Pelikan 4001 Königsblau

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thobie
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Re: Pelikan 4001 Königsblau

Beitrag von thobie » 06.10.2016 16:22

Hallo,

ihr seht mich jetzt ein wenig verwirrt. Diese 4001 Königsblau hat überhaupt nichts mit der 4001 Königsblau von Pelikan zu tun, die ich hier habe. Die hier vorgestellte Tinte finde ich wirklich interessant. Meine 4001 Königsblau ist viel heller. Schon wenn sie aus dem Füllhalter fließt. Und die wird noch heller, wenn sie trocknet. Das war für mich immer eine der langweiligsten Tinten. Da stellt sich mir schon die Frage, ob Pelikan möglicherweise die Rezeptur geändert hat. Denn mit der hier vorgestellten Tinte könnte ich mir wirklich anfreunden.

Viele Grüße
Thomas

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Nikolaus
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Re: Pelikan 4001 Königsblau

Beitrag von Nikolaus » 06.10.2016 16:38

Es scheint fast so. Ich habe eben noch mit meinem Meisterstück die 4001er Königsblau benutzt und dort wirkt sie wirklich sehr dunkel, noch deutlich dunkler als in meiner Review, für die ich mit dem Pelikan M605 geschrieben habe.
Cheers,
Nils


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Re: Pelikan 4001 Königsblau

Beitrag von MarkIV » 06.10.2016 17:19

@Nils
Nur damit du verstehst woher die Zweifel kommen....

http://www.penexchange.de/forum_neu/vie ... 75#p151440

So sieht die 4001 Blauschwarz aus, was deiner Tinte ziemlich genau entspricht

Ich habe auf die Schnelle mal aus meinen eigenen Bögen und aus dem was ich eh schon im Forum habe mal beide rausgesucht:

Bild
Pelikan 4001 Königsblau

Das ist das Dunkelste was ich mit der Königsblau hinbekomme. Das ist mit einem Duofold geschrieben, extrem gut fließend und sehr fein. Ansonsten wird sie eher heller als im Beispiel.

Bild
Pelikan 4001 Blauschwarz

Das ist mit einer M-Feder geschrieben, mit der aktuell verkauften Pelikan 4001 Blauschwarz. Dein Stift fließt kräftiger, daher mehr Shading, der Farbton ist aber ziemlich genau so denke ich.

Mark
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Re: Pelikan 4001 Königsblau

Beitrag von Nikolaus » 06.10.2016 17:29

Mein Königsblau entspricht tatsächlich ziemlich genau dem von Dir gezeigten Blauschwarz. :shock: Wenn ich nicht gerade noch mal die Beschriftung des Tintenfasses angeschaut hätte, hätte ich vermuten können, dass das falsche Glas in der Verpackung gewesen wäre. Wirklich verrückt. Jetzt brauchen wir nur noch des Rätsels Lösung!
Cheers,
Nils


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Re: Pelikan 4001 Königsblau

Beitrag von MarkIV » 06.10.2016 17:49

Schau mal, wir machen mal was Cooles, schreib mir mal ne PN mit deiner Adresse, ich schicke dir mal ein Rohr meiner 4001 Königsblau (Jahrgang 1994 :D). Dann hast du eine Gegenprobe. Wenn du magst, gebe ich dir auch meine Adresse, dann schreibe ich mit deiner auch gern einen Bogen.
Ich habe auch lernen dürfen, dass es offensichtlich nicht immer so einfach ist, ein Tintenfass richtig zu beschriften, ich habe da ein Meadow Rohr das auch irgendwie ganz anders ist als es sein sollte.

:wink:

Mark
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Re: Pelikan 4001 Königsblau

Beitrag von meinauda » 06.10.2016 19:20

Ich habe ein altes und ein neues Glas Königsblau. Der Unterschied ist schon erheblich
image.jpeg
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image.jpeg (276.01 KiB) 2509 mal betrachtet

Thom

Re: Pelikan 4001 Königsblau

Beitrag von Thom » 06.10.2016 19:52

MarkIV hat geschrieben:Schau mal, wir machen mal was Cooles...
Tintenkiller.

V.G.
Thomas

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Re: Pelikan 4001 Königsblau

Beitrag von Nikolaus » 07.10.2016 7:28

Else Marie, das alte wirkt sehr blass, kommt das hin? Nach den hiesigen Schilderungen hatte ich es mir farbintensiver vorgestellt.

Mark, gute Idee! Dann haben wir endgültige Gewissheit. Wenn Du mir erklärst, wie ich das mit dem Röhrchen mache! :mrgreen:
Cheers,
Nils


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Re: Pelikan 4001 Königsblau

Beitrag von Südwind » 07.10.2016 9:16

Nikolaus hat geschrieben:hätte ich vermuten können, dass das falsche Glas in der Verpackung gewesen wäre. Wirklich verrückt. Jetzt brauchen wir nur noch des Rätsels Lösung!
versuch es doch mal, wie von Thom vorgeschlagen, mit Tintenkiller. Wenn Rückstände bleiben, dann war kein (reines) Königsblau im Glas (falsch abgefüllt oder mit z.B. schwarz verunreinigt) oder Verunreinigungen im Füller.
Der nächste Schritt wäre dann eine Papierchromatographie auf einem Taschentuch/Küchentuch. Damit könntest Du mögliche weitere Farbstoffe sehen.

Grüße
Robert
Grüße
Robert

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Re: Pelikan 4001 Königsblau

Beitrag von meinauda » 07.10.2016 16:10

Nikolaus hat geschrieben:Else Marie, das alte wirkt sehr blass, kommt das hin? Nach den hiesigen Schilderungen hatte ich es mir farbintensiver vorgestellt.

Mark, gute Idee! Dann haben wir endgültige Gewissheit. Wenn Du mir erklärst, wie ich das mit dem Röhrchen mache! :mrgreen:
Ich habe die Tinten mit Q-tipp aufgetragen und da wurd es so blass.
Ich werde mal zwei leere Füller mit der alten und der neuen Königsblauen betanken und eine Schriftprobe einstellen.
Den Test mit dem Tintenkiller werde ich gleich mitmachen.
Dauert möglicherweise ein wenig.

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Re: Pelikan 4001 Königsblau

Beitrag von thobie » 07.10.2016 17:23

Nikolaus hat geschrieben:Else Marie, das alte wirkt sehr blass, kommt das hin? Nach den hiesigen Schilderungen hatte ich es mir farbintensiver vorgestellt.
Hi Nikolaus,

genau das macht diese Tinte aus. Ich habe nur die alte. Meine ist sogar schon 25 Jahre alt. Ich habe damals in einem Anfall von Übermut einen ganzen Liter gekauft. Und die kommt schon nicht sehr gesättigt aus der Feder. Zu allem Überfluss wird die dann auch noch blasser beim Trocknen. Ich nutze sie nur sehr ungern. Einziger Trost: Alte Füllhalter kommen mit dieser Tinte praktisch immer zurecht. Da braucht man keine Sorge haben. Ach ja, und hin und wieder mal eine Füllung damit dürfte irgendwelchen Schimmelsporen im Halter zuvorkommen. Da die 4001 so schön sauer ist.

Gruß
Thomas

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Re: Pelikan 4001 Königsblau

Beitrag von red » 07.10.2016 18:29

Vielleicht hat Pelikan da wirklich was verändert, denn meine Pelikan Königsblau (1-2 Jahre alt) sieht der von Niels recht ähnlich.
Mit einem fließfreudigen Füller und glattem Papier würde das bei mir wohl auch so aussehen.

Gruß red

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Re: Pelikan 4001 Königsblau

Beitrag von Südwind » 07.10.2016 19:03

red hat geschrieben:Vielleicht hat Pelikan da wirklich was verändert,...
Dann messt doch nach:
Farbstoffzusammensetzung: Chromatographie (wahrscheinlich bekommt man die Tinte nicht mit Wasser als Laufmittel getrennt sondern z.B. mit n-Butanol, Wasser, Essigsäure (60:20:20 vol%), das ist aber eher nix für zu Hause. Bei der 4001 königsblau sollte, wenn ich mich richtig erinnere, ein wenig roter Farbstoff vom Blau abgetrennt werden können )

Benetzung+Viskosität: Ausbreitung z.B. im Filter-Papier, Zeit stoppen, Ausbreitungsradius R oder Steighöhe L an einem Papierstreifen messen (Washburn-Gleichung, auf die Temperatur achten!).

Farbstoffkonzentration: Das wird schwieriger, es hat ja nicht jeder ein Spektralphotometer zu Hause (ich auch nicht). Aber es sollte auch so gehen: zwei gleiche klare Gefäße suchen, Tinte einfüllen, vor eine Mattscheibe (oder Monitor mit weißem Bild) stellen und gleichzeitig fotografieren (Das ganze mehrmals und Position der Gläser tauschen, um Beleuchtungseffekte auszuschließen). Auswertung dann mit Photoshop.

Wenn Pelikan irgendetwas deutlich geändert hat, dann müsste man das auch mit Hausmitteln nachweisen können.

Alternativ: Einen netten Brief an Pelikan schreiben und nachfragen :D

Grüße
Robert
Grüße
Robert

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Re: Pelikan 4001 Königsblau

Beitrag von Tenryu » 07.10.2016 19:10

Die Rezeptur der Königsblauen wurde tatsächlich vor einigen Jahren leicht verändert. Das wurde auch in der Werbung hervorgehoben.

Der blaue Farbstoff ist auch nicht sehr stabil. Er verträgt weder Hitze noch Sonnenlicht. Von daher könnte ich mir vorstellen, daß auch die Lagerung sich auf die Farbe (Verblassen) auswirkt.

Das ist eben eine typische Schultinte. Sie soll leicht aus der Kleidung auswaschbar sein, keine hartnäckigen Flecken auf der Haut hinterlassen und sich wegkillern lassen. So etwas kann man nicht mit sehr beständigen und intensiven Farben bewerkstelligen.

Thom

Re: Pelikan 4001 Königsblau

Beitrag von Thom » 07.10.2016 20:00

Ja, ich könnte mir auch vorstellen, dass das durch die Harzleimung saure Papier so ab erste Hälfte 19. bis in die zweite Hälfte 20. Jh. der Tinte mehr entgegen kam, als neutral beschichtetes oder mit Alkalireserve heute.

V.G.
Thomas

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