Waterman Concorde zerlegen

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pradella2
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Waterman Concorde zerlegen

Beitrag von pradella2 »

Nicht umsonst gelten die meisten Watermen als widerspenstige Patienten. Schraubverbindungen sucht man vergebens, Fügungen an sich sind unklar, vieles ist geklebt oder geclipt, so mein Eindruck nach der Begegnung mit dem Carene und jetzt mit dem Concorde. Mir ging ein, nun ja, krass zeitgeistiges Exemplar zu: Der (oder die?) Concorde in braunem, strichmattiertem Plastik mit der üblichen, sensationell geformten 18k-Feder. Die ist wirklich ein Schätzchen, auch was ihr Schreibverhalten angeht. Das Problem bei meinem Füller ist allerdings, dass man beim Schreiben blaue Finger bekommt. Das Griffstück ist nämlich gerissen. Ich beschloss also, den Versuch zu wagen, den Kopf zu zerlegen. Es ging mit brachialer Hitze und Gewalt, so muss man es ausdrücken. Schlussendlich ließ ich den gesamten Kopf fünf Minuten in siebzig Grad heißem Wasser ziehen und drückte dann von unten ein Messer senkrecht in die Fuge zwischen Griffstück und Tintenleiter. Das flutschige Griffstück hielt ich mit Gummihandschuhen. Mit sehr viel Druck (und zwei mal Abrutschen) ließ sich der Tintenleiter Stück für Stück herausprokeln. Anders kann man es nicht nennen. Dabei galt es, die rohe Gewalt dosiert einzusetzen. Es stellte sich heraus, dass der Tintenleiter nicht nur stramm im Griffstück sitzt, sondern auch mit einer zähen Mastixpampe zusätzlich fixiert war.
Fazit: Nur zu empfehlen, wenn es unbedingt sein muss.
Interessante Nebenerkenntnis: Die Feder wiegt 0,48 Gramm. Wenn man scheitert, kann man sich immerhin mit ihrem Materialwert trösten, auch wenn das ein wirklich banausenhafter Ausweg ist.
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