Pelikan Ductus - Rezensionen und Erfahrungsberichte

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ingolf
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Unterschätztes Schmuckstück - Teil 1

Beitrag von ingolf » 26.01.2012 12:03

Vorbemerkung

Die Rezension habe ich auf 2 Themen verteilt, um die Bilder entsprechend zuordnen zu können.

Der Pelikan Ductus polarisiert. Entweder man findet ihn schön oder man findet viele Punkte, die zur Kritik Anlass geben. Ich mag ihn - dennoch. Dennoch, weil es ist seit langer Zeit mein erster Füllfederhalter, der nicht über eine Kolbenmechanik verfügt, sondern über Patrone oder Konverter befüllt wird.
Aber der Reihe nach...

"Vorarbeiten"

Ich mag Füllfederhalter mit einer Kolbenmechanik. Die Zeremonie der Befüllung mit einer Tinte eigener Wahl entschleunigt ein wenig das Alltagsleben.
Der Pelikan Ductus war schon längere Zeit in meinem Fokus, aber mangels der Möglichkeit ihn in "echt" zu erleben, wurde meine Entscheidung immer weiter verschoben. Zudem gaben die ersten Berichte und Eindrücke, die in verschiedenen Foren veröffentlicht wurden, eine eher zwiespältige Auffassung zu diesem neuen Pelikan-Füllfederhalter wieder.
Die Berichte bzgl. der Befüllung mit Hilfe eines Konverters waren teilweise widersprüchlich, so dass ich kurzerhand eine Anfrage an den Pelikan-Kundenservice richtete. Prompt wurde meine Frage nach Nutzung eines Konverter-Systems positiv beantwortet, so dass ich das "Risiko" eines Kaufs wagte.
P.S.: Dies war mein erster Kontakt mit dem Kundenservice von Pelikan und ich hätte nicht mit einer so schnellen und informativen Antwort gerechnet. Sehr gut!

Mein erster Eindruck

Der Kauf erfolgte über einen Internethändler, der den Ductus zu einem relativ guten Preis anbietet. Ich entschied mich für das Modell P3110 (schwarz-goldenes Modell) mit einer M-Feder. Der passende Konverter wurde gleich mitbestellt.
Da Pelikan mittlerweile das Logo auf der Kappe modifiziert hat, war ich gespannt, welches Modell mich erwarten würde. Mir persönlich gefallen beide Varianten, so dass ich hier keine Präferenz hatte.
Nach einige Tagen wurde das Päckchen geliefert, geöffnet und ... eine kleine Enttäuschung bzgl. der Verpackung.

Abbildung 1 Verpackung Ductus P3110

Ich hatte damit gerechnet, dass der Ductus in einer ähnlich hochwertigen Verpackung wie die Füllfederhalter der Souverän-Reihe geliefert wird, stattdessen fand ich eine Verpackung vor, die sich (aus meiner Sicht) für ein Schreibgerät der Klasse "Schulfüllfederhalter" eignet, aber einem Ductus nicht angemessen ist. Ob dieser Umstand dem Händler oder dem Hause Pelikan zuzurechnen ist, kann ich nicht beurteilen.

... mein zweiter Eindruck

... Aber die erste Enttäuschung wandelte sich nach dem Öffnen der Verpackung.
Da erschien ein Schreibgerät, das mich erst einmal positiv überraschte ("Wow-Effekt").
Während bei den klassischen Pelikan-Füllfederhaltern in Stresemann-Ausführung der Schaft mit gestreiften Binden versehen ist, befinden sich die gestreiften Binden beim Ductus auf dem Endstück und der Kappe. Eine, wie ich finde, interessante Neuinterpretation des Themas, zeigt sich hier doch eine Verbundenheit zur Tradition, aber auch der Mut zur Neugestaltung.

Abbildung 2 „Stresemann“ Ductus und M400

Einige kritische Rezensenten gab es hinsichtlich der Gestaltung der Feder, wobei ich die Art der Feder-Gestaltung beim Ductus originell empfinde, da hier die gestreiften Binden auf der Bicolor-Feder weitergeführt werden. Eine Ziselierung mit entsprechenden Verzierungen, wie sie bei den Souverän-Modellen zu finden ist, wäre ein Bruch des Gesamtdesigns gewesen.
Der Umstand, dass man beim Ductus "Hardware" (bedingt durch das Gewicht) in die Hand nimmt, wird wohlwollend zur Kenntnis genommen.

Verarbeitung und Qualität

Der dritte Eindruck ergibt sich bei einer näheren Untersuchung der einzelnen Bestandteile des Ductus.
Kappe und Endstück sind aus schwarz-lackiertem Metall mit dem gold-schwarzen Stresemann-Muster. Der Schaft aus schwarzem Edelharz überzeugt ebenso wie Clip und Feder. Als Feder wird eine rhodinierte 18K/750 Goldfeder verwendet, die bzgl. des Designs das Stresemann-Muster aufgreift.
Die metallischen Schraubgewinde von Kappe und Endstück machen einen soliden Eindruck und unterstreichen die Wertigkeit. Der Einsatz für das zu nutzende Tintensystem (Konverter oder lange Patrone) kommt beim Aufschrauben des Endstücks zum Vorschein und ist sehr gut verarbeitet.

Abbildung 3 Innenleben des Ductus

Hier ist Mechanik solide ausgeführt, die Materialien wirken hochwertig, es klemmt nichts.
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ingolf
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Unterschätztes Schmuckstück - Teil 2

Beitrag von ingolf » 26.01.2012 12:04

Größe und Gewicht

Auffällig am Ductus ist das relativ hohe Gewicht. Mit ca. 42g übertrifft der Ductus den Souverän M1000 deutlich. Ob man den Ductus nun mit aufgesetzter Kappe zum Schreiben nutzt oder auf die Kappe verzichtet, ist aus meiner Sicht eine persönliche Entscheidung. Aber in beiden Fällen liegt der Ductus sehr ausgewogen in der Hand und ermöglicht somit auch längeres, entspanntes Schreiben.
Von der Größe her bewegt sich der Ductus zwischen dem Souverän M800 und M1000. Somit ist er kein "zierliches" Schreibgerät, sondern will geführt werden. Aber, s.o., das Führen des Ductus ist sehr angenehm.

Abbildung 4 Von links nach rechts M800, Ductus, M1000

Schreibeigenschaften

Bei mir brauchte es ein wenig länger, bis ich den ersten Tintenfluss auf Papier bringen konnte. Ob es einen Zusammenhang mit dem Konverter-System gibt, weiß ich nicht. Bei einem Kolbenfüller hatte ich "gefühlt" eher die ersten Striche auf Papier.
Mit der M-Feder des Ductus ergibt sich ein anderes Schreibgefühl gegenüber den M-Feder Modellen der Souverän-Reihe. Die Souverän-Federn empfinde ich als ein wenig elastischer, während der Ductus ein wenig straffer erscheint. Dennoch ist der Ductus in seinem Schreibverhalten sehr angenehm, er wirkt nicht hart oder kratzend. Zusammen mit der guten ergonomischen Handhabung ist das Schreibgefühl gleitend und flüssig.

Handhabung und Befüllung

Zur Kompensation der fehlenden Kolbenmechanik nutze ich das sehr günstige Pelikan-Konvertersystem.
Die Befüllung des Konverters erfolgt außerhalb des Füllfederhalters in einem Tintenfass. Ich nutze die Pelikan-Tinte 4001 in den Farben blau-schwarz oder schwarz. Andere Tinten habe ich bisher nur in anderen Füllfederhaltern genutzt, aber die 4001 erscheint mir als sehr unkomplizierte und (in blau-schwarz) auch sehr schöne Tinte.
Frage: Bekommt man durch Nutzung eines Konverters nun ständig tintenverschmierte Finger?
Antwort: Wenn man will, ja, ansonsten lässt sich der Konverter auch ohne "blaue" Finger nutzen.
Der Befüllungsvorgang mit dem Konverter ist aber mit ein wenig mehr an Aufwand verbunden. Einen Kolbenfüller kann ich einfacher befüllen.
Ist der Konverter befüllt, dann wird er in die entsprechende Aufnahme des Ductus eingesetzt, der Ductus wieder verschraubt und ist schreibbereit (Hinweis: Das erste "Anschreiben" ging ein wenig länger).

Abbildung 5 Befüllungsoptionen des Ductus

Die sicherlich einfachere Variante der Befüllung ist die Nutzung der (langen) Patronen. Aber - es fehlt die "Zeremonie". Für Notfälle, gewissermaßen als Reservekanister, habe ich aber dennoch immer eine Patrone im Koffer. Das Mitführen eines Tintenfasses für unterwegs ist nicht unbedingt praktikabel.

Preis-Leistung & Wertigkeit

Der Ductus P3110 stellt für mich ein sehr hochwertiges Schreibgerät dar. Das Erscheinungsbild des Füllfederhalters würde ich mit elegant und sachlich beschreiben. Es sind keine überflüssigen Schnörkel vorhanden, um das Produkt "aufzuwerten". Die Hochwertigkeit bestimmt sich alleine durch den Füllfederhalter selbst.

Abbildung 6 ... für unterwegs doch lieber den M250

Allerdings ergibt sich daraus der "Nachteil", dass ich den Ductus nur selten für auswärtige Termine mitnehme. Das Risiko eines Verlusts möchte ich nicht eingehen. So wird für "unterwegs" dann der M250 (günstig, aber qualitativ überraschend gut) eingepackt.

Persönliches Fazit

Der Ductus ist aus meiner Sicht ein schöner und moderner Füllfederhalter, der zu Unrecht bisher(!) nur wenige Anhänger gefunden hat.
Er ist mit anderen Pelikan-Serien, z.B. Souverän, nicht vergleichbar, sondern ist ein eigenständiges Schreibwerkzeug. Die Tatsache, dass der Ductus keine Kolbenmechanik hat, habe ich durch Einsatz des Konverters "ausgeglichen".
Ob ein Kolben-Modell besser wäre ist vielleicht eine Frage der Philosophie.
Ein weiteres, persönliches Fazit ist aber (leider) auch, dass mir das Modell P3100 (schwarz-silber) mittlerweile ebenfalls sehr gefällt ...
Zuletzt geändert von ingolf am 26.01.2012 18:03, insgesamt 3-mal geändert.
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Re: Unterschätztes Schmuckstück - Teil 2

Beitrag von TomH » 26.01.2012 14:33

Hallo Ingolf,

danke für deine zwei Berichte über den DUCTUS, sie ließen sich sehr schön lesen und machen Lust auf mehr.

Ich glaube ich muss mich doch mal bei PELIKAN umschauen und in das Segment der "höherpreisigen" Füllhalter vorstoßen.

Viel Spaß weiterhin mit dem tollen FH und einen angenehmen Tag.

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Andi36
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Re: Pelikan Ductus - Rezensionen und Erfahrungsberichte

Beitrag von Andi36 » 26.01.2012 18:09

Wow! :shock: Da hast Du Dir richtig Arbeit gemacht, Ingolf!
mehr sag' ich noch nicht, weil ich mir das später erst in Ruhe durchlesen kann!

Andreas

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Re: Pelikan Ductus - Rezensionen und Erfahrungsberichte

Beitrag von Thomas Baier » 26.01.2012 21:49

Vielen herzlichen Dank, ingolf, für den ausführlichen und informativen Bericht. Sehr schöne Bilder, die Ihr von mir leider nie bekommt.

Ich bin auf den Bolliden aus Hannover gespannt. Ohne Frage, der Ductus ist entweder eine geniale Schreibmaschine oder liegt total daneben. Er polarisiert offenbar sehr. Ich bin sehr gespannt und werde Euch berichten, wie ich es sehe ...

Vielleicht hat der Teddy wieder eine Meinung dazu. Reinbeißen darf er natürlich nicht.

Viele Grüße
Euer Thomas

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Re: Pelikan Ductus - Rezensionen und Erfahrungsberichte

Beitrag von Faith » 26.01.2012 23:33

Allerdings, da steckt viel Mühe drin, vielen Dank dafür. :)

Ich hatte den Ductus schon einmal kurz in der Hand. Mir gefiel sein Gewicht sehr gut, er ist deutlich schwerer als die Souveräne. Das Ende (wo sonst der Schraubknopf für den Kolben liegt), ist beschwert, so dass man die Kappe nicht umstecken braucht. Angeblich soll der Druck auf die Hand an der Stelle für entspannteres Schreiben sorgen, da man nicht das Gefühl bekommt man müsse den Füller festhalten. Das war zumindest die Erklärung des Verkäufers.

Ich bin auf die Testwoche mit dem Ductus sehr gespannt, er gefiel mir gut. Die Gewichtsverteilung ist aber gewöhnungsbedürftig. Mir gefiel vor allem, dass der Schwerpunkt mehr in der Mitte bleibt, als durch die Verlängerung mit aufgesteckter Kappe nach hinten zu rutschen.
Viele Grüße
Faith

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Andi36
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Re: Pelikan Ductus - Rezensionen und Erfahrungsberichte

Beitrag von Andi36 » 27.01.2012 21:37

Servus Ingolf,

Ich bin gestern nicht mehr zum Antworten gekommen, daher erst jetzt.

Einen sehr umfassenden Bericht hast Du da erstellt, und hervorragend bebildert - RRRRespekt!
Ich mag die selbstgemachten Fotos lieber als die offiziellen Fotos, denn sie zeigen immer die ungeschminkte, ehrliche Sicht auf die Füller. Den Hochglanzfotos aus der Internetpräsentation glaube ich nichts, weil ich weiß, was ein Profi mit Unterstützung von Photoshop alles zaubern kann.

Der Ductus ist ein Füllhalter, der auch mich anspricht, ich finde er hat eine klare, moderne Linie und ist eine erfrischende Abwechslung zum Souverän. Allerdings hätte ich mich für den Silbernen Ductus entschieden, weil ich finde, dass das kühle Silber besser zu dem schnörkellosen Design des Füllers passt.

Zum Füllmechanismus habe ich auch meine Meinung, aber ich will erst mal abwarten, was unsere Tester so schreiben.

Ein toller Beitrag!
Andreas

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Re: Pelikan Ductus - Rezensionen und Erfahrungsberichte

Beitrag von ingolf » 28.01.2012 7:57

Danke ... und das silberfarbene Modell - hatte ich schon erwähnt, dass ich diese Variante auch sehr reizvoll finde :D ...
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Tombstone
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Re: Pelikan Ductus - Rezensionen und Erfahrungsberichte

Beitrag von Tombstone » 05.02.2012 19:09

So, heute ist es an mir, meine Erfahrungen mit dem freundlicherweise zur Verfügung gestellten Ductus zu Papier respektive Bildschirm zu bringen - und daran soll es nicht scheitern.

Montag, 30. Januar - um die Mittagszeit klingelt der GLS-Mann an meine Tür... hmmm, ich hatte doch gar nichts bestellt... whatever...

Es stellt sich heraus, dass ich doch was bestellt hatte - den Pelikan Ductus zum Antesten - schön, dass es schon geklappt hat. Meinen Lindauer mit der Porschum-Tinte schnell zur Seite gelegt und auf das Paket. Im Gegensatz zu Ingolf sieht die Verpackung bei mir eher klassisch aus:

Bild

Zum Vorschein kommt ein silbernes Etui, fein verschnürt (ist kein Fake, muss man wirklich aufziehen...)

Bild

Innen drin, ganz schlicht:

Bild

Ein Pelikan Ductus P3110 in schwarz-gold und M-Feder:

Bild

Ok, das mit der M-Feder ist an sich nicht so meins - ich bin mehr der B-Typ. Dazu aber im Verlauf ein wenig mehr.

Im Gegensatz zu anderen bekannten Herstellern - ich nenne keine Namen - schreibt Pelikan das immer noch drauf...

Bild

Das Ganze dann mal von unten:

Bild

und noch mal anständig von oben:

Bild

Ganz klar: das ist jetzt erstmal "anders" als das, was der "normale" Souverän" oder "Meisterstück"-Kunde kennt. Und was man über Bilder nicht rüber bringen kann: der Ductus ist schwer!

Ok, wir reden hier jetzt nicht über brutale Werte - es ist immer noch ein Füllfederhalter. Aber im Vergleich zu meinem von der Größe her am besten vergleichbaren M805 sehen wir hier 43 Gramm zu 29 Gramm. Ist schon was, wenn man ihn in der Hand hält. Allerdings kann man gleich Entwarnung geben: mit abgeschraubter Kappe sind es nur noch 25 zu 20 Gramm - naja, irgendwo muss man ja merken, dass die gestreiften Teile des Ductus daher bekommen, dass man hier ins Volle gefräst hat... ok...

Als nächstes fällt aber auf: wenn die Kappe runter ist, wird der Ductus brutal hecklastig - ich erinnere mich an erste Ausfahrten mit meinem Käfer in den 80ern... wirkt ungewohnt... na gut, ziehen wir mal den Kolben auf...

1. Betankung:

Überraschung: Mist, ich habe ihn kaputt gemacht... :shock: oder doch nicht?

Bild

Des Pudels Kern ist leicht entdeckt: ich habe nicht den Konverter ruiniert - das ist gar kein kein Kolbenfüller!

Nein, so wie sie drin liegt, ist das schlicht ein Magazin für eine Pelikan-Langpatrone oder einen passenden Konverter (der war allerdings nicht dabei, nur falls jemand fragen sollte...). Ok, Patrone gedreht, dann sieht es so aus:

Bild

Auf diese Art wird die Patrone mitsamt dem Magazin wieder eingedreht und die Schreiberei kann losgehen.

Hierzu nun auch meine erste Meinungsäußerung:

Ich mag Patronenfüller nicht - oder sagen wir: ich mag keine Einwegpatronen. Natürlich besitze auch ich Füllfederhalter, die mit Patronen betrieben werden können - aber in denen sind standardmäßig Konverter eingesetzt.

Hier ist es für mich zum ersten Mal anders: die Patrone wird nicht irgendwie unkontrolliert reingedrückt, so dass sie auf weiß Gott welche Art verkanten kann - nein, die Patrone sitzt im Magazin, die Zuführung ist definiert. Aus meinem begrenzten Blickfeld heraus die erste meine Qualitätswünsche diesbezüglich befriedigende Lösung. Gibt es auch andere, die das so machen? Ich weiß es nicht, ich kenne zumindest keinen... mag auch an meiner Unwissenheit liegen...

2. Bereifung:

Wie ebenfalls oben geschrieben, bin ich eher der "B"-Typ. Dies hat sich bei mir über die Jahre entwicklet und wurde natürlich von den Federn beeinflusst, die ich nutzte. Ok, mein John Lennon hat auch M - aber der liegt in der Vitrine, das zählt nicht...

Ok, bei diesem Testfüller war nur M möglich. Nach der alten Devise "einem geschenkten Pferd schaut man nicht in den Mund" dachte ich mir nichts dabei - lass es laufen und gut ist. Netterweise stellte sich heraus, dass ich doch weniger beschränkt bin, als ich dachte - diese M-Feder ist vollkommen anders als andere Federn vorher. Ok, rein optisch trifft dies schon zu - es handelt sich nicht um eine weitflüglige Monsterfeder, wie sie heute immer "normaler" wird - nein, die Feder ist eher gedrungen, sie erinnert mich an alte Schulzeiten.

Nun die zweite Meinungsäußerung:

Ganz klar: "flexibel" ist anders - aber der Kontakt zum Papier ist angenehm und bricht nicht ab, es kratzt nichts, es fliesst. Aber ich bin auch ehrlich: ich schreibe vollkommen anders als mit meinen anderen Füllern. Es fühlt sich "gediegener" an, ich kann es schwer beschreiben. Ich glaube fast, es liegt irgendwie an der

3. Straßenlage,

die für mich vollkommen anders ist als bei meinen anderen Füllern.

Wie das?

Ich bin ein "ohne-Kappe-hinten-drauf"-Schreiber - das Gegengewicht fehlt bei mir, ich vermisse es nicht, ich bin es seit jeher so gewohnt. Ich habe es wohl bisweilen versucht, dann aber immer albern gefunden und gelassen. Glücklicherweise habe ich bis heute trotzdem keine Kappe verloren...

Tja, hier geht es aber nicht anders - denn das Schraubmagazin ist aus Metall, und dadurch sozusagen ein eingebautes Gegengewicht, ich kann mich nicht dagegen wehren.

Und was soll ich sagen: es ist sehr angenehm. Der Füller schwebt fast übers Papier, da er von seinem hinten sitzenden Widerlager quasi angehoben wird. Eine ungewohnte Schreibweise, die meine Schrift zu Anfang sehr verändert - meine Frau fragt nach einem Blick in mein Notizbuch "seit wann lässt Du andere in Deinem Buch schreiben?" :?

Dies legt sich aber gegen Ende der Woche langsam... ich bin gespannt, wie es bei der Rückumstellung nächste Woche sein wird...

Die dritte Meinung:

ich hatte noch nie einen Füller, bei dem die Haptik-Umstellung derart gravierend war. Ich kann mir durchaus vorstellen, dass es Leute geben wird, die aus dem Leichtfüller-Dunstkreis kommen und Probleme haben werden. Denen kann ich nur sagen: versucht es! ihr verpasst sonst etwas!

Somit zum letzten Punkt für heute Abend: der

4. Verarbeitung

Ich gehe offen ran: mein Modell war jungfräulich, keine Kratzer, Macken, alles peferkt. Alle Gewinde laufen sauber und satt, man muss die Haare in der Suppe suchen. Ich habe nur ein einziges finden können: die Befestigung des Clip scheint nicht der Weisheit letzter Schluss zu sein. Ganz klar: Spannungsprobleme gibt es nicht. Aber die Konstruktion trägt eine Gefahr mit sich: während ein Souverän immer einen horizontal festen Clip haben wird (wenn nicht, ist die Verschraubung lose und muss wieder festgezogen werden), ist der Clip bei meinem Ductus leicht nach rechts und links verschiebbar. Hey, nicht falsch verstehen: wir reden hier von +/- 0,1 mm - aber ich komme aus dem Maschinenbau und wenn man von den festen Clips der Stresemänner kommt, fällt es auf. Ist nicht gravierend, ich wollte es gesagt haben. Hier habe ich sonst keine Meinung, hier geht es mir nur um Messbares.

5. Sonstiges

Ich setze einfach mal die Punkte, die mir besonders auffielen:

- ok, kein Kolbenfüller - aber wenn es so ist wie hier, kann ich sehr gut damit leben. Hier brauche ich auch keinen Konverter.

- keine Sichtfenster - ok, konstruktiv schwer zu lösen, da das Magazin eine gewisse Grundstabilität haben muss. Finde ich aber trotzdem suboptimal... wenn jemand eine gute Idee hätte, wäre das klasse...

- er ist der erste Füller, auf den ich angesprochen wurde - sogar 2x. Da ich sehr viel im direkten Kundenkontakt arbeite, fiel mir dies auf... ist ja nicht so, dass ich sonst nur mit BIC-Kugelschreibern schreiben würde... :evil:

- der Ductus ist ein mächtiger Füller - wer was filigranes sucht, ist hier falsch beraten. Wer aber, so wie ich, gerne was anständiges in der Hand hat, liegt hier genau richtig.

- wichtig für zukünftige Besitzer des Füllers: durch das hohe Gewicht am Ende des Füllers empfehle ich ein relativ eng anliegendes und nicht zu langes Etui. Warum? Ich nutzte das hier:

Bild

Ist von Diplomat mit reichlich Platz im Innenraum und freiem Raum nach unten. Da ich das Baby jetzt auch nicht zuschrauben wollte wie ein Schmied, passierte es bisweilen, dass ich ihn nach der Fahrt zum nächsten Kunden erst mal wieder anständig zuschrauben musste - der Füller hatte sich ein wenig aus der Kappe gedreht, da er keinerlei Widerstand in der Hülle hatte. Ist nicht tragisch, und da das Gewinde sehr lang ist besteht auch keine Gefahr, dass da irgendwas passiert - aber ich will es gesagt haben. Grund ist das durchaus merkbare Gewicht des Magazins. Nicht falsch verstehen: das war natürlich fest - der Ductus hatte sich nur leicht aus der Kappe gelöst.


Resümee:

Das silberne Modell P3100 mit M-Feder ist meine nächste Anschaffung... das dürfte alles erklären. Er braucht kräftige Hände, die mit ihm eine aus meiner Sicht ungewohnte, aber sehr angenehme Art des Schreibens entdecken können. Ich hatte nicht gedacht, dass ein Füller so "anders" sein kann...

Nun denn, wer spezifische Fragen hat, dem stehe ich gerne zur Verfügung. Mein Dank geht raus an Pelikan!


Ciao - Peter
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Andi36
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Re: Pelikan Ductus - Rezensionen und Erfahrungsberichte

Beitrag von Andi36 » 05.02.2012 20:24

Hallo Peter,

einen tollen Bericht hast Du da erstellt. Klasse Bilder!

Man sieht - so ein Füller ist weit mehr als nur technische Daten; Es ist so schön zu sehen, wie ihr diese Füller erlebt.

Der Füllmechanismus des Ductus wird übrigens auch im Epoch angewandt. Bei diesem ist der Patronenkäfig jedoch aus Kunststoff; dieser wirkt labil und verzieht sich leicht. Vielleicht ist das der Grund, warum bei Epoch die Patronen manchmal vom Dorn des Tintenleiters nicht durchstoßen werden werden - dann muss man mit einer Kugelschreiberspitze. o.ä. nachhelfen.

Und der Omas Milord hat ebenfalls so einen Füllmechanismus (Metall).

vielen Dank
Andreas

Thomas Baier
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Re: Pelikan Ductus - Rezensionen und Erfahrungsberichte

Beitrag von Thomas Baier » 05.02.2012 21:30

Pelikan Ductus
Wie ich ihn sehe ...



Ein sehr subjektiver Bericht von Thomas Baier


Liebe Plenum-Gemeinde,

heute präsentiere ich meinen Bericht über den Ductus, der mir freundlicherweise von Pelikan zur Verfügung gestellt wurde. Bei der Gelegenheit möchte ich Andreas für die vorzügliche Idee nochmals danken.

Da meine Vorredner bereits hervorragende Berichte abgegeben haben einschließlich exzellenter Bilder kann ich mich auf Dinge konzentrieren, die mir aufgefallen sind.

Geliefert wurde das Modell Ductus P 3110 in Schwarz/Rotgold. Zwischenzeitlich gibt es ja noch das Modell P 3100, dessen Schwarz/Silber „trendy“ ist.

Der große, schwere Füllhalter ist mit seiner glatter Oberfläche und den abgerundeten Ende ein echter Handschmeichler, ein „Business Pen“ fällt mir sofort ein. Und obwohl ich ihn noch nicht erweckt, d. h. aufgeschraubt habe, kommt mir unmittelbar der Waterman Edson in den Sinn. Warum das denn? Der Edson ist doch ein ganz anderer Halter. Und irgendwie doch wiederum im Geiste ähnlich.

Pelikan hat sicherlich einen stattlichen „Business“-Halter als Kontrast zu den Souveränen anbieten wollen. Schwer, gediegen, unkompliziert sollte er sein. Die merkwürdig flachgedrückte 18-K-Goldfeder gehört zu diesem stämmigen Eindruck. Die Bicolor-Feder mit den Längsstreifen paßt sehr schön. Schon fast eine Ringfeder, denke ich. Obwohl es eine typische freistehende Feder mit einem modernen Spritzkunststoff-Tintenleiter ist.

Dann lese ich bei Pelikan über den Ductus: „Die moderne Kollektion aus dem Hause Pelikan steht für klare Linien, daher auch der Name: Ductus kommt aus dem Lateinischen und heißt Führung oder Leitung. Diese Serie wurde für gradlinige Menschen mit einer unverwechselbaren Handschrift entwickelt und passt sich mit ihrem flexiblen Füllsystem (Großraumpatrone oder Konverter) dem modernen Lebensstil an. Wer ein Ductus Schreibgerät besitzt, verliert sein Ziel nie aus den Augen.“

Was ist da Metall und was Kunststoff? Alles aus einem Guß. Das gefällt mir sehr gut, sollte doch auch ein Füllhalter mit Patronensystem eine Einheit sein. Pelikan hat das Patronenschlittensystem nicht nur im Epoch, sondern sicherlich auch schon irgendwo zuvor gesehen. Und da fällt mit als zweiter Vergleich der Montblanc Meisterstück Traveller ein. Ein solches Füllsystem paßt zu einem „Business-Pen“. Patrone aus der Schachtel, alte raus, neue rein. Und weitergeht´s im Flieger, im ICE, im Meeting. So stelle ich mir seinen Einsatz vor.

So aufgeschraubt merkt man dann auch, wo die Kunststoffteile sind, der Corpus ist es. Kappe und Abschlußteil mit Patronenschlitten dürften Metallhülsen sein mit den eingelegten Streifen, wie sie bei Pelikan seit dem 400er zum Erkennungsbild gehören.

Zunächst wird das Federaggregat herausgeschraubt, es läßt sich so prima reinigen. Denn sonst ist das mit einem Patronenschlitten und der Reinigung des Innenteils so eine Sache. Hier gibt es kein Problem. Die Patrone ist eingesetzt, rasch fließt die Tinte. Ich habe die beigelegte Pelikan 4001 Königsblau ausschließlich verwendet. Ein Konverter lag in der zwischenzeitlich bekannten grauen Schatulle nicht bei.

Der fremdgefederte Clip arbeitet stramm, nichts wackelt bei diesem Exemplar. Der Clip ist schon ein bißchen arg nüchtern gezeichnet, paßt aber. Mit dem Kappenkopf arg viel Rotgold.

Gottseidank, eine Schraubkappe. Ich wußte es zwar, aber sie ist einfach ideal, sie läuft gut und sitzt fest. Ich mag keine Wackelkappen.

Aber wie liegt er denn nun in der Hand und wie schreibt er bloß? Er liegt gut in der Hand, meine Hand entspannt sich sofort. Leider ist der Ductus doch recht hecklastig. Mit sicher aufgesteckter Kappe paßt es dann nicht mehr. Die Hecklastigkeit des dann langen Halters ist zu groß. Die große Feder läßt sich sehr gut führen und die Kugelfeder läuft weich und leicht. „No Flex“. Kein Abreißen des Tintenflusses. Alles soft. Natürlich gibt es da keine Strichvariation, das Schriftbild ist präzise, typisch für einen modernen Halter. Die Strichstärke ist recht kräftig, mir würde eine feine Feder besser zusagen. Aber der Strich paßt zu dem Füller „für den klaren Kurs“ doch sehr gut.

Nun kommt das Fazit: Der Ductus in dieser Ausführung hat es mit seinem Rotgold nicht leicht. Ähnlich wie der Edson in seinen ursprünglichen Ausführungen auch mit der auffallenden Gold-betonten Optik zu kämpfen hatte, paßt der neue Schwarz/Silberne P 3100 noch besser zum „Business Pen“. Rotgold und auffällige Streifen sind gefällig oder eben zu auffällig. Mit einem VK von 350 Euro liegt der Ductus in einem fairen Preisbereich. Als Federn werden F, M, B, BB und OB angeboten, eine sicherlich ausreichende, gegenüber den Souveränen aber eingeschränkte Auswahl. Die rigide Kugelfeder mit ihren ausgewogenen Eigenschaften und gleichmäßig gutem Tintenfluß paßt zum Charakter des „Business Pen“ sehr gut. Mir persönlich gefallen die großen Souveräne mit ihrem filigranen Auftritt und ihrer guten Balance noch besser. Sie sind für mich die Pelikane schlechthin. Wer aber gerade das nicht möchte, könnte im Ductus eine interessante Alternative finden.

Ich hoffe, der Bericht hat Euch gefallen.

Nochmals ganz herzlichen Dank, Pelikan, daß mir diese Eindrücke ermöglicht wurden.

Viele Grüße
Thomas
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Re: Pelikan Ductus - Rezensionen und Erfahrungsberichte

Beitrag von Andi36 » 08.02.2012 0:34

Servus Thomas,

eines sehr informative und interessante Betrachtung dieses Füllers. Der Ductus ist anders als andere Pelikane - das war mir klar; aber auf die Idee, ihn mit dem Edson zu vergleichen, wäre ich nicht gekommen. Deine Argumentation ist aber absolut schlüssig.

Andreas

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Re: Pelikan Ductus - Rezensionen und Erfahrungsberichte

Beitrag von Tenryu » 08.02.2012 20:48

Danke für eure informativen Berichte und die aufschlußreichen Detailphotos.

Ihr habt mir diesen Füller fast schon schmackhaft gemacht. Wenn nicht die Sache mit dem hohen Gewicht und (für mich eher noch das Ausschlußkriterium) der Hecklastigkeit wäre.

Eine Frage: Sind die Federaggregate des Epoch und Ductus miteinander austauschbar?

Grundsätzlich gefällt mir die nicht abgeflachte Feder des Epoch besser. Vermutlich würde sie (in Form der Bi-color-Version des P364) sogar auch ganz gut zur Optik des Ductus passen.

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Tombstone
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Re: Pelikan Ductus - Rezensionen und Erfahrungsberichte

Beitrag von Tombstone » 09.02.2012 7:39

Tenryu hat geschrieben: Ihr habt mir diesen Füller fast schon schmackhaft gemacht. Wenn nicht die Sache mit dem hohen Gewicht und (für mich eher noch das Ausschlußkriterium) der Hecklastigkeit wäre.
Mein Tipp: probier es auf alle Fälle anständig aus - wie geschrieben, habe selbst ich mich da vom Saulus zum Paulus entwickelt.

Ich trage gerade schon die Euros zusammen... ;)
Ciao - Peter

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Faith
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Re: Pelikan Ductus - Rezensionen und Erfahrungsberichte

Beitrag von Faith » 09.03.2012 18:12

Hmm, seit dem 9.2. kein Bericht mehr?

So, dann möchte ich mit etwas Verspätung endlich meine Erfahrungen mit dem Testfüller Ductus verewigen.
Da es genug Fotos gibt, habe ich keine mehr gemacht, aber ich denke das ist kein großer Verlust, oder?

Auf Anregung der vorherigen Tester bekam ich einen Konverter für den Ductus von Pelikan mitgeliefert. Blöderweise habe ich den Füller mit Patrone nicht mehr testen können und kann daher keine direkten Vergleiche machen. Doof, denn das wäre meine Chance gewesen, einen Füller mit beidem auszuprobieren. Na ja, kann ich jetzt auch nicht ändern.

Die Optik wurde ja auch schon beschrieben, und auf den Fotos kann man sie auch sehen.
Ich persönlich empfinde den Ductus als zeitloses, elegantes Schreibgerät, das Wertigkeit vermittelt. Der glänzend schwarze Korpus und die Streifen aus Gold tun ihr Übriges dazu. Da hohe Gewicht sorgt ebenfalls für ein gutes Gefühl, da billige Plastikfüller meistens nichts wiegen.

Also gut, Konverter genommen und... überlegt, welche Tinte ich nehmen könnte. Letzten Endes fiel meine Wahl auf die Edelstein Topaz, mit der ich den Ductus die gesamte Woche gestet habe.
Das Schreibverhalten des Ductus ist sehr angenehm, die Feder ist schön flexibel, was ich ihr erst gar nicht zugetraut hätte. Bei genauerem Hinsehen ist mir aber aufgefallen, dass die Federschenkel leicht versetzt sind, das erklärt wohl das ganz leichte Kratzen. Ansonsten gleitet die Feder angenehm über das Papier und hinterlässt einen Linie mit schönem Shading.
Allerdings hatte ich zu Anfang ziemliche Anschreibprobleme, die wohl vom Konverter herrühren, da die Patronentester etwas in der Richtung bisher nicht erwähnt haben. Der Tintenfluss riss immer wieder ab, es wurde nach ein paar Seiten besser, aber nie richtig gut. Da es aber fließfreudigere Tinten gibt, sehe ich hier kein Problem, man muss nur das richtige "Futter" für den Ductus finden.
Nach ein paar Seiten kam die Tinte kräftig und mit schöner Farbbrillianz auf's Papier, ich war überrascht, was die Topaz hergibt, wenn sie aus einem Pelikan kommt und nicht aus dem sparsamen Kaweco.

Das hohe Gewicht und der große Durchmesser habe ich als positiv empfunden, ich mag lieber Füller, bei denen man auch spürt was man in der Hand hat. Dadurch kann man den Füller einfach locker über das Papier gleiten lassen, ohne das Gefühl zu haben ihn festhalten zu müssen. Das längere Griffstück lässt einem mehr Freiheiten als die Souveräne. Wie ich bereits in einem früheren Post erwähnte, fand ich die Hecklastigkeit alles andere als störend, da ich die Kappe fast nie hinten aufstecke, brauchte ich mich auch an nichts anderes gewöhnen.
Ich konnte seitenlang mit dem Füller schreiben, ohne dass ich Ermüdungserscheinungen hatte. Ich habe auch tatsächlich die Hand weniger verkrampft, ein absoluter Pluspunkt für diesen Füller. Das Schreiben war eine außerst angenehme Sache, mir fielen nicht genug Dinge ein, die ich hätte aufschreiben können. Formeln machen einfach weniger Spaß als Texte, wenn es um schönes Schreiben geht. Aber auch bei den Formeln und Gleichungen hat sich der Ductus gut geschlagen, durch die Anschreibprobleme hängt er zwar hinter meinen Souveränen, ist aber sicher auch hier kein schlechter Begleiter.

Der goldene Clip gefiel mir auch sehr gut, er ist nicht wie die der Souveräne starr angebracht, sondern drehbar mit einer Feder gelagert. Dadurch wirkt er edler und hat trotzdem eine gute Haltekraft.

Fazit: Ich spare schon. Muss ich noch mehr dazu sagen? Mir gefällt der Füller sehr gut, das er mit Patrone/Konverter befüllt wird ist zwar ein Minuspunkt (ich mag die Kolbenfüller inzwischen viel lieber), aber das hat auch seine praktischen Seiten. Da das Schreiben mit ihm so entspannt ist, wird er irgendwann eine Anschaffung, mal sehen wann und in welchem Design, habe genug Zeit mir das zu überlegen. ;) Jedenfalls wird er dann eine schmalere Feder haben.
Ich mag meine Souveräne. (Irgendwie muss man sich ja trösten.)

Hier jetzt noch eine Schriftprobe, und eine Skizze über die Funktion des Clips, ich hoffe ich versteht was ich meine.

Bild Bild

An dieser Stelle noch einmal vielen Dank für die Organisation an die Moderatoren und vor allem an Pelikan, dass sie uns die Füller zum Testen zur Verfügung gestellt haben.
Viele Grüße
Faith

Meine Blog: www.tintenpfote.de

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