Tintenfluß M 1000 mit EF

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pelikanjog
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Tintenfluß M 1000 mit EF

Beitrag von pelikanjog » 22.10.2019 17:12

Hallo zusammen,

schon vor 2 Jahren habe ich mal wg des M 1000 hier geschrieben. Damals noch mit der Frage, ob das was für mich wäre.

Seit einiger Zeit habe ich einen. Die Feder ist wirklich beeindruckend, semiflexibel.
Ich kann das deshalb sicher sagen, weil ich alte Watermänner, Mabie&Todds, Eversharps u.a. mit flexiblen und semiflexiblen Federn mein eigen nenne.

Der M 1000 war jetzt 3 x bei Pelikan: von B nach M, von M nach F und für 55 € von F nach EF. Und noch immer schreibt er mir zu fett, auch wegen des bekannt üppigen Tintenflusses.

Hat jemand eine Erfahrung, ob man den mindern kann, so dass eine wirklich filigrane Schreibgröße möglich ist?
Bei youtube gibt es zwar Anleitungen dafür, aber die funktionieren bei Pelikanfedern offensichtlich nicht. Vermutlich ist der Luftausgleich im Tintenleiter üppig.

Ich weiß natürlich, dass Füller in diesem Kaliber eigentlich nicht zum filigranen Schreiben gemacht sind. Trotzdem - mit meinem oversized Patrician oder Wahl Eversharp (beide allerdings aus den 30er Jahren des letzten Jahrhunderts) ist das möglich.

Also wenn mir jemand ähnliche Bedürfnisse hat und mir seine/ihre diesbezüglichen Erfahrungen mitteilen kann, wäre das für mich sehr interessant.

Hansjürgen

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TomSch
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Re: Tintenfluß M 1000 mit EF

Beitrag von TomSch » 22.10.2019 17:48

Hallo Hansjürgen.

Zunächst würde ich auf eine "trockener" fließende Tinte umstellen.
Wenn der Nutzen auch nur bedingt eintritt, wirst du wohl an einer weiteren Verkleinerung des Federkorns nicht vorbeikommen, damit die Kontaktoberfläche der Feder zum Papier verkleinert wird, und damit die "Anforderung" an den Tintenleiter, mehr Tinte nachzuliefern, weiter versiegt. Ich zöge also mittelfristig wahrscheinlich die Dienste eines der bekannten forumsinternen oder internationalen Feder-Schleifkünstler in Betracht und eine Umgestaltung des Korns zu einer EEF. ;)

Tschö, Thomas
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agathon
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Re: Tintenfluß M 1000 mit EF

Beitrag von agathon » 22.10.2019 18:09

Jörg,

auch ich habe einen 1000er mit ef-Feder. Verglichen mit anderen Füllern schreibt die wie eine M-, vielleicht auch B-Feder mit außerordentlichem Tintenfluss, was auch der Grund ist, warum ich bislang vor der Anschaffung eines weiteren 1000ers mit breiterer Feder zurückschreckte, da die ef für meine Bedürfnisse schon grenzwertig breit ist. Scheint einfach so zu sein, dass bei diesem Füller alles etwas üppiger ausfällt.

Grüße

agathon

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pelikanjog
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Re: Tintenfluß M 1000 mit EF

Beitrag von pelikanjog » 22.10.2019 18:10

Magst du mir eine "trockener fließende" Tinte nennen? Ich bin da nicht firm.

Hansjürgen

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TomSch
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Re: Tintenfluß M 1000 mit EF

Beitrag von TomSch » 22.10.2019 18:23

Jo,

entschuldige, hätt' ich direkt tun sollen, da war der "Abschicken"-Batten schon gedrückt.
Spontan fallen mir da von Rohrer & Klingner die Salix und die Sepia ein, die Diep Duinwaterblauw von Akkerman, die Garnet und Amber von Pelikan zählte ich ebenso dazu wie die Cobalt Blue vom Grafen. Das sind allerdings allesamt persönliche Eindrücke. In den Füllern, in denen ich diese Tinten nutze, fließen sie eher nicht üppig. :P

U.a. Mark IV weiß da bestimmt mehr, bei den Unmengen von Tinten, die er gestestet hat. ;)

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Re: Tintenfluß M 1000 mit EF

Beitrag von Epaphras » 22.10.2019 19:42

Von Pelikan die 4001 blauschwarz, ist eine leicht trockene Tinten mit etwas Eisengallus.

Haben damit meinen M 1000 m gut zähmen können. Ferner hat sie ein schönes scharfes Schriftbild und ist sehr preiswert!

Auf jeden Fall mal ausprobieren!

Grüße von Karsten

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Re: Tintenfluß M 1000 mit EF

Beitrag von MissMaire » 22.10.2019 20:23

+1 für Pelikan Blau Schwarz, obendrein wasserfest. Nachstehend die Verfassung, nachdem ich die Tinte unter den Wasserhahn gehalten habe.

Ebenfalls eher trocken ist auch Diamine Prussian Blue ...
IMG_20191022_200526.jpg
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Re: Tintenfluß M 1000 mit EF

Beitrag von Mark \_o.o_/ » 22.10.2019 20:53

Ich finde diese auslaufenden Pelikane auch sehr gut geeignet, um endlich mal das Schreiben ohne Druck zu üben :)

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pelikanjog
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Re: Tintenfluß M 1000 mit EF

Beitrag von pelikanjog » 23.10.2019 11:43

Danke für die Informationen zum Thema - an alle.
Ich werde das Vorgeschlagene probieren und dann evtl. berichten.

@ Mark \_o.o_/du magst sogar Recht haben: 0,52 mm ohne Druck, 0,57 mm normal, mit Druck bis zu 0,71 mm.

Es ist optisch ein deutlicher Unterschied, deutlicher als die Zahlen es zeigen, ... aber so ohne jeglichen Druck zu schreiben, gibt bei mir große Schrift, verunmöglicht es mir, den Füller präzise zu führen, wie das bei filigranem und breitenvariablem Schriftbild nötig ist, macht (mir jedenfalls) keinen Spass, denn für letzteres ist die Feder ja prädestiniert.

Das ist bei den vintage-oversized deutlich anders.
Aber letztlich führt dieser Vergleich (modern vs. vintage) ja zu einer Lösung - je nach Orientierung.

Hansjürgen

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Re: Tintenfluß M 1000 mit EF

Beitrag von agathon » 23.10.2019 12:03

Mark \_o.o_/ hat geschrieben:
22.10.2019 20:53
Ich finde diese auslaufenden Pelikane auch sehr gut geeignet, um endlich mal das Schreiben ohne Druck zu üben :)
Als Erziehungsprogramm habe ich das bislang noch nicht angesehen, aber der Ansatz gefällt mir!

Grüße

agathon

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Re: Tintenfluß M 1000 mit EF

Beitrag von duckrider » 23.10.2019 13:20

Nun bin ich vielleicht ein mit Vorurteilen behafteter Mensch, aber Pelikanfedern sind nicht unbedingt bekannt dafür, am feinen Ende der Federnwelt angesiedelt zu sein.
Und ein M1000 ist mit seiner Masse und Größe aus meiner Sicht eher ein "Unterschriftenfüller" als ein Gerät für 0,1mm Schriftbild.
Da würde ich doch eher auf einen Japaner umsteigen.

oder?
Thomas
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Re: Tintenfluß M 1000 mit EF

Beitrag von Tenryu » 23.10.2019 13:57

Ich besitze auch einen M1000 mit EF-Feder, und mir ist sie zu fein, weil sie tatsächlich sehr fein schreibt. Nicht so fein wie eine japanische EF, aber jedenfalls deutlich feiner als die F in meinem M805. Die blauschwarze Tinte von Platinum ist sogar noch trockener als die Pelikan 4001.

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pelikanjog
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Re: Tintenfluß M 1000 mit EF

Beitrag von pelikanjog » 23.10.2019 18:30

@tenryu

... da könnten wir ja glatt tauschen ... ;)

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Re: Tintenfluß M 1000 mit EF

Beitrag von eisbaer-kiel » 23.10.2019 19:31

Also ich habe gerade den üppigen Tintenfluss meines M1000 M mit dem Hazelnut Brown vom Grafen etwas bändigen können. Damit kann ich ohne Druck recht klein schreiben.
Die Edelstein-Tinten sind alle etwas fließfreudiger - die Amber bei mir übrigens auch, so dass der Strich dort Richtung B bis BB geht.
Viele Grüße
Manfred

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Re: Tintenfluß M 1000 mit EF

Beitrag von Der Zeitreisende » 25.10.2019 14:35

pelikanjog hat geschrieben:
22.10.2019 18:10
Magst du mir eine "trockener fließende" Tinte nennen? Ich bin da nicht firm.
Die Pelikan 4001 Blauschwarz (hier schon genannt) gilt als eine der ‹trockensten› Tinten überhaupt. Aber auch meine Pelikan 4001 Braun macht einen trocknen Eindruck. Es ist bestimmt kein Zufall, dass Pelikan die eigenen Tinten auf die eigenen FFH abstimmt.

Es kommt mir vor, dass im allgemeinen die blauschwarzen Tinten dazu neigen, trocken zu sein (braune auch; aber grüne gerade nicht): es wurden schon R&K Salix, Diamine Prussian Blue und Platinum genannt. Ich kann hinzufügen zwei weitere Diamine-Tinten, die einander stark ähneln: Graphite und Indigo. Auch Lamy geht in der Richtung.

Auch verhältnismäßig trocken ist Diamine Damson: eine dunkelviolette Tinte, die der R&K Scabiosa ähnlich, aber dunkler ist.
Aktuell hauptsächlich (nur hauptsächlich) mit Cleo Skribent, Diplomat, Platinum, Waterman und Pelikan schreibend.

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