehst mal zu einem Füller-Event, wie z.B. dem Hamburger PenFest am 31.1. Da sind dann Experten vor Ort, die Dir helfen können. Oder auch bei den vielen Stammtischen kann man Dir bestimmt helfen. Da würde ich das Problem aber vorher schildern, da ja kaum jemand das benötigte Werkzeug dafür dabei haben wird.

Viel Glück auf jeden Fall bei der Behebung des Problems.
LG, Claudia
Portaner
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Re: Pelikan M800 Tintenflussproblem

Beitrag von Portaner »

Faith hat geschrieben:
19.12.2025 9:33
Das klingt nach einem Babypopo. Der Begriff, auf englisch auch baby's bottom genannt, liefert viele Treffer.
Dabei ist das Korn auf der Unterseite Richtung Schlitz rund geschliffen, damit die Feder nicht kratzt. Übertreibt man es damit, sind Anschreibprobleme das Ergebnis.
Den Gedanken hatte ich auch sofort.
Da der Füller neu ist, würde ich ihn auch nach Peine senden. Das klappt wunderbar.
Wie schon mehrfach empfohlen, kleinen Zettel mit der Fehlerbeschreibung beilegen, eine Woche später hast du ihn zurück.
Dabei wird der Füller seitens Pelikan in einem Plastikschuber sicher verpackt.
Telefonisch kommt man in Peine allerdings nicht über die Zentrale hinaus.
Gruß Ed
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Dany
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Re: Pelikan M800 Tintenflussproblem

Beitrag von Dany »

Und auch ich vote fürs Einsenden zu Pelikan. Ich denke, wenn es Baby Buttom wäre, würde er während des Schreibens immer wieder Aussetzer haben. Viel Erfolg.

Viele Grüße
Maite
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KarlSafari
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Re: Pelikan M800 Tintenflussproblem

Beitrag von KarlSafari »

Ich hatte den Füller versucht einzuschreiben und es wurde wirklich ein wenig besser, aber dann habe ich den Fehler gemacht, selbst Hand anzulegen und dadurch ist die Feder ein wenig vom Tintenleiter abgehoben, sie hatte nicht mehr vollständig Kontakt zum Tintenleiter. Mit Messingblech (0,05mm wenn ich mich recht erinnere) bin ich vorher auch durch den Tintenzuführschlitz gefahren, das hatte nicht geholfen. Die Probleme wurden schlimmer, also habe ich versucht gegenzusteuern mit einer Technik, die ich bei Youtube gefunden habe. Zuerst wurde es besser, dann ist mir die Feder vom Tisch gerutscht und total durchgebogen. Die war dermaßen im Eimer, dass ich sie demontiert habe und schließlich für den Goldpreis aus Frust beim örtlichen Goldhändler verkauft habe. Eine neue, diesmal in EF, von Albora schreibt perfekt, besser hätte ich mir den Füller nicht wünschen können und obgleich der übermäßigen Kosten durch die zweite Feder und der frustrierenden Reparaturerfahrung in der das eigene Unvermögen schonungslos offengelegt wurde, bin ich jetzt zufrieden - eine Erfahrung mehr :)

Verschiedene Tinten haben das Problem übrigens auch nicht vollends lösen können, deswegen die drastischen und übermotivierten Schritte. Ich hatte die besten Erfahrungen mit Diamine Oxford Blue, andere Tinten die eigentlich gut laufen sollten wie Pilot Iroshizuku Kon-Peki waren nicht so erfolgreich. Ich habe auch eure Vorschläge befolgt und Pelikan geschrieben, dort habe ich dann im neuen Jahr das Angebot bekommen, den Füller einzusenden aber da war das Unheil dank mangelnder Geduld schon angerichtet und die neue Feder bereits auf dem Weg. Ich hatte mich auch auf die Warteliste von Landsiedel Fine Writing in Hamburg eintragen lassen, aber da kam auch noch nichts zurück.

Lange Rede kurzer Sinn: nächstes Mal mehr Geduld, alle die das lesen und in meiner Situation sind sollten sich einfach an Pelikan wenden und vor voreiligen Selbstversuchen die eigenen Fähigkeiten reflektieren. Eine neue M800 Feder kostet immerhin mindestens um die 250€.
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BC666
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Re: Pelikan M800 Tintenflussproblem

Beitrag von BC666 »

Moinsen,

sehr sympathisch, dass Du uns so schonungslos von Deinen Versuchen und Misserfolgen berichtest. Und vielen Dank, dass Du auch schreibst, dass Pelikan sich gemeldet hat !! Wird ja in letzter Zeit leider doch viel gemeckert hier im Forum :? .

Wie Du schon sagst ... man lernt sich in Geduld-üben, wenn man erstmal etwas zerstört hat :D . Ging mir auch mal so ähnlich (bei einer Omas-Feder, die Phillip dann aber Gott-sei-Dank wieder richten konnte). Aber es ist doch wenigstens super, dass Du nun Deine perfekte Feder gefunden hast. Viel Spaß damit weiterhin.
LG, Claudia
Portaner
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Re: Pelikan M800 Tintenflussproblem

Beitrag von Portaner »

Die Versuchung der Selbstreparatur liegt auf der Hand und so kompliziert kann das ja wohl nicht sein.
Kommt mir sehr bekannt vor.

Ich praktiziere es auch nach wie vor, allerdings nur bei Stahlfedern. Die sind a) nicht so empfindlich und b) bei Zerstörung relativ günstig zu ersetzen.

Deine Aktion ist natürlich ärgerlich, aber mit nachhaltigem Lerneffekt.
Mit Pelikan Peine habe ich sehr gute Erfahrungen gemacht und würde es bei Problemen immer wieder dort machen lassen.
Auch bei Selbstverschulden. Das würde ich entsprechend auch kommunizieren. Hilfe bekommt man sicher. Entweder auf Kulanz oder eben per Bezahlung.
Gruß Ed
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Re: Pelikan M800 Tintenflussproblem

Beitrag von fountainpen.de »

Zuerst wurde es besser, dann ist mir die Feder vom Tisch gerutscht und total durchgebogen. Die war dermaßen im Eimer, dass ich sie demontiert habe und schließlich für den Goldpreis aus Frust beim örtlichen Goldhändler verkauft habe.
Solange das Iridium Korn nicht beschädigt oder die Feder gerissen ist, kann man die Feder eigentlich wieder reparieren. "Durchgebogen" klingt für mich jetzt erst einmal nicht so wild. Poste doch in Zukunft mal ein Foto ... es wird sich vermutlich jemand hier im Forum finden, der helfen kann.

Alternativ kann ich Phillip Landsiedel empfehlen:
https://www.l-fw.com
Astoria, Nakaya, Pelikan und Montblanc Sammler
http://www.fountainpen.de
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